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Leselupe.de > Kurzgeschichten
noch mal von vorn
Eingestellt am 13. 08. 2001 22:27


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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 21
Kommentare: 41
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Es ist schwierig in Worte zu kleiden, wenn einem Bewusst wird, wie emotional und mit welcher Vielfalt das einfach klingende Wort „Freundschaft“ verbunden sein mag. Ja, viele sogar mögen es fĂŒr selbstverstĂ€ndlich halten, eine Freundschaft zu haben. Doch was ist diese SelbstverstĂ€ndlichkeit dann eigentlich wert, wenn sie wirklich nur der Teil einer Formel ist, die den Namen NatĂŒrlichkeit trĂ€gt?
Freundschaft ist etwas besonderes, dass ist einmal klar definiert. Wer davon redet, dass man sich auf solche Dinge in seinem Leben verlassen kann, der ist nicht ehrlich zu sich selbst. Freundschaft ist nicht irgendeine Formlosigkeit die man gewinnen kann. Unterdessen ist sie schneller verloren. Weniger ist diese besondere Form der Zugehörigkeit zu einem Menschen, dem man vollstes Vertrauen schenkt, ein Bund fĂŒr die Ewigkeit. Auch dann, wenn man glauben möchte, dieses Band sei gerissen und es keinen Ausweg mehr gibt, als das sich gemeinsame Wege trennen. So ist es doch gewiss, dass Erinnerung und Glauben an diese vereinte Beziehung der seltenen Art und Weise, mit jemandem verbunden zu sein, niemals beendet sein wird. Dieses Band der Zugehörigkeit, der Verbundenheit, wird bis in die Ewigkeit ein Band sein, an dem man festhĂ€lt. Zusammen festhalten ist der einzige Bestandteil, wenn beiden Bewusst ist, was fĂŒr eine Freundschaft sie eingegangen sind. Es ist die Gemeinsamkeit, die sie verbindet. Der Respekt und der Glauben an diesen Bund. Das Bindeglied zwischen Hoffnung und ErfĂŒllung.

