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Leselupe.de > Horror und Psycho
träume . . . in der hölle geboren
Eingestellt am 28. 06. 2001 17:30


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Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

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dies ist keine schöne geschichte. wenn du schöne geschichten liebst, steig hier bitte wieder aus und wir sehen uns in einem anderen forum.
danke


Sophies Gesicht fühlte sich plötzlich weich und seltsam schlaff an, als ob ihre Haut zu flüssiger Masse würde. Sie fuhr erschrocken mit der Hand in ihre Haare und ließ die Finger abwärts gleiten, versuchte dieses Fließen aufzuhalten. Sie spürte Falten wo ihre Haut glatt sein sollte, ein dunkles großes Loch wo ihr rechtes Auge sitzen sollte, und ein sonderbares Kribbeln zwischen den Fingern; über das sie jetzt nicht nachdenken wollte. Aus dem Loch in ihrem Schädel drang ein zischelndes Geräusch, das ihr eisige Schauer über den Rücken jagte. Sie wagte nicht zu atmen und versuchte krampfhaft nicht mit den Fingern dieses Geräusch zu untersuchen. Ihre Hände zitterten unkontrolliert. Mit fahrigen Bewegungen wischte Sophie sich unablässig an ihrer Bluse ab, während sie mit ihrem linken Auge verzweifelt in die Runde starrte. Konnte aber nichts erkennen. Nur rabenschwarze Dunkelheit.
Sophie hatte noch nie Angst vor der Dunkelheit gehabt. Auch als kleines Mädchen hatte sie sich in ihrem dunklen Zimmer eher geborgen gefühlt als gefürchtet. Doch jetzt. Jetzt hätte sie schreien mögen. So laut schreien, bis sie keine Luft mehr bekam. Sie riss den Mund auf, aber kein Ton kam aus ihrer Kehle. Das Entsetzen riss sie in einem Strudel aus Angst und Grauen, und doch – kein Schrei kam über ihre Lippen.
Endlich hatte sie ihre Hände nicht mehr länger unter Kontrolle und griff in wilder Panik in ihr Gesicht - oder dorthin, wo sie ihr Gesicht vermutete. Sie fühlte keinen Mund und keine Nase, nur dieses entsetzliche Loch in dem sich mit einem Mal etwas bewegte.
Noch bevor sie darüber nachdenken konnte, oder ihr Ekel sie in den Wahnsinn trieb, schoss mit einem lauten, bösartigen Fauchen blitzartig ein langes, dünnes - kaltes Wesen - daraus hervor. Es zappelte nach links und rechts. Ein mattes, blaues Glühen ging von dem widerlichen Ding aus. Sophie konnte nun mit ihrem linken Auge genau sehen wie dieses Ding hin und her zuckte, aber nicht wirklich was es war. Ein Würgen kam ihre Kehle hoch und sie fürchtete sich sofort übergeben müssen.
Dann biss dieses Ding zu.
Blitzschnell und unerbittlich schlug es seine Zähne zwischen Sophies linkem Auge und diesem grässlichen Loch. Sophie stand da, die Beine vor Grauen gelähmt. Sie konnte nicht weglaufen, ja sie dachte nicht einmal daran wegzulaufen. Wohin hätte sie auch sollen. Das Grauen saß in ihrem Gesicht, wie sollte sie davor davonlaufen. Sophie brüllte vor Schmerz, Angst und einem wahnsinnigen Entsetzen. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Es kommt immer noch schlimmer.
Dort, wo der Biss der Schlange sie getroffen hatte, quollen im nächsten Augenblick dicke weiße Maden hervor, die sich sofort über ihr Gesicht ausbreiteten. Jetzt öffnete sich auch ihr Mund, und sie fühlte wie die rundlichen weißen Würmer über ihre Lippen krabbelten, sich unter ihren Haaren verkrochen und am Hals entlang in ihre Bluse fielen, auf der Suche nach fressbarer Nahrung.
Sophie ruderte mit ihren Armen gleich zwei Windmühlenflügel herum und versuchte vergeblich die Maden aus ihrem Gesicht zu wischen. Sie waren überall und wurden immer mehr und mehr.
"Nein, oh Gott, oh Gott, oh Gott! Nein!" Schlagartig war auch ihre Stimme wieder da, und Sophie schrie und spuckte und würgte, während Ekel und Abscheu ihr einst so schönes Gesicht zu einer Grimasse des Grauens verzerrte. Ihre Hände zerrten wie rasend an ihrer Bluse und rissen sie in Fetzen. Sie begann hysterisch auf der Stelle zu trampeln und wischte und fegte wie verrückt die kleinen, dicken, weißen Würmer von ihrem Körper, die in stetigem Strom aus der Bisswunde zwischen ihren Augen fielen. Die Schlange in ihrer rechten Augenhöhle zuckte wie rasend hin und her und versuchte ihre Hände zu erwischen.
Sophie schrie bis ihr die Luft wegblieb, schrie bis sie fast ohnmächtig wurde. Als sie endlich nach Atem rang, bekam sie wieder Maden in den Mund, schluckte einige und fühlte das lebendige Krabbeln auf ihrer Zunge und in ihrer Kehle. Ihre Stimme überschlug sich, kippte und wurde zu einem jaulenden Wimmern. Heiße Tränen liefen aus ihrem linken Auge und schwemmten die Würmer von ihrem Gesicht auf ihren halbnackten Körper. Das Grauen schüttelte sie und sie begann mit ihren Fingernägeln die Haut von ihrem Gesicht zu reißen. Da zuckte die Schlange weit nach vor, ihr Maul öffnete sich, wurde riesengroß, und sie biss Sophie in ihr linkes Auge, aus dem sofort ...

