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Leselupe.de > Kurzgeschichten
nichts
Eingestellt am 24. 04. 2001 21:42


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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 21
Kommentare: 41
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Nichts


Im Nichts sind die Dinge, die wir außen vor lassen, anders als wie man denken mag. Es sind so viele GefĂŒhle, und es sind so wenig Ehrlichkeiten damit verbunden, dass man sie zu Unterscheiden vergisst. Tage vergehen, ohne auch nur Notiz von dem zu nehmen, was manchmal unwichtig erscheint. Und sind diese Tage vergangen, so erinnert man sich zurĂŒck und sehnt sich nach jenen Momenten, die man nicht zurĂŒckholen kann. Alles was wir glauben entdeckt zu haben, all die GefĂŒhle, die Gedanken, die Emotionen, wohin sind ihre Wege denn verlaufen, wenn man sich an diese in den heutigen Tagen nicht mehr zurĂŒckerinnert? Wir dĂŒrfen nicht vergessen, was uns an Leben geschenkt wurde. Wir verlieren uns stetig in Wohlgefallen, die Zeit rennt an uns vorbei und ehe wir uns umsehen, so findet alles seinen Ursprung in einem Ende, wo alles einmal angefangen hat.
Heute ist Sonntag. Ein gewöhnlicher Tag mögen die einen denken, ein Ruhetag finden die anderen. Aber nicht doch, weder ein Ruhe- noch ein gewöhnlicher Tag. Es ist mir schon soviel abhanden gekommen, dass ich es nicht mehr zĂ€hlen kann. Ich möchte nicht noch mehr verlieren, an besonderen Momenten, an die ich mich gerne zurĂŒckerinnere, ich sie aber nicht mehr in meinen Gedanken, mit meinen GefĂŒhlen, erkennen und erleben kann. Nicht lĂ€nger sind die dunklen Schatten verborgen hinter großen dunklen GebĂ€uden, unter in den Himmel gewachsenen BĂ€umen und auch nicht in den großen Gedanken vielerlei Menschen, die auf ein und derselben Welt leben, die gleiche Luft atmen, die gleichen GefĂŒhle haben und alle zugleich viel zu schnell an den besonderen Momenten der Zeit voranschreiten. Sie bleiben nicht stehen. Sie finden keine Pause, um abzuschalten, um wirklich abzuschalten. Ein Ort gleicht dem anderen. Überall ein GewĂŒhl von Menschen. Arbeit, merkwĂŒrdige Tage, seltsame Stunden und ein Meer an unterschiedlichen GefĂŒhlen.
Nichts ist so, wie es einmal zu sein schien. Haben wir denn wirklich alles verloren, woran wir alle einmal geglaubt haben? Nicht ganz, noch nicht, möchte ich vorsichtig sagen, bevor jetzt einige Meinungen emporsteigen und sich zur Wehr denen gegenĂŒber setzen, die versuchen, die Dinge aus einem realistischen Auge zu betrachten. Jeden Tag halten wir uns an Dingen fest, in unserem Glauben, wo wir so empfinden, als mĂŒssten wir uns daran festhalten, vor Angst, wir wĂŒrden diese Dinge, die wir als besonders kennzeichnen oder bezeichnen, verlieren. Jeder Tag ist brandneu, und jeder Tag birgt eine Entscheidung mit sich. Weichen werden fĂŒr die Zukunft gestellt, Sicherheiten werden in Auftrag gegeben, damit wir nur keine Hilflosigkeit spĂŒren mĂŒssen, wenn es einmal hart auf hart kommt. Wo stehen wir am heutigen Tage? Wieder vor einer Entscheidung, unter anderem vor der Entscheidung weiterzulesen oder einfach alles nur noch wegzulegen, um von dem Gedanken loszukommen, hier in eine seltsame Art von Lesegewohnheit gezwĂ€ngt zu werden. Niemand befiehlt, niemand ratschlagt und erst recht niemand gibt ihnen die Aufgabe, dass zu tun, was sie tun sollten.
Es sind die Dinge im Leben, die wichtig fĂŒr sie sind. Es sind die Dinge im Leben, ohne die sie einfach nicht mehr leben können. Was ist das Leben? Wieso sind wir hier? Warum mĂŒssen wir das tun? Manchmal sind das Fragen, auf die wir einfach keine Antworten bekommen. Nein, sagen die einen, dass ist mir alles bereits Bewusst, Ja, sagen die anderen, die glauben, alles gelesen, alles gehört und alles gesehen zu haben. Oh du Herrgott im Himmel, wenn doch alles nur so einfach wĂ€re. Aber im wirklichen Leben kommt man irgendwann, wenn die Zeit reif ist, an einer Weggabelung an und man frĂ€gt sich, welcher der richtige Weg wohl sein wird. Was passiert aber, wenn ich an dieser Gabelung ankomme und nicht mehr weiter weiß? Wo erkenne ich den Unterschied? An dieser Gabelung bin ich jung und ich lasse furchterregend das auch klingen mag, mein Leben Revue passieren. Erschreckend die Erkenntnis, wie schnelllebig das Leben doch ist. Und trotzdem kommt man zu der Einsicht, dass alles, was man bisher getan hat, auf ein und denselben Effekt aufbaut. Die Gegenwart ist der Grundstein fĂŒr das, was einmal in der Zukunft sein wird.
Jeden Tag frage ich mich, in welche Richtung mein Weg verlaufen wird, und ich komme jeden Tag auf nur ein und dieselbe Antwort. Nicht die Richtung des Weges mag entscheidend sein, sonder mehr oder minder das „Warum“. Warum will oder muss man diesen Weg gehen? Es sind so viele GrĂŒnde. Es sind zu viele Gedanken, die da eine Rolle spielen.
