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Leselupe.de > Ungereimtes
lass mich halt
Eingestellt am 03. 06. 2007 00:36


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Venus
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herrschaftszeiten

lass mich halt derweil
doch einfach los
beizeiten oder friedlich klein

ach lieb
je mehr du nimmst am end
wird größer dann mein
geben

sein
lebt sich abständig herzlich
gern vom wollen
wächst es nämlich

dann umso leichter
fällt gemach was fallen muss

von zeit zu zeit
entscheidend



© gabriele schmiegelt


__________________
den wind im rĂĽcken, sterb ich mich ein
in den groĂźpassat -
und lebe erst recht

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gareth
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So bin ich wieder einmal

auf ein kleines Gedicht gestoßen, wo ich gar keines erwartet hätte, liebe Venus.

Und wieder einmal geht es mir, wie es mir fast immer geht bei Deinen Gedichten: ich sehe da eine Welt vor mir, von der ich nur einen Teil erkennen und verstehen kann.

Doch es führen auch immer ein paar Pfade hinein, die es mir erlauben, von Zeit zu Zeit zurückzukehren und schöne Sätze zu finden, die in schlichten Worten in die Tiefe führen.

ach lieb
je mehr du nimmst am end
wird größer dann mein
geben


Das ist so ein Satz.

Freundliche GrĂĽĂźe fĂĽr den Moment
gareth
__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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Duisburger
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Hallo Gabriele,

deinen Nick gesehen, dein Gedicht gelesen und ja:
Ein echtes Venusgedicht, ein wenig kryptisch und nicht einfach zu lesen. Man muss sich nur drauf einlassen, aber dann ...

Muss erst erlesen werden.
Nicht für mich allerdings, ich kenn dich ja. Und so konnte ich mich sofort auf das Werk einlassen und es in der richtigen Abfolge und im gegebenen Rhytmus lesen. Sehr schön.
Die Lesart lässt Spielraum.
Und Gareths Beispiel fiel mir auch sofort auf. Wenig Worte, viel Raum.

lg
Duisburger

__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Vera-Lena
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Liebe Venus,

in diesem Text war auch ich sofort "ganz drin". Er kommt meinem eigenen Erleben sehr entgegen. Präzision, Kürze, Raum lassen, alles ist da, was Deine Texte so lesenswert macht.

Liebe GrĂĽĂźe von Vera-Lena




__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Venus
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Registriert: Oct 2003

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Mein lieber Freund, gareth,

das ist nun beinahe magisch, dass du dieses Kleine hier finden wolltest; war es doch in seinem Ursprung ein Geschenk, ein sog. „Herrschaftszeiten!“! Und genau dieser Soifzer war zu Beginn auch sein Titel. Doch der erschien mir dann noch lyrlinkischer, als meine Gedichte guthin.
Dichterdialekt. Dichter Dialekt.

Doch, doch! Ich behalte mir vor, diesen Titel erneut einzufĂĽgen!

So weit, so gut (es eben geht), jetzt gerne mein Statement…

Es treibschreibt mich. Von Zeit zu Zeit. Doch im Grund beständig.
Entscheidend? – Ja! Für mich. Immer.

Nun hat das ja was auf sich, mit dieser Treibschreiberei, im weitläufig öffentlichen Sinn. Man(n)/Frau tut das ja nicht für nichts, wenn schon meist umsonst. Oder vielleicht doch eher umsonst und genauso gut für nichts. Sobald man den Fuß vor die Tür setzt, wird man öffentlich; und hat sich dem geneigten Betrachter zu stellen.

Jene meine Erklärungen, können immer nur Wegweiser für meine Gedankenspuren sein. Eine Vielleichthilfestellung zu meinem Treiben, Verzeihung: Schreiben.

Hier möchte ein Seufzer die Stimmung einleiten: „lass mich halt…“
Nun, was?
„Lass mich tun und lassen?!“, „lass mich los?!“, „lass mich sein (wie ich bin)?!“, „lass mich gelassen (sein?)?!“ usw. usf.

Hier will eigentlich jede Zeile in seiner Aussage stehen, welche dann durch die Zusammenfügung (in der Sache) wieder aufgehoben werden könnte, möchte. Hier will manngedanklich „typisch Frau“: „Ach, janein - vielleicht. Lieberja nicht.“, nämlich.

