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Leselupe.de > Kurzgeschichten
like a rhinestone cowboy
Eingestellt am 08. 08. 2003 03:12


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Stefan_Senn
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Registriert: Jan 2002

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so verschieden wie die lieder sind, die sie zum trÀumen bringen, sind auch die menschen die diese konsumieren. manch einer ist so farblos wie seine lieblingsmusik, ein anderer so wild oder bunt. wenige sind es die songs von pferden oder prÀrien bevorzugen und einer nur unter diesen, der unter 20 ist. so erscheint es ihm, johannes, der begeht joe genannt zu werden, erinnert doch dieser nick an das land das die musik hervorbringt, die er so schÀtzt, doch man nennt ihn hannes oder hanni gar, weist er doch aufgrund seiner schlacksigkeit Àhnlichkeiten auf mit eben diesem sportler.
staubig freilich ist es in der großstadt wie in den weiten tennessee oder arizona, doch hier ist kein platz fĂŒr wildwest-romantik fĂŒr einen jungen der nach ihr giert wenn keiner da ist der nach der eigenen person giert nicht einmal interesse zeigt. ein hut, ein stetson ein holzfĂ€llerhemd und eine jeans mit lederfransen reichen aus um stigmatisiert zu sein, stigmatisiert zu werden von denen, deren ohren beats oder schnelle e-gitarrenriffs zugetan sind. hey cowboy rufen sie nicht schießen und simulieren einen angstzustand wohl wissend dass joe, wenn er denn im besitz eines schießgerĂ€tes wĂ€re niemals davon gebrauch machen wĂŒrde, er flĂŒchtet physisch und pychisch in sein zimmer, in eine traumwelt, die er regiert als „lonesome cowboy“. er zupft akkorde, seine kehlige stimme singt ein klagelied „im a so lonesome i could cry“ die indianer sind es die keinen schmerz kennen cowboys weinen heiße trĂ€nen.
keine freunde keine mĂ€dchen fĂŒr joe, der karneval ist doch vorbei kichern sie wenn er im begriff ist die stimme zu erheben zu einem schĂŒchternem hallo, nicht mal am lagerfeuer gelingt ein lassofang, er der spielen könnte und singen wie ein fusselbĂ€rtiger rinderhirte „thereÂŽll be a lotta compromizin on the road to my horizon but iÂŽm gonna be where the lights are shinin on me“ seine akustischen sedativa zum besten geben des respektes wegen und der anerkennung die er erseht wie ein insekt licht, doch schweigen ablehnung und dunkelheit ist es auch hier was ihn umfĂ€ngt. so lauscht er amelodischen darbietungen bewĂ€hrter lagerfeuerklassiker und sieht mĂ€dchem umschwĂ€rmen die krĂ€chzenden kehlen. er krĂ€chzt nicht doch wieder bebt die schulter.
lieder von freiheit werden um so inbrĂŒnstiger intoniert, je schwerer das joch der ketten der gefangenschaft auf die schulter und das herze drĂŒckt, doch kein vater, keine mutter die joe ans herze drĂŒcken, sondern die flache hand ist es, wenn des nĂ€chtens die ruhe des hart arbeitenden familienoberhauptes gestört wird von den klageliedern des leidenden sohnes, die auf dessen seele drĂŒckt.
das heil liegt in der ferne heißt es in joes liebsten titel, die enge der schmerz die ablehnung, nein nicht mehr weg und raus die nase im wind der glĂŒhenden sonne entgegen mit dem mut der verzweiflung und der geliebten gitarre.
ein kaffeebecher ersetzt eine bittende hand, in den er mĂŒnzen bittet zum tausch gegen lieder und herzblut das jeden akkord durchweht. "the times they are a-changin“ singt joe und muss feststellen, dass wahrheit in den zeilen liegt, wenige die lauschen, kaum einer der hartgeld opfert wieder ist es ablehnung die joe entgegengebracht wird.
erkannt wird die niederlage, trĂ€nenblind stapft joe durch menschenmassen taub ist er abgestumpft mittlerweile gegen hohngelĂ€chter und zeigefinger und kommentaren „wasn das fĂŒrn vogel“ „freak“ „is dir dein pferd verreckt oder was?“
joes canossa liegt in einer mietwohnung, streicht sĂŒĂŸer die geigen, schlagt hĂ€rter die saiten, den hĂ€rter fallen auch die schlĂ€ge aus, aus dem der freiwillig nicht preisgibt wo der tag verbracht wurde muss es eben rausgeprĂŒgelt werden. das gesetz der fĂ€uste lest, es galt ja schon im wilden westen. cowboys haben nicht nur die musik zur betrĂ€ubung ihrer sorgen, cowboys hatten feuerwasser und feuerwasser hĂ€lt auch die schlagende hand auf vorrat. prĂŒgeln macht mĂŒde, als ein schnarchen hörbar ist, wird dieses nicht ĂŒbertönt von klageliedern vielmehr durch trippelschritte in richtung liquor cabinet. der stoff aus dem die trĂ€ume sind, joes schnuppernde nase vermimmt den geruch von wildnis, joes zunge brennt nach den ersten schlĂŒcken, doch stĂ€rker brennts im bauch die scheiße runterzuspĂŒlen die kehle hinunter. ein schluck kann eine brĂŒcke sein, auf der verdrĂ€ngt geglaubte gedanken ins bewusstsein spazieren. fuck u welt dir entflieh ich murmelt ein benebelter joe. eine unbeholfene hand kritzelt in majuskeln auf ein blatt papier:“ICH SCHEISS AUF EUCH..ALLE!!“ ein letzter schluck im diesseits, eine auf wundersame weise nicht zitternde hand öffnet ein fenster ein blick giert in die schwarze tiefe. da ist sie die ferne in der das heil liegt, joe schnallt die gitarre um „goodbye joe, me gotta go, me oh my oh me gotta go pole the pirogue down the bayou“ ein letztes mal bevor es still wird und eine zerschmetterte gitarre, ein zerschmetterter körper vom zerschmettern eines traumes kĂŒnden

