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Leselupe.de > Gereimtes
loose
Eingestellt am 15. 05. 2005 07:37


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noel
???
Registriert: Dec 2002

Werke: 180
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casper zeichnete
augenglĂĽcke mir
deiner lippen purpur
begehrte ich
& sagte
ficken ist fein du
verlegtest dich mir
zu fĂĽĂźen
der teppich
zu rot
versuchte mich
nicht
du warst es

loose yourself
empty space filled me

so suchte ich pfĂĽtzen
im asphalt
des löwens zahn
hier nur hier
wollte ich das erste grĂĽn
das ins auge
mir sprang
den atemrhythmus bezwang
wollt ich farbe
leihen um sattsam
auĂźer furcht
zu sein

__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

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Monfou Nouveau
???
Registriert: Aug 2003

Werke: 2
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Hallo noel,

ein eindrucksvolles Gedicht, wie ich finde. Vor allem gelingt es dir, Diametrales zusammenzufügen, also zwischen Augenglücke bis ficken. Das Gedicht hält das. Dafür büßt es auch etwas Leichtigkeit ein, es hat seine Gefügtheiten, die Spuren des Gemachten kann man (und frau auch) erkennen, aber das bleibt nicht aus, alles Moderne ist gemacht, Gedichte sind künstlich. Nicht künstlerisch. Künstlerisch ist heute schnell biedermeierisch. In diesem Sinne ist deins für mich NICHT Biedermeier und der heutigen Kunst nahe, ein sehr, sehr interessantes Gedicht,

liebe GrĂĽĂźe

Monfou

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1536
Kommentare: 9781
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Lieber Noel!

Dieser Eintrag ist in der Tat aller Ehren wert, daher auch die höchstmögliche Lupenstrafe für gute Texte, die Zehn. Diese vergebe ich sehr selten.

Allerdings ist zum Kommentar Einiges zu bemerken:

(1) Was "Biedermeier" ist und was nicht, ist Endpunkt einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Text. Ich sehe hier weniger Biedermeier-Texte als Gebrauchs- und Alltagslyrik. Und diese hat ihren berechtigten Platz, weil sie - Autoren und denen, für sie geschrieben wurde - Freude schenkt. Das eine oder andere davon ist durchaus auch vom Können her interessant genug, aufmerksam betrachtet werden.

Schließlich ist Volksmusik ebenfalls nicht jedermanns Geschmack, nachdenklich machen sollte jedoch, dass sie allemal mehr Kundschaft hat und mehr Zustimmung erfährt als moderne Zwölftonmusik. Und wenn wir alle auch ein wenig für's Publikum schreiben, dann sollten wir ein wenig bescheidener werden angesichts der Wirklichkeit und uns nicht in unserer manchmal fast unverständlichen Schreiberei, die man ohne ein Sprachenstudium kaum mehr entschlüsseln kann, zu sehr über Volkes Stimme und den Geschmack erheben. Wer studiert hat, ist deshalb noch lang kein besserer Mensch.

(2) Es ist nachdenklich stimmend, wie wenig moderne Lyrik rezipiert wird und wie wenig sie außerhalb eingeweihter Kreise Zuspruch und Leserschaft erfährt. Vielmehr ist es so, dass eine Lyrik breite Kreise - und die jungen Menschen - erreicht, die hier wahrscheinlich unter Biedermeier und nicht künstlerisch wertvoll eingeordnet würde.

In der Tat zeigt sich, dass gereimte und rhythmisch unterlegte Verse, mit Musik unterlegt, daher kommt unsere Lyrik, die ihre Wurzeln im Liedtext hat, in deutscher Sprache auf einmal junge Menschen an das Spiel mit derselben heranführen, dass Poetry Slams, ebenfalls zumeist in Reimen, klassisch also, die Zuhörer begeistern und die im Bachmann-Wettbewerb Ausgezeichneten am Tage nach der Ehrung in der Versenkung verschwinden.

Wer sich mit den Lyrikbeständen der deutschen Durchschnittsbuchhandlung beschäftigt, der wird feststellen, dass außer Klassikern und den üblichen Verdächtigen nichts in der Auslage liegt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es besteht also kein Anlass, die eigene Künstlichkeit in die Himmel zu erheben, den Schlüssel zur Dechiffrierung wegzuwerfen und dann den Konsumstreik zu beklagen.

Kurz: Ich mag diese Pauschalisierungen über Biedermeier, Kitsch und Banalität nicht mehr, die zumeist vom eigenen Unvermögen ablenken sollen, ein Publikum zu erreichen und die es damit ermöglichen, sich auf einen Podest zu stellen, der einem vielleicht gar nicht zusteht. Denn ungelesene Schreibkunst ist keine Kunst, sie ist für den Papierkorb geschrieben, da sie niemand ernsthaft zur Kenntnis nimmt.

(3) Wir sollten uns also den Standpunkt eigen machen, der Lyrik einmal leserzentriert begreift. Das könnte die Augen öffnen und manche Sprachspielerei als das entlarven, was sie ist: l’art pour l’art, geistige Onanie, Selbstbeweihräucherung, und das war’s dann auch schon. Auch diese Texte haben ihre Berechtigung, Gott bewahre. Der Künstler darf – und muss das wohl auch – sich stilisieren. Er darf – und muss das wohl auch – seine überlegenen Fähigkeiten vorführen, mit denen er seinen Werkstoff – in diesem Falle: die Sprache – beherrscht. Er darf sich nur sich zu ernst nehmen. Und meinen, er sei das – auf jeden Fall unerreicht tolle – Zentrum des – in diesem Falle: literarischen! - Universums.

So. Und jetzt geht’s mir schon viel besser. Denn das musste einmal gesagt sein. Wirklich.

Frohe Pfingsten und liebe GrĂĽĂźe

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Noel,
für mich ist es einfach "nur" gut! Es ist lyrisch durch Worte wie Augenglücke oder die Lippen wie purpur, es "rutscht nicht ab" durch das (nicht immer glücklich gewählte Wort) "ficken", und das "Loose yourself..." gibt dem Ganzen noch etwas Besonderes. Hier ist auch die Verbindung zweier Sprachen in einem Werk prima geglückt.
Einfach eine 10 wert!
LG IKT

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noel
???
Registriert: Dec 2002

Werke: 180
Kommentare: 768
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ola ihr's

ĂĽberrascht bin ich, wahrlich.

denn

1. dachte ich, dass meine wortkonstrukte auf `naja's´ stoßen.

2. dass das f-wort eine umschreibung wie `geschmacklose einfügung´ erfährt (was ich an anderer stelle lesen durfte).

3. dachte ich, dass kritik wegen der englischen einfĂĽgung erfolgen wĂĽrde ( mir ist diese mittelachse aber bedeutend).

so danke ich & verschwinde geneigten hauptes im OFF

noel
__________________
© noel
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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

ola noel,
Monfou war hier, meiner Erfahrung nach ist das oft ein Grund, dass die Leser sich die Mühe machen genauer hinzuschauen. Immer wieder eine Chance für gute Gedichte. Ansonsten hätte man dir 1,2,3 ´bestimmt mal eben so um die Ohren geschlagen und es wäre fatal gewesen, denn das Gedicht ist eins von dir, wie immer Sinn-Wortakrobatik pur und einfach nur gelungen. Mit den Pfützen tat ich mich kurz schwer, ich stolperte sozusagen, was mir in deinen Gedichten aber lediglich aufzeigt noch einmal zu lesen und besser aufzupassen. Ich finde es so leicht, deine Gedichte zu mögen.
Folge dir nun ins OFF und sende GrĂĽĂźe
Sandra

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