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Leselupe.de > Kurzgeschichten
sieben Minuten
Eingestellt am 21. 01. 2002 19:13


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Panther
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2002

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Er kam von der Insel im Nebel. Sie konnte das sofort sehen.
Eigentlich interessierte sie sich nicht f├╝r die Inselbewohner.
Ihre Abwesenheit, Zerstreutheit und Arroganz war ihr zuwider. Und selbst, wenn dann einer von ihnen mal etwas menschliches an sich hatte und sie sich dann doch, wider besseren Wissens auf einen Einlie├č, war ein Gesrp├Ąch mit solchen Menschen von so gro├čer Traurigkeit, dass der ganze Tag schwarz eingef├Ąrbt wurde.
Dieser hier war anders. Die Art wie er an der Zigarette zog und dabei, bewu├čt oder nicht, seinen kleinen Finger abspreizte; die ├╝bereinandergeschlagenen Beine, nicht wirklich schwul, wie sie diese Geste meistens interpretierte; seine ungewaschenen, blonden, struwelligen, aber wenigstens nicht viel zu langen Haare, die im Sonnenlicht der Bahnstation ihm einen Heiligenschein schenkten; und seine Augen.
Eben, als sie aus der Bahn stieg, streiften seine hellen Augen ├╝ber sie und fixierten sie dabei f├╝r einen winzigen Augenblich lang. Ihr Herz machte dabei sofort einen Freudensprung und ihr Vertsand setzte aus.
War es m├Âglich, dass Bewohner der Insel im Nebel einem Gl├╝ck schenken konnten. Meistens hingen sie doch in verrauchten Kneipen herum und bekifften sich bis zur Dummheit.
Dieser hier jedoch schien nicht Opfer seiner Herkunft geworden zu sein. Zwar lie├č er den Kopf h├Ąngen, aber es war keine traurige sondern eine dem├╝tig, gl├╝ckliche Haltung.
Dazu noch diese konzentrierte Bewegungslosigkeit; nur unterbrochen von einer kleinen Bewegung seiner Hand, wenn er die Zigarette zum Mund f├╝hrte; die zweite in sieben Minuten.
Die n├Ąchste Bahn war nicht ihre. Sie fa├čte den Entschluss ihn mitzunehmen. Doch da sprang er auf mit einer Geschwindigkeit, die sie so nicht erwartet h├Ątte und entschwand hinter der sich schlie├čenden T├╝r. Die Zigarette hatte er mit hinein genommen.

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