__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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hallo stefan senn,

nun bin ich etwas zweigeteilt:
idee + umsetzung erstklassisch; dein eigenwilliger stil trifft genau meinen geschmack,
aber,
wenn du vielleicht nochmal mit dem stift und etwas zeit ĂŒber den text gehen könntest? tippfehler ĂŒber tippfehler.
von der sonderbaren interpunktion ganz zu schweigen.

ich vergleiche deinen text mal mit einer noch nicht ganz fertigen bildhauerei - die wenigen ĂŒberstehenden kanten und die nicht fertig polierten flĂ€chen lassen auch einen rodin schlecht aussehen, obwohl mit nur wenigen handgriffen, die jeder lehrling machen könnte, die tiefe und schönheit ans licht treten wĂŒrde.

die zehn schon aus dem Àrmel gezogen, aber noch fest in der hand haltend

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

wer? wo? wie?

Hi, Stefan!

Die Basis des Textes ist nicht schlecht - so weit man sich nicht im Labyrinth der NebensÀtze verlÀuft.
Zum einen stimmt natĂŒrlich die Groß- und Kleinschreibung nicht. Aber das ist das kleinere Übel. Du hast so viele NebensĂ€tze, daß man gar nicht mehr weiß, was jetzt wozu gehört. Vor lauter Zuordnung der NebensĂ€tze verliert man die Kontrolle, worum es ĂŒberhaupt geht.
Mir ging es so, daß nach 1/3 des Textes ich mich zwingen mußte, weiter zu lesen. Man verliert völlig die Übersicht und wird wahnsinnig angestrengt. Und da Lesen ja auch irgendwo entspannen, eine Freude machen soll, werden die meisten wohl nach einiger Zeit abbrechen. Lieber ein paar mehr SĂ€tze draus machen.

Kann man jedenfalls noch recht nett ausbauen.

Ciso Tim

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