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Leselupe.de > Ungereimtes
tot
Eingestellt am 26. 06. 2010 22:50


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samuel
gesperrt
???

Registriert: Feb 2004

Werke: 354
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tot

jetzt besingst du die schönheit der toten,
ihr schweigen,
den raum, den sie öffnen

gr√ľ√üt aus der ferne der vater,
dem du zärtlich
den mund noch befeuchtet

jetzt braucht er dich nicht mehr,
nur dein gedächtnis

__________________
Es nehmet aber
Und giebt Gedächtniß die See,
Und die Lieb’ auch heftet fleißig die Augen.


Version vom 26. 06. 2010 22:50

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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 850
Kommentare: 4772
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Hallo samuel,
ein trauriges Gedicht, das absolut nicht kitschig und deswegen richtig gut ist.

Die letzten Zeilen w√ľrde ich in
jetzt braucht er nur noch dein gedächtnis umändern.
Gruß
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 35
Kommentare: 313
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Hallo samuel,

ehrlich gesagt - diesen Text verstehe ich nicht :-(((
(bin da wohl der einzige, macht ja nichts...)

Meine grundsätzliche Frage :
Ist hier dieser Vater tats√§chlich schon tot ?, und findet nun in der gedanklichen Nachschau durch die Lebenden pl√∂tzlich(wie so oft √ľblich) ein verlogen, menschliches Anschauen,
oder
ist er z.B. komplett,
ohne eigenen Willen, Dement, und ist nun auf den Willen seiner Umgebung, ihres Spiels, reduziert ?

Ebenso erschließt sich mir leider auch diese Bild
"die sch√∂nheit der toten," √ľberhaupt nicht ??

Vielleicht k√∂nntest Du mir ja einige gedankliche Tips geben :-)) / w√ľrde mich dar√ľber freuen..

und ein lebendiges sch√ľss, Jacko

--

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

Werke: 304
Kommentare: 2919
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hallo samuel,
ein sinniges st√ľck von dir.

ein toter, der platz macht, öffnet den raum, den er verlässt.
f√ľr neues? f√ľr eigene bilder?
das gefällt mir sehr.

" gr√ľ√üt aus der ferne dein vater"

gelungen ambivalent:
weil hier sowohl der vater noch gr√ľ√üen kann, also gemeint w√§re
als auch lyrdu möglich wäre.
letzte strophe:

tragisch sch√∂n: hoffnung und w√ľnschen des verstorbenen hineingewebt.
Die erinnerung ist das einzige paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können.
lg
ralf
__________________
RL

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samuel
gesperrt
???

Registriert: Feb 2004

Werke: 354
Kommentare: 605
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Danke, liebe Leute, f√ľr die guten R√ľckmeldungen! Ich freue mich, dass der Text einige von Euch auch ber√ľhrt hat! So ist mir doch etwas gelungen, au√üer nur meinen Schmerz auszudr√ľcken.

Rose: "befeuchtet" soll eine (vielleicht etwas altert√ľmliche?) Abk√ľrzung sein f√ľr "befeuchtet hast".

Bernd: Ich hatte eigentlich an die √Ėffnung psychischer/geistig-spiritueller R√§ume gedacht; aber versteh Du, so lange es Sinn macht, meinen Text, wie Du willst.

Karl: Dein Lob freut mich besonders, vor allem, weil wir so unterschiedliche Schreib- (aber nicht unbedingt auch Empfindungs-)Weisen haben.

Ach ja, JackoF: Es ist mein Vater, der gestorben ist. Der Text soll keine Beweihr√§ucherung, keine Besch√∂nigung sein. Er konstatiert (fast) nur. Die Sch√∂nheit der Toten ist ihre W√ľrde, die sie behalten haben und zeigen, ist auch ihr Mahnmal-Sein.

Mehr will ich nicht schreiben; es steht alles im Text.

LG, samuel

__________________
Es nehmet aber
Und giebt Gedächtniß die See,
Und die Lieb’ auch heftet fleißig die Augen.

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Ich finde das Gedicht sehr stark im Ausdruck.

Allerdings frage ich mich, ob du nicht ohne

quote:
tot

jetzt besingst du die schönheit der toten,
ihr schweigen,
den raum, den sie öffnen

gr√ľ√üt aus der ferne dein vater,
dem du zärtlich,
der mund noch befeuchtet

jetzt braucht er dich nicht mehr -
nur dein gedächtnis
auskommen könntest. Das nähme dem Gedicht etwas Starre und zeigte, wie frisch dein Erleben noch im Gedächtnis haftet ...
Die Aussage √§nderte sich allerdings etwas, weil du selber aus der Szene drau√üen bist. - Na, denk mal dr√ľber nach.

Heidrun

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