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Leselupe.de > Kurzprosa
nichts ist rein weiß
Eingestellt am 09. 03. 2009 14:59


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memo
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Die weiß gestrichene Mauer ist nicht rein weiß. Es gibt in ihr dunkle, kleine Punkte, Unebenheiten und schmale Linien. Feine Kalkblättchen lösen sich.

Bewegungslos sitzt sie auf dem Bett und blickt ihn an.
Er berührt ihr Gesicht. Als er ihren Kopf streichelt, glaubt sie, dass er sie vielleicht lieb haben könnte. Plötzlich sieht sie die Schaukel im Garten. Ein altes Brett fehlt. Jedes Mal, wenn sie in die Höhe fliegt, fürchtet sie durchzubrechen.

Als er ihren Rücken berührt, fröstelt sie in seiner heißen Hand. Alles was er tut, muss richtig sein, denn er weiß immer, was richtig ist.
Einen Augenblick steht alles um sie still. Festgehalten in einer Gegenwart, die sie in Zeitlupe erstarrt zurücklässt.
Er flüstert beruhigend, als spräche er mit sich selbst, während seine Augen ihren Körper trinken. Ganz nah steht er vor ihr und nimmt ihre kleine, zögernde, zitternde Hand.

Abwesend betrachtet sie den Fensterrahmen. Die Flügel stehen weit offen und der Lack, der stellenweise schon fehlt, gibt das graue, ungeschützte, alte Holz frei. Draußen steht der hohe Baum in seltsam unschuldigem Licht, ein dicker Ast beinahe ins Zimmer ragend. So als locke er sie. Sie wollte aufstehen und nachsehen, ob sie die raue Rinde berühren könne und ob man vielleicht hinaus klettern könne, irgendwohin.

Sie horcht in die aufbrausende Leere, die sich ihr, nur wie von fern durch sein Atmen durchbrochen, wie ein Rauschen des ewig wiederkehrenden Windes, über die Hand ergießt.
Er wendet sich ab und verlässt das Zimmer. Ohne ein Wort. Von seiner Nähe entrissen, bleibt sie zurück. Der alte Baum lockt sie nicht mehr. Sie wagt nicht, seinen Ast zu berühren.
Sie ist nicht, wie er sie wollte, denkt sie nur. Sie war nie so, wie sie sein sollte.

Alles, was weiß ist, ist nicht wirklich weiß, und alles, was sich zu lösen beginnt, verbirgt dahinter eine unbekannte Schicht, die viel dunkler und schutzloser ist.











Version vom 09. 03. 2009 14:59
Version vom 12. 03. 2009 09:32

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Sie horcht in die aufbrausende Leere, die nur wie von fern durch sein Aatmen durchbrochen, ihr wie ein Rauschen des ewig wiederkehrenden Windes, sich über ihre die Hand ergießt.

Hallo memo,

diese zwei Winzfehler habe ich gefunden, in dem brilliant geschriebenen Text.

Es ist Dir gelungen, hier jedes Detail davon sprechen zu lassen, was nicht ans Licht kommen darf, aber auf der Seele brennt.

Beeindruckte Grüße,

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

Die weiß gestrichene getünchte Mauer ist nicht rein weiß. Sie hat Es gibt in ihr dunkle, kleine Punkte, Unebenheiten und schmale Linien. Feine Kalkblättchen lösen sich.

Bewegungslos sitzt (sie) die (alte oder junge) Frau auf dem Bett und blickt ihn an.
Er berührt ihr Gesicht. (Wenn) Als er ihren Kopf streichelt, (denkt) glaubt sie, dass er sie vielleicht lieb haben könnte(.) (komma) sieht dann aber (Plötzlich sieht sie sie) die Schaukel im Garten. Ein altes Brett fehlt. Jedes Mal komma (wenn) als sie damit noch in die Höhe fliegt flog, fürchtete sie durchzubrechen.

(Selbst) als er ihren Rücken berührt, fröstelt sie in seiner heißen Hand. Alles was er tut komma muss richtig sein, denn er weiß immer komma was richtig ist.
Einen Augenblick (nur und doch) steht alles um sie herum still(.) doppelpunkt zurückgelassen(Festgehalten) in einer Gegenwart komma (die sie) wie in einer Zeitlupe erstarrt (zurücklässt).
Er flüstert beruhigend, (so) als spräche er mit sich selbst, während seine Augen ihren Körper trinken verschlingen. (Ganz nah steht) er (vor ihr und) nimmt ihre kleine, zögernde, zitternde Hand.

