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Leselupe.de > Ungereimtes
mit den jungen margeriten
Eingestellt am 10. 04. 2005 00:11


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Venus
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mit den jungen margeriten
wandern wir
aus dem geschichtenerzähler
tropfen mehrchen die
kein mensch will
hören mehr denn fühlen


© gabriele schmiegelt




Anm.:
Ăśberarbeitung gs.
Titel in Gedichtfluss eingefĂĽgt
__________________
den wind im rĂĽcken, sterb ich mich ein
in den groĂźpassat -
und lebe erst recht

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Montgelas
???
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Ruckedigu - Blut ist im Schuh...

liebe venus,

deine 6 dichten zeilen scheinen,
wie aus aktuellem anlass geschrieben.
der lyriker und vortragskĂĽnstler
thomas kling starb in diesem monat.
dein text könnte eine kranzschleife
auf seinem grab zieren.


nun ist einer weniger,
der die unschuld (margeriten)
fliehen sieht, und das warnende
„ruckedigu, Blut im Schuh..." der tauben,
denen wiederholt, die fast taub kein „mehrchen“
mehr hören oder fühlen können.

der griot kling ist tot.

deine verse, ob von dir gewollt oder nicht,
erinnern mich an seine elementaren
in die tiefe gehenden vorträge.


wo, liebe venus, wandern wir hin
und vor allem wie, wenn die schuhe eng werden ?

fragt

montgelas

und grĂĽĂźt herzlich !




P.S. aus dem netz:
Griots werden in Afrika malerisch e Sänger und Geschichtenerzähler genannt. Sie ziehen mit ihren Trommeln durch das Land und spielen auf Festen für die Menschen auf ihren Trommeln. Dabei erzählen oder singen sie Geschichten aus längst vergessenen Zeiten, tragen Volksweisheiten an die Menschen heran und tanzen für sie.

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Montgelas
???
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nachtrag:

liebe venus,

"mit den jungen margeriten"

könnte abgesetzt als erste zeile stehen,

meint

montgelas

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Inu
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Es tut mir leid, liebe Venus

Das Gedicht ( wahrscheinlich super reflektiert und jedes Wort auf der Goldwage abgewägt ) lässt mich kalt.
Das 'Mehrchen' ( von Märchen ) klingt niedlich und kindlich... kindisch? und weckt in mir automatisch eine Assoziation zu Elfchen ( die Gedichte, die aus elf Worten bestehen müssen ) Dann versucht mein Hirn da ( ungewollt ) Verbindungen herzustellen und kommt noch mehr von einem lyrischen Verständnis ab. Es verwirrt nur.

Also, dieser Komment steht da, um die 5 zu begrĂĽnden und das muss ich ja, wenn ich nicht als dumpfer Quertreiber unter all den voraussichtlichen Lobpreisern dastehen will.

Es ist einfach so: das Gedicht spricht meine Sinne nicht an.

Viele GrĂĽĂźe
Inu

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Venus
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Thomas Kling wurde nur 47 Jahre alt. Am 1. April ist er gestorben. Der Schriftsteller selbst führte schon länger einen Dialog mit dem Tod. "Wer bist du" fragt Kling gleich zu Beginn des neuen Buches, und antwortet mit dem Gevatter Tod des Ludwig Bechstein: "'Ich bin der Tod!' sprach jener/ mit ganz heiserer Stimme".
Dabei war er doch ein Dichter, dessen Verse erst beim mündlichen Vortrag so recht zur Geltung kamen. Vor den Fans der Spoken-Word-Gemeinde zelebrierte der in Bingen geborene "poeta doctus", wie man die "schlingn" beim Sprechen hörbar über den Wörtern zusammenzieht und damit alles Gemütliche aus ihnen hinauspresst –
Ungewöhnlich ist das Schriftbild der Gedichte. Das durchgängige Kleinschreiben, das den Text geschmeidig machen soll, kennen wir natürlich auch von anderen Poeten der Avantgarde. Kling ging weiter. Er schrieb, wie man im Alltag spricht und knüpfte an mündliche Traditionen der Poesie an. Die "phonetische Schreibweise" spricht Fraktur. Die typographische Gestalt erweckt den Eindruck des Abgehackten. Das Verhältnis von Laut und Schrift war das eigentliche Thema des Autors.
Wer sich durch die "textadersystem" der elf Bücher Klings hangelt, entdeckt eine einzige große Sprechbewegung, in der die Worte "Herz" und "Zunge" permanent mitschleifen. Wer konnte das Zeitgefühl der Gegenwart besser zur Sprache bringen als Klings beiseite gesprochene Körpertexte, die er beschleunigt durchs morsche System der Grammatik jagte?


Ach, mein lieber montgelas!
Welche unwürdiger Vergleich –
welch tolle Ehre. Hab Dank!
Du kennst mich (Autorin) ja nun schon eine gewisse Weile. Ich denke man kann mir (wie jedem Autor) so einiges zum Vorwurf machen; nicht jedoch, dass ich mit wenig Anstrengung schreibe oder Hintergedanken ausspare.

Dein Vorschlag im Nachtrag ist herzlich gerne angenommen; ist eigentlich meine bevorzugte Schreib- bzw. Darstellungsweise; etwas schwer im Netz zu platzieren; hier werden Titel gewünscht…

Wüsste ich ob des <wohin> so genau bescheid – singen tät ich. Nicht schreiben…

Danke!

Recht herzlich,
Gabi


__________________
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Venus
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Liebe Inu,
sobald ich in englischsprachigen Ländern bin, ärgere ich mich über Floskeln.
Ich weiß, das ist nicht unbedingt fair – doch so ein schnell hingeworfenes <how are you!?>, auf das bei Gott (!) keiner eine Antwort will, könnte von mir aus verboten sein.

Ich bin sicher, es tut dir nicht leid.
Muss es auch nicht.

Egal welche Assoziation ein Gedicht im Leser weckt – sie mag begründet sein. Für ihn. Das ist gerecht!

Wie soll ich erklären –
Gerade vollendete Gedichte haben eine so makellose äußere Gestalt, dass jeder Versuch, in sie einzudringen, an der dichtgefügten Oberfläche abgleitet. Deshalb behilft sich der ungeübte Interpret dann meist damit, dass er aus lauter Verlegenheit erst einmal das Evidente konstatiert.
Ein Vorschlag.
Statt mit der Aufzählung der Regelmäßigkeiten zu beginnen, könnte man das Gedicht erst einmal daraufhin untersuchen, ob sich nicht an irgendeiner Stelle eine Unregelmäßigkeit feststellen lässt. Dabei kann es sich um eine bloße Härte im Klangfluss, um ein Stolpern im Metrum, einen Bruch in der Gedankenfolge, eine Abweichung vom Reimschema oder um irgendeine Bruchstelle handeln, die man bei genauem Lesen so deutlich fühlt, wie man mit dem Finger den Sprung in einem Porzellangefäß spürt.
Da man grundsätzlich davon ausgehen muss, dass der Dichter das Gedicht bis ins Detail so haben wollte, wie es dem Leser vorliegt, ergibt sich bei einer ins Auge springenden Unregelmäßigkeit zwangläufig die Frage, was diese zu bedeuten habe.

Anzunehmen es mĂĽsse die eigene Assoziation sein, ist der leichtere Weg.
Doch auch dieser ist natĂĽrlich gestattet.

Lieben GruĂź,
Gabi


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