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Leselupe.de > Kurzgeschichten
realtiätsverlust
Eingestellt am 05. 05. 2001 14:12


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zettelstraum
Blümchendichter
Registriert: May 2001

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LIEBE - eine Sache des Sichverkaufens?

Brokerbrake.
Harry und Daniel verlassen ihre Bank und gehen zum Italiener gegenüber. Ein Cappuccino und ein Tiramisu ist schnell bestellt und gebracht. Die Sonne scheint unangenehm in ihre Augen, da diese nur flimmernde Bildschirme gewohnt sind. Das eine Auge online, das andere auf dem Bildschirm. Und wenn mal kurz eine Pause ist, dann mal ein halbes auf die Kundinnen, die täglich schöner werden, da der Sommer ihnen endlich Farbe und Frechheit schenkt. Je kürzer der Rock, desto länger der Blick.
„O Mann, Daniel, heut wollte schon wieder einer zeichnen! So ein typischer Arbeiter, nix im Kopf und nur nach den Schlagzeilen gehend. Meinte, er habe mit Internetaktien schon mal Gewinne gemacht. Habe ihn gefragt, warum er nicht online-banking mache. Das kenne er gar nicht. Gibt es die bald auch als Neuemission, wollte er wissen. Ich hätte ihm eine reinschlagen können. Werde mal eine kleine Aktennotiz machen, daß der aufgrund des Kredits, den er für die Zeichnung aufgenommen hat, bei der Zeichnung nicht berücksichtigt werden soll."
„Ach, diese Gauner, die nichts gelernt haben, aber im Moment Geld machen wie Heu! Das hätte man sich früher nicht gedacht. Wir studieren und machen harte Zusatzausbildungen, daß wir uns damit auskennen, informieren zu können und nicht schlecht verdienen und plötzlich hat Herr Meier einen neuen Wagen, wobei er doch eigentlich nur Leute unter die Erde bringt. Beim Möwenpick kauft er dann einen riesigen Eisbecher und kann nicht mal Melange aussprechen."
Daniels Handy vibriert in der Jackentasche. „Ja, Schatz, hallo. Was ist?" - „Du hast heute keine Zeit für den Einkauf? Macht nichts, schick mir eine SMS, ich bestell dann über`s Netz." - „Ja, passt schon, bis heute abend."
Harry hat sich derweilen eine Zigarette angezündet und einer hübschen Bedienung zugezwinkert, die sich aber ganz angewidert zu einer frechen Grimasse geneigt sieht.
„Meinst du, daß sich Micha schon gut genug auskennt? Teilweise habe ich schon Bedenken, wenn wir in die Pause gehen, daß er nicht schnell genug ist."
„Na ja, er ist zwar noch jung, aber die Jungen haben verdammt viel Lust daran gefunden, selber zu handeln. Letzthin hat er in zwei Stunden zwei 30%ige Gewinne eingefahren. Aber bei ihm Zuhause schaut es aus, als ob er nie erwachsen werden könnte. Ich hab ja mit Gewinnen aus dem letzten Jahr meinen Dachgeschoßausbau finanzieren können."
„Ich glaube, er ist ein Kandidat für die Baisse. Da wird sich dann beweisen, daß Euphorie allein nichts bringt."
„Er hat ja gestern einem Studenten empfohlen zu zeichnen, was der auch gemacht hat. Ich hätte ihm nie den Kredit gegeben. Für 10.000,-DM zu zeichnen, wenn der gar keinen Verdienst hat. Das ist gewagt."
„Aber wenn er sie kriegt und Glück hat, dann kann er absahnen."
„Mal sehen wie der Kurs geht."
Beide zahlen und gehen wieder zurück an die Bildschirme. Der Bulle kämpft sich an diesem Tag so durch, keine Einbrüche, aber auch keine besonderen Gewinne. Punkt 18.00 Uhr klickt Daniel die Einkäufe durch, räumt seinen Schreibtisch auf und macht sich in seinem Wagen auf den Weg zum Squashen.

Seine Frau sitzt am Computer, einem Pentium III, einer dieser schnellen, mit ISDN-Anschluß. Sie sieht gebannt auf den Bildschirm und schielt nur manchmal in Richtung leerer Zigarettenschachtel und überfülltem Aschenbecher. Das Gespräch ist so faszinierend, daß ihr alle zehn Minuten die obligatorische Zigarette abgeht.

