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Leselupe.de > Kurzgeschichten
professionell
Eingestellt am 14. 10. 2009 16:54


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lilaluftballon
Wird mal Schriftsteller
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Sie war die Beste. Das wusste sie. Sie war sch├Ân, Mitte 20, hatte feingliedrige H├Ąnde und F├╝├če und ein anmutiges Gesicht. Sie sa├č an ihrem Schminktisch. Das Lampenlicht schimmerte auf dem polierten Ebenholz des Tisches. Sie blickte in den Spiegel. Ihre blauen Augen gl├Ąnzten. Sie griff nach ihrer Puderdose. Es war ein wertvolles St├╝ck. Sie ├Âffnete sie und verteilte gekonnt das Puder auf ihren Wangen. Sie sah auf die Uhr in einer halben Stunde m├╝sste sie aufbrechen. Sie legte vorsichtig die Puderdose weg, griff nach ihrem Lippenstift und trug ihn auf. W├Ąhrend sie das tat, dachte sie ├╝ber ihren Verdienst nach. Auch an diesem Tag w├╝rde sie 1 ÔéČ pro Minute machen. Sie w├╝rde wie immer 180 ÔéČ in drei Stunden verdienen. Sie r├╝ckte ihr schwarzes Kleid zurecht, legte ihr gro├čes, schwarzes Tuch um und zog ihre schwarzen Handschuhe an. Sie blickte wieder in den Spiegel. Sie war zufrieden. Sie stand auf und drehte ihren grazi├Âsen K├Ârper. Ihr Rock flog leicht in die H├Âhe. Sie l├Ąchelte, dabei blitzen ihre strahlend wei├čen Z├Ąhne hervor. Sie knipste das Licht aus und verschwand durch die T├╝r.
Ein kleiner Junge zerrte an der Hand der Mutter. Ihr Gesicht lag in Falten. Der Junge wollte Zuckerwatte. Auf der anderen Seite des ├╝berf├╝llten Platzes stand ein rosa Wagen. Sein Besitzer verkaufte Zuckerwatte an die Kinder. Der s├╝├če Duft umh├╝llte den ganzen Platz. Der Junge bahnte sich den Weg zu der S├╝├čigkeit. Die Mutter war genervt, der Sohn war quengelig. Pl├Âtzlich hielt der Bub inne, zeigt mit einem Finger der freien Hand auf eine, mit einem schwarzen Tuch vermummte Frau, die an einer Mauer angelehnt, um Geld bettelte. Sie zitterte am ganzen K├Ârper und blickte ununterbrochen auf den Boden. Der Junge riss an der Hand der Mutter und sagte ihr, sie solle der alten, h├Ąsslichen Frau Geld geben. Die Mutter sah widerwillig auf die Bettlerin herab. Ihr Blick war voll Abscheu. Ver├Ąchtlich warf sie einen 10 ÔéČ Schein in die Dose der alten Frau. Der Junge zog die Mutter schon wieder weiter. Er wollte Zuckerwatte.
Die Bettlerin holte die 10 ÔéČ aus der Dose, sie hob ihren Kopf und l├Ąchelte, wobei sie ihre sch├Ânen Z├Ąhne entbl├Â├čte und ihre blauen Augen gl├Ąnzten.
Sie war die Beste. Das wusste sie.

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Wipfel
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Peinlich das...

Und warum m├╝ssen S├Ątze immer mit "Sie" beginnen? Bei 10 habe ich aufgeh├Ârt zu z├Ąhlen.

Oder anders ausgedr├╝ckt: 180 Eier in drei Stunden! Wenn sie 10 Stunden da steht (Fr├╝hst├╝ckspause und Mittag eingerechnet), sind das schlappe 600,- Piepen an einem Tag - an 30 Tagen, das macht - Moment - 18 Riesen im Monat. Nicht schlecht! Und man bedenke: das alles steuerfrei. Das ist ja das Schlimme! Und unsereiner plagt sich ab. Dabei - wenn ich in den Spiegel schau: so h├Ą├člich wie die bin ich schon lange. Ich k├Ânnte mir sogar glatt das Schminkzeug sparen. Genau! Das ist die Idee - ich schmei├č meinen Job bei Aldi und geh betteln. Stra├čburg kommt gut, direkt vor dem M├╝nster. Oder Berlin - Ostbahnhof nat├╝rlich. Ach was, viel besser ist Frankfurt! Ich setz mich vor die Buchmesse, da haben die Reichen keine Chance!