Angestrengt durch den intensiven Traum, aus dem ich gerissen wurde, als die Schulklingel das Ende der Stunde ankĂŒndigte, stemmte ich mich mit betrĂŒbter Laune aus meinem festgesessenen Stuhl und warf einen Blick durch das Klassenzimmer. FĂŒr einen Moment ĂŒberkam mich eine eisige GĂ€nsehaut. Ich hatte keine Ahnung, warum.
Nachdem ich tief Luft geholt hatte und mein verstohlener Blick ĂŒber das Tafelbild der Deutschlehrerin flog, so musste ich mich doch daran erinnern, dass ich mich mit einem Freund treffen wollte. Und das in weniger als einer halben Stunde.
„Tschau“, grummelte einer der vorbeigehenden SchĂŒler. Ich hatte nichts weiter als ein Augenzwinkern fĂŒr den Gruß ĂŒbrig, wĂ€hrend ich die BĂ€nder meines Rucksacks an den Rollschnallen festklemmte. Die Klasse strömte aus dem Raum wie ein reißender Fluss, als stĂŒnde ein unerklĂ€rbares Ereignis bevor. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt so getrödelt hatte. Schnell war ich allein mit der Lehrerin.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte die Lehrerin, wĂ€hrend sie neben mir stagnierte und den Ablauf beobachtete, wie ich versuchte, dass widerspenstige Band festzuklemmen. Ich wollte nicht mit ihr reden. Seit ich einen fragwĂŒrdigen Verweis fĂŒr mein ZuspĂ€tkommen auf einer freiwilligen Schule erhalten hatte, hegte ich einen glaubhaft unaufhebbaren Groll gegen sie. Es war mir unangenehm nichts zu sagen, also rang ich mich dann doch zu einigen Worten heraus.
„Es ist alles in Ordnung“, antwortete ich bremsend höflich und schenkte mir ihre trostvollen Blicke. Es herrschte eine starke Anspannung zwischen mir und der Lehrerin. Ich spĂŒrte es ganz deutlich. Es war alles andere als in Ordnung.
„Was war denn heute los?“, bohrte sie tiefer in die offenen Wunden, die auf meiner OberflĂ€che klafften. Gut, ich versuchte sie zuzuhalten, aber sie streute noch mehr Salz hinein. „Mir ist aufgefallen, wie desinteressiert Sie in Ihrem Stuhl gesessen haben und versuchten, vom Unterricht abzuschweifen. Das kenne ich von Ihnen gar nicht“, fĂŒgte sie ihrer Frage zusĂ€tzlich hinterher.
Ich schwang den Rucksack auf meinen RĂŒcken und war im Begriff zu gehen, als ich mich nochmals umdrehte. „Es gibt eben Augenblicke im Leben, die muss man ernst nehmen und andere wiederum, da sollte man an den Dingen festhalten, die einem wirklich was bedeuten“, sagte ich und machte mich auf den Weg. Es lag mir fern, mich umzudrehen und ihren Gesichtsausdruck abzuwarten, geschweige denn eine Antwort. Es war mir egal, denn vorerst waren Ferien angesagt.
Heftig schnaufend versuchte ich mich von den vielen Treppen, die ich aus dem Parkhaus hinaufgestiegen war, zu erholen. Es war schwierig, mich zu konzentrieren und zu orientieren. Erst mal versuchte ich den richtigen Weg zu finden. Was war nur los? So erschöpft konnte ich doch gar nicht sein, dass ich nicht einmal die Richtung fand, in die ich gehen musste. Nichts desto Trotz schlug ich denselben Weg ein, in den eine Gruppe von Menschen lief. Ich heftete mich an ihre Fersen und versuchte dabei, niemandem zu Nahe zu kommen. Es dauerte nicht allzu lange und ich erkannte das GeschĂ€ft in einiger Entfernung, wo ich mich mit einem guten Freund treffen wollte. Ich sah ihn bereits vor dem Eingang stehen. Es war lange her, dass wir etwas zusammen unternommen hatten, aber selbst dies hatte seine GrĂŒnde.
„Hi“, rief er mir zu. Ich nickte lĂ€chelnd, wollte aber auch nicht zu euphorisch mit meiner BegrĂŒĂŸung wirken. Es waren viele UmstĂ€nde, die unsere Freundschaft damals haben schmĂ€lern lassen. Es war schwer, in diesen Augenblicken nicht daran zu denken.
„Hi, wie geht’s dir?“, fragte ich mit freundlich aufgelegter Miene.
„Ein neuer Tag, derselbe Scheiß“, antwortete er mit niedergeschlagener Stimme, auch wenn er nicht gerade den Eindruck erweckte, als wĂ€re er enttĂ€uscht.
Stirnrunzelnd musterte ich ihn. „Was ist mit dir?“
„Keine Ahnung. Jeden Tag hofft man, dass sich etwas Ă€ndert. Steht man dann morgens auf, erkennt man sehr schnell, dass doch wieder alles beim alten ist. Verstehst du, was ich meine?“ Er sah mich an als flehe er nach Hilfe.