EISBAERBABY: ich seh dich
SCHWERE MELODIE: du erinnerst dich?
EISBAERBABY: gerne immer wieder wenn ich dich gewahre
SCHWERE MELODIE: gefiel ich dir?
EISBAERBABY: nichts könnte mir mehr ein traum sein, als diesen zu verwirklichen
SCHWERE MELODIE: du redest von mir?
EISBAERBABY: von dem traum den du mir schenkst...
SCHWERE MELODIE: was ist es, was dich bewegt? was dir gefällt?
EISBAERBABY: es ist die leichtigkeit deines wesens, wie es so wunderbar lächelnd mir gegenübersitzt und sich
gefällt in seiner schönheit
SCHWERE MELODIE: ....
EISBAERBABY: bin ich dir ein brett, ein stein, ein hindernis auf deinem weg?
SCHWERE MELODIE: nein, das bist du nicht....
EISBAERBABY: so werde ich dir die welle sein dürfen, auf welcher du sonnenstrahlen gewahrst und doch auch
die prickelnde kühle des meerwassers
SCHWERE MELODIE: du darfst das sein, der du bist, das gefallen an dir wie an mir...
EISBAERBABY: schön...
SCHWERE MELODIE: wie schaffst du es, die sonne zu sein? die welt ist so dunkel in mir...
EISBAERBABY: ich verschiebe unsere welt in eine andere zone, ich betone, ich schenke momente, ich befremde
SCHWERE MELODIE: und läßt mich doch sein?
EISBAERBABY: der du bist, wie immer du auch wirklich heißt...
SCHWERE MELODIE: ....du weißt doch wie ich heiße....
EISBAERBABY: ....ganz leise werd ich ihn dir nennen, wenn wir uns entgegen rennen, um uns umarmend zu
begrüßen, uns verbrennen, die schand zu füßen und doch die vernunft treten, während sonntags
all die menschen in ihren kirchen beten.....
SCHWERE MELODIE: du, ich muß off, es klingelt...
EISBAERBABY: schade*

Sie geht zur Tür. Die Onlinelieferung des Abendessens. Ziemlich gleichzeitig, da sie ihren Geldbeutel holt, gewahrt sie einen Piepston neben dem Computer. Sie zahlt den Fahrer.
`Hier noch das Rezept:....´. Schade! Sie dachte, er hätte ihr noch eine schmeichelnde Nachricht geschickt.
So geht sie in die Küche, packt die Sachen aus, stellt den Kochtopf auf den Herd, viel zu automatisch, um sich der Liebe ihres Gatten gewahr zu werden.
`Hallo Verona. Boah, das ist ja eine Wucht, dich leibhaftig zu sehen.´
`Hallo Jungs. Und, wer wird nun mein Big Brother für den heutigen Tag? Habt ihr euch schon entschieden?´
`Nee, das werden wir noch auskämpfen. Oder Stephanie wird es entscheiden...´
Der Fernseher läuft nebenher. Der Dunstabzug ebenso und irgendwo hat sie auch noch vergessen ihren Radio auszuschalten, es könnte sich um den Wecker handeln, der sie gegen Mittag geweckt hat.
Er hat einen Wein dazu liefern lassen, einen kalifornischen. Schön.
Die Sonne schlüpft auch noch einmal kurz durch die Wolken, bevor die Nacht sie verschlingt.
Die Tür geht auf, Daniel kommt herein.
„Hallo Schatz."
„Hallo mein Schöner," erwidert sie und gibt ihm einen Kuß auf die Backe, während sie ihre Hände an der Schürze abstreift.
Er riecht gut, jeden Dienstag tut er das; Sportduscher war einmal sein Spitzname.
Das Essen wird ein Genuß in zwei Gängen und einem weinhaltigen Abgang.
Er geht an den Computer, logt sich mit seinem Namen ein, sie nimmt sich das Telephon, legt sich auf das Sofa und telephoniert mit ihrer Freundin. Sie weiß, daß er sie abholen wird....

Harry hat einen wichtigen Deal zu tätigen und will deswegen Daniel alleine ins Café schicken. Der nimmt sich aber Michael mit, da dieser gerade noch mit einem Kunden fertig wurde und an jenem Tag zwei zusätzliche Mitarbeiter zur Information bereitstehen. Diese Neuemissionen!
Michael bestellt sich nur einen Cappuccino, er hat niemals Hunger in der Mittagspause. Er ist es noch aus der Zeit seines Studiums gewohnt, daß mittags Essen nicht schmeckt. ( Man sollte aber bedenken, daß es sich hierbei um Mensaessen handelte. ) .
„Geht deine Frau eigentlich auch online?"
„Warum auch? Ich geh schon lang nicht mehr außerhalb der Arbeitszeit on."
„Geht sie nun, oder nicht?"
„Warum willst du das wissen?"
„Weißt du, außerhalb unseres Lebens in diesen Büros gibt es da noch eine andere Welt, in welcher Dinge abgehen, die du vielleicht nicht kennst."
„Weißt du, dafür hab ich eigentlich wenig Zeit, seitdem ich verheiratet bin. Ich bin nunmal nicht mehr so jung."
„Eine Krawatte und ein Haus machen manchmal älter als man wirklich ist."
„Deswegen trägst du keine, oder was?"
„Wahrscheinlich." Nach einer Pause fragt er Daniel noch einmal die erste Frage.
„Ich schätze, daß sie es tut. Sie hat einen eigenen Namen und ein Kennwort. Dies ist ihre Privatsphäre, die ich ihr auch gern lasse. Vertrauen ist keine Pflichtsache, sondern Ehrensache."

