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Leselupe.de > Kurzgeschichten
the world of Kerry Minnear
Eingestellt am 21. 07. 2001 19:34


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edward varelans III.
Hobbydichter
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Um diese Zeit lĂ€uft eben im Radio wirklich nur Scheisse. Ich drehe ewig, bis ich wenigstens Shakin' Stevens reinbringe und muss laut lachen ĂŒber diesen bekloppten Heini. An irgendeiner Kreuzung im Westend hĂ€lt so ein Rotzlöffel in einem Pizzalieferwagen neben mir und will wissen, ob meine Karre mit Stadtgas fĂ€hrt. Findet das unheimlich komisch. Er zieht ab und ich fahre betont langsam. Ich will zu Didier.
Hillary sagte mir gestern, dass er seit zwei Wochen wieder aus Europa zurĂŒck sei. Und dass er nicht nach mir gefragt hĂ€tte. Ich will eigentlich nicht zu Didier, weil er mir stĂ€ndig nur VortrĂ€ge hĂ€lt, einen Sermon nach dem andern. Er bildet sich ein, er sei mein Gewissen. Er steht, nur in kurzen Hosen, auf seiner Veranda und glotzt mit so einem Teleskop an den Nachthimmel. Dreht sich nicht mal um nach mir. Ich setze mich in den Liegestuhl und wir sagen beide nichts. Ich sehe ihm zu und er starrt an den Himmel, als könnte er dort Marsmeschen sehen. Hin und wieder schreibt er was in ein Heft.
Ich frag ihn, was so geht, wie Paris war. Er meint, er war nur in Rom und Venedig und Ravenna und so. Die Frauen seien enorm hĂŒbsch dort. Da kommt zu meiner Überraschung Helen aus seinem Haus. Sie hat einen Longdrink fĂŒr mich mit gebracht und begrĂŒsst mich mit einem langen Kuss. Ich lauf ein StĂŒck auf der Veranda rum und rauche und ĂŒberlege, ob ich Didier sein Scheiss Teleskop ĂŒber den SchĂ€del haue. Ich erzĂ€hle ihm die Sache mit Steve und er setzt sich nun hin und hört mir aufmerksam zu. Dann geht er ins Haus und holt sich einen Drink und einen Player mit einer Scheibe von Gentle Giant. Er fĂ€hrt total ab auf diesen Kunstrock Mist. Als ein Flötensolo kommt, mĂŒssen wir still sein, weil er das total toll findet. "Kerry Minnear ist der einzige, der in diser guten alten Zeit seinen Synthi genau so hat klingen lassen, wie er auch wirklich klang: rauh und unbearbeitet. Keine nachgeahmten Streicher, keine ĂŒberflĂŒssigen Effekte..." Helen nickt lebhaft, als hĂ€tte sie Artrock studiert und schaut die ganze Zeit den Player an. Ich frage Didier, ob er den Finger mal aus dem Arsch nehmen könnte. Da gibt er mir einen kleinen Stein, der einen Teil einer Frau darstellen soll. Er hĂ€tte ihn bei einer römischen Terme gekauft, die Leute sagten dort, es bringe dem Besitzer GlĂŒck und Potenz. Helen lacht. Ich lache und kippe meinen Drink aus. Didier ist völlig anders jetzt.
Als ich mich verabschieden will, sagt Helen, dass sie nicht hier pennen will und nicht weiss, wie sie in die Stadt kommen soll. Sie setzt sich in meinen Wagen und ich denke mir, dass ich sie so brutal ficken werde, wie ich nur kann. Als wir bei mir sind, werde ich weinerlich und sie erzÀhlt von Didiers Europabericht. Sie will vorher nichts ziehen und mittendrin verliere ich völlig die Fassung und sie beruhigt mich und lacht nicht. Sowas passiert eben.
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visco
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the world of Kerry Minnear

Hi Ed!

