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Leselupe.de > Kurzprosa
lilienthal
Eingestellt am 14. 05. 2007 15:32


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vrai ment
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2007

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Auf einer Landstra├če zwischen abgeriebenen Zitronenschalen und Windb├╝schen, da war ich neun. Man hatte einen Wandertag veranstaltet. Es sollten traurige Stunden werden. Ich hatte den Vormittag mit allerlei Vergn├╝glichkeiten verbracht, bis die Kollektivschuld zum ersten mal in mein Leben trat.

Es schien sonnig zu sein. Ich vermochte es nicht mehr zu sagen. Meine Lippen verlie├čen etwas, das niemand gewagt h├Ątte, mir, einem blonden Drittkl├Ąssler, zu zutrauen.

Geh├Ârt hatte ich es, verstanden nicht. Sprach, um die Isolation zu den Kameraden zu brechen. Am Abend rechtfertigten meine Eltern das Verhalten gutm├╝tigst. Ihr J├╝ngster besitze nicht die Reife, er sei doch nur ein kleiner Junger, Inhalt und Auswirkung des Holocausts zu erfassen.

Neun, f├╝r immer befleckt. Schuld.
Beim h├Ąuten der Zwiebel.

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Haremsdame
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Hallo vraiment,

bitte erlaube mir, ein paar Anmerkungen zu Deinem Text zu machen. Ich vermute, dass Dir an diesem Text sehr viel liegt. Gerade deswegen w├╝rde sich eine ├ťberarbeitung lohnen!

quote:
Man hatte einen Wandertag veranstaltet.
Wer ist dieser "man"? Kannst Du das nicht deutlicher sagen? Zum Beispiel: Von der Schule wurde ein Wandertag veranstaltet. Aber auch das gef├Ąllt mir nicht besonders. Mich st├Ârt der Passiv in diesem Zusammenhang. W├Ąre es nicht besser, zu schreiben: "Wir waren auf einem Wandertag"?
quote:
Es sollte ein trauriger Tag werden, hatte den Vormittag mit allerlei Vergn├╝glichkeiten verbracht, bis die Kollektivschuld zum ersten mal in mein Leben trat.
Dieser Endlossatz ist schwer zu lesen. Den solltest Du in mehrere Einzels├Ątze zerlegen. Zum Beispiel: "Es sollte ein trauriger Tag werden. Wir hatten den Vormittag mit allerlei Vergn├╝glichkeiten verbracht." (statt Vergn├╝glichkeiten w├╝rde mich pers├Ânlich die genaue Beschreibung dieser Vergn├╝glichkeiten mehr ansprechen) "Pl├Âtzlich trat die Kollektivschuld zum ersten Mal in mein Leben." Hier passierte etwas mit Dir. Aber nicht die Kollektivschuld war schuld daran, sondern die Menschen, die alles ├╝ber einen Kamm scheren, ohne zu hinterfragen, wie es zustande gekommen ist...
quote:
Es schien sonnig zu sein, ich vermochte es nicht mehr zu sagen.
Was hieltest Du davon, wenn Du hier schriebst: "Angeblich war es ein sonniger Tag, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern". Manchmal sind ein paar Worte mehr besser als zu wenig Worte.
quote:
Meine Lippen verlie├čen etwas, das niemand gewagt h├Ątte, mir, einem blonden Drittkl├Ąssler, zu zutrauen.
Hier bin ich das erste Mal mit dem Passiv einverstanden. Denn es geschah etwas mit Dir, wovon Du als Neunj├Ąhriger keine Ahnung hattest. An vielen anderen Stellen machst Du dir Deinen Text mit einem Passiv kaputt! Versuch mal drauf zu achten.
quote:
Geh├Ârt hatte ich es,

Worum geht es hier: um Worte, um einen Witz? Beschreib es bitte genauer, "es" dr├╝ckt nichts aus.
quote:
verstanden nie. Erz├Ąhlte ihn, um auch die Isolation der Kameraden zu brechen. Am Abend rechtfertigten meine Eltern das Verhalten gutm├╝tigst, ihr J├╝ngster besitze nicht die Reife, nur ein kleiner Junger, Inhalt und Auswirkung eines geschmacklosen Witzes ├╝ber den Holocaust zu erfassen.
Hier gef├Ąllt mir der Bandwurmsatz wieder nicht. Kannst Du ihn nicht teilen, ohne die Aussage zu ver├Ąndern?
quote:
Neun, f├╝r immer befleckt. Schuld.
Dieser Satz ist mir pers├Ânlich zu hart. Da kann ich mich nicht hineinf├╝hlen. Aber Du willst uns damit was sagen. Deine Aussage will ich nicht anzweifeln...
quote:
Ich sch├Ąle die Zwiebel?
Willst du fragen, ob Du die Kollektivschuld n├Ąher anschauen sollst oder wie Du an den Kern der Wahrheit kommst? Eine Aussage, die mit einem Fragezeichen endet, wirft zus├Ątzliche Fragen auf. War das Deine Absicht?
In meinen Augen gibt es noch viel zu tun an Deinem Text. Wenn Du dich der M├╝he unterziehen willst, k├Ânnte echt was draus werden!
Viele Gr├╝├če
Haremsdame




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Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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no-name
Guest
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Hallo vrai ment,

wei├čt du, was ich nach dem Lesen deines Textes und der nachfolgenden Kommentare am liebsten gemacht h├Ątte? Ich gesch├╝ttelt und dir was hinter die Ohren gegeben!
Himmel, du bist erst 19 und ich bin beeindruckt, davon, was du da in deinem Kurzprosatext f├╝r ein schwieriges Thema toll pr├Ąsentiert hast - wenn du jetzt auch noch deine arrogant-├╝berhebliche Art in deinen Erwiederungen zu gut gemeinter Kritk in den Griff bekommst, dann hast du hier in der Leselupe ganz sicher eine Zukunft.
So vrai ment, ich hoffe, das kommt bei dir so an, wie ich es meine, und du schl├Ągst jetzt nicht gleich wieder verbal um dich, denn das w├╝rde ich extrem schade finden, geht es in diesem Forum doch um die kritische Auseinandersetzung mit Texten. Schlie├člich sind wir alle hier, um zu lernen, oder?! ;-)

Zur├╝ck zu Deinem Text, den ich, wie schon eingangs kurz erw├Ąhnt, richtig gut finde. Als Teenager hatte ich mal ein ├Ąhnliches Erlebnis, als wir innerhalb eines Projektes von der Schule aus, die Gedenkst├Ątte Neuengamme nahe Hamburg besucht haben. Ich konnte danach wochenlang nur schlecht schlafen, weil mich diese Bilder, die ich dort gesehen hatte, verfolgt haben. Ich war allerdings auch um einiges ├Ąlter als dein neunj├Ąhriger Protagonist.

Diesen Begriff der "Kollektivschuld" habe ich pers├Ânlich immer als seltsam empfunden, denn wie soll ein Kind, das Jahre nach dem Holocaust geboren wurde so etwas empfinden k├Ânnen? Wieso soll so ein Mensch wohlm├Âglich f├╝r etwas, das Jahrzehnte vor seiner Geburt passiert ist mitverantwortlich sein? Ich finde dieses Denken sehr fragw├╝rdig...

Vrai ment, ich habe deinen Text gern gelsen und er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Mein Kompliment an dich.

Freundliche Gr├╝├če von no-name.

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