┬░!┬░

Gr├╝├če von wipfel

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @lilaluftballon,

lass dich erst mal begr├╝├čen und dich begl├╝ckw├╝nschen, dass du hierher in die leselupe gefunden hast. hoffentlich hast du viel spa├č mit uns und deinen texten.

dass du's hier nicht mit einer einfachen leserschaft zu tun hast, sondern knallharten schreibprofis, die jeden fehler auch bei jedem neuank├Âmmling gnadenlos verwursten, siehst du hier bei diesem werk - ich rate dir, das mit einem qu├Ąntchen humor zu nehmen (welch letzterer unter literaten eine seltene gabe zu sein scheint) und vor allem darauf zu achten, dass man nicht dich, sindern immer nur dein werk kritisiert.

deinem profil nach verdienst du, so finde ich, ein wenig welpenschutz. unabh├Ąngig davon - peinlich finde ich deine geschichte ganz und gar nicht, sonder in doppelter hinsicht interessant: man denkt erst an eine nutte, bis man am ende eine "bettlerin" erkennt. wenn man bereit ist, ein wenig ├╝ber die kleinen schw├Ąchen der darstellung hinwegzusehen, kommt man ins gr├╝beln und denkt dr├╝ber nach, welche der beiden prostitutionen wohl die weniger erniedrigende w├Ąre. insoweit halte ich deine kleine story f├╝r sehr gelungen.

das mit den vielen "sies" ist wirklich ein bisschen monoton und w├Ąr nicht unbedingt notwendig. es gibt ja kein erz├Ąhl-ich, dem man damit etwa ein simples gem├╝t zuschreiben wollte. da k├Ânntest du vielleicht ein bisschen was ├Ąndern.

damit der marktplatz vom leser sicherer erreicht werden kann (lass die mutter besser nur die stirn runzeln), solltest du den absatz vor dem kleinen jungen deutlicher machen - einfach eine leerzeile, und schon passt's. das gleiche nochmal vor dem griff in die dose.

dem einwand, der junge sei doch bestimmt zu sehr auf die zuckerwatte fixiert, als dass er noch etwas anderes wahrnehmen k├Ânne, begegne am besten damit, dass du am ende sagst: "er wollte seine zuckerwatte". das reichte dann, finde ich.

nicht ganz schl├╝ssig ist der ansatz, dass eine h├╝bsche sich f├╝r die beste h├Ąlt, obwohl sie sich bei ihrer "arbeit" vermummt - sie ist dann weder h├╝bsch noch h├Ąsslich, wie der junge ein wenig unmotiviert sagt.

tipp: lass das m├Ądchen unvermummt als h├╝bsche zittern und betteln. dann w├╝rde der hohe umsatz plausibler und, vor allem, die erniedrigung deutlicher, um die's ja eigentlich auch geht - ganz egal, ob der eine oder andere bettlerInnen grunds├Ątzlich hasst, wies den anschein hat.

liebe gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

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heini
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2009

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Das wiederholte "Sie" ist f├╝r mich eher Stilmittel. Sprachlich werden IMHO ein paar Klischees zuviel bedient und auch die Bilder sind ein wenig schief: ein kleiner Junge bahnt sich wohl keinen Weg, sondern st├Â├čt, dr├Ąngt, zerrt. Und soviel negative Blicke der Mutter: widerwillig, Abscheu, ver├Ąchtlich. Mir scheint der Stil des ersten Teils durch die kurzen Haupts├Ątze dem doch sorgf├Ąltigen Verwandeln in die Bettlerin etwas zu wenig flie├čend. Der passt eher zum zweiten Teil des Knaben, der vorw├Ąrts dr├Ąngt.
__________________
heini

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