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Leselupe.de > Ungereimtes
lachen und weinen
Eingestellt am 10. 01. 2004 18:55


Autor
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strolch
???
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lachen und weinen

lachen und weinen
nach gro├čer anspannung
nach der angst

lachen und weinen
vor gl├╝ck
vor erleichterung

lachen und weinen
weil der untersuchungsbericht sagt:
ÔÇ× du bist gesundÔÇť


F├╝r alle die mit der Krebskrankheit leben!

__________________
"Ich will nicht, da├č Frauen Macht ├╝ber die M├Ąnner, sondern ├╝ber sich selbst erlangen."(Mary Wollstonecraft)

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mako
Guest
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Hallo, strolch,

erst einmal ein Willkommen in der Leselupe.

Du hast Dir ein schwieriges Thema als lyrischen Text ausgesucht, eines das normalerweise betroffen macht.

Doch ich finde es nicht sehr gelungen. Zuerst st├Ârte mich das Ende: Wieso f├╝r alle, die an Krebs erkrankt sind? Wieso erz├Ąhlst Du ihnen, dass da jemand gesund ist? Sicher wolltest Du Mut machen, doch so klingt es fast zynisch. Zumindest kommt es bei mir so an.

Von den Gef├╝hlen, dem Hin- und Hergerissensein zwischen Bangen und Hoffnung, kommt nur wenig bei mir als Leser an. Ja, lachen und weinen, sagt es schon, doch dann, Floskeln - Anspannung, Angst, Gl├╝ck, Erleichterung, klingt eher beliebig, austauschbar.

Die dritte Strophe ist einfach eine Aussage, f├╝r ein Gedicht, denke ich, viel zu direkt, da entstehen bei mir als Leser keine Bilder, werde ich nicht angeregt, mich weiter mit diesem Text zu besch├Ąftigen.

Das ist meine Sicht, andere m├Âgen es anders sehen.

F├╝r Dich ist es vielleicht auch ein Text, der sich mit einer intensiven pers├Ânlichen Erfahrung verbindet, ein Text, der durchs ├ändern f├╝r einen selbst verliert. Dann w├╝rde ich ihn so lassen, vielleicht irgendwann mit Abstand noch einmal hervorholen.

Ansonsten habe ich meine Sicht als Leser beschrieben, der ich diese Situation nur "aus der Ferne" lese.
Ein Vorschlag, wie es anders aussehen k├Ânnte, f├Ąllt mir deswegen auch schwer, da ich mich in die Situation nicht so richtig hineinversetzen kann.

Vielleicht einige wenige Punkte:

Ich w├╝rde die ├ťberschrift ├Ąndern, aussagekr├Ąftuiger, vielleicht "Diagnose:Krebs?" oder "Diagnose...", dann k├Ânnte die dritte Strophe wegfallen.

Um die Intensit├Ąt des Textes zu steigern, w├Ąre es vielleicht auch m├Âglich erst etwas ├╝ber die Zeit vor/w├Ąhrend der Untersuchung zu schreiben, die Gef├╝hle VOR der erleichternden Diagnose, die Ungewissheit und dann als L├Âsung die Erleichterung.

Wenn auch eine kritische Antwort, so hoffe ich doch, dass diese konstruktiv gewesen ist.

