Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92199
Momentan online:
398 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
short cuts
Eingestellt am 28. 12. 2008 21:42


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
multimind
Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2006

Werke: 20
Kommentare: 34
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um multimind eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Short Cuts

Identität kann fragmentiert sein - neun Portale aus dem Netz, flickr, myspace, studivz, jetzt, mevme, lastfm, xing, twitter, facebook.

Täglich die Stunden des Aktualisierens.
Auf dem Bildschirm die Aufforderung.

„Facebook ermöglicht es dir, mit den Personen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen. Finde alle deine Freunde – jetzt.“
„Zeig, wer du bist und lade Fotos und Videos hoch.“
„Share your photos – watch the world”

Patchwork-Identiäten, Bastel-Biographien.
Stimme aus dem Raum.
„Mama, ist das ein Mann oder eine Frau?“

Rasche Erklärung. Abschalten der Fragezeichen, Zuschaltung News, Reality-TV. Super-Reality-TV.

In Mumbai Schüsse im Bahnhof, in New York springt ein russisches Top-Modell aus dem neunten Stock, im Kongo hält ein Zehnjähriger die Kalaschnikow in die Kamera. Im Flüchtlingscamp wird geschossen.

Draußen wollen immer noch Kinder Märchen hören.

„Mama, welche Farbe hat der Wind?“



Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @multimind,

über dieses thema gibt's ganze enzyklopädien. schon die ollen griechen haben sich, wie gesagt, damit auseinandergesetzt.

enzensbergers "mittelmaß und wahn" etwa nähert sich der symptomatik auf zynisch-satirische weise.

wenn du tiefer schürfen wolltest, müsstest du dich ein bisschen in der psychologie umtun - unter den stichworten schizophrenie, paranoia und realitätsverlust. der extremste fall wäre die paraphilie: ein tag und nacht vor dem terminal sitzender tropf liebt nicht einmal mehr sein virtuelles sich (oder ein fremdes avatar), sondern gleich direkt den blechtrottel.

liebe grĂĽĂźe aus mĂĽnchen

bluefin

Bearbeiten/Löschen    


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Mir gefällt der Text ganz ausgezeichnet.

Er gibt nichts vor, erklärt nichts, stellt nur kühl dar. Gerade deshalb entwickelt sich beim Leser ein starkes Gefühl (hier: Bedrückung).

Der Schlusssatz scheint mir wunderbar pointiert.

GlĂĽckwunsch:
Heidrun D

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂĽr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂĽck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!