Ich behaupte in der zweiten Strophe:

Je mehr dem lyr. Ich genommen wird, desto größer kann es werden (wachsen). Jenes nenne ich: wachsen an der Anforderung! (Orig.: „Der Mensch wächst an seiner Anforderung.“). Also gegensätzlich der allgemeinen These, dass durch ständiges Nehmen (oder je nach Betrachterweise: Geben), der Mensch – hier der Geber, will sagen: jener, welchem genommen - schlechthin weniger wird!

Freilich, ist das sog. Seiende herzlich abgeluscht. Hier hat es mir gefallen mögen, in der Aussage:

„sein lebt sich abständig herzlich“

Möchte sich dann hier dem werten, geneigten Leser ein „anständig“ aufdrängen, soll es mir „rechtschaffen“ willkommen sein! Weil Abstand ja auch „manierlich“ oder „gesittet“ sein kann. „Gehörig“, letztendlich gewünscht, von mir, der Verfasserin, allemal!

Ins Gemach fallen.
Das ist eine fuurchtbar weiit hergeholte Gedankengrätsche! Jedoch: „Mal langsam! Keine Panik! Nichts überstürzen!“ schließt das Eine oder Andere sicherlich mit ein. Jedenfalls verweise ich hierzu gerne auf folgenden Link:
Hier klicken

Ich tät mich schon immer erklären, ehrlich!
Manchmal muss ich allerdings auch einfach gelesen sein mögen.

Wie von dir, nämlich.
DafĂĽr mein ganzherzlicher Dank!

Gabi




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Venus
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Liiehiieber Duisburger!

Sei mir ganz aufrichtig willkommen!
Das ist schön, dich bei mir zu lesen! Deine Erklärung erklärt mich; so gelassen.

Freilich, bist/warst du einer der wenigen, welche meine Gedichte in einer Lesung ertragen durftenmussten. Da wird der Mensch hinter den Buchstaben greifbarer, der Sinn gewollt scheinbar.

Ja! Der Rhythmus war mir hier wichtig; ist er mir immer! Geneigt bin ich, manchmal, mit dem Schlagstock auf Worte einzuprĂĽgeln, bis sie sich beugen. Auch mir.
Weil eben auch ein sog. "freies Gedicht" jenen braucht. Er ist sein Puls. Unabdinglich.

Dass sich dir erneut mein Frauraum (Spielraum) auftut, ehrt mich ordentlich. Hab lieben Dank! Für deinen Besuch und deine recht positive Einschätzung!

Herzlich,
Gabi

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Venus
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Liebe Vera-Lena,

auch deine Beurteilung freut mich stets. Hier im positiven Sinne erst recht!

Natürlich stellt sich für jeden Leser die Frage, nach welchen Kriterien dichterische Qualität überhaupt zu beurteilen ist. Manche Menschen haben einen nahezu untrüglichen Instinkt für künstlerischen Wert, nur leider stellt sich erst nach Jahrzehnten endgültig heraus, dass sie recht hatten. Andere wiederum, darunter solche, die selber große Dichter sein mögen, zeigen sich merkwürdig blind in ihrem Urteil. Goethe lag als Kritiker mit vielen seiner Urteile daneben. Einige der größten Zeitgenossen – Hölderlin, Kleist, Jean Paul – hat er völlig verkannt.

Wie soll man da selbst die Spreu vom Weizen trennen?

Manche Gedichte werden am Anfang als reizlos oder spröde empfunden und entfalten ihre Wirkung erst, wenn man in langem Umgang (auch mit dem Autor!) ihre Komplexität aufdeckt.
Auch wenn es bisher noch niemandem gelungen ist, wahre, objektive Maßstäbe des ästhetischen Urteils nachzuweisen, gibt es doch einige Kriterien, die durch die Praxis der kritischen Rezeption bestätigt werden. Eines hiervon ist die Dichte. Wenn Klang-, Bild- und Sinnschicht so dicht gepackt sind, dass dazwischen kein Hohlraum, keine überstehenden Enden und kein sprachlicher Leerlauf zu spüren ist.

Freilich erwarten wir letztendlich, dass ein Gedicht nicht nur Platitüden ausspricht, sondern unseren Blick in tiefere Schichten menschlicher Erfahrung öffnet.

Ich mag die Waffen strecken, ob der Anforderung, das dies mir stets gelingt –

Hab recht lieben Dank, fĂĽr deine treuen Besuche und die Zeit, in meinen Worten!

Herzlich,
Gabriele

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