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Leselupe.de > Kurzprosa
nicht drüber sprechen
Eingestellt am 28. 01. 2006 17:25


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fly
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2006

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Ich will nicht drüber sprechen als er zu reden beginnt. Draußen türmen sich Wolken als wollten sie wachsen mit jedem weiteren Satz. Ich betrachte die Glut, die sich in die Zigarette frißt wie jedes seiner Worte in meine Ohren. Ich will nicht drüber sprechen! Ich versuche, mit dem Rauch, auch was er an mir entdeckte, aus meinem Körper zu hauchen. Senke meinen Blick auf meine Hände und versuche ihnen das Zittern zu verbieten, weil ich Angst habe, dass es ihm Recht geben könnte. Auch meine Lippen halten nicht still, zucken wie um Tränen festzuhalten. Ich will jetzt nicht weinen, nicht zeigen dass ich ängstlich bin. Wollte wirklich nicht drüber sprechen. Versuche die Muster des Rauches zu deuten, der hektisch, wieder und wieder meinen Mund verläßt. Ich lasse ihn schneller und langsamer austreten, ausgedehnt oder in Stößen, in großen Wolken, wie die Gewitterwolken, die sich zusammenbrauen, weil er spricht. Konzentriere mich angestrengt auf die Holzmaserung des Tisches. Ab und an dringen doch Worte zu mir durch und sind der Startschuß für eine Träne, die meinen Kaffee versalzt. Seine Lippen spucken ein Wort nach dem anderen auf den Tisch. Ich schiebe meinen Kaffee ein Stück zur Seite. Verfolge dann seinen Adamsapfel, herauf und herab im Takt der Worte die schwemmend die Maserung des Tisches verdecken.
„Aber jetzt wollen wir nicht mehr drüber sprechen!“ sagt er noch, dann stehen wir auf und verlassen das Cafe. Die Wolken sind weggeredet. Er hat alles auf den Tisch gelegt, da liegt es gut.
Aber jetzt wollen wir nicht mehr drüber sprechen.

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