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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
totgefühlt
Eingestellt am 23. 06. 2005 18:11


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jon
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Mir gehen die Worte aus. Schlimmer noch: Mir gehen die Geschichten aus. Du brichst mit deiner Musik die Scholle und ich hab nichts mehr, was ich darin säen könnte. Alles schon vertan. Alles schon zerspielt. Alles schon zu Ende gedacht und totgefühlt. Die Welt ist schal geworden. Vielleicht auch nur klein. Für mich ist das kein Unterschied, denn ich bin eingemauert darin. Deine Musik weht die Wände fort. Mein Herz fliegt auf. Mein Geist öffnet sich. Nichts findet hinein, was ich nicht schon kennen würde. Woher auch?

Geh weg! Geh einfach weg, ins Neue!

So einfach ist das nicht, Peter, so einfach ist das nicht…

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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MarleneGeselle
???
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Interessante Miniatur

Hallo jon,

da hast du eine interessante Miniatur geschrieben. Der oder die Prot. kommt gut rüber mit ihrer/seiner Leere und Verzagtheit.

Eine Anmerkung: Scholle ist ein ziemlich alter Begriff, den Jüngere kaum noch kennen und erst aus dem Zusammenhang verstehen können. Ein modernerer Begriff wäre hier nicht schlecht.

Hast du mal dran gedacht, den oberen Teil in Versform zu schreiben. Könnte mir vorstellen, dass er dann auch gut rüberkommt.

Grüße
Marlene
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Es werde Geist!

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jon
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Ich hatte – als mir das Ganze durch den Kopf ging – erst tatsächlich "Acker". Aber den hätte Peter "pflügen" (also mit Kraft bearbeiten) müssen und das ist nicht, was seine Musik (mit mir) tut. Deshalb kam ich auf Scholle und das gefiel mir dann auch deshalb besser, weil es im Bild näher an dem Effekt ist, dass eine feste, schwer druchdringliche Oberfläche (zu Schollen) aufgebrochen wird.

In Versform… Ja ich dachte daran. Aber ich habe – da ich nichts sah, was ich anders schreiben würde – nicht gesehen, was der Text dadurch gewinnen würde. Er könnte etwas anders klingen, aber ich finde darin keine neue, zusätzliche Qualität. ich lass mich aber auch von Gegenteil überzeugen.



Mir gehen die Worte aus.
Schlimmer noch:
Mir gehen die Geschichten aus.
Du
brichst mit deiner Musik die Scholle
und ich
hab nichts mehr, was ich darin säen könnte.
Alles schon vertan.
Alles schon zerspielt.
Alles schon zu Ende gedacht und
totgefühlt.
Die Welt ist schal geworden.
Vielleicht auch nur klein.
Für mich
ist das kein Unterschied,
denn ich bin
eingemauert darin.
Deine Musik weht die Wände fort.
Mein Herz fliegt auf.
Mein Geist öffnet sich.
Nichts findet hinein,
was ich nicht schon kennen würde.
Woher auch?

Geh weg!
Geh einfach weg, ins Neue!

So einfach ist das nicht, Peter.
So einfach ist das nicht …

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Inu
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Liebe Jon

Deine Fassung 2 ( Gedichtform - Prosalyrik ) finde ich besser als die Kurzprosa.

Die Gedanken sind klar. Und perfekt in Worte gesetzt. Alles aus einem Guss. Mir gefällt der Stil.

Das 'Woher auch' würde ich weglassen. Weiß nicht, warum. Einfach nur so.


LG
Inu

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jon
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Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse:

...stimmt: Es ist in Versform klarer - mit etwas Abstand "höre" ich das jetzt auch. Und: Das "Woher auch?" stört (besonders in der Versform) die "Melodie" und in Wirklichkeit ist es auch (a) überflüssig, weil diese Info schon im zweiten Satz steht, bzw. (b) störend, weil es eigentlich der Anfang einer weiterführenden Überlegung ist, die aber im Rahmen dieses Textes nicht stattfindet. Also das Ganze nochmal - im Lyrik-Tagebuch, weil es jetzt dort formal hingehört.

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Josie
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Hallo Jon

Mir hat TOTGEFÜHLT in der ersten Form besser gefallen. Weil hier ja nicht nur eine einzige Person "spricht". Auch wenn Peter nur die wenigen Worte spricht:

Geh weg! Geh einfach weg,ins Neue!

- so ist der Text dennoch, streng genommen, ein Dialog. Und ein Dialog in Versform verliert, in meinen Augen, an Aussagekraft.
Ich finde die erste Form eindrucksvoller.

Ebenso denke ich dass sich " Woher auch? " klar bezieht auf: ...denn ich bin eingemauert darin..
und als "Stakkato" die "Melodie" zusätzlich würzt.

Ist meine Meinung dazu.


In der Hoffnung, dass wir beide den selben Peter meinen:
Vielleicht solltest du dich noch einmal mit ihm "unterhalten". Am Besten "leise". Er spricht oft sehr weise und wenn man ihm intensiv zuhört erkennt man, wie man Totgefühltem wieder Leben einhauchen kann. Aber es reicht nicht, nur mit den "Ohren zu hören". Ich weiß das, denn er spricht oft mit mir. Und ich höre ihm immer wieder gerne zu.

Ich würde gerne eine Fortsetzung von TOTGEFÜHLT lesen, Jon! Vielleicht mit dem Titel : "Zurück ins Leben" ?

LG Josie



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jon
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…ich denke schon, dass wir den selben meinen – bei deinem Nick
Ich mach seit Woooochen kaum noch was anderes, als ihm zuzuhören. Und ich glaube, langsam füllt sich mein Tank wieder – immerhin finde ich inzwischen wieder ab und an Worte dafür, was eigentlich mit mir passiert, wenn ich ihn höre (und sehe) (z.B. Hier klicken). Das ist allerdings so "speziell", dass ich es nur in absoluten Ausnahmefällen unter "Literatur" verbuchen würde.
„Literatur“ entsteht bei mir ohnehin nur, wenn ich  – wenigstens einen Schritt – neben mich treten kann. Als ich diese Prosa-Zeilen schrieb, war ich grade dabei, diesen Schritt zu machen – und in dem Moment fühlte sich die eher weiche, fließende „Melodie“ der fortlaufenden Zeilen auch genau richtig an. Noch nicht ganz fertig, noch im Fluss gewissermaßen. Jetzt, außerhalb des und rückblickend auf diesen Moment, fühlt sich für mich die klarere Struktur mit den Versen besser an. Es hat Halt.


PS: Maffay-Fans treffen sich auch im ziemlich neuen Forum (Hier klicken) der Homepage (Hier klicken) – es muss ja nicht immer gleich Literatur sein, wenn man Gefühle ein Worte packt.
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