SCHWERE MELODIE: ist deine erwartung bei mir erfüllt worden?
EISBAERBABY: dein bild war überzeugend....und jetzt könnte ich dasitzen und nicht aufhören mich zu
unterhalten
SCHWERE MELODIE: dann hör ich halt auf
EISBAERBABY: nein...
SCHWERE MELODIE: *lächel*
EISBAERBABY: der alte student verfällt sonst wieder in träumereien
SCHWERE MELODIE: hey, die sind aber nicht schlecht die träumereien
EISBAERBABY: aber erwartungen....da hatte ich keine....hatte bei dir anfangs nur angst, daß ich versage
EISBAERBABY: das einzige was nun anders ist, daß deine nähe nicht mehr unerträglich, sondern angenehm ist
SCHWERE MELODIE: versage???? nein quatsch...wie kann man versagen, wenn der andere keine ansprüche
stellt?
EISBAERBABY: man kann nur vor sich selbst versagen
SCHWERE MELODIE: hmmmm....müßte ich drüber nachdenken
EISBAERBABY: wenn man sich vor dem anderen anstrengen muß, kann man nicht richtig genießen...besonders
wenn man sich noch nicht so kennt
EISBAERBABY: denk doch mal dran, du kennst nen mann kennen, alles ganz besonders und in derjenigen nacht versucht er sic nur um dich uz kümmern, das wär seltsam
EISBAERBABY: du würdest dich fragen, was ER eigetnlich will
SCHWERE MELODIE: ja...klar...
EISBAERBABY: so schnell hast du verstanden
EISBAERBABY: applaus*
SCHWERE MELODIE: *lach*
EISBAERBABY: kuss verdient...kuss bekommen
SCHWERE MELODIE: *lächel*
SCHWERE MELODIE: hat ihn genossen

Die Tür geht auf, Daniel kommt nach Hause. „Hallo Schatz."
Sie klickt sich aus. Während der Bildschirm nach unten fährt, dreht sie sich um, lächelt ihm freundlich zu und gibt ihm seine freundliche Begrüßung zurück. „Du, ich hab uns zwei Karten für ein Theaterstück geordert. Lassen wir heute das Essen ausfallen und gehen dorthin? Ein paar Käseschnitte hab ich im Kühlschrank vorbereitet."
„Tolle Idee, ich dusch mir nur noch schnell. Ja?"
„Mach das, ich zieh mich schon mal um."
Im Bad denkt Daniel ohne ersichtlichen Grund an die Frage von Michael. `Sollte sie wirklich?´

Am nächsten Tag machen Daniel und Michael wieder zusammen Pause. Diesmal gehen sie zu einer Imbissbude. Der Vorschlag kam von Daniel.
„Michael, gestern hab ich mir überlegt, daß ich das gerne einmal bei dir beobachten würde."
„Was würdest du bei mir einmal beobachten?"
„Das mit dem Chatten. Ich habe gestern den Chatnamen meiner Frau gefunden und würde gerne mal schauen, was sie online so macht."
„Ob sie wirklich chattet?"
„Ja. Und mit wem?"
„Mit wem wirklich, das ist schwer raus herauszufinden. Aber du kannst heute gerne vorbeischauen. Wolltest du nicht eigentlich mit Harry Squashen gehen?"
„Ja, das hab ich ihm aber schon abgesagt."
„Gut, dann können wir ja dann noch später eine Kleinigkeit zum Essen besorgen und dann geht’s los!"
Als Michael zahlen will, meint Daniel nur: „Hey, das passt schon. Ich lad dich ein."

Bei Michael schaut es aus wie auf einem Schreibtisch. Und inmitten dieses Schreibtisches steht sein Computerbildschirm.
„Wozu hast du denn noch einen Computer, wenn du schon einen Laptop hast?"
„Du meinst, weil ich noch jung bin, darf ich nur das eine, aber nicht das andere haben? Nein, der Computer ist noch aus meiner Studentenzeit. Willst du ein Bier oder einen Wein?"
„Was empfiehlst du zum Einstieg?"
„Wenn du schon auf dieses Ziel hin fragst, dann sag ich Bier, denn Chatten ist mehr Unterhaltung denn Kultur."
Und so dauert es nicht lange, bis die beiden in angenehmer Stimmung vor dem Bildschirm sitzen, sich auf der Suche nach der SCHWEREN MELODIE befinden.
Ihren eigenen Namen zu finden, fiel beiden nicht schwer. Es mußte sich auf jeden Fall um eine Figur handeln, der eindeutige Absichten ablesbar waren und die gleichzeitig aber etwas interessantes und doch nichts dem Wesen ähnlich, welches auf beide zutreffen konnte: SCHLUCKSPECHT69! Ein bißchen Alkohol, ein bißchen Frechheit und eine Prise Sex, so wie Frau sich einen Mann nun einmal wünscht, in ihrer Phantasie.

