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Leselupe.de > Kurzprosa
sachsenhausen 2007
Eingestellt am 10. 09. 2008 20:06


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kleinebärin
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Registriert: Sep 2008

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Sich stellen, endlich, den Worten der Generationen, an mich herangetragen, vom Gro√üvater √ľber den Vater an die Tochter...
Dann, an diesem sonnigen Tag im Februar mit dem Versprechen des Fr√ľhlings bereits in der Luft...durch einen Nebeneingang trete ich ein. Gras und Wind und hier und da ein Baum oder Strauch, sanfter Wind und inmitten dessen braune Holzbaracken in symmetrischen Parallelen. Die Worte des Taxifahrers, der mich hierher gefahren hat, noch im Ohr wie erstarrte Schwingungen, ein St√ľck glasklares Eis...hier wurden vor ein paar Jahren erst die Massengr√§ber entdeckt...schmelzendes Eis unter dem Duft von ersten sich √∂ffnenden Knospen.
Inmitten der Mauern f√§ngt sich der Fr√ľhlingswind, ich √∂ffne die Kn√∂pfe meines Wintermantels. Er bl√§ht sich im Wind, und die W√§rme scheint jede meiner Poren zu √∂ffnen, empfangsbereit zu machen f√ľr die anschwellenden Laute...Ich h√∂re Stiefeln, die hart aufsetzen, rhythmisch, und dazwischen Scharren und Schleppen anschwellender Schritte. Von den Reihen aufsteigender Gesichter, die mich umgeben, mit riesigen Augen steigt aus weit ge√∂ffnetem Mund ein klagender, so lauter Schrei. Ich f√ľhle Schwindel und aufsteigende √úbelkeit und je tiefer ich einzuatmen versuche und mich dem friedlichen Wind zuneige, desto mehr f√ľhle ich mich dem Ersticken gleich...
Ich lehne mich an die harte Mauer, und die in das Leben geschriebenen Worte und Taten und Augen und Blicke, geschrieben binnen Sekunden und Minuten,Stunden, Tagen, Monaten und Jahren, beginnen sich zu Zeilen zusammenzuf√ľgen, in denen ich lesen kann.
Und es liegt in meiner Entscheidung,ob ich lesen will, im hier und jetzt.
__________________
© uma

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Raul Reiser
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Sachsenhausen 2007

Hi kleine Bärin,
sorry, ich war da auch mal. Mir gings √§hnlich wie Dir und das Wetter war √§hnlich. Aber ich meine, dass nicht unser Gef√ľhle (alleine) da erw√§hnenswert sind. Sondern die Schicksale dieser Menschen. In diesen Baracken zu leben, unter diesen Bedingungen - und mit dieser grauenhaften Perspektive ... das zu verbinden w√§re toll gewesen. So ist es (nur) eine Gef√ľhlsbeschreibung von Dir. Die Verursacher/innen, die Leidenden selbst sind so tot wie vorher.
Denen gings √ľbrigens an sch√∂nen hei√üen Sommertagen auch nicht gut. Die haben gestunken wie die Schweine und zu wenig zu trinken bekommen. Wenn's November wurde, wussten sicher viele,d ass sie diesen Winter nicht mehr √ľberleben (k√∂nnen).
Ich selbst bin innerlich nach diesem Besuch einfach stumm geworden. Das muss kein Vorbild sein. Aber die Menschen dort, und was da passiert ist ... wenn man einzelne Tische oder Betten sieht - oder die Vorstellung des morgendlichen Appells, bei jedem Wetter ... Ich bitte Dich, das auch in Erinnerung zu halten - und wenn man nicht dar√ľber schreiben kann, sollte man schweigen.
Viele Gr√ľ√üe
Raul

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