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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
tasten tasten
Eingestellt am 30. 01. 2015 17:35


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Mondnein
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    tasten tasten

ich wei├č noch wie
ich von der toilette kam
um die ecke bog zur maschine hin
rieb mir die frischgetrockneten griffel
um in die tasten zu hauen
die melodie die durch den raum orgelt
den sinfonisch-pathetischen flamenco stop go floppy flop
den kurzroman von den ernsten den gewaltigen den tieren
den boogie woogie walky talky waoum baoum
chubby dubby daoum schaum
traum der djaume traume traumt

wie hervortrichternde r├Âhren poren schl├Ąuche
fl├╝stert├╝ten posaunen sie aus
dein letztes gedicht
das j├╝ngste gericht
alte erdbirnen
erbsen trombonen
die schonen die edlen die wilden schoschonen
die da djaoum! durchs haus
hier rein da raus
├╝berallhin hirn hinhirnen
gut steil gepicht
auf geile r├Ąusche
t├Âchert├Ąusche
und was da sonst noch so hinter nylonstirnen
neues nervengeb├╝sch in den spuren
textiler texturen
zerteilter verzweigter zerfaserter phrasen und str├Ąucher
ausbaumt
waaaaaoooum?
djaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaoooooooooooouuuuuuum!!!!!


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Mondnein
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Zazen

nein, Rogathe, in dem Fall h├Ątten Deine Daumen L├╝cken geschrieben.
Andrerseits ist es ein netter Scherz, sein Satori zu bedauern. Einen Koan hast Du verfa├čt, gratuliere.


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Mondnein
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Man darf angeblich nicht sein Lied erkl├Ąren, aber ich halte nichts von dieser Regel.

Ja, verstehe.
Richtig: Es beginnt anders, als es sich fortsetzt und schlie├člich endet. Es beginnt konkret, dann hebt es ab, indem es ein Werk blo├č behauptet, so als ob man Titel nennt statt den Roman oder das Musikst├╝ck wirklich zu schreiben, zu entfalten, auszuf├╝hren. In dem Moment wird es doppeldeutig, da die "Tasten" gleichzeitig die einer Tastatur (z.B. Schreibmaschine) wie die eines Instruments (z.B. Klavier) sind, andererseits sind die entsprechenden Verse durchaus ein St├╝ck Ausf├╝hrung, indem die Imaginationen in innere Widerspr├╝che verfaltet werden: "sinfonisch" wird zertanzt zu "flamenco", dieses comic-strip-artig verzerrt zur Klangmalerei am Ende des Verses. Die "Text"-Variante der Tastenbearbeitung im folgenden Vers mit seinen hohlen Titel-Behauptungen wird gleichfalls klangmalerisch verrockt und verrollt, die Strophe endet mit mantrischen Aum-Reimen.
Die folgende (zweite) Strophe hebt weiter ab, l├Âst sich in Imaginationsfetzen auf, zun├Ąchst wieder mehrfach zweideutig aufgespalten ("gericht", "schonen" "textile texturen"), und f├╝hrt letztendlich in einen blo├čen reflexiven Strukturalismus des Nervengefasers ├╝ber, in die pure Abstraktion also.
Das Gef├╝ge des Ganzen ist also eine Art von Regenbogen, ein von Rot zu Violett durchgespieltes Spektrum von Bedeutungswandlung - hier nun nicht an den Farben entlang entwickelt, sondern in einer Wandlungs-Wanderung von unmittelbarer Konkretheit zur v├Âllig bedeutungsfreien blo├č materialen Struktur des ("Nerven"-) Baums der Erkenntnis. Mit wieder aufgegriffenem rocknrolligem Aum-Reim.

Vielleicht nicht ganz originell, Du hast schon hundert solcher Lieder gesehen oder geh├Ârt, und die erfahrene Rogathe gewi├č auch, aber ihr seid die alten Hippieges├Ąnge m├╝de und spielt jetzt die Verst├Ąndnislosen.
Aber das glaube ich Euch nicht, weder Rogathe noch Dir, denn daf├╝r seid Ihr alten Hasen zu gut, zu kenntnisreich, zu erfahren und zu verst├Ąndig.


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