FUNDANGO: hey, das spiel war hammerhart
DIESOCKE: wie alt seid ihr so?
NADJA5777: warum schon wieder diese fußballmänner
DURSTIGEMANN: was hast du gegen fußball fg*
TIGERHEXE77: das alter ist hier nebensache....socke
PERELANDRA02: was ist ein planet, wenn alles nur teile sind
FUNDANGO: was is n des für ne blöde frage
SCHWERE MELODIE: mal aus dem tele winkt*
DIESOCKE: was is n das tele?
TIGERHEXE77: schickt doch mal das kind ins bett
DURSTIGEMANN: naja, vielleicht ist sie ne hübsche, hexe...lol*
.....
„Was heißt hier tele, Micha?"
„Das sie mit jemandem anderen oder mit einer anderen oder aber mehreren am reden ist."
„Und mit wem?"
„Langsam mit der Eifersucht. Dies ist eine Welt, die unserem Markt ähnlich ist. Buy and Sell. Der Bulle ist ein bißchen wütender, weil es sich um Emotionen handelt, aber sonst ist es nicht viel anders."
Auf dem Bildschirm erscheint plötzlich ein Telegramm an den SCHLUCKSPECHT69. Von WILDEMARIE. Ob er Lust habe auf eine Webcamsession.
„Hier geht’s ja ab. Junge, Junge."
Michael lächelt: „Jetzt hast du aber auch gesehen, was ein tele ist."
„Kann man auch ihr ein tele schreiben?"
„Willst du wirklich dich als Voyeur outen? Ich würde Marie nicht anschreiben."
„Nicht Marie, nein, meiner Frau."
„Dann laß uns aber erst mal noch einen Schluck nehmen."
Michael zündet sich eine Zigarette an, stößt kurz mit seinem königlichen Pilsner an und beobachtet dann noch ein bißchen das Geschehen im Raum.
Daniel leert sein Bier mit zwei großen Schlücken, seine Finger nähern sich zaghaft der Maus. Er klickt die notwendigen Felder an. Der weiße Kasten macht ihn nervös. `Was soll er schreiben?´
„Hallo melodie, hier schreibt dir ein ganz toller."
„na und."
„wo steckst du gerade?"
Lange kommt keine Antwort.
„was gehts dich an..."
„viel, du mußt mich kennenlernen"
Diesmal kommt wirklich keine Antwort, auch nicht nach zehn Minuten.
Michael nimmt einen Schluck, macht die Flasche leer, nimmt Daniel die Maus ab.
„Pass auf, ich zeig dir mal wie man das macht."
Er kennt das Spiel schon, weiß sich an Ablehnungen aufzubauen, um sie abzubauen.
„es ist nicht das kennenlernen, daß ich suche, ich kenn dich doch nicht, ich such die eine, für die ich eine träne weine, während ich sie verfluche...;-)"
„das ist mir eine angenehmere seite an dir"
„wer bist du?"
„der, aus dessen verschiedenen andeutungen sich ein mann erst richtig zusammenstellen läßt"
„ein wahrer larrie-croft-typ? lach*"
„nenn es so"
.....
Daniel staunt. Was dieser Junge alles schafft! In Minutenschnelle lernt er seine Frau von einer Seite kennen, die er gar nicht kannte. Er ist begeistert.
„Nun geh ich raus aus dem tele und du wirst ein bißchen im Raum deine Übung machen, Daniel. O.k.?"
„Ein Versuch muß es wert sein, denn sonst mußt du ja dauernd mit ihr chatten und ich kann gleich Zuhause bleiben."
„Nein, das kannst du nicht. Schon aus dem einfachen Grund nicht, weil sie dann nicht online sein kann."
„Du hast Recht!"
Und so wechselt der SCHLUCKSPECHT69 den Baum und hackt wildfremde Frauen an, um für die große Versuchung zu üben. Mit der Zeit findet er auch seine Opfer, die ihm dabei bereitwillig helfen. Je länger der Abend, desto lockerer die Stimmung der beiden Banker. Kurz vor Mitternacht kommt Daniel nach Hause. Seine Frau schläft schon.