Ich habe jetzt drei Texte von dir gelesen (das zweite reich, rĂŒckgĂ€ngig und diesen), und daß sie keine stand-aloneÂŽs sind, liegt wohl auf der Hand.
Von den bisherigen gefĂ€llt mir ĂŒbrigens dieser am besten, aber das halte ich nicht lĂ€nger fĂŒr relevant. Mich interessiert vielmehr der Zusammenhang - sofern es einen gibt, was ich aber sehr begrĂŒĂŸen wĂŒrde.
In meinen Augen fĂŒgen sich die lebendig geschilderten Situationen nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen. Falls dies auch so beabsichtigt ist, dann sollte frĂŒher oder spĂ€ter ein roter Faden zu erkennen sein, eine Entwicklung vielleicht, die dein Protagonist durchmacht.
Auch könnte ich mir vorstellen, daß du dich mit deinen Geschichten ganz vorsichtig einem zentralen Ereignis (einer Art Finale) nĂ€herst, uns sozusagen zunĂ€chst den Hintergrund als Motiv lieferst, und das fĂ€nde ich am allerbesten.
Nun magst du mir widersprechen - oder auch nicht. Möglicherweise hast du dich ja auch noch nicht entschieden. Ich dachte nur, es wĂŒrde dich interessieren, welche Erwartungen deine im Zusammenhang gesehenen Geschichten erwecken können.

Lieben Gruß
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Ich hatte eine Lösung gefunden, nur passte sie nicht zum Problem.

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edward varelans III.
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Ja, es interessiert mich. Und ja, ich habs mir so gedacht, dass noch ein zentrales Ereignis kommt. Nur wird es vielleicht nicht als solches durchgehen. Das mit dem Gesamtbild kommt meinen Vorstellungen recht nahe. Aber die Gesamtaufnahme ist mehr als die Summe aller Einzelbilder. So wenigstens ist es gewollt. Und so sprachs Mister Edward.
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ElsaLaska
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da kommt elsa, leicht verspÀtet,

dafĂŒr hat sie aber einen herrlich gekĂŒhlten chateau de capitoul dabei, einen 98er rosĂ© natĂŒrlich , keinen roten, wer will den schon einen roten bei diesen temperaturen.
jedenfalls beschlĂ€gt die flasche gerade, und sie wird uns guttun, eddiemaus. er ist schon ein bisschen alt fĂŒr einen rosĂ©, aber das gibt ihm die gewĂŒnschte gravitĂ€tische note.
das gefĂ€llt mir sehr sehr gut, was du da geschrieben hast. es ist weniger abgefuckt wie die anderen teile, und diese bemerkung von didier ĂŒber den synthi von gentle giants ist einfach klasse. ich liebe solche verschrobenen aussprĂŒche, sie haben einen eigenen humor, wie ich finde. allerdings ist er ein wenig zu kĂŒnstlich geraten, dafĂŒr dass didier in sozusagen freihĂ€ndig aus dem stand ihn die mitte der veranda wirft.
wie findest du, wenn du erlaubst, diese version:"Kerry Minnear ist der einzige, der seinen synthi genau so hat klingen lassen, wie ein Synthi wirklich klingt: rauh und unbearbeitet. Keine nachgeahmten Streicher, keine ĂŒberflĂŒssigen Effekte, keine Halls in dieser guten alten Zeit."
Da ich mit Art Rock rein gar nix am hut habe, frage ich an dieser stelle auch nach: wieso flötensolo- dann ĂŒbergangslos eine analyse des synthi?
oder ist das ein synthisolo, das nach flöte klingt? dann passt aber der ausspruch von didier nicht mehr so gut.dann hast du einen bruch erzeugt....
den anfang habe ich ÜBERHAUPT nicht verstanden, ich fand ihn auch nicht besonders gut.
am schluss stört mich der allerletzte satz. ich wĂŒrde das alles einfach so stehen lassen. das helen nichtlacht. das ist völlig ausreichend.
vermisst habe ich eine etwas aussagekrĂ€ftigere beschreibung von didier, und auch eine beschreibung der drinks. ab und zu ein paar details, allerdings ohne zu ĂŒbertreiben, tĂ€ten deinem text ganz gut.