Lieben Gru├č
Mako

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Jongleur
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Hallo Strolch,
obwohl Du mit sehr einfachen Worten einen Text gestaltet hast, der einem Prosakurztext n├Ąher scheint als einem Gedicht, obwohl auch mir etwas fehlt - hat er f├╝r mich dennoch etwas Eindringliches auf seine Art. Man sp├╝rt, dass er aus einem vollen Herzen kommt, aus Dankbarkeit, dass es nicht der erste Befund des entweder-oder ist, von dem hier die Rede geht, sondern vielleicht einer nach ├╝berstandener Behandlung, Therapie, einer F├╝nfjahresfrist.
Dein lyrisches Gestaltungsmittel ist einmal das Verbgegensatzpaar, das nebeneinaner steht und gelebt wird, und dann die Wiederholung des: "lachen und weinen". Damit kannst Du noch mehr erreichen.
Wie Mako auch sagt, als Leser von Gedichten m├Âchte man mehr erfahren, nicht nur das Gef├╝hl an sich, sondern Bilder dazu, Nachdenkliches, eine gewisse Spannung, die allein aus der Benennung "nach der anspannung, der angst" noch nicht entsteht.
Das wichtige und eindringliche "lachen und weinen" belassen, aber die Zwischenzeilen mit Details auszuf├╝llen, die mehr ├╝ber die Krankheit oder das Gef├╝hl aussagen, uns Leser dadurch teilnehmen lassen.
Keine Ahnung, welche Dinge das alles waren, die Dich besch├Ąftigt haben. Ich m├Âchte schon Anteil nehmen.
Ich phantasiere mal: Es ist nur schwarze Farbe, es sind nur Zahlen, aber sie sind auf der richtigen Seite! - immer in diesen Wartezimmern - keinen Bogen mehr um Friedh├Âfe machen - nie mehr diesen aseptischen Geruch in der Nase - f├╝nf Jahren k├╝hlschrankgelagerter Pillen - die Ersatzhaare einmotten, verschenken - und jetzt noch Saxophon lernen - ...
Ich liebe Gedichte. Und ich finde es toll, dass Dir danach gewesen ist, mit einem Gedicht anderen Mut zu machen. Im Gegensatz zu Mako (Du siehst, jeder kann etwas anderes aus einem Gedicht lesen) h├Âre ich aus Deinem Text mit heraus:
Ich habs geschafft. Ich bin gesund und sooo gl├╝cklich. Ich w├╝nsche es euch auch! Und ihr k├Ânnt das auch schaffen.
Lieben Gru├č
Jongleur

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strolch
???
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lachen und weinen

Lieber Marko,

erst einmal danke f├╝r Deine Kritik, sicherlich man kann hier viel machen, ausweiten.
Aber ich mache es wie du sagst, ich lasse es so.
Ich bin keine Lyrikerin und werde es wohl auch nie werden. Hier habe ich jedes Wort genau ├╝berlegt, gerade weil es ein sehr sensibles Thema ist.
Es geht hier nicht um mich, ich bin nicht an Krebs erkrankt.
Es geht darum, das wenn du an Krebst erkrankt bist, dann f├╝r dein ganzes Leben.
Es ist oft so, dass viele erfolgreich behandelt werden k├Ânnen und jahrelang kein damit leben ohne das wieder etwas auftritt. Nur es kann zur jeder Zeit wieder aufbrechen.
Deshalb m├╝ssen sie viertelj├Ąhrlich zur Untersuchen. Zwischen Untersuchung und erfahren des Befundes, liegen oft Tage. Diesen Zustand versuche ich zu beschreiben und eben, auch wenn es hei├čt OB (ohne Befund).
Das Gedicht, habe ich geschrieben, nach einem Gespr├Ąch mit einer Freundin, die seid 19 Jahren an Krebs erkrankt ist, sie hatte Ruhephasen und dann wieder neuen Ausbruch. Sie war wieder zur Untersuchung und als sie das Ergebnis hatte, rief sie mich an.
Sie sagte, ÔÇ×ich heuleÔÇť und ich sagte, ÔÇťdu sollst lachenÔÇť. Sie, ÔÇ×mache ich doch Beides gleichzeitig.ÔÇť

Ich habe diesen Text auf eine anderen Literaturseite stehen und von Betroffenen viel Zustimmung bekommen, sie schrieben mir, das ich ihre Gef├╝hle gut getroffen habe und sie haben sich bedankt. Einige haben dadurch selbst angefangen, dar├╝ber zu schreiben und das finde ich gut.

Vielleicht habe ich eine falsche Auffassung, von Literatur, f├╝r mich ist die nicht k├╝nstlich, sondern ein Spiegelbild vom Leben.

Oder wie Gisela Steineckert mal schrieb: ÔÇ×Schreiben suche ich mir einen Weg, der mich anderen nahe bringt und zugleich erlaubt, dass ich bei mir bleibeÔÇŽMeine Gedichte sind Leben, gegen den Strich geb├╝rstet. Ob ich darin gefalle, daran denke ich nicht. Ich bem├╝he mich auch nicht, absonderlich zu wirken. ÔÇŽMit ÔÇ× Gisela Steineckert, Verlag von Neuen Leben Berlin 1983

Ganz lieben Gru├č Brigitte

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strolch
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lachen und weinen

Lieber Jongleur,

danke f├╝r Deine Zeilen, was ich zu diesem Gedicht zu sagen habe, hab ich in den Brief an Markus geschrieben, da es hier offen ist f├╝hle dich auch angesprochen.

danke f├╝r die Gedanken
Brigitte
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strolch
???
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lachen und weinen

Lieber Mako,
entschuldige, bin mit den Namen durch einander gekommen, da man hier nichts mehr ├Ąndern kann, muss ich es so machen.
Ganz lieben Gru├č Brigitte
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