EISBAERBABY: entschuldige meine seitenspringende spontanität die zusammenhangslos erscheint
SCHWERE MELODIE: *lächel*...aber du redest wie immer blumig
EISBAERBABY: ist die blume schön?
SCHWERE MELODIE: was?
EISBAERBABY: etwas schön?
SCHWERE MELODIE: doch sehr schön und ausgeschmückt *lächel*
EISBAERBABY: aber du willst wahrheiten hören?
SCHWERE MELODIE: klare deutliche ansagen
EISBAERBABY: kann ich nicht bringen
SCHWERE MELODIE: warum? *heul*
EISBAERBABY: aber heute ist nicht alle tage, gefühllosigkeit ist eine plage
EISBAERBABY: und wenn man den kopf dann auf tresen legt, sich schwer was im herzen bewegt
SCHWERE MELODIE: und was?
Plötzlich taucht da ein Telegramm für die junge Frau auf:
„wohin sind wir denn gerade entschwunden? Nicht sichtbar für meine suchenden Gefühler..."
SCHWERE MELODIE: du, ich muß mal raus aus dem raum....wir sehen, hören, schreiben uns...ja?
EISBAERBABY: ja....seufz*
SCHWERE MELODIE: tschüssiii du
„hallo der herr"
„das fräulein, ich habe sie ja gar noch nicht nach ihrem alter gefragt"
„wollen sie das nachholen? lach*"
Und schon sieht sie auf ihrem Bildschirm: Einladung für einen Privatraum von SCHLUCKSPECHT69.
SCHLUCKSPECHT69: war das zu früh?
SCHLUCKSPECHT69: diese einladung...zu einer netten zweisamkeit...
SCHWERE MELODIE: nein...sie ist mir sehr willkommen
SCHLUCKSPECHT69: geben sie mir die ehre, ein glas wein zusammen zu trinken?
SCHWERE MELODIE: o gerne....einen kalifornischen bitte....
SCHLUCKSPECHT69: einen sauvignon hätte ich da
SCHWERE MELODIE: ja, bitte....was verschafft mir die ehre?
SCHLUCKSPECHT69: es ist nicht die langeweile....es ist eher der gefallen an etwas neuem das ich in ihnen gefunden zu haben schein
SCHWERE MELODIE: der schein scheint nicht zu trügen lach*
SCHLUCKSPECHT69: haben sie den vorzug sich geliebt zu fühlen oder geht es ihnen wie mir...das ich mich aufgeschlossen fühle....für abenteuer auf dem pfade der empfindungen
SCHWERE MELODIE: diese frage ist nicht von nobler geste....sie stellt sich erst zu späterem zeitpunkt neu
SCHLUCKSPECHT69: entschuldigen sie....ich werde ihnen dafür etwas nachschenken, das sie den fahlen abgeschmack dieser frage nicht schmecken müssen
SCHWERE MELODIE: O! ein charmeur....so etwas gibt es nicht oft....freu*
Daniel schaut begeistert seinen Kollegen Michael an, der seinen Wein genießt.
„Schön. Es scheint dir zu gefallen."
„Es ist positiv."
„Es steigt dein Kurs als Ehemann. Und als Mann. Das ist toll!"
„Genau. Weißt du, was wir jetzt machen könnten: du übernimmst und ich fahr nach Hause. Ich ruf dich kurz auf Handy an und dann sperr ich die Tür auf. Mal schauen, was passiert."
„Sie wird online sein. Das wird geschehen."
„Ach du. Hast auch bloß Fakten, Fakten, Fakten im Hirn!"
Beide grinsen.

Zur Mittagspause treffen sie sich wieder.
„Und, hab ich dir was falsches versprochen?"
„Na klar war sie online. Hatte mir was kluges über die neue T-Online-Aktien rausgeholt. Sie ist schon ein Luder!"
„Ein tolles aber...."
„Woher weißt du das?"
„Du hast mich doch mit ihr im Privatraum gelassen...."
„Ach, Schluckspecht. Ich verstehe."
Und schon wieder grinsen sie sich an wie zwei pubertäte Jungs.

SCHLUCKSPECHT69: warum willst du mich sehen?
SCHWERE MELODIE: warum weigerst du dich?
SCHLUCKSPECHT69: ich habe mich noch nie mit einer frau getroffen, die ich hier kennengelernt habe
SCHWERE MELODIE: warum nicht?
SCHLUCKSPECHT69: weil ich noch nie jmd so wie dich getroffen habe....
SCHWERE MELODIE: *lächel*...du alter schmeichler
SCHLUCKSPECHT69: wann habe ich dich endlich so weit geschmeichelt, das du mir dien alter verrätst
SCHWERE MELODIE: das wüßtest du gerne....fg*
SCHLUCKSPECHT69: nein
SCHWERE MELODIE: dann sag ich s dir doch
SCHLUCKSPECHT69: ups...
SCHWERE MELODIE: 71 geboren ist.....
SCHLUCKSPECHT69: 70 geboren ist....madame es seht mich doch sie zu treffen
SCHWERE MELODIE: na also....nimmst du den flieger oder ich?
„Darf ich mal vor den Fernseher gehen, während du dich mit deiner Frau unterhältst?" fragt Michael gelangweilt.
„Stört es dich? Entschuldige, aber lang dauert es nicht mehr."
SCHLUCKSPECHT69: du, ich muß langsam wieder raus....die blase treibt es mir aus....und hunger habe ich auch
SCHWERE MELODIE: was sagt eigentlich deine frau dazu?
SCHLUCKSPECHT69: die hat sich darüber noch nie geäußert
SCHWERE MELODIE: aber sie weiß, daß du es machst.....
SCHLUCKSPECHT69: ja, und ich glaub sie genießt es, ihre freiheit zu haben
SCHWERE MELODIE: bist du denn ein erdrückender liebhaber
SCHLUCKSPECHT69: ein liebhaber vielleicht.....ja.....grins*
......
Er trinkt noch ein Glas Wein mit Michael, auf dessen Couch sitzend, in dessen Fernsehbildschirm starrend.