Seine Worte gingen mir eingehend durch den Kopf. Ich brauchte nicht lange ĂŒberlegen, um zu verstehen, worum es ging. „Klar. Entweder man Ă€ndert was daran, oder lĂ€sst es einfach sein.“ Irgendwie war mir nicht danach, nĂ€her darauf einzugehen.
Zuerst sah er mich mit einem Anflug eines LĂ€chelns an und drehte sich dann fĂŒr einen Augenblick um, als sehne er sich nach einen anderen Gedanken, auf den er sich konzentrieren konnte. Offenbar gab ich ihm nicht die Aufmerksamkeit, die er von mir erwartete. Aber was sollte ich schon tun? Ich bemĂŒhte mich, aber unsere Freundschaft war einfach nicht mehr das, was sie einmal war. Ich konnte diese Sache nicht einfach so herunterschlucken, wie er es machte. Die Erinnerungen daran lagen mir zu schwer im GedĂ€chtnis. Zu sehr nagten sie an meinem Gewissen, dass falsche getan zu haben. Warum war ich hier? Es waren nur kurze Momente, in denen mir diese unendlichen Gedanken durch den Kopf sprangen. Ich konnte sie nicht aufhalten. Noch weniger sie verdrĂ€ngen oder vergessen.
„Ich finde, es ist an der Zeit, die Vergangenheit zu vergessen“, sprach er jenes Thema an, dass uns die letzten Monate auseinandergetrieben hatte. Wie ein Keil bohrte sich diese „AffĂ€re“ zwischen das Band unserer Freundschaft und bedrohte es zu zerstören. Schamlos schaute er mir in die Augen und wĂŒnschte sich eine aufbauende Entscheidung herbei. Es tat mir leid, aber meine Stimme verstummte. Es war nicht einfach. Es brauchte viel, dass ich mich dazu Ă€ußerte. Dann tat ich es endlich, nach so langer Zeit.
„Wie stellst du dir das vor?“, fragte ich in einem harten Ton. Es war die RealitĂ€t und kein Traum, dass war mir klar. Ich war oft darum bemĂŒht, dieses Treffen herbeizuholen, aber hatte es nie geschafft. Nun standen wir da. Ich zumindest war ratlos.
„Indem wir es vergessen. Es sind viele Fehler gemacht worden, dass sehe ich ein. Aber diese Fehler sollten nicht die Zukunft unserer Freundschaft belasten. Das wĂ€re zu Schade.“
Er bemĂŒhte sich. Ich nicht. Ich hörte seinen Worten zu. Er bat um Vergebung, er versuchte, diese Freundschaft zu retten. Ich nicht. GleichgĂŒltig stand ich ihm gegenĂŒber und versuchte die richtigen Worte zu finden.
„Es ist fĂŒr mich nicht so einfach, wie es fĂŒr dich sein mag. Es ist damals sehr viel passiert. Das sind Dinge, die kann man nicht eben mal so vergessen.“
„Es sind mehr als sechs Monate vergangen. Es muss nicht noch eine lĂ€ngere Zeit vergehen, bevor man sich die HĂ€nde reicht um zu alten Werten zurĂŒckzufinden.“
Ich schĂŒttelte vorsichtig den Kopf und schweifte mit meinen Gedanken ab, als ich ein MĂ€dchen entdeckte, dass gegen eine Schaufensterscheibe lehnte und versuchte, ihren angemalten Fingernagel zu richten. Als ich mit meinen Blicken zurĂŒckkehrte, erkannte ich die Resignation in seinem Gesichtsausdruck. Ich wollte das nicht, ehrlich. Ich wollte nicht, dass es soweit kam.
„Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ja, ich habe dir deine Freundin weggenommen. Das tut mir leid. In dieser Situation habe ich dich ĂŒbergangen. Mir war nicht Bewusst, mit welchen Absichten sie spielte, aber ich versuchte, eine andere Situation zu schaffen. Mir wurde sehr schnell klar, dass sie mich nur benutzte, um dich zu verletzen. Das war nie mein Ziel. Dann war es vorbei. Es waren Unehrlichkeiten, aber auch Ehrlichkeiten, die uns nun hierher gebracht haben.“
Wieder fĂŒhrten mich meine Blicke zu diesem unbekannten hĂŒbschen MĂ€dchen am Schaufenster. Sie war aber schon lĂ€ngst verschwunden. Als ich mich dann letztendlich dazu aufraffte, ihm gegenĂŒber Stellung zu beziehen und das Problem endlich zu begraben, konnte ich nur noch beobachten, wie er in der Menge verschwand. All meinen BemĂŒhungen entgegen, versuchte ich nicht einmal ansatzweise ihm zu folgen. Es war mir egal. Ich ging nach Haus.
Wieder war ich allein. Ich sah mich in meinem Zimmer um, aber konnte nichts erkennen, dass mir etwas bedeutete. FrĂŒher hatte ich immer geglaubt, mich könne nichts verletzen oder erschĂŒttern. Heute bin ich schlauer. Es ist nĂ€mlich so, dass ich mich verletzt und allein gelassen fĂŒhle. Denn ich habe niemanden. Niemanden, der mich in den Arm nimmt und mich tröstet. Niemand, der fĂŒr mich da ist. Niemand, der mich berĂŒhrt. Denn allein habe ich Angst.

