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Leselupe.de > Kurzgeschichten
rockin' the suburbs
Eingestellt am 09. 04. 2002 19:10


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edward varelans III.
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

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Ich hab in dieser gottlosen Gegend meine neue Ben Folds Cd nicht zu Ende h√∂ren k√∂nnen. Weil ich unbedingt p√ľnktlich sein wollte. Aber ich bin kein guter Besucher. Ich werfe immer irgendwas um, wenn ich ausw√§rts esse. Au√üer bei "Dekker's". aber dort w√ľrde man es mir auch nachsehen.
Irgendwie stinkt alles in dieser Gegend hier, ihr Haus stinkt auch. Ein wei√ües Eckhaus mit unten einem B√§cker drin. Als ich die drei Treppen hoch bin, verschwindet gerade ihr Typ mit einem kleinen H√ľndchen an der Leine. Er gr√ľ√üt mich servil und ich rufe ihm nach, dass ich ihn essen will. Sie nennt sich Radost, hei√üt aber in Wirklichkeit irgendwie anders. Sie findet es abgefahren. In der Spitze ihres Ausschnittes kann ich ihren Nabel sehen und frage mich ver√§ngstigt, was ich hier tue. Sie lanciert mich ins Wohnzimmer, wo ich sofort eine junge Katze niedlich und einen Zimmerspringbrunnen geschmackvoll finden muss.
Sie hat drei T√∂chter, die j√ľngste ist fast vier und r√ľckt mir nicht von der Seite. Nat√ľrlich hei√üt sie Pebbles. Das strohblonde Gesch√∂pf zeigt mir nacheinander alle Haustiere und tr√§gt in ihrem eifrigen Bestreben die Katze auch mal am Schwanz umher. Radost mustert mich stolz und gierig. Ich habe Zigaretten mit, bitte sie aber probehalber um einen Zug. Sie verfolgt den Weg des Glimmstengels von ihren Lippen zu meinen. Es erregt sie offenkundig. Ich frage sie nach ihrem Partner. Sie leben seit einem Monat zusammen.
"Und? Kommst du auf deine Kosten?"
Sie nickt und schweigt dann pikiert.
Pebbles will mir ihr Streifenh√∂rnchen zeigen und ich glaube ihr erst, als ich das Vieh tats√§chlich sehe. Sie haben hier entsetzlich viele Haustiere. Dann muss ich mir noch die Meerschweinchen in Pebbles' Zimmer anschauen und mit einer kleinen runden, pl√§rrenden Metallkugel spielen.Dann schleppt Pebbles eine kleine Fl√∂te an, der ich ein paar T√∂ne entlocken kann. Mir ist auch schon die Kindergitarre an der Wand neben der T√ľr aufgefallen. Und als ich die Fl√∂te wieder los bin, nehme ich das Saiteninstrument bed√§chtig von der Wand, pr√ľfe, ob sie einigerma√üen gestimmt ist, fasse sie dann sorgsam am Steg und schlage den Corpus aus Leibeskr√§ften auf den kleinen blonden Kinderkopf. Es knallt laut und die leichten Balsaholzsplitter fliegen durchs ganze Zimmer. Die Meerschweinchen schrecken auf und quiecken.
Radost ist, von dem ungew√∂hnlichen Ger√§usch alarmiert, ins Kinderzimmer gekommen. Ihre Lippen bewegen sich unaufh√∂rlich, aber ich verstehe nicht, was sie da murmelt. Ich frage sie, wo ich mir die H√§nde waschen kann, denn ich f√ľhle mich im Moment sehr unsauber. Unverst√§ndlicherweise antwortet sie mir nicht. Also suche ich mir den Weg ins Bad selbst.
Als ich wieder ins Kinderzimmer komme, hat sich Radost etwas gefangen. Sie steigt keuchend √ľber den zuckenden Leib im Zimmer umher und sammelt sorgsam alle Splitter der Gitarre wieder ein. Als wolle sie sie rekonstruieren. Ich bin nun f√ľr eine Erfrischung, da h√∂re ich L√§rm auf der Treppe. Es sind die beiden √§lteren T√∂chter. Eine ist 14 und wird Stone gerufen. Die √§lteste hei√üt offenbar McLaren, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich richtig verstanden habe. Sie wirken beide sehr fr√ľhreif und versuchen bei jeder Gelegenheit, ihr Dekollete zur Geltung zu bringen. Ich finde sowas echt widerlich.
Als endlich die versprochene Soljanka auf dem Tisch steht, die √ľbrigens wider Erwarten k√∂stlich schmeckt, erz√§hle ich fr√∂hlich von meiner neuen Ben Folds Cd. Ich weiss sogar noch den Stra√üenzug, durch den ich gefahren bin, als ich zum ersten Mal "Losing Lisa" im Radio h√∂rte. Ich musste die Scheibe sofort haben, und dieser Titel ist wirklich der H√∂hepunkt darauf, seiner dynamischen Melancholie wegen. Ganz allein deswegen. Obwohl der Opener "Annie waits" zugegeben auch ausgezeichnet ist. Die sorgf√§ltigst gearbeitete Popscheibe, die ich seit langem geh√∂rt habe. Der britische Pianist hat eine gro√üartige Zukunft vor sich. Ich aber habe durch mein erz√§hlerisches Talent den Versammelten diese Musik wohl schmackhaft gemacht. Ich denke, sie werden sich die Disc bald holen.
Bis tief in die Nacht verfolge ich noch die graphischen Maneuvres, die mir Radost an ihrem steinalten Mac vorf√ľhrt. Doch als ich zum Lachen zu m√ľde bin und das ganze Fleisch nicht mehr sehen mag, verabschiede ich mich von den Damen. Pebbles ist schon im Bett, aber die beiden jungen Damen bestehen auf einem Abschiedskuss von mir. Und McLaren (?) traut sich auch. Sie schmeckt nach Zigarettenasche.
Auf dem Weg nach Hause f√ľhle ich mich pl√∂tzlich wieder gut. Ich denke an jemand anderen und singe:

"The Lights are off again
she took me by surprise
she's so sensitive
but shit just happens sometimes...
__________________
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Fea
Schriftsteller-Lehrling
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Finde ich geschmacklos, zu beschreiben, wie man einem Kind die Gitarre √ľber den Kopf schl√§gt.

Ein gewisses erzählerisches Talent ist nicht zu leugnen, aber die Story ist langweilig und belanglos. Sie wirkt herausgerissen aus einem Gedanken, den kein anderer nachvollziehen kann.



Gruss Fea

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ElsaLaska
Guest
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Hallo Eddie,

um es schlicht zu sagen:
Radost (die Freude, slav.) interessiert mich nicht und ihre blöden Blagen auch nicht.
Der Erz√§hler ist mir nicht verzweifelt genug, die ganze √Ėdigkeit der Szenerie kommt bei mir nicht an, da hilft auch nicht der Schlag mit der Gitarre auf des Balges Hirn.

Ich habe schon weitaus Bessres von Dir gelesen.
Nimms wie ein Mann.
Tausend K√ľsse
Elsa

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edward varelans III.
Hobbydichter
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Hey Babes, ich finde echt, ich habe schon Langweiligeres verzapft. Außerdem ist sowieso alles nur ein dem fiktionalen Universum entrissener Gedanke. Der Titel der Geschichte ergibt sich aus dem, was darin erzählt wird, ist also vollkommen logisch.
Das Wortspiel mit Blagen (resp. Plagen) und Balgen findet mein Gefallen, Elsa. Doch irgendwie hab ich Probleme damit, deine Kritik als solche ernst zu nehmen. Sie wirkt unklar, aufgesetzt und polemisch. Sollte das etwa daran liegen, dass du nun doch auf deinem Gärnter sitzen geblieben bist, hm? Du bist mir etwas zu behäbig.
Nichts desto Trotz (sagt man hier so?) kann ich die Anregungen der liebensw√ľrdigen Damen als Ermutigung nehmen, meinen Text noch besser zu machen. Dank an alle Hoppentossen und Hobbykinderg√§rtnerinnen da drau√üen.
Massa Ed is in da House
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Fea
Schriftsteller-Lehrling
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Hi, Mister Ed....

eine gute Schreibe zu haben, macht einen nochlang nicht zum K√ľnstler oder gar zum Genie. √úber Kinder zu schreiben, denen man eine Gitarre √ľber den Sch√§del zieht, zeugt nicht gerade von √ľberragendem Intellekt.

Den Text besser machen? Wozu? Er hat weder Inhalt noch Aussage. Wäre sinnlos!

mfg

Fea, Babe und Hobbykindergärtnerin aus Leidenschaft.

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edward varelans III.
Hobbydichter
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Urspr√ľnglich ver√∂ffentlicht von Jadzia
Geb den Figuren der Story mal etwas Leben. Wirken nämlich leider öde und austauschbar.
Sorry, ist aber leider so.


Warum sorry, Jadzia? Das ist ja der Punkt. Alle Figuren sind austauschbar und die Welt, in der sie leben, ist so √∂de, dass es nicht einmal mehr darauf ankommt, ob man noch einem Kind den Sch√§del zerschmettert. Du magst dich in deiner Welt wohlf√ľhlen, zwischen Star Trek Fanzines und nackten Feuerwehrm√§nnern, aber es gibt Leute, die echt ihre M√ľhe haben mit dem, was sie jeden Tag zu sehen bekommen. Ich habe nur beschrieben, wie jemand sich pl√∂tzlich etwas tun sieht, was er im Grunde entsetzlich findet. Aber es geschieht nur in seiner Einbildung. Wenn dich diese Vorstellung erschreckt, Jadzia, dann ist das ein gutes Zeichen. It's your turn.
This is da Ed.
__________________
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