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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
politik und philosophie ...
Eingestellt am 03. 02. 2002 21:06


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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
Registriert: May 2001

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politik und philosophie

ich war am wochenende - als m├╝nchner - in m├╝nchen in der n├Ąhe des marienplatzes.
ich wei├č nicht, ob jeder der dies liest, was an diesem wochenende in m├╝nchen war. es galt ein demonstrationsverbot, weil man linke radikale erwartete. am gleichen wochenende wurde eine demonstration der DVP, welche ja eigentlich verboten werden sollte, erlaubt.
in m├╝nchen gab es drei verschiende demonstranten, naja eigentlich vier.
aber teilen wir die eine gruppe in drei, die andere wird extra betrachtet.
die erste gruppe war sicherlich die als radikal erwartete gruppe einzelner menschen, die einfach nur rumst├Ąnkern wollten ( die gibt es bei fu├čballfans und auf der wiesn auch, nur da├č sie da erlaubt sind ), dann gab s die gruppe derer, die friedlich demonstrieren wollte ( "ihr seid friedlich, was seid ihr?" war der sch├Ânste spruch der unerlaubten demo ) und zum schlu├č die gruppe derer, welche sich das ganze anschauen wollten und wenn gegen was waren, dann allerh├Âchstens gegen die immense steuergelderverschwendung ( die sicherheitskr├Ąft des BGS ├╝bernachteten tlw. in der n├Ąhe von salzburg, der gro├čteil der polizisten kam aus m osten ).
die menschen, welche demonstrierten, was sie ja nicht durften, waren gr├Â├čtenteils friedlich, man unterhielt sich sogar mit den polizisten, welche ebenfalls gr├Â├čtenteils nicht so b├Âs waren wie ihr auftrag.
die schlimmen waren die zivilen polizisten, welche den auftrag hatten, immer wieder auff├Ąllige `demonstranten┬┤ rauszuziehen.

ich mag einfach nur kurze momente darstellen, da man sich sonst fragt wo die philosophie bleibt.

es spitzte sich die situation dann zu, als man die menschenmassen im tal, einer stra├če, in der n├Ąhe des marienplatzes, also der mitte m├╝nchens, einkesselte. fachdeutsch nennt man so etwas sicher anders, aber es gab einfach kein ein und aus mehr. die menschen waren gefangen. wie in kundus, kandaharr und sonstigen st├Ądten afghanistans.
alle menschen waren gefangen. ein wirt mu├čte mit seinem telephon schimpfen, da├č seine bedienung rein durfte. eine frau, ca. 50, sehr anst├Ąndig gekleidet, durfte nicht raus. 2 italienerinnen, welche dummerweise beim essen in einem restaurant zu lang gesessen waren, durften nicht raus. die presse durfte zeitweise auch nicht raus. ich durfte auch nicht raus. ich war zuschauer.
zum gl├╝ck hatte ein freund von mir einen presseausweis, aus thailand f├╝r 10,-DM gekauft. er hatte DAS schreiben. ich durfte nur mit raus, weil ich ewig mit zwei polizisten geredet hatte, gezeigt hatte, die lage erkannt zu haben, zu verstehen, aber nur nach hause wollte. diese zwei polizisten waren menschen. und diese zwei polizisten entschuldigen die aktion in bezug auf die polizei.

nun komme ich langsam zur philosophie.

ich suchte im internet nach berichten zu diesen tagen. es gab nur informationen ├╝ber die konferenz, ├╝ber ausschreitungen, eine einzigen guten bericht fand ich in der s├╝ddeutschen. nat├╝rlich kann man mir empfehlen irgendwelche websides von Linken Gruppen zu durchforsten. aber das ist politik.
die philosophie, die sich nun einschleicht ist jene, da├č abseits zB des beitrags israel-pal├Ąstina in der leselupe mir es vorkommt, als ob dieses volk deutschland aus einer gro├čen menge marionetten besteht, entweder gro├čen ( politiker, die sich f├╝gen der macht ) oder kleinen ( kleinb├╝rger, welche sich hinter dem fernsehen und entertainment verstecken, etc. ).
dies ist erschreckend. gleichzeitig ist es so, da├č diese art der un-demokratie ( das verbot der demonstration ) es schafft, unzufrieden zu sein, hass zu empfinden. und dieser bohrt sich in den kopf tief ein. w├Ąhrend eine demonstration meinungs├Ąu├čerung schafft und das glauben an demokratie schafft diese art nur eins: hass.
diesen hass zu kontrollieren f├Ąllt schwer.
was mag aber eine regierung damit erreichen, da├č sie menschen zu hass-seienden macht?
Camus hat sich mit der problematik der revolution auch philosophisch auseinandergesetzt. er ist f├╝r mich ein strohhalm.
k├Ânnte es vielleicht m├Âglich sein, da├č die medien etwas ver├Ąndern k├Ânnen in den ver├Ąnderungen, welche im moment abgehen?
die medien im tal waren hilflos. ein mann von der presse meinte zu mir: wen soll ich jetzt anrufen? die polizei ist schon da. und der chef der sicherheit steht auch hier im kessel und befiehlt das gegenteil von dem, was wir uns w├╝nschen.

so stand ich da, mit der presse. und keiner sollte uns retten d├╝rfen?

ich war ein humanist, ein arbeiter f├╝r den staat. nun bin ich dem revoluzzer einen gro├čen sprung n├Ąher gekommen.
das einfache da-sein ist ein schlechtes f├╝r das Dasein. denn es h├Ąlt einen davon ab zu be-greifen um was es geht. man wird unter-halten. unten-ge-halten.
man liefert sich einer macht aus, die wir nicht kennen. kennen diese sie noch, welche an der macht sind?