Ein neuer Tag hatte begonnen, der die Vergangenheit aber nicht vergessen lĂ€sst. Verschlafen streunte ich ins Badezimmer um mich fĂŒr die Schule vorzubereiten. An diesem Tag sollte ich einen Test in Deutsch haben und ich wusste schon jetzt, dass es nicht so einfach sein wĂŒrde, diesen zu bestehen. Trotz allem standen meine PrioritĂ€ten auf einem anderen Blatt geschrieben. Als ich mein Spiegelbild betrachtete, blieb ich still stehen. Ein GefĂŒhl der Einsamkeit ĂŒberkam mich.

Entspannt lehnte ich im Stuhl des stillen Klassenraumes und fĂŒhlte ich mich dazu berufen, einige Wörter auf das leere Blatt zu schreiben, wĂ€hrend die Lehrerin aufmerksam ihre Runde drehte. Trotzdem begleitete mich ein innerer Drang, nicht unbedingt dem Arbeitsauftrag zu folgen, sondern eher meinen Gedanken, die sich immer mehr mit der RealitĂ€t verflochten. Schließlich kam die Lehrerin nĂ€her und warf einen bedenklichen Blick auf mein nahezu leeres Blatt. Als wolle sie mir damit unmissverstĂ€ndlich sagen, dass ich nun lieber anfangen sollte.
Ich tat nichts, denn in solchen Momenten hĂ€tte ich zu heulen anfangen können. Der Musik in meinem Kopf hörte ich zu. Sie bezauberte mich und genau diese war es, die jene besonderen Erinnerungen an meine verlorene Freundin zurĂŒckbrachte. Ich konnte mich nicht konzentrieren. Plötzlich wurde es mir klar. Es sind die wichtigen Dinge im Leben, denen man besondere Bedeutung schenken sollte.
Entschlossen stand ich auf, legte den Stift aus meiner Hand und zog meine Jacke ĂŒber. Mit einem schelmischen Grinsen grĂŒĂŸte ich die Lehrerin und einem Augenzwinkern einem Schulfreund, der eine Bank hinter mir besetzte, bevor ich das Klassenzimmer verlies. Eine gewaltige Last war von meinen Schultern wie losgerissen. Als wĂ€re sie niemals da gewesen. Stolz machte ich mich auf den Weg. Es sollte mein Kreuzzug werden.

Ich wartete vor der TĂŒre meines Freundes. Ich weiß, dass ich viele Fehler begangen hatte. Nun aber war es an der Zeit, einen neuen Abschnitt zu beginnen. Ich klingelte. Er öffnete und sah mich mit einem Blick an, der mich sogleich fortwĂŒnschte.
„Es tut mir leid. Ich weiß, es sind viele Dinge zwischen uns geschehen, die vieles in unserer Freundschaft verĂ€ndert haben. Wir sind erwachsener geworden. Jeder von uns beiden hat sein eigenes Leben. Aber wir dĂŒrfen nicht vergessen, dass uns etwas verbindet. Wir sind Freunde. Wir kennen uns von klein auf. Wir dĂŒrfen uns nicht verlieren. Auch wenn hin und wieder etwas zwischen uns steht. Verstehst du? Die Zeit ist einfach zu kurz, als das wir uns aus den Augen verlieren und unseren Groll dem anderen gegenĂŒber auslassen.“ Ich weiß, ich war nicht gerade derjenige, der fĂŒr große Reden bekannt war. Aber mir lag sehr viel daran, dieses leidige Thema endlich zu einem glĂŒcklichen Ende zu fĂŒhren.
Ich sah ihn an und er sah mich an. Er nickte zustimmend und verkniff sich eine TrÀne. Wir hatten viel miteinander erlebt. Es konnte einfach nicht sein, dass es diese besondere Freundschaft nicht mehr gab. Wie zwei Erwachsene MÀnner nahmen wir uns in den Arm und begruben alte Erinnerungen, die uns auseinandergebracht hatten.
„Okay, ich danke dir sehr, dass wir noch mal von vorn beginnen können. Du musst mich aber jetzt bitte entschuldigen.“
„Was hast du vor?“, fragte er neugierig.
„Ich muss einen Menschen zurĂŒckgewinnen.“ Es war kurz, aber allein dieser Satz erweckte in mir den Mut, es noch einmal zu versuchen. Der Kampf um eine Liebe, die mich damals zerbrechen lies, weil sie zu Ende ging. Ich gab die Hoffnung nicht auf.