SCHLUCKPECHT69: warum ich was denke?
SCHWERE MELODIE: warum du das denkst was du da geschrieben hast...
SCHLUCKPECHT69: ich weiß nicht was soll es bedeuten..
SCHWERE MELODIE: lächel*...möchtest du nun an meinen klippen zerschellen?
SCHWERE MELODIE: ich singe nicht gut und mein haar ist nicht gülden
SCHLUCKPECHT69:ich bin durcheinander, entschuldige, aber war den ganzen tag damit konfrontiert wie ich die überraschung deiner offenheit verarbeite...hatte unbeschreibbare sehnsucht nach?...
SCHWERE MELODIE: nach mir?
SCHLUCKPECHT69: diese welt ist bestickt mit leeren randfiguren einer langweiligen gesellschaft
SCHWERE MELODIE: ach du....
SCHLUCKPECHT69: und du bist die ausnahme
SCHWERE MELODIE: hier findest du alles...oberflächliche, dumme, arme, reiche, interessante, umhauende Menschen
SCHLUCKPECHT69: du hast recht, aber in dir hab ich nun mal vieles auf einmal gefunden....ja, umhauend...
SCHWERE MELODIE: lach*...dabei hab ich nicht mal knoblauch gegessen
SCHLUCKPECHT69: ich hatte vorhin ein interessantes gepräch mit meinem besten freund ( gibt es sowas eigentlich noch? ) über beziehungsgefangenschaft....
SCHWERE MELODIE: die kenn ich, aber er läßt mir viel freiheiten....
SCHLUCKSPECHT69: die wir einmal nutzen sollten...
SCHWERE MELODIE: dazu müßtest du mir erst einmal deine stimme schenken....
......

Am Tag danach sitzt sie vor dem Bildschirm und öffnet im Explorer ihren Briefkasten.

Von: Eisbaerbaby

man traf sich nun auch vor den augen
man sah sich an und wußte bald
dies ist ein mensch, der könnt mir taugen
doch irgendwie läßt er mich kalt.

die überflutung durch wahres nahen
die einsamkeit der eignen seite
es ist wie`s ist, wir zwei geschahen,
nun ist bezahlt die sehnsuchtspleite.

ist freundschaft möglich mit zauberfeen,
mit menschen, die begeistrung wecken,
die gewissen schaffen über was geschehen
und den wunsch erzeugen, sich zu verstecken?

ich leg meinen körper in die sonne
werd mir meiner phantasie bewußt
und in dieser doch so großen wonne
schiebt sich ein kleiner frust.

die zauberfee, die ich gesehen
kommt mir abhanden - ein gedanke -
denn freuden verlieren gegen wehen
und die frage der sehnsucht ist`s bei der ich wanke.

der rahmen unseres seins ist eng,
das merkt man in solchen momenten immer wieder
denn distanz, vernunft, all dies macht`s eng
und läßt uns sterben, keusch und bieder.

`So ein Träumer!´, denkt sie sich. Ich suche nicht einen Träumer, einen von denen, welcher im Frühling Schmetterlinge mit einem Käscher fangen will, anstatt sich im Biergarten zu amüsieren und auf süffigem Wege Bedürfnisse zu befriedigen weiß. Nein, den will sie sich abschreiben. Die Zeit der Minnesänger und all diesen platonischen Schnickschnacks ist vorbei. Der bekommt ein Igno! Da lobt sie sich den Schluckspecht, auch wenn der seine Stimme ihr eigenartigerweise nicht schenken mag.

Daniel ruft bei Michael an.
„Stelll dir vor, ich könnte das Leben als etwas anderes begreifen, nicht als Arbeit, als die Plage, seine 16 Stunden durchzustehen, das kurze Frühstück, die langweilige Zeitung, das streßige Autofahren zur Bank, das Arbeiten, der langweilige Fernsehabend. Stell dir vor, es gäbe die Freude, die Sehnsucht, die Gedanken, das Melancholisieren, das Hängenbleiben,....der Schluckspecht vermag meine Frau davon schon überzeugen."
„Der Schluckspecht? Wie kannst du noch Schluckspecht sein, wenn du schon lang nicht mehr bei mir warst?"
„Du wirst es nicht glauben."
Michael macht sich ein Bier auf.
„Erzähl."
„Ich hab mir nen Laptop ausgeliehen, vom Chef. Wir hatten noch einen im Lager, einen ausrangierten, mit Modem. Ganz wichtig. Die CD war schnell installiert. Und dann ging ich in ein Café und von da aus ging`s dann los. Ja."
„Mann oh Mann, du bist ein Original! Das hätte ich ja nie für möglich gehalten. Du behältst also dein Zweitleben bei. Nach dem Motto: VHSkurs; wie verändere ich meine Lebensart per Computer?"
Daniel lacht am anderen Ende der Leitung: „So kann man es nennen. Und irgendwann bin ich sicher so weit, daß wir uns sehen werden."
„Und sie wollte dich noch nie sehen, noch nie mit dir telephonieren?"
„Und wie sie das wollte. Und immer wieder will; aber ich vertröste sie. Ich sage ihr, ich lebe in Scheidung, aber meine Frau lebt noch zuhause."
„Was sagt sie dazu?"
„Daß es bei ihr ähnlich ist, nur weiß es ihr Mann nicht. Sie sei da aber ein ganz anderer Typ Mensch. Sie werde ihn sofort verlassen, wenn..."
„Wenn was?"
„Das hat sie mir auch nicht gesagt. Aber ich bin wirklich gespannt, was sie sagt, wenn sie den Schluckspecht trifft...."
„....und feststellt, daß sie ihren Mann für ihren Mann verlassen muß."
„That`s it! Ich muß jetzt auflegen, sie kommt grade wieder aus dem Bad."
„Verschließt sie es immer noch, wenn sie in die Wanne geht?"
„Ja, aber der Schluckspecht weiß was sie in der Wanne macht", sagt Daniel noch grinsend und verabschiedet sich dann.