liebe grĂŒsse
elsa

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edward varelans III.
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Na endlich, liebste Elsa, ich wollte schon meine schriftstellerische Karriere an den Nagel hÀngen. Ohne dich bin ich nichts. Dementsprechend der Wunschzettel.
So erklÀre mir denn, o holde Muse, warum der Anfang so schwierig ist. Sitzt ein Typ nachts im Wagen, sucht gute Musik zum Fahren und will jemanden besuchen. Grosse Stadt, alles leer, nur dumme Rotzlöffel unterwegs, die Wettrennen machen wollen - oh, was mache ich denn? Ich paraphrasiere ja! Stop stop, genug davon.
Das Flötensolo hingegen ist etwas umstÀndlich formuliert, geb ich zu. Zuerst kommt das Solo von Gary Green, dann stimmt eine markant-typische Synthipassage ein. Es liest sich verwirrend, und vielleicht Àndere ich es, wenn ich mal Lust habe. So, was jetzt noch? Ach ja, der Art Rock. Ach, Elsa, da haste aber was verpasst, Kerry ist wirklich klasse. Das da heut keiner mehr drauf steht, ts! Gentle Giant haben mal gesagt: Entweder lieben uns die Leute, oder sie hassen uns. Nichts dazwischen. Tja, sind die Fronten wohl geklÀrt. Und nun komm und setz dich her mit deiner Pulle, auch wenns ein Rosé ist. Von dir trink ich alles, denn ich bin Mister Ed.
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ElsaLaska
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ich muss immer wieder eine gewisse

mĂ€keligkeit feststellen, wenn ich dir ein flĂ€schchen wein mitbringe. scheinbar kann man es dir nicht recht machen! also dann schlappe doch an deinen kĂŒhlschrank und hole einen weissen raus, mir egal!
den anfang habe ich tatsÀchlich nicht kapiert. das liegt aber daran, dass sich niemand traut, mit mir rennen zu fahren
ich schÀtze deine lakonische erzÀhlweise sehr, aber das mit dem stadtgas ist mir dann doch gar zu lakonisch. denke bitte an all die leser, die noch nie rennen in der stadt gefahren sind. was sollen sie also mit dem stadtgas anfangen?
und hippeln die rennwilligen auch nicht immer so auf dem gaspedal rum, wenn sie an der ampel stehen? so sieht mans zumindest in den filmen... ich habe also dieses immer wieder betont laute aufheulen des gaspedals vermisst. oder einfach ein gedanke deines heldens: ich habe keine lust, mit dem typen ein rennen zu starten oder sowas. dann kommt das "betont langsam" losfahren nĂ€mlich auch viel toller rĂŒber. wenn mans dann kapiert hat.
mit art rock habe ich tatsÀchlich nichts am hut. aber wir können uns die russisch-orthodoxe messe aus dem kloster sagorsk anhören, wenn du magst....
ĂŒbrigens will ich dich schon die ganze zeit fragen, wann du in hd studiert hast (du hattest es mal irgendwo erwĂ€hnt), ich war nĂ€mlich von 91 bis 95 dort.
womöglich kennen wir uns aus der sonder-bar?
liebe grĂŒsse
elsa

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edward varelans III.
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eddie recommends:

Hey Elsa, du hast doch die Nummer mit dem Stadtgas kapiert, also funktioniert es doch irgendwie. Und alle, die dĂŒmmer sind als du, können sich ja mit Herzschmerztexten beschĂ€ftigen. Jedem kann ichs sowieso nicht Recht machen. Also will ich es mir Recht machen. Und dir vielleicht noch, wenn möglich. Aber dann ist Schluss.
Das mit dem Gas geben kannste knicken, das gibts nur noch im Film. Selbst die dummen Rotzlöffel (und Eddiemaus ist selbst mitunter einer davon) haben bei den derzeitigen Benzinpreisen Skrupel. Es sei denn, es ist eine Tussi dabei, die es zu beeindrucken gilt. Aber bitte sag mir, dass ich das bei dir nicht nötig hab, Elsa! Ich trink auch gehorsam jeden Rosé, den du mir bringst. Obwohl ich den Nachgeschmack nicht schÀtze, der tief in den Wangen sitzen bleibt, und der fast jedem Rosé eigen ist (ein paar Australier und neuerdings auch Lieferungen aus Sizilien muss man da als wohlschmeckend ausnehmen). Aber ich gebe zu, dass ich nur schwer zu befriedigen bin. Im Gegensatz zu meinem Helden Clay vielleicht. Aber dazu mehr im nÀchsten Werk. Stay tuned, honey!
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