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hi zettelstraum.

Einen interessanten Bericht hast Du da abgegeben. Ich konnte bislang dar├╝ber nur einige Fetzen aus dem Radio mitverfolgen. Sicher wird morgen in der Presse ausgiebig etwas stehen. Na zumindest in der taz. Ich werde mich da mal einlesen. Ich kann mir gut vorstellen was da abgegangen ist. Traurig, traurig...

Tja und die Philosophie von der Geschicht?, na, vielleicht f├Ąllt mir morgen mehr dazu ein.

Sch├Âne Gr├╝├če
Volkmar

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Omar Chajjam
???
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Ich hatte mich schon gewundert, wo sie die 200 Radikalen aufgetrieben hatten.

Sehr sch├Âner Bericht.

Herzliche Gr├╝├če
von Omar

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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
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danke omar.

wirklich.

wenn ich jmd literarisch und menschlich bei der leselupe bewunderte, ist es omar.
wem ich die 10 punkte zu verdanken habe, das wei├č ich nicht.
ich wei├č ja nicht mal wie man punkte verteilt.
jedenfalls bedanke ich mich daf├╝r.
ich hoffe, da├č die philosophie, die wissenschaften und ein teil der medien es schafft den terroristischen geist der machtkultur amerikas zu de-legimitieren bzw. aufzuhalten.

ich habe noch nie so etwas un-demokratisches erlebt wie in m├╝nchen.

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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Guter

Die ├Âffentliche Meinung wird hergestellt wie Dosenbier. Information ist ein Teil des Produktionsprozesses und soll die Leute besoffen machen.

Der sich abzeichnende Neokolonialismus zu Beginn dieses Jahrtausends unserer Zeitrechnung wird die Welt endg├╝ltig in zwei Teile teilen. Die Guten bleiben unter sich im sicheren Schutz. Die B├Âsen kommen in die Zoologischen G├Ąrten und sind in K├Ąfigen zu bestaunen. Sie haben lange B├Ąrte und hangeln sich wie Affen von H├Âhle zu H├Âhle.


Gru├č nach Monaco
und danke f├╝r das Wohlwollen
und die Freundlichkeit
Omar

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Omar.

"Zeitrechnung wird die Welt endg├╝ltig in zwei Teile teilen."

Ich denke mal, dieser Teil ist l├Ąngst vollzogen un in meinem Leben eh nicht mehr revidierbar.

Sch├Ânen Gruss

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Lothar
Hobbydichter
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Israel - Pal├Ąstina

Lieber Zettelstraum!
Du schreibst u.a.:
"... die philosophie, die sich nun einschleicht ist jene, da├č abseits zB des beitrags israel-pal├Ąstina in der leselupe mir es vorkommt, als ob dieses volk deutschland aus einer gro├čen menge marionetten besteht, entweder gro├čen ( politiker, die sich f├╝gen der macht ) oder kleinen ( kleinb├╝rger, welche sich hinter dem fernsehen und entertainment verstecken, etc. ).
dies ist erschreckend. gleichzeitig ist es so, da├č diese art der un-demokratie ( das verbot der demonstration ) es schafft, unzufrieden zu sein, hass zu empfinden. und dieser bohrt sich in den kopf tief ein. w├Ąhrend eine demonstration meinungs├Ąu├čerung schafft und das glauben an demokratie schafft diese art nur eins: hass.
diesen hass zu kontrollieren f├Ąllt schwer......"

Den Tread "Israel-Pal├Ąstina" gibt es nicht mehr. Du siehst, auch die LL steckt schon den Kopf in den Sand. Vogelstrau├č-Politik trifft auf Vogelstrau├čphilosophie. So war es schon ab 1933. Es wird in der Welt immer gef├Ąhrlich, wenn die Intellektuellen zum Kuschen anfangen. Schade.

├ťbrigens, man hat auch meine schon 100 mal geschriebene Geschichte ├╝ber den Anti-Christen (ich habe sie nur ins Heute adaptiert), aus den Neuen Foren einer angeblichen Neuen Freiheit, des Internets, verbannt. Wenn schon die Intellektuellen selbst mit der Zensur beginnen, wie leicht wird es dann erst die Staatsgewalt haben, wenn sie damit anf├Ąngt? Traurig, traurig, aber wahr. Leider!

Liebe Gr├╝├če, Du scheinst einer der Wenigen hier zu sein, der sich noch Gedanken macht.
Lothar.

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