Es ist Mittagspause, Daniel und Michael sitzen in einem Café, Daniel seinen Laptop auf dem Tisch, Michael schaut gebannt auf den Bildschirm.
Telegram an SCHWERE MELODIE: hallo schönste frau, ich habe mittagspause, wie fühlst du dich zuhause allein?
Ich fühl mich matt, erschlagen. Gestern war er wieder so furchtbar öde. Wie soll ich das aushalten?
Willst du ihn verlassen? Ist das dein Ziel?
Ich kenne dich, du kennst mich, wir sahen uns nie, doch werden wir uns sehen?
Wir werden uns sehen, wenn die Zeit soweit ist.
Und du wirst mich entführen?
Ich werde dir einen Wagen vorfahren lassen, ich werde dich die Stufen deines Schloßes heruntertragen, auf meinen starken Händen, mein Herz wird mir bis zum Halse schlagen.
Ich werde ihn verlassen, für dich, mein schönstes Geheimnis.
Michael schaut Daniel in die Augen: „Was denkst du gerade darüber,daß deine Frau so etwas schreibt?"
„Ich bin fasziniert. Wir lieben uns und sehen uns."
„Ihr lebt ein komisches Leben zur Zeit, nicht wahr?"
„Warum?"
„Willst du sie nicht richtig lieben können?"
„Ich will sie nicht verlieren, und solang ich mit ihr flirte, ist es doch gut."
Michael freut sich als die Mittagspause vorbei ist und jeder zu seinem Arbeitsplatz geht. `Ich werde diese Chatterei aufhören!´

Daniel kommt nach Hause am Abend und schließt die Tür auf.
„Hallo mein Schatz, wie war dein Tag?"
„Gut", antwortet sie ihm, sich nicht einmal von ihrem Schreibtisch umkehrend.

Am Wochenende beginnt sie damit, den Schluckspecht nach seiner Handynummer auszufragen, nach einem Bild, doch noch immer weicht er aus.
SCHLUCKSPECHT: ich mag nicht daß unser zauber zerstört wird, von der einfachheit eines bildes. ich kann dir meine maße geben, aber nicht ein bild.
SCHWERE MELODIE: so sag mir doch wie ich darauf vertrauen kann, daß du bist wer du bist
SCHLUCKSPECHT:der ich bin, ist der den du in mir siehst, den unsere liebe aus mir macht
SCHWERE MELODIE:und ist unsere liebe verschwunden, wer bist du dann?
SCHLUCKSPECHT:dann hast du mich schon gesehen und wirst dich entscheiden können
SCHWERE MELODIE:so nenn mir deine maße...und hoffentlich doch mehr klasse statt masse *lächel*
SCHLUCKSPECHT:ich bin 1,75 groß und wiege 72 kg...ist dir das recht?
SCHWERE MELODIE:sehr recht..lustigerweise entsprichst du damit eigentlich meinem mann
SCHLUCKSPECHT:und gefällt dir dein mann, zumindest äußerlich? *grins*
SCHWERE MELODIE:mein mann ist ein gutaussehender mensch, aber nur sehr langweilig.
SCHLUCKSPECHT:so vermische meine art mit seinem aussehen und garniere es mit unserer besonderen liebe
SCHWERE MELODIE:ich liebe dich, geheimnissvoller unbekannter

Die Tage vergehen und die beiden Screes kommen sich immer näher, die Ehe zwischen den beiden Menschen wird immer grauer.

Daniel: „Liebst du mich eigentlich noch, mein Schatz?"
„Lieben? Siehst du nicht selber wie wir aneinander vorbeileben, Daniel?"
„Ich sehe es und frage mich warum."
„Das fragst du dich! Wie selten wir in letzter Zeit miteinander geredet haben und du fragst dich warum!"
Doch selbst das Erkennen des Problems bringt sie nicht dazu, zu reden, das Problem anzugehen, um es aufzuheben.
Daniel fühlt den Kitzel der Spannung.

„Michael, am Wochenende hab ich mein Depot angeschaut, die Zeiten stehen gut, mir wieder etwas besonderes zu leisten."
„Leisten, Leistung. Hm. Ich weiß nicht, Kollege. Wie sähe es damit aus, dir mal wieder n bißchen Wahrheit zu leisten?"
„Wie meinst du das?"
„Ich hab mich am Wochenende verliebt und es ist so besonders. Wir sehen uns jeden Tag, gehen zusammen aus, essen bei Don Giovanni mit Kerzenlicht, unsere Augen glühen...Du verstehts mich?"
„Und redet ihr viel miteinander?"
„Ja, wir reden, schauen uns an, verschmelzen..."
„Ich rede auch viel mit ihr. Ich lerne sie von einer Seite kennen, wie ich sie noch nie kennengelernt habe."
„Und wie lang wirst du dein Spiel mit ihr weiter treiben? Irgendwann ist es zu spät."
„Zu spät für was?"
„Deine Ehe schaut doch sicher nicht mehr gut aus, oder? Je mehr du ihr im Hier klicken näher kommst, desto weiter mag sie sich doch von dir entfernen."
„Nein, das glaub ich nicht. Ich bearbeite sie ja im tele immer wieder. Immer wieder, wenn sie zu zweifeln und zu schimpfen beginnt, rede ich ihr es aus."
„Aha."