(Sie betrachtet) abwesend betrachtet sie den Fensterrahmen. Die Flügel stehen weit offen und der Lack komma der stellenweise schon fehlt, gibt das graue, (ungeschützte,) alte Holz frei. Draußen (ist) steht der hohe Baum in seltsam unschuldigem Licht, (dessen) ein dicker Ast beinahe ins Zimmer (ragt) ragend. So als lockte er sie. Sie wollte aufstehen und nachsehen komma ob sie die raue Rinde berühren könnte und ob man vielleicht hinaus klettern könnte, irgendwohin.

Sie horcht in die aufbrausende Leere, die sich ihr komma(nur wie) von fern durch sein Atmen durchbrochen, (ihr) wie (ein) Rauschen des ewig wiederkehrenden Windes(, sich) über die Hand ergießt.
Er wendet sich ab und verlässt das Zimmer. Ohne ein Wort. (Von seiner Nähe entrissen, bleibt sie zurück.) Der alte Baum lockt sie nicht mehr. Sie wagt nicht, (den) seinen Ast zu berühren.
"Ich (Sie ist) bin nicht komma wie er (sie wollte) mich will, denkt sie (nur). Sie war nie so, wie sie sein sollte.

Alles komma was weiß ist, ist nicht wirklich weiß komma und alles komma was sich zu lösen beginnt, (verbirgt) zeigt dahinter eine unbekannte Schicht, die (viel) dunkler und schutzlos(er) ist.

hallo @memo,

ein sehr guter ansatz, finde ich. einige harmlose unebenheiten und störsteinchen sind drinnen; dazu hab ich dir ein paar vorschläge gemacht.

vielleicht kannst du etwas damit anfagen.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

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Mein Freund der Baum ist tot, er starb im frühen Morgenrot

Als ich diesen Text las, stand er in der Lesergunst auf Wertung 9 (von möglichen 10). Ich habe bei der Leselupe noch nie einen so hoch gehandelten Text gefunden, aber doch schon ein paar, die ich mit mehr Vergnügen gelesen habe.

Ich würd’s zwar gerne fordern, hab aber natürlich keine Chance, damit durchzukommen: das Gesetz gegen Prosa, die tut, als wäre sie Lyrik.

Jemand hat irgendwas erlebt und gesehen und gedacht und gefühlt und sich dazu noch was ausgedacht, was er niemals erlebt, niemals gefühlt und niemals erlebt hat. Das zu erzählen, wäre nun einfach Prosa. Aber tut er nicht, er verwandelt alles in ein paar Stimmungsvaleurs und kleine, zwar nicht sonderlich originelle, aber recht einleuchtend wie hintergründig, verweisend, erhellend tuende Miniaturansichten eines Hauses und eines Gartens. Darin ein Er, eine Sie, ein bisschen Zuneigung und viel Verzweiflung. Und fertig ist das Mondgesicht.

Jemand erzählt mir nicht, was er zu erzählen hätte, sondern liefert mir eine kleine Fibel von Metaphern, in die ich so ziemlich alles reinlesen kann, was ich mag. Vor allem Gefühl, Schmerz, Enttäuschung, Isolation, Sehnsucht, Poesie, Schaumgebäck, die hohen Kunst des Zinntellerziselierens.

So etwas kann der Jemand in zwei Stunden schreiben. Und er riskiert damit nichts, überhaupt nichts. Er riskiert nur, für einen ach so poetischen Protokollanten des Fühlens gehalten zu werden.

Hätte dieser Jemand mir erzählt, heute Nachmittag sei er in der Wartezone des Finanzamts gewesen, hätte die Kübelpflanzen und die elster-Werbung betrachtet und sich vorgestellt, wie die Leute, die sonst dort saßen, ihr Geld verdienen und wie sie den Staat bescheißen, dann hätte dieser Jemand an so einer Geschichte vielleicht vier Tage lang feilen müssen, bis sie so interessant gewesen wäre, dass ich die sechs Seiten, die sie mindestens lang geworden wäre, als Leser auch zu Ende gelesen hätte. Und riskiert hätte er zumindest, dass ich ihn als Trottel angesehen hätte, als jemand, der über Finanzämter, Staatsbürger, Geld, Steuerehrlichkeit und so weiter ganz anders denkt als ich und wesentlich dümmer. Aber, wo’s nur um weiße Fensterrahmen und alte Bäume und fröstelnde Seelchen geht...

„Sie ist nicht, wie er sie wollte. Sie war nie so, wie sie sein sollte.“
Ja, das schätze ich schon auch. Obwohl ich von den 55 Werken Memos bisher nur dieses eine kenne.

ABER: Überhaupt niemand, kein Mensch ist so, wie er sein sollte. Und auch sehr selten nur so, wie er sein wollte. Das ist keine Nachricht. Ich war mal in einem Journalistenkurs. Da lernte man: Eine Nachricht ist, was von breiterem oder allgemeinem Interesse ist und was neu ist. Wohl gemerkt: UND – nicht oder.

