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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
schwere Zeiten
Eingestellt am 05. 04. 2011 11:23


Autor
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Tigerauge
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2005

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Seit einem Jahr
Trug sie jetzt schwarz

Seit dem Tod
Ihres Mannes
Musste sie arbeiten gehen

Sie arbeitete als
Schornsteinfegerin



Ihr Mann war Henker
Und gelernter Folterknecht

Nach dem Krieg
Machte die moderne Justiz
Seine Arbeit unm├Âglich

Er hatte Einsehen
Doch seine Karriere war ruiniert



Er war der letzte Henker, der mit dem Wippgalgen exekutieren konnte.
1944
















Version vom 05. 04. 2011 11:23
Version vom 05. 04. 2011 16:41
Version vom 05. 04. 2011 19:03

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebes Tigerauge,

ich geh├Âre zu der Generation, die sich noch erinnert, dass 20j├Ąhrige junge M├Ąnner an B├Ąumen aufgekn├╝pft hingen, ein Schild um den Hals mit der Aufschrift: "Ich bin ein Feigling".
Tagelang hingen die Leichen dort.

So etwas vergisst man nicht, wenn ich es auch viel sp├Ąter erst erfahren habe, so war ich doch damals noch jung genug, dass mir das zutiefst in die Seele eingedrungen ist.

Insofern spricht mich Dein Text auch sehr an.

Ich finde aber, dass er nichts Experimentelles hat.

Vielleicht m├Âchtest Du ihn im "Tagebuch" einstellen. Dort w├Ąre er sehr gut aufgehoben, vermute ich. Dort w├╝rde ich ihn Dir auch bewerten.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Tigerauge
One-Hit-Wonder-Autor
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So einfach ist der Text nicht.

Ich habe eine kleine Verbesserung durchgef├╝hrt.

Jeder hat den Krieg anders erlebt. Die Interpretationsm├Âglichkeiten des Textes sind aber eingeschr├Ąnkt. Und hier spielt die Form eben doch eine Rolle. Ich halte es f├╝r falsch, die S├Ątze aneinander zu schreiben, denn sie sollen interpretiert werden. Ebenso ist die letzte Zeile wichtig: es kann sich doch nicht um das Erscheinungsjahr handeln! Gab es 1944 den so viele Fahnenfl├╝chtige?

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebes Tigerauge, um Deine Frage zu beantworten:

Ich wei├č von einem Fall, bei dem 2 junge M├Ąnner aufgekn├╝pft wurden, obgleich gar nicht erwiesen war, ob sie von ihrer Einheit durch Kriegshandlungen abgetrennt worden waren, oder ob sie tats├Ąchlich fahnenfl├╝chtig waren. Das Gericht wurde zack-zack- durchgef├╝hrt und das Urteil stand im Grunde schon vor dem Gerichtstermin fest. Das war damals allerdings das ├ťbliche. Am 2. April 1945 wurden sie erh├Ąngt, so kurz vor Kriegsende. Dasselbe Schicksal erlitten aber sehr viele Soldaten im letzten Kriegsjahr.

Sch├Ân, dass Du die kleine ├änderung noch vorgenommen hast. Ich w├╝rde es wirklich sehr gerne bewerten. Das Besondere an dem Text ist, dass die Frau schwarz trug, nicht weil ihr Mann gestorben war, sondern weil sie Schornsteinfegerin werden musste. Und dann ist noch das Besondere daran, dass Du die Zahl 1944 erst nach langem Abstand zum Text eingef├╝gt hast.

Also ich wei├č jetzt nicht, ob das ausreicht, um den Text als experimentell gelten zu lassen. Du kannst ihn doch auf jedem Forum in derselben Formatierung einstellen, denke ich zumindest. Ich w├╝rde mich freuen, wenn Sta.Tor als Moderator dieses Forums sich dazu ├Ąu├čern w├╝rde.

Bis auf Weiteres....

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Sta.tor
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

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Kommentare: 2221
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Hi Tiger,

Sinn und Zweck des Forums "Experimentelles" ist ja nicht, das ich Alles und Jedes f├╝r gut und richtig halte - entscheidend ist der Zuspruch der allgemeinen Community.
Ist der nicht da, greife ich ein.
Sollte jemand mein Forum als Basis f├╝r seine Lyrik auserw├Ąhlen, nur zu, er wird von mir nicht abgewiesen werden.

Und so kannst nat├╝rlich auch Du weiterhin hier in meinem Forum ver├Âffentlichen und Dich von anderen bewerten lassen. Gleichwertig.

Viele Gr├╝├če

Sta.tor
__________________
schlimmer geht immer

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Kommentare: 10341
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Liebes Tigerauge,

ich bin sehr beeindruckt davon, mit welcher N├╝chternheit Du ein derart schwieriges Thema aufgreifst.

Auch wie Du mit ganz wenigen Worten die Sicht des Henkers ├╝ber seine geplatzte Karriere beschreibst, also auf so etwas w├╝rde ich nie kommen, weil man ja zuerst immer an die Opfer denkt.

Faszinierend finde ich, dass man nicht wei├č, ob Du es ironisch meinst, oder ob Du ganz ernsthaft darstellen willst, dass der Henker sich nat├╝rlich getroffen f├╝hlt durch den Verlust seiner Besch├Ąftigung.

Mir f├Ąllt bei Deinen Texten immer wieder auf, wie unverwechselbar sie sind. Das hat Seltenheitswert. Ich glaube, wenn Du anonym schreiben w├╝rdest, w├╝rde ich Deinen Text auch immer finden. Bei Sta.Tor ist mir das ├╝brigens wirklich einmal gelungen.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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