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Leselupe.de > Ungereimtes
schräg hinterm ausgang
Eingestellt am 11. 05. 2004 13:16


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Venus
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schräg hinterm ausgang

kreditiert haben wir uns
an zeit
loses hängt aus
satten bäuchen gelassenes weit
und ziemlich breit
spottet das bitterliche

kuschend
stecken wir unsere nasen
in unschuldskittel und stampfen
rundes zugespitzt in
geschlossene ewigkeiten

berichtigung:
wir haben uns schonungslos alles
geschenkt


© gabriele schmiegelt

__________________
den wind im rücken, sterb ich mich ein
in den großpassat -
und lebe erst recht

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jester
Guest
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liebe venus,

schon der titel "schräg hinterm ausgang" lässt einem viele "eingangsmöglichkeiten", und seien es nur schrägstriche, mit denen bekannterweise moderne lyriker
zeilenumbrüche darstellen

da deine texte eine eigene grammatik haben, bleiben auch hinter den einzelnen wortgebilden viele bedeutungen, von denen ich mit sicherheit wieder einige übersehe und viele auch gar nicht aufführen möchte (die freude am selbstentdecken möchte ich den anderen lesern nicht schmälern).


quote:
verschenkt haben wir uns an die zeit

verschenkt haben wir uns

verschenkt haben wir uns an zeitlose
...

da es ja "kein seil" ist, ist die diskussion, wohin das "lose" gehört ja auch müßig , doch absolut treffend formuliert!

dass das/kein seil aus dem bauch gelassen wird, spricht für sich (nicht aus dem kopf gelassen!)

sehr gut auch das wortspiel mit der tautologie "weit und breit". in verbindung mit dem breitgefächerten bitterlichem drängt sich mir eine zunge auf


quote:
kuschend
ein venus-wort , wenn du weißt, was ich meine, ich hätte hier etwas anderes geschrieben (es passt auch klanglich irgendwie nicht), aber du hast sicher eine passende erklärung?

quote:
aschenwinde
ist ein großartiges wort, impliziert es neben dem wind auch das winden. wenn ich nach "aschen..." "versenken" lese, wird daraus fast automatisch ein "versengen"

am ende bleibt in aller ewigkeit die tatsache, dass nichts und niemand geschenkt ist, obwohl alles verschenkt ist. ein runder schluss!

also, mit nem anderen wort für "kuschend" gäb's von mir ne 10!

lg,
jester

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Venus
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Liebstes, liebes Jesterchen,
schön, verflixt schön, dass du wieder da bist!
So ein Studium kann einem echt Monate versaun, hm?!

Es tut so gut. Wirklich. Wenn man einfach schreiben darf. Und dann will jemand lesen. Ach, was will so ein Menschlein wie ich dann mehr –
So wärs mir für immer am liebsten.
Nichts erklären müssen. Offen genug sein, dass man gesehen werden kann (ein bisschen „soifz“ ich sogar).

Das „kuschend“ – in dem Fall sogar mal ein Partizip. Ich wollte es bewusst. Einmal, weil ich die „innere Pause“ betont haben wollte und zum anderen weil das Wort für mich (persönlich) schon eine Aussage hat.
Viel früher, quasi damals, wenn mein Vater (der Hausherr!) wieder einmal die Orgelpfeifen (Kinder) aufgereiht wissen wollte, weil „etwas“ seinen Vorstellungen nicht entsprach und zur „Kollektivstandpauke“ anhielt, die nicht selten in eine „Kollektivohrfeige“ mündete, da haben wir im Anschluss alle nur noch „gekuscht“. Das Wort gegen den „Herrn“ anzuheben wäre sinnlos gewesen. Respekt, Angst, Erziehung... und dgl.
„Früher“ wurde nicht diskutiert.

Kriegst du nun die Verbindung zu „kuschen“? Es ist m.W. ein „altes“ Wort, das man verstehen muss, um es zu verstehen...
(und ich meine es „zischt“ sich gut ein, in die Nasen, in die Asche, ins Versenken, Sanftes... und beim Lautlesen, dann bitte die Betonung auf das letzte „t“ bei ungespitzt!)

Ja, und die Aschenwinde.
„dust to dust“ “…aus Staub bist du, zu Staub…”. Lass ihn ruhig zu, den Leichenwind. Etwas mag gestorben sein. Amen.

Danke Jester!

Ganz lieben Gruß,
VenusGabi


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jester
Guest
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was so ein bisschen sekundärwissen doch ausmachen kann

das "kuschend" fügt sich nun viel besser in das ganze.
und klanglich gesehen, muss ich zugeben, dass ich unrecht hatte: natürlich passt es zu den "sch"-lauten von "schenken" und "asche".

bitte
glg,
jester

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Sheerie
Guest
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Okay Schaumgeborene,

ich hab mir das jetzt überlegt ...
nicht 'mal mehr in Gedichten, wenn
sich das auch vermeiden lässt

und übrigens finde ich an deinem
Text die Passage

lose hängt aus dem
bauch gelassenes


unbeschreiblich gut ...

Kuschelmuschel zurück von Sheerie

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Venus
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siehst du, Sheerie, jetzt möchte man wieder, dass wir kuschen

ja, "aus dem Bauch gelassenes"
Am Anfang traut man sich noch, völlig emotional zu reagieren. Bauchentscheidungen. Die dann mehr und mehr von Ratio verdrängt werden. Ich wollte damit wirklich bildhaft machen, dass dieses (Bauchgefühlgedusel) letztendlich ja auch da war (und wenn man so will, auch bleibt. Es löst sich ja nicht in Luft auf, oder? Auch wenn es nur in der Erinnerung bleibt...).
Bedingt durch meine Zeilenumbrüche ließe sich auch lesen/interpretieren:
"Zeitloses hängt aus dem Bauch gelassen" oder
"aus dem Bauch hängt kein Seil (an dem man weiter festhalten kann...)"
und und und...

Irgendwann, Sheerie, schreib ich auch schöne Gedichte.
Ich glaub dran!

Recht lieben Gruß,
Gabi

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