Ich will einfach nicht einsehen, dass ein Text so toll gelungen sein soll (zu 90 Prozent und „Werk des Monats“ im April 2010 auch noch), der so kurz ist und in der Kürze schon so viele sprachlich-stilistische Mängel aufweist. (Rechtschreibung, Zeichensetzung ist mir eher egal.) Nämlich:

„Selbst, als er ihren Rücken berührt, fröstelt sie in seiner heißen Hand.“
In der Hand, das lässt sogleich an den Handteller, an eine haltende Vertiefung denken. In der Hand kann also ihr Fuß, ihre Hand, ihr Ohr, ihre Brust sein – oder umgekehrt sein Schniedelwutz vielleicht in ihrer. Aber der Rücken kann nicht in der Hand sein, dafür ist er zu groß.

„Festgehalten in einer Gegenwart, die sie in Zeitlupe erstarrt zurücklässt.“
Etwas zurücklassen heißt weiter gegangen sein und es hinter sich sehen oder verschwinden sehen. Eine erstarrte Zeit geht nicht, kann also nichts hinter sich lassen. Ginge die Gegenwart und ließe SIE zurück, dann befände SIE sich folglich mittlerweile in der Vergangenheit. Aber da steht, in der Gegenwart sei sie festgehalten, nicht also in der Vergangenheit.

„Sie horcht in die aufbrausende Leere, die ihr sich über die Hand ergießt.“
Ja, steht so tatsächlich da, wenn man die Einschübe wegkürzt. Eine Leere, die sich irgendwohin ergießt... Das finde ich ein überspanntes, pseudopoetisches Bild. Wenn sich dann aber die Leere über eine Hand ergießt, wird’s sprachlich zum Massaker. Leere, also Nicht-Stofflichkeit, wird zu etwas Flüssigem, also Stofflichem, denn sie ergießt sich. Diese Masse ergießt sich über eine Hand. Wäre wohl eklig, vielleicht klebrig, wenn es nicht Nichtstoffliches wäre, nämlich Leere. „Hui, da tropft grad wieder Leere auf meine Hand, komisches Gefühl immer.“ Jetzt braust diese Leere zu allem hin aber auch noch auf. Wie eine Orgel vermutlich oder eine Stalinorgel. Wobei das nicht geht, denn Brausen, das sind Klänge, ist Übertragung von Schallwellen. Die werden nicht übertragen, wo alles leer ist, wo es keine Luft gibt.

„Plötzlich sieht sie die Schaukel im Garten. Ein altes Brett fehlt. Jedes Mal, wenn sie in die Höhe fliegt, fürchtet sie durchzubrechen.“
Ungeschickt formuliert. Man ist geistig bei der Schaukerl, sie, die Schaukel. Jedes Mal wenn sie, die Schaukel, denkt man, in die Höhe fliegt, was Schaukeln manchmal tun, fürchtet sie irgendwas. Was? Die Schaukel fürchtet? Man wundert sich. Ach so... Nein, sie, die da sitzt in der Hand des Mannes, die fürchtet sich, wenn sie fliegt, auf der Schaukel, nicht jetzt, jetzt ist sie ja im Haus, aber sonst, bzw. jetzt auch, die Schaukel ist ein ach, so poetisches Bild für irgendwas, was der Leser sich bitte selber denken möge. Wir müssen hier doch nicht alles erzählen, was los ist.

Auch das ist alles andere als eine Nachricht: Jemand, der extreme Gefühlserfahrungen macht, fürchtet sich, durchzubrechen. So what?

Aber eine ganz simple Sache stört mich hier extrem. Dass das Brett der Schaukel „alt“ sein muss. Angenommen, ich bin städtischer Anlagenkontrolleur. Ich stehe nachmittags mal nicht im Finanzamt, sondern am Rande eines von Kindern belebten Spielplatzes. Eine Frau kommt, deutet auf eine gerade nicht besetzte Schaukel, deren Sitz man also gut inspizieren kann. Sie sagt: „Ihr Amt muss da was machen. Diese Schaukel ist gefährlich! Sehen sie, das sind nur Holzbretter, dieser Sitz! Sehen Sie das?“ „Hm“, murmle ich. „Dann sehen Sie auch, dass da was fehlt! Da fehlt eines von den Brettern. Es ist weg, das Brett.“ Ja, stimmt, denke ich. „Und es ist ALT!“, schreit die Frau. Ich gucke besorgt die Frau an, nicht die Schaukel.

