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Leselupe.de > Ungereimtes
spätwinter
Eingestellt am 07. 03. 2012 18:29


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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spätwinter

das wasser für den garten darf nicht fließen
und kleine sänger brauchen körnerfutter

die bank auf der terrasse steht bedeckt
mit einer plane gegen schnee geschützt

man hört noch keinen magren igel schmatzen

die karpfenteiche ruhen unterm eis
und auch im tale grünt kein hoffnungsglück

die schrumpeläpfel in der kammer schwinden
und träumen nicht mehr von dem weihnachtsbaum

noch dämpft ein stetig feuchtrer schnee die stimmen
das kinderlachen und den straßenlärm

nur mittags in der fahlen sonne schwitzen
die zapfen an den dächern kühle tropfen

die mischen sich mit schnee zum ersten matsch

doch lehnen an der tür noch langlaufskier
und in den nächten wütet herber frost

Version vom 07. 03. 2012 18:29

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Hannah Rieth
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jul 2003

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Hallo Herbert,

ein wirklich schönes Gedicht: erschöpft, ein wenig resigniert und voller Sehnsucht. Du verzichtest auf "Knaller", der Text plätschert fast ein wenig, was aber ganz und gar nicht negativ gemeint ist - im Gegenteil: Ich finde der Ton tut ihm sehr gut.
Einzig die Form lässt mich stolpern. Warum die Zweizeiler? In meinem Empfinden stören sie den Fluss, zwingen dem Text eine Form auf, die er nicht nötig hat.

Viele Grüße

Hannah

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Liebe Hannah,

dankeschön

Die Zweizeiler fassen jeweils einen Satz zusammen, wobei allerdings der Umbruch dem Metrum (!) und andererseits dem Ermöglichen anderer Lesarten geschuldet sind. Als fortlaufender Text gesetzt wäre wohl eher Anlass geben, darüber hinweg zu lesen.

Der einfach gehaltene Sprachduktus (Ton) ist absichtlich gewählt, um eine Stimmung zu erzeugen, die mit den vom Schnee gedämpften Lauten korrespondiert.

Liebe Grüße

Herbert


__________________
© herberth - all rights reserved

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