Wohin sind meine Gedanken gegangen, wenn nicht dorthin, wo ich es geahnt hĂ€tte? Meine Vorstellungen sind so weitreichend wie das Universum, aber das VerstĂ€ndnis ist gleichfalls so weit weg, wie die Sterne leuchten können. Alle Tage sind wie ein neuer Anfang, wie ein neues Leben, in das man geweckt wird. So wie die Frische des Morgens vor dem Fenster, vor der TĂŒr und vor dem fuße, so sind unsere Gedanken so frisch und unberĂŒhrt, wie die dunkle Seite des Mondes. Wollen wir gemeinsam in die Zukunft sehen, dann ist es so, als mĂŒsste man die dunkle Seite des Mondes in Erfahrung bringen. Zu viele Geheimnisse liegen hinter einem Wall von Informationen verborgen, so viele Unklarheiten, die wir nicht durchschauen, wo sie doch vor unseren Augen geschehen.
Die Frage, die uns aufgebahrt wird, welche Entscheidung wir zu treffen haben, ist nicht leicht zu verstehen. Ist es doch die Wahrheit, die uns gegenĂŒbersteht, die einzig und alles entscheidende Wahrheit, ohne die wir nicht leben können. Es ist nicht die Wahrheit, die schmerzt, es ist ihre plötzliche Erkenntnis.
Ich habe mittlerweile so viele Dinge gesehen. Soviel Leid, soviel trĂŒgerisches Leid, Qualen und Einsamkeit, Auseinandersetzungen und Streit. All die Dinge sind machtlos, sprachlos, ohne jeglichen Wert, wenn doch die Sprache, auch wenn es nur ein Wort ist, ein Leben lang eine Kluft zwischen Mensch und Kind, zwischen Freund und Feind, reißen kann. Zuerst ist es das MissverstĂ€ndnis, dann ein Streit, dann ein Wort, dass Freunde zu Unbekannten Wesen machen kann, die aneinander vorĂŒbergehen, wie die Zeit, die keine Schmerzen, kein Leid und kein Verzeihen kennt. Wenn wir Dinge in den HĂ€nden halten, ĂŒber die wir die alleinige Macht besitzen, dann sollte man sie nicht fĂŒr unrechte, schlechte Dinge nutzen, nein. Man sollte achtsam damit umgehen, denn es kann großen Schaden anrichten. Irgendwann ist es dann nichts mehr wert und man hat in einem Bruchteil jener Zeit, die ĂŒberall und nirgendwo ist, ein Leben verschenkt und eine Liebe verloren. Ob Freund, ob Feind, ob unbekannt oder Bekannt, ob nett oder furchtlos, so sollte man das nichts dazwischen betrachten, dass man manchmal nicht erkennen kann. Die zĂŒgellosen Worte, die zwischen dieser Kluft umherkreisen, wie Geier, die ĂŒber ihrem Opfer kreisen, so sind diese Wörter wie tödliche Maschinen, die alles vernichten können. Manchmal sogar einen selbst, auch wenn man das nicht zugeben möchte oder kann.
Heute ist Freitag. Seht her, wie schnelllebig die Zeit doch ist. Ihr habt angefangen an einem Sonntag, und seit angekommen an einem Freitag. Daher sollte man sich gut ĂŒberlegen, was oder wie man es tut. Lerne verzeihen, und es wird dir verziehen. Lerne leben, und dir wird ein Leben geschenkt. Die Zeit ist zu kostbar, um sie einfach verstreichen zu lassen. Schließt die Augen, aber nicht jetzt, sonst könnt ihr nicht weiterlesen, denkt ĂŒber das Schicksal in eurem Leben nach, denk an die Vergangenheit, und verschwendet auch mal einen Gedanken an eure Zukunft. Ihr werdet vieles erkennen, dass ihr bestimmt anders gemacht hĂ€ttet. Nun nehmt euch zu Herzen, denjenigen zu entschuldigen, die euch verĂ€rgert haben, die euch Leid angetan haben. Kleinigkeiten können das Leben verĂ€ndern. Sie können das Leben trauriger Gestalten. Lernt zu verzeihen, denn die Zeit ist zu schnell, denn sie vergeht. Denkt nicht nach, urteilt nicht darĂŒber, sondern tut es einfach. Denn irgendwann könnte es zu spĂ€t sein und ihr könnt demjenigen nicht mehr verzeihen. Entweder ist die Zeit vergangen, oder die Zeit mit ihm.
Wo der Horizont ist, wo das Licht der Sterne ist, wo die Sonne strahlt, da ist auch Hoffnung vergraben. Niemals sollte man aufgeben, dass Leben ist zu kostbar, fĂŒr dich selbst, und fĂŒr die anderen Menschen, die dich kennen und lieben. Meistens sind es die Menschen, die dir weh tun, die dir böse Worte sagen, von denen du glaubst, dass du genug von ihnen hast, dass du weglaufen möchtest, dass sie dich am meisten lieben, am grĂ¶ĂŸten schĂ€tzen und dich schĂŒtzen möchten. Frage nicht soviel, denke nicht darĂŒber nach. Über Wahrheiten lĂ€sst sich nicht rĂ€tseln, ĂŒber gesagtes nicht diskutieren, ĂŒber feststehendes nicht urteilen. Und jedes Mal, wenn du glaubst, dass du es nicht schaffst, wenn die TrĂ€nen die Übermacht ergreifen, wenn du Trauer hast und wenn alles auf der Welt gegen dich zu sein scheint, dann schließe deine Augen und denk an all die Menschen, von denen du weißt, dass sie dich schĂ€tzen und lieben, so wie du bist.
Die Wege mögen manchmal unergrĂŒndlich sein, zu dunkel, um sie zu erfahren, zu entlegen, um in ihre NĂ€he zu kommen. Versuche einfach daran zu glauben, und stelle die anderen Dinge, die dich berĂŒhren, die belasten, die dir die Gedanken in den Tag treiben, nicht in Frage. Auch du wirst deinen richtigen Weg irgendwann finden. Du bist nicht allein. Du darfst dich nicht verlassen fĂŒhlen, niemals allein, oder ohne Hilfe.
Die Dinge sind einfach zu kostbar, um sie links liegen zu lassen. Wenn sich dir die Chance bietet, dann greife einfach danach. SpĂ€ter einmal, wenn du es nĂ€mlich nicht getan hast, in weiter Ferne, in der Zukunft, erst dann blickst du zurĂŒck auf geschehenes und dieses eine Mal, wo du nicht danach gegriffen hast. Erst dann wĂŒnschst du dir, dass du deine Chance wahrgenommen hĂ€ttest. Aber dann ist es zu spĂ€t. Also, greife nach deinem GlĂŒck, egal wo es liegt. Du hast es verdient, du allein!
„Irgendwo zwischen hier und dort liegt in greifbarer NĂ€he das
Geheimnis zu einem neuen Anfang. Vielleicht liegt dies ja hinter
dem Horizont, fern ab dieses Moments.“