„Draußen ist der hohe Baum im seltsam unschuldigen Licht, dessen dicker Ast beinahe ins Zimmer ragt.“ Wie eben: Licht, dessen... wir erwarten was übers Licht... dicker Ast... Hääää? Ein Licht mit Ast, geht’s noch?
„So als locke er sie. Sie wollte aufstehen und nachsehen ob sie die raue Rinde berühren könne.“ Konnte oder könnte, hat aber bestimmt der Kollege schon gesagt. Und warum bessert sie so simple Komma- und Zeitenfehler dann nicht einfach mal aus, sondern denkt drüber nach, ob sie das wirklich tun sölle?
„Der alte Baum lockt sie nicht mehr. Sie wagt nicht, den Ast zu berühren.“
Rhabarber, Rhabarber! Erstens, wenn Bäume einen locken, sie zu berühren, warum eigentlich nicht einfach den Stamm? Das geht am einfachsten! (Zumal bei HOHEN Bäumen, deren Äste sind selten in Griffhöhe - oder Griffweite, was das Fenster im ersten Stock angeht, dann werden sie nämlich beschnitten, bevor sie im Sturm die Scheiben zerschlagen.)
Und zweitens habe ich selbst schon so oft im Leben die Rinde von Bäumen berührt, dass ich wirklich weiß, dass dann gar nichts passiert. Die fühlt sich an wie Rinde. Das ist alles. Alles Weitere hat mit den Bäumen nichts zu tun, sondern mit dem eigenen Gefühl und wie sehr man sich dabei gefallen kann, in ihm zu suhlen. Von daher: Sie könnte ruhig wagen zuzufassen!

Aber holla! Ich bin ja so unsensibel! Das ist doch wieder Poesie. Das ist doch kein Baum, das ist doch kein Ast, das ist doch keine Rinde. (Nebenbei: Ich habe Texte, wo Bäume als Bäume, Äste als Äste und Rinde als Rinde vorkommen, lieber als solche.) Okay, kapiert. Das ist ein dicker Mann von den Zeugen Jehovas, der Hausbesuche macht und einen geschmacklosen, braunen Karopullunder trägt. Und das ist eine ziemlich gehunfähige Achtzigjährige, die im Geist allmählich wieder ein kleines blondbezopftes Mädchen wird und draußen auf der Schaukel zum Himmel fliegt, die an dem Apfelbaum (nee, nicht Apfel, die sind nicht hoch) hängt. Der Zeuge Jehovas streicht ihr übers Haar und legt ihr die Hand auf, damit sie die Macht des Herrn strömen fühlt. Dann kommt ihr der Zeuge, trotz des braunen Pullunders, wie der Schaukelbaum im Garten vor, der sie ins Sonnenlicht schwingen lässt. Und wenn sie die Hand ausstreckt, um ihren Freund, den Baum, zu berühren, fasst sie diesen extrem weit über die Hose hängenden Spitzbauch des Gottesmannes an. Das ist wie ein Ast am braunen Baum. Und schrecklich. Darum traut sie sich das bald nicht mehr.
Das Weiß ist übrigens auch braun, wenn man erst mal in die Risse eintaucht. Und vielleicht sogar kariert.

(Alle, die jetzt die Art von mir ganz eklig finden, quälen sich mal durch meinen absolut überlangen Text „Ahoj, junger Freund“, der steht bei Erzählungen, ist aber einfacher über meine Werkliste anzusteuern. Da könnt ihr euch dann erst mal aufregen! Versprochen.)
__________________
14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit Aufklärung Verteidiger: Es ist genug.

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Dr Time
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Ja Dominik, der Text hat so seine Stolperstellen. Das mit dem alten Brett, welches fehlt. Ein Brett, das fehlt, kann weder alt noch neu sein. Auch mit der Kommasetzung und ein paar anderen Dingen hat Du sicher Recht.

Aber an folgender Stelle teile ich Deine Kritik nicht:

quote:
"Selbst als er ihren Rücken berührt, fröstelt sie in seiner heißen Hand."


Vielleicht fühlt es sich für sie so an, als ob er sie ganz umfaßt und als ob er von ihr Besitz ergreifen will. Geschichten erzählen sich manchmal in meinem Kopf weiter. Diesen Satz würde ich genau so lassen, wie er ist.

Und noch einmal widerspreche ich Dir, Dominik. Man kann durchaus über Dinge schreiben, die man selbst nicht erlebt hat. Ich gehe sogar weiter und sage: Manchmal muss man es sogar, weil es die, die es erlebt haben, so nicht könnten. Empathie, also die Fähigkeit, sich in Andere hineinversetzen zu können - darin liegt alles Menschliche.
Vorraussetzung eines solchen Erzählens ist natürlich immer gute Recherche.

Ansonsten, wie gesagt, gebe ich Dir in der Kritik Recht. Aber was soll ich machen? Mir gefällt der Text trotzdem.

LG - Stephan

__________________
"der erste Entwurf ist immer scheiße"
Ernest Hemmingway

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