„Viele BrĂŒcken haben uns verbunden. Unser beider Herzen suchten sich ihren Weg und fanden einander. Selbst wenn es stĂŒrmisch, dunkel, der Nebel die Sicht verschloss oder wenn es regnete, so fand wir zusammen“, waren meine Worte, nachdem die Frau, die ich immer noch liebte, die TĂŒr geöffnet hatte. Wir sahen uns stumm an. Erneut, wie beim ersten Mal, verfiel ich ihrem Blick. Da stand sie, mit ihrem lockigen braunen Haar. Mit ihren funkelnden blauen Augen. Ihre weißen ZĂ€hne blitzten hervor, als sie mir zulĂ€chelte. Ein erster Gewinn auf der Straße zum Erfolg. Ich bemĂŒhte mich.
„Es ist eine lange Zeit vergangen. Ich habe gelernt, dazugelernt was es bedeutet, Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Ich liebe die Liebe und als sich mein Herz damals in deines verliebte, so konnte ich nicht anders, als dich anzusehen und dich zu fragen, ob du mit mir tanzen möchtest. Zaghaft suchte meine Hand die deine. Niemand konnte diesen beiden Herzen, die sich nach sehr langer Zeit gefunden hatten, den Weg versperren. Oh du meine Liebe, ich weiß, dass ich den Fehler begangen habe und nur trĂ€umerisch in meinen Gedanken schwelgte. Ich hatte mein Leben nicht im Griff. Immer wieder rutschte ich den Abgrund hinunter, der neben dem Weg, den unsere Herzen versuchten zu beschreiten, verlief. Eine Zeit lang gelang mir es nicht, einfach nur fĂŒr dich da zu sein. Es tut mir leid, dass ich dich nicht beschĂŒtzt habe, als du es nötig gehabt hattest. Es tut mir leid, dass ich dir nicht öfters gesagt habe, wie sehr ich dich begehre und dich liebe. Es tut mir leid, dass ich nicht fĂŒr dich da war, als du mich gebraucht hattest.“
Stille. Ich holte tief Luft und versuchte mich zu besinnen. Eine ungemein angespannte AtmosphĂ€re hing in der Luft. Meine trockene Kehle drĂ€ngte sich mir auf, schwer zu schlucken. Ich sah sie an und voller Stolz stagnierte sie vor mir. Sie machte den Eindruck, als mĂŒsste sie mir soeben die TĂŒr vor der Nase zuschlagen. Mein Herz raste. Ich hatte Angst. Nervös schaute ich in ihre Augen. Ihr nichtssagender Blick jagte mir einen eisigen Schauer ĂŒber den RĂŒcken, der unnachgiebig nach unten wanderte. FĂŒr diesen Augenblick hielt die Zeit inne. Mit schweren Beinen, die mich auf dem Boden der Tatsachen festhielten, wie ein Gefangener mit einer Kugel und einer Kette.
BedĂ€chtig begann sie zu nicken. Dann flog ein LĂ€cheln ĂŒber ihre zarten Lippen. Auf einmal standen ihr TrĂ€nen in den Augen.
„Was ist?“, fragte ich verĂ€ngstigt. Stirnrunzelnd versuchte ich nach ihrem Arm zu greifen, um sie zu stĂŒtzen. Sie wirkte kraftlos auf den Beinen.
„Du hattest mich schon, als du mir das erste Mal in die Augen hast“, sagte sie mit zarter Stimme. Der Moment war perfekt und die Zeit ging ihren Weg.
„Noch mal von vorn. Bitte“, flĂŒsterte ich ihr ins Ohr.
Sie weinte und lehnte sich an mich. „Mein Herz gehört dir.“
Einander waren wir wieder glĂŒcklich. Es war etwas besonderes. Ich spĂŒrte sie. Ich fĂŒhlte das Band, dass uns zusammenhielt und uns niemals auseinandergelassen hatte. Ich fĂŒhlte mich gut, als sie mich umarmte. Zwei Herzen waren wieder vereint.

Wie ein „unsichtbares“ PhĂ€nomen lehrte mich die Erfahrung, dass man nicht aufgeben darf, wenn die Chance da ist, dass man noch einmal von vorn beginnen kann. Das war mein Kreuzzug. Als mein Freund damals in dieser Menge verschwand, wurde mir klar, dass nur ich in dieser Menge verschwunden war und nicht er. Lange hatte ich gebraucht, einen neuen Weg zu finden. Ich habe zurĂŒckgewonnen, was ich verloren glaubte. Aber ich habe niemals aufgegeben, diesen Traum zu trĂ€umen und letztendlich Wahrheit werden zu lassen. Ich habe immer fest daran geglaubt. Die Zeit ist zu kurz, um die wichtigen Dinge des Lebens zu vernachlĂ€ssigen.
Dies war mein Kreuzzug. Wo ist deiner? Worauf wartest du?

__________________
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M.

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Breimann
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 38
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noch mal von vorn

also,
wie man dafĂŒr, ich weiß nicht, wer das gemacht hat, 10 von 10 möglichen Punkten vergeben kann, das ist mir unbegreiflich.
Ich habe nur gelacht, und mich an meine PenÀlerzeit erinnert, als ich meine ersten Schreibversuche machte.
Und jetzt bitte "noch mal von vorn!", möchte man ausrufen. Dem "Werk" eine 10 zu geben, hilft doch nicht. Wir wollen uns alle verbessern und da muss Kritik angebracht sein.

Die Sprache ist geschraubt, unnatĂŒrlich, holprig. Die Wortstellung in den SĂ€tzen ist nicht immer richtig und der ganze Aufbau muss anders sein. Nach meiner Meinung ist die HĂ€lfte des Werkes ĂŒberflĂŒssig, zu langatmig.
Mit der Bitte um VerstĂ€ndnis fĂŒr meine Kritik, die helfen soll, den besseren Weg zu finden. Jeder von uns hat lernen mĂŒssen. Hier eine falschen Note zu geben, wĂ€re verwerflich!
Mit guten WĂŒnschen
eduard
__________________
Ich schreibe - also bin ich.

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