Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
260 Gäste und 8 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
manhunter
Eingestellt am 27. 03. 2005 19:51


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
tom
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2000

Werke: 30
Kommentare: 13
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

manhunter

„ geld, gold und geile weiber...“ der major in den sieben elegien des terrors

Gestern abend hatten sie mir meine zungenspitze abgeschnitten. erst als es mir trotz fesselung gelungen war, mein taschentuch in den mund zu schieben, konnte ich die blutung zum stillen bringen.
natĂŒrlich war alles von den ĂŒberall installierten kameras aufgenommen und von den großen nachrichtensendern in alle wohnzimmer des planeten ĂŒbertragen worden. die rebellen wollten ihren anhĂ€ngern und feinden ihre entschlossenheit demonstrieren. die besatzer hielten sich bereits ĂŒber zwei jahre im land auf und waren noch immer weit davon entfernt, die lage im griff zu haben. ich hatte mich von der militĂ€rischen fĂŒhrung ĂŒberreden lassen, einen sonderauftrag auszufĂŒhren, obwohl ich schon im vierten lebensjahrzehnt stand und meine uniform schon sehr lange im keller verstaubte.
doch gute leute waren rar und man hatte mir einen satten batzen belohnung versprochen, falls ich es schaffte, den anfĂŒhrer der rebellen, kir gasi, dingfest zu machen oder zu liqidieren. ich war völlig auf mich alleine gestellt hinter die feindlichen linien gesickert und hatte mit den rebellen kontakt aufgenommen.
meine legende, ich stellte mich als ĂŒberlĂ€ufer aus religiösen grĂŒnden vor, war leider sehr schnell geplatzt, weil mich einer der rebellen mehrmals im hauptquartier des militĂ€rischen ĂĄbschirmdienstes gesehen hatte. der rest war schnell erzĂ€hlt; man nahm mich fest, stellte mich kir gasi vor und ich wurde in einen der verkabelten kerker verfrachtet. da ich mich weigerte, mich vor laufender kamera als einen gedungenen hĂ€scher der imperialisten zu outen, wurde mir die gefĂŒrchtete sonderbehandlung der freischĂ€rler zuteil.
schlÀge mit einem massiven lederriemen, 220 volt strom an den knien angelegt und die nÀgel der kleinen finger mit zangen herausgerissen. doch ich weigerte mich noch immer das gestÀndnis abzulegen, weil mir danach mein ableben noch viel wahrscheinlicher schien
schließlich ĂŒbernahm kir gasi selbst die leitung.
„ na, mein lieber, warum so widerborstig. sie können in einer halben stunde in meiner suite dinieren und edle weine genießen. dass sie das auch wollen ,wissen sie bereits. also, wie steht‘s.“
ich spĂŒrte, dass sie mit ihrer geduld am ende waren. kir gasis ziegenbart wackelte bedenklich im flackerten licht. ich musste zeit gewinnen.
„ tja, meister, ich bin bis jetzt ganz zufrieden mit ihrer behandlung. nur der strom war etwas schwach, den sie mir durch die knie schickten.“
kir gasi lÀchelte schwach.
„ hartgesottener bursche, was. nicht zum ersten mal im einsatz, was man so hört.
ich mache ihnen noch einen vorschlag. sie unterschreiben das von mir persönlich aufgesetzte gestĂ€ndnis und sind morgen ein freier mann.“
ich nickte und hielt ihm meine durch edelstahlketten gefesselten hĂ€nde entgegen. kir gasi öffnete sie ohne zu zögern, obwohl wir uns allein im raum aufhielten. der erbĂ€rmliche zustand, in dem ich mich augenscheinlich befand, genĂŒgte ihm wohl. und mir auch. ich sprang auf, legte kir gasi die kette um den hals und brach ihm mit einem krĂ€ftigen ruck das genick. der schrei, den er dabei noch ausstoßen konnte, lockte ein halbes dutzend seiner hĂ€scher herbei, die mich augenblicklich mit ihren schnellfeuerpistolen in fetzen schossen.
auftrag ausgefĂŒhrt.

Version vom 27. 03. 2005 19:51

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
Kommentare: 471
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zarathustra eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Vorschlag zur Überarbeitung

Hallo und servus Tom...
mit einiger Überarbeitung könnte deine Geschichte wirklich gut werden. „ geld, gold und geile weiber...“ der major in den sieben elegien des terrorsdas wĂŒrde ich streichen, es kommt in der Geschichte nicht mehr vor...


Gestern abend hatten sie mir meine zungenspitze abgeschnitten. erst als es mir trotz fesselung gelungen war, mein taschentuch in den mund zu schieben, konnte ich die blutung zum stillen bringen.
Ein starkes Bild... aber wozu? Das Nachfolgende steht nicht im Bezug mit der abgeschnittenen Zungespitze..

Vielleicht gehst du nochmals ĂŒber deine Geschichte drĂŒber, und ĂŒberlegst, was du WIRKLICH damit sagen willst.
Die Geschichte ist es wert.

L.G. Hans

__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!