SCHLUCKSPECHT69: du hast vor ihn zu verlassen? warum?
SCHWERE MELODIE: weil ich ihn nicht mehr liebe
SCHLUCKSPECHT69: was ist liebe für dich
SCHWERE MELODIE: das was zwischen uns ist ist eine art von liebe die ich sehr schätze
SCHLUCKSPECHT69: du redest heute sehr besonders...sehr emotionell
SCHWERE MELODIE: kennst du mich so nicht?
SCHLUCKSPECHT69: nein, bisher nicht. darf ich ehrlich sein?
SCHWERE MELODIE: das hoff ich doch *verlegenlächelt*
SCHLUCKSPECHT69: ich liebe dich für deine emotionalität
SCHWERE MELODIE: du kennst mich doch gar nicht wirklich..du willst kein bild, du gibst kein bild..aber danke, ich glaube ich liebe dich auch auf eine sehr besondere art *schmatz*
SCHLUCKSPECHT69: wenn du mich treffen würdest, sehen würdest, glaubst du, ich kann dir fremd vorkommen?
SCHWERE MELODIE: glaub ich nicht..ich kann mich dich schon vorstellen...
Daniel spürt in sich ein Kribbeln der Art wie er es hatte, als er seine Frau kennenlernte. Er empfindet so viel Gefühl, daß ihm sein Kopf vom Halse zu fallen scheint.
SCHLUCKSPECHT69: wenn du ihn verlassen würdest, könntest du einen anderen lieben ?
SCHWERE MELODIE: meinst du jemand speziellen?
SCHLUCKSPECHT69: ja. eine frau die einen wunderbaren flecken auf der rechten brust hat, die kann darunter nur ein ebenso wunderbares herz haben...
SCHWERE MELODIE: woher weißt du von diesem flecken auf meiner brust, du hast doch kein bild von mir, woher weißt du davon.....????!!!!

Sie ging off, schaltete den Computer aus, setzte sich auf das Ledersofa, welches sie einst zusammen gekauft hatten, der Anfang ihrer Streitereien, erst Kleinigkeiten, dann Prinzipielles, dann fehlte der Sex, dann die Nähe, ..... Sie starrte aus dem Fenster fragte sich, wer sie sei, wer er sei, was das sei, und fand sich selbst nicht wieder als er nach Hause kam.
Er lächelte sie an und holte sich ein Bier aus dem Kühlschrank.

...und wenn das www noch nicht so ausgebaut wurde, daß sie sehen konnte wer sich hinter ihm verbarg, und wenn sie noch nicht von der wundersamkeit interessanter gespräche ohne ebenso wunderbare augenblicke lassen konnte, so wird sie weiterhin mit ihrem mann zusammenleben, grau an grau, und mit dem schluckspecht gespräche führen, um sich davon abhalten zu lassen, endlich wieder wahrlich zu leben...








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flammarion
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hm,

ziemlich lang, aber muß wohl so sein. gute geschichte. das einzige etwas unglaubwürdige ist, daß sich eine kultivierte frau für einen schluckspecht interessiert. am besten gefällt mir, daß die ehe nicht zerbricht, gleichzeitig halte ich das aber für illusionär. lg
__________________
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Lillia
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Fuer die Allegra?

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zettelstraum
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reallegratität

ich glaub ich muß das nun erklären..das hier is n teil einer geschichte von mir, die noch am ausarbeiten ist, die über die neue kommuikationsformen und die neuen persönlichen umgangsformen geht...bei allegra nun gibt es einen wettbewerb, wo es um eine kurzgeschichte geht mit dem thema realitätsblabla....ich fand aber diese seite interessant und wollte was kurzes von mir reinstellen..also tat ich das.
wer jetzt meint, das sei schlecht, versteht den philosophen nicht.

chris

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Renee Hawk
???
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Hallo Zetteltraum, (lustiger name *schmunzel*)

deine Geschichte habe ich beim Zug fahren gelesen, ich muß schon sagen ... schön anschaulich wie sich die Charaktere eines realexistierenden Menschen in der Virtuellenwelt verändern kann (in deinem Erzählfall sogar positiv). Ich bin gespannt ob es einen zweiten Teil gibt oder hast du daran nicht gedacht? Ich will nähmlich wissen ob er noch das Muttermal am Ohrläppchen verrät und wie sie reagiert wenn sie sich treffen, ich hoffe sie wir mit seiner Hilfe in die Realität zurück finden.

Gruß
Reneè

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