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Leselupe.de > Feste Formen
schwarzkittel (Chevy chase)
Eingestellt am 27. 07. 2010 20:33


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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ich bitte dich, vergreif dich nicht,
du schleuderst aus der spur!
dir steht die unschuld im gesicht,
von reue trÀumst du nur.

in der soutane stehst du stramm
und hoffst, du kriegst ein mahl
vom besten jungen opferlamm
und steckst es auf den pfahl

und schÀndest opfernd deine wahl,
doch schafe sind dir fremd,
merinowolle, hart wie stahl
dein griff, macht weich dein hemd.

du tastest an dem jungen fleisch
erregt, die kutte bebt,
du achtest nicht auf ihr gekreisch
und schrein, ihr schmerz belebt

dich geiles schwein, du widerst gott
ja an, doch der schweigt lahm,
und selbst ein blutiges schafott:
fĂŒr dich wĂ€rs mir zu zahm!






__________________
© herberth - all rights reserved


Version vom 27. 07. 2010 20:33

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2248
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Vom Titel her wurde ich zunĂ€chst zum "Wildschwein" gefĂŒhrt, ich dachte an Jagd.
Dann stellte sich heraus, dass ein wildes Schwein in Robe gemeint war.

Wir kennen ja alle das MĂ€rchen vom Wolf und den sieben Geißlein.

Die ErzĂ€hlperspektive ist anklagend und hasserfĂŒllt - ob der Untat kein Wunder.

Durch die Kleinschreibung hat das Gedicht eine moderne (oder auch sehr alte - alles kommt ja wieder) Form angenommen.



__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Haget
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MoinMoin HerbertH,
ich will mal an verschiedenen Punkten "rum-meckern" nach meinem Empfinden - vielleicht wird Dir Hilfe daraus:

Schwarzkittel
Titel auch noch ĂŒber das Gedicht
ich bitte dich, vergreif dich nicht,
du schleuderst aus der spur!
dir steht die unschuld im gesicht,
von reue trÀumst du nur.
Ob er von Reue trÀumt? Zweifel!

in der soutane stehst du stramm
und hoffst, du kriegst ein mahl
vom besten jungen opferlamm
und steckst es auf den pfahl

und schÀndest opfernd deine wahl,
Nach mahl/pfahl nun wahl/stahl = mir zu viel!
doch schafe sind dir fremd,
merinowolle, hart wie stahl
dein griff, macht weich dein hemd.
Die beiden letzten Zeilen verstehe ich nicht.

du tastest an dem jungen fleisch
erregt, die kutte bebt,
du achtest nicht auf ihr gekreisch
und schrein, ihr schmerz belebt
Bisher Gedanken zeilenweise. Jetzt plötzlich direkte Lese-Fortsetzung in nÀchster Zeile - gefÀllt mir nicht. Vielleicht "... ihr gekreich, das schrein..."
Auch folgend "du widerst gott ja an" auseinander reißen? Entweder "widerst gott" als komplett stehen lassen (auch wenn nicht korrekt) oder z. B. "du lĂ€sterst gott" - der Anfang Zeile 2 muss dann natĂŒrlich anders werden.

dich geiles schwein, du widerst gott
ja an, doch der schweigt lahm,
normal! Auch zu anderen schlimmen Dingen kommt ja keine Stimme "von oben"
und selbst ein blutiges schafott:
fĂŒr dich wĂ€rs mir zu zahm!


__________________
Haget wĂŒnscht Dir Gutes!
Selbst dĂŒmmste SprĂŒche machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Hallo Bernd,

ja, in die Feste Form hab ich versucht, gehörig Inhalt hineinzuwirbeln, und alles schön klein geschrieben, mit Enjambements, damit die Strenge der Form aufgesprengt wird, um eine metrische Nudelei zu vermeiden, die sich gerade bei Chevy Chase sonst gern einstellt.

Vielen Dank fĂŒr Deine Kommentar.

Liebe GrĂŒĂŸe

Herbert
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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Hallo Haget,

den von Dir rot markierten Druckfehler hab ich gleich ausgebessert. Bei vielen der sonstigen Punkte handelt es sich um Geschmackssachen.

Und nun zu Deinen Fragen:

quote:
merinowolle, hart wie stahl
dein griff, macht weich dein hemd.


fĂŒhrt den Leser auf eine falsche Spur, wenn er die Zeilen jeweils fĂŒr sich liest. Das ist gewollt. Wenn man ein wenig aus dieser Spur ausbricht, wird klar, dass es sich um zwei ineinander verschachtelte Aussagen handelt:

merinowolle macht weich dein hemd
hart wie stahl dein griff

Damit wird die Ambivalenz des Charakters des Schweins deutlich gemacht: Nach aussen ist er ganz ein weicher Typ, der sich auch Luxus gönnt, aber wehe, Du fÀllst ihm in die Finger, dann zeigt er seinen wahren Charakter.

Zu den Enjambements siehe den Kommentar oben. Sie kommen ja schon ab dem zweiten Vers vor.

Danke fĂŒrs Meckern, selbst wenn ich - diesmal - fast nichts aufgreifen mag. Aber es ist gut, das Gedicht nach solcher Kritik nochmal abzuklopfen.

Liebe GrĂŒĂŸe

Herbert


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HerbertH
???
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Liebe Karin,

ich versuche, die festen Formen mit möglichst modernen Themen zu kombinieren.

Manchmal gelingt es.

Schwarzkittel ist so schön mehrdeutig.

Mir fallen mindestens 3 Bedeutungen ein, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Gedichtes stehen.

Liebe GrĂŒĂŸe

Herbert
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