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Leselupe.de > Kurzgeschichten
threre´s sumthin wrong with da system
Eingestellt am 27. 03. 2002 13:14


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Stefan_Senn
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Registriert: Jan 2002

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"Wo warst du heut nacht Jack Kerouac, ich habe dich gesucht.." Leise sang Jonas diesen Sportfreunde Stiller-Klassiker vor sich hin. Er sass in einem Zugabteil des Regionalexpress von Leipzig nach Magdeburg.
Jonas blickte kurz auf und betrachtete die Mitreisenden im Abteil. Einige hatten seine zugegeben wenig kunstvolle Interpretation dieses Songs mit strafenden Blicken bedacht, doch der Großteil wurde dadurch nicht aus seiner Lethargie gerissen. Gedankenverloren starrte man aus dem Fenster, auf den Boden, ins Leere...
Jonas sah sie nachdenklich an:"Wie soll denn eine Gesellschaft gesunden, die sich bei Präsenz Fremder krampfhaft der Kommunikation verweigert?"
Ein Denkanstoss, eine Frage, der zaghafte Versuch zu philosophieren?
Vielleicht eine undefinierbare Mixtur aller drei Komponenten. Fragen, deren Beantwortung und das Leben nicht geben kann.
Wird es uns vorenthalten also weiss man die Antwort oder schweigt man aus Nichtwissen?
Mmh auch egal, am wichtigsten ist es doch, dem Leben eins in die Fresse zu geben.
Nein, nicht wörtlich nehmen, an dieser Stelle könnte der vielleicht beinahe todzitierte Satz:"Gewalt erzeugt Gegengewalt" zitiert werden, doch da nämlicher in der Hitliste der Frequently said phrases einen der obersten plätze einnimmt, wird er weder von Jonas, noch von einem der Fahrgäste geäußert. Besser ist das, glaubt mir.
Aber wie soll das denn dann bewerkstelligt werden? Durch Hipness, Coolness, Smooth attitudes, mit niedrig frequentierten Beats, ausgeweiteten PAANTS, einer sorgfältig gestylten Frisur?
Den Finger am urbanen Pulsschlag, im gekünstelten Alltagsdschungel die Machete der Egozentrik schwingen?
Jeder Ratschlag würde wie eine Seifenblase aufsteigen. Bunt schillernd, hübsch anzusehen aber doch inhaltsleer.
Die Armee der Phrasendrescher, zu oft wurde ihr nachgegeben, eingeschüchtert von den Rüstungen der Lebenserfahrung, in die sich jene Ritter zwängen um in vollem Galopp, die Lanze im Anschlag in unsere Seelen zu reiten und dort beinahe irreparable Löcher hinterlassen.
Und das Pfefferminzgeschwader hat noch andere Tricks auf Lager. Besser du stellst deine Ohren auf Durchzug, schnellen Schrittes vorbei-don´t let them take ya mind, easier said than done.
Der einzige Weg, mach sie fertig, bevor sie dich fertig machen, vielleicht auch eine Seifenblase aber eine mit stabilerer Außenhaut.
Auch Jonas hat seinen Gedanken, mit einem Fahrgast ins Gespräch zu kommen, aufgegeben.
Er traut sich nicht, hat Angst, ein Symptom der Krankheit, an der wir leiden, uns innerlich keuchend und hustend dahinschleppen. Zu krank um gesund zu sein zu gesund um krank zu sein.
THERE`S SUMTHIN WRONG WITH DA SYSTEM!!
Hoch die Detektoren, lasst uns suchen, auf die Knie-kriechen-und suchen-das Loch finden und stopfen.
Nehmt euch in den Arm und habt euch lieb, das heilt zwar nicht die Krankheit, lässt aber ihre Krallen sich weniger tief in unser Fleisch bohren.
Jonas dreht den Walkman auf:"ALLES WAS ICH WILL IST-NICHTS MIT EUCH ZU TUN HABEN..."
Auf den ersten Blick einer von ihnen-Aber nein, er macht sich wenigstens Gedanken...

__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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