- Ohne zu handeln, ohne zu glauben, ohne zu tun. Einfach nur Vertrauen! –

__________________
cu
M.

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jon
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ach ja, die große Literatur


Dieser Text ist keine Kurzgeschichte, er ist eine Predigt: Viele schöne Worte in vielen schönen Bildern um ganz ganz gaaanz wichtige Dinge zu sagen. Und das immer und immer wieder. In immer und immer wieder neuen, nein: eigentlich nur von Satz zu Satz modifizierten Bildern, Worten, Konstruktionen. Und immer und immer das gleiche, wie eben in einer Predigt, bei der der Pfarrer hofft, dass unter den hunderten Bildern fĂŒr jeden Zuhörer ein passendes dabei ist. Mist bloß, dass man sich so viele unpassende anhören muss, um endlich auf „seines“ zu stoßen.

Hey Costner! Versucht mit diesem deinen offensichtlichen Talent fĂŒr Sprache doch mal, wirklich nur eine Geschichte zu erzĂ€hlen. "Zeigen, nicht erklĂ€ren" – das ist die Zauberformel fĂŒr „große Literatur“. Sicher: Etwas so zu zeigen, dass man die ErklĂ€rung sparen kann, ist immer schwer. Ich bin neugierig, ob du diese Herausforderung annimmst.

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