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Leselupe.de > Feste Formen
luftkampf (haiku)
Eingestellt am 03. 04. 2012 03:11


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laudabilis
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Dec 2011

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die taube fliegt auf
turmfalken jagen zu zweit
mahl am flussufer

Version vom 03. 04. 2012 03:11
Version vom 03. 04. 2012 12:09

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2247
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Hallo, Laudabilis,
an sich ist es schön. Aber du betrachtest es vom Standpunkt eines Beobachters, der es bewertet: Die Taube hat keine Chance.
Das ist ein vermenschlichendes Bild.

Möglichkeiten, Beispiele:
Die Taube flieht.
Fliehende Taube.

Das ist möglich, es zeigt, was sie tut, statt eine EinschÀtzung der Situation durch den Dichter zu geben.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Architheutis
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber laudabilis,

ich schließe mich Bernd an: Eine Bewertung ist dem Haiku wesensfremd; "ohne Chance" zu sein ist nunmal eben eine Chancenbewertung.

Dennoch halte ich den Satz fĂŒr hoch interessant. Er taugt sicher fĂŒr mehr, nur nicht fĂŒr die strenge Form eines Haiku.

Zudem widersprechen sich in meinen Augen Text und Inhalt:

Luftkampf - ohne Chance

Einem Kampf ist die Chance inbegriffen, dass man obsiegen kann. Anderenfalls wÀre es eine Hinrichtung.

Ich glaube auch nicht, dass die Taube ohne Chance ist. Eine Chance hat man immer, gerade in der Luft. Ein Entkommen ist nicht wahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich.

Leider wird ein toller Gedanke in eine falsche Form gepresst und mit inkorrekten Begrifflichkeiten belegt. Das finde ich sehr schade.

Dennoch lieben Gruß,
Archi





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laudabilis
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Dec 2011

Werke: 83
Kommentare: 353
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hallo archi,
ich habe den ersten von bernds Ă€nderungsvorschlĂ€gen ĂŒbernommen und finde nun auch, dass der text als haiku damit besser geworden ist.
dir noch ein paar worte, weil du dich auch inhaltlich mit dem text auseinander gesetzt hast. ich lebe in magdeburg, einer stadt, die vor ein paar jahren von irgendeiner europĂ€ischen jury zu einer der drei grĂŒnsten stĂ€dte europas gekĂŒrt wurde. hier gi bt es tatsĂ€chlich allenthalben symbiosen zwischen urbanitĂ€t und natur.
die momentbeobachtung, die mein haiku beschreibt, kann ich in meinem lieblings-straßencafĂ© in der innenstadt hĂ€ufig beobachten. das cafĂ© liegt am beginn der fußgĂ€ngerzone. gegenĂŒber liegt das karstadtgebĂ€ude, das durch eine verglaste brĂŒckenkonstruktion mit einem heute leer stehenden gebĂ€udekomplex verbunden ist, in dem zu ddr-zeiten bĂŒros und wohnungen untergebracht waren. dieser komplex steht seit jahrzehnten leer und bietet tauben trefflichen wohnraum. und die bewohner sammeln sich regelmĂ€ĂŸig auf dem dach des gebĂ€udes. etwa 150 meter weiter sĂŒdlich steht der historische magdeburger dom, der seinerzeit wiederum zahlreichen turmfalkenfamilien als wohnung dient.
es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie zwei turmfalken den ganzen taubenschwarm von dem gebĂ€ude aufscheuchen um dann sofort einen der vögel zu separieren und zu jagen. um es ehrlich zu sagen: diese taube hat keine chance mehr. in der regel treiben die falken ihre beute in richtung elbufer, das ebenfalls nur wenige hundert meter entfernt liegt. und dort greifen sie dann (natĂŒrlich nur im ĂŒbertragenen sinn) zu messer und gabel. ich hab das selbst mal am ufer liegend beobachtet. insofern ist mein haiku ebenfalls gesetzwidrig, weil es zwei momentbeobachtungen miteinander kombiniert. aber deshalb weiß ich auch: die taube HAT keine chance.
liebe grĂŒĂŸe,
eberhard

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Architheutis
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Eberhard,

quote:
die taube HAT keine chance.

Wenn du damit recht hĂ€ttest, wĂ€re der Titel halt unpassend. Ein Kampf setzt ein Mindestmaß an Chance voraus; 0,1 % reichte ja. Einen Luftkampf ist deinen ErlĂ€uterungen ja nicht zu entnehmen; eher ein Taubengemetzel. :-)

Mir fiel zu den 2 Falken spontan ein gĂ€ngiger Spruch aus dem Fußballerjargon ein: "Nimm du ihn (den Ball), ich hab ihn sicher."

Und unvergessen: Der Frank-Mill-GedĂ€chtnisschuß. 2 m mit Ball vor dem Tor, nur noch den Luftwiderstand zwischen sich und dem sicher geglaubten Tor - und er setzt ihn vor den Pfosten (kann man bei Youtube anschauen).

Wer selber mal vor den Ball getreten hat, der weiß: Es ist absolut unmöglich, den Ball nicht ins Tor zu bugsieren. Und dennoch ist es passiert, und nicht einem bierbĂ€uchigen Hobbykicker, sondern einem gestandenen Fußballprofi. Der war auch noch Nationalspieler! Dagegen haben eure Stadttauben ja geradezu blendende Aussichten.

Du siehst: Nichts ist unmöglich. Toyota. :-)



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