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Leselupe.de > Ungereimtes
nachtschichten
Eingestellt am 19. 08. 2008 20:56


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ENachtigall
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nachtschichten


wie sorglos wogt mein schlaf
        im submarinen garten deiner arme
                wo die harten konturen
                der tage lichtdurchl├Ąssig sind
wachsen ringe von nachtschichten
    um den zertr├Ąumten panzer
    meiner jahre und du sprichst
            in fremden sprachen w├Ârter
wie saturngetreue
                    heliotrop
                    und
        monamur


┬ę ENachtigall
8/2008




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penelope
Guest
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liebste elke,

warum, ja, warum sprichst du mir so aus der seele... warum schaffst du es, dass ich mich so bedeutend f├╝hle... ja, du hast ja vollkommen recht... ja, nat├╝rlich, nachtschichten... ich aber wollte auch meine hand ausstrecken, und zwar in die nacht, wie du, ausstrecken, um sie zu ber├╝hren. hatte aber angst, den tod zu ber├╝hren. die erloschene glut, die kalte asche. wollte es noch h├Âren. das wort. am ende. das wort. kurz vor dem abgang, vor dem letzten vorhang. nur noch ein einziges mal fl├╝stern, in die stille hinein, in diese einnehmende stille, in das schweigen der anderen. das gebrannte wort n├Ąmlich. dahintreibend, losgel├Âst von allem, losgel├Âst von allem, wie ein dahinziehender nebel, noch vorhanden, immer noch da, einer eigenen wirklichkeit folgend. jede nacht rufe ich sie wach, wahrscheinlich wie du, ich kann es in mir sp├╝ren. die l├Ąngst verlorenen geister. sie sind gezeichnet vom leben, nicht vom tod. ich sah eine sonne aufgehen. sie war erloschen. wie die augen, die ich sah. ich sah eine sonne aufgehen. sie war kalt und blau. fr├╝her konnte ich noch fragen. fr├╝her, da wollte ich noch alles wissen. heute interessieren mich die antworten nicht mehr. fr├╝her konnte ich noch fragen. heute k├Ânnte ich mich auch in einen sarg legen. wenn ich einen sarg h├Ątte. oder auf die wiese, in den kleinen garten, hinter dem haus. dort liegen. still und regungslos. alle viere von mir gestreckt. als w├Ąre alles schon vorbei. als w├Ąre alles ├╝berstanden. mit offenen augen. noch offen. vielleicht auch danach noch offen. wenn alles vorbei ist, meine ich. man kann es nicht wissen. man kann es nie wissen. was werden die anderen wohl sagen? was sie denken m├Âgen, nun ja, das will ich gar nicht wissen. eigentlich auch das nicht, was sie sagen. vielleicht sagen sie ja auch nichts. obwohl ich mir das nicht vorstellen kann. das sie schweigen, meine ich. es ist auch egal. weil sich nichts ├Ąndern w├╝rde. weil sich nie etwas ge├Ąndert hat. obwohl es zeit wird, dass sich etwas ├Ąndert. aber es wird sich nichts ├Ąndern. es hat sich nie etwas ge├Ąndert. also werde ich mich wieder hinlegen, um auf die stimmen zu warten. stimmen, die zu mir sprechen. und einer dieser stimmen ist deine einnehmende, deine mich ausf├╝llende stimme. s├Ątze, bruchst├╝cke von s├Ątzen, einzelne worte, leise, verhalten, kaum h├Ârbar. ich kann sie trotzdem gut h├Âren. und ich h├Âre sie von zeit zu zeit. oder bin ich es, der spricht? mein mund, der sich ├Âffnet? ich kann sie h├Âren. diese stimmen. ich h├Âre sie eigentlich immer, ununterbrochen, ├╝berall diese stimmen, diese stimmen, sie sind immer da. andere stimmen gibt es auch. andere stimmen. traurig sch├Âne, freudige stimmen, nach fr├╝hling duftend, nach kleefeldern, nach rosen und wildem thymian, wie in allen deine gedichten.

stimmen,
die ihre stumpfheit verloren haben.

dies gemurmel von stimmen. deine stimme.

ein ganzes orchester. stimmen, seit ewigkeiten verbannt. stimmen, die bis heute nicht sprechen durften, die bis heute nicht sprechen konnten, nicht zu sprechen wagten.
hier d├╝rfen sie also singen, hier d├╝rfen sie jubilieren, erz├Ąhlen, stotternd oder schnell,
satz f├╝r satz,
oder ohne einen einzigen punkt zu setzen.

das ist es. man mag es mir nicht abnehmen, aber:

deine poesie ist atemlos. sie setzt keinen punkt.

sie ist...


lg penelope


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