Sophie fuhr mit einem unmenschlichen Schrei hoch, sie war schweißgebadet und blutüberströmt. Ihre Haare fielen ihr in Strähnen ins Gesicht. Zwischen ihren Fingern klebten Blut, unter ihren Nägeln Haare und Hautfetzen. Sie warf sich herum und schlug wie eine Rasende um sich. Mit einem krachenden Laut landete sie auf dem Boden, rollte sich blitzschnell herum, sprang auf die Beine und riss sich die letzten Reste ihres Nachthemds vom Körper. Sie rannte schreiend ins Badezimmer, eine dünne Spur aus Blut hinter sich her ziehend, drehte mit rasenden Fingern an den Armaturen und stellte sich unter die Dusche. Erst als sie das kochendheiße Wasser nicht mehr länger aushielt drehte sie ab und stand noch eine lange Weile im dampfenden Bad. Zitternd, nur Schmerz und Ekel.

"Ich möchte wieder träumen." bettelte Sophie. Sie war in ihr Schlafzimmer zurückgekehrt, kauerte sich in eine Ecke wie ein verängstigtes gefangenes Tier und schluchzte, den Kopf zwischen ihre angewinkelten Beine gesteckt. "Ich möchte meine Träume von früher wieder haben; nicht diese ... diese schrecklichen Sachen." Tränen der Angst und der Resignation liefen ihr über die Wangen. Im Zimmer war es, bis auf einen schwachen Schimmer der Straßenlaternen, der durch ihre Vorhänge drang, dunkel. Das leise Brummen gelegentlich vorbeifahrender Autos war das einzige Geräusch in der dunklen Stille die sie umgab.
Und ein Atmen. Leise. Beinahe unhörbar. Wie aus einer anderen Welt.

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Anna
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2001

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Hallo Fredy

Schön. Der Anfang hat mich an gewisse Szenen aus "Akte X" erinnert, aber dort ist es jeweils kein Traum...

Sonst, na ja. Wenn man je ein Tier hatte, das von innen her von Maden zerfressen wurde, ohne dass man von aussen etwas bemerkte, findet man das mit den Maden nicht sonderlich witzig...Oder was man da auch finden sollte. Nicht sehr passend? Oder einfach eklig?

Trotzdem, es gefällt mir irgendwie.


Grosser Gruss

Anna

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Fredy Daxboeck
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*entschuldigt sich bei anna*

hallo anna

ich hab´s schon mal versucht dir zu erklären - kein witz, nicht passend - sondern schrecklich
diese geschichte ist ein traum und entstand, wie viele andere geschichten, in den ersten wochen nach meiner fsme. ich bin aus der hölle zurückgekehrt und habe diese träume mitgebracht.
sie waren zum teil zu realistisch . . .
ich habe diese träume niedergeschrieben, um mich ihnen zu stellen – in der zwischenzeit sind sie verblasst und haben anderen träumen platz gemacht.
erträglicheren.
auf die schönen warte ich noch . . .
ich habe sie hier gepostet, um damit endgültig abzuschließen.
ich denke du wirst das verstehen, okay?

großer gruß zurück

fredy
____________
die hölle lauert in uns . . .
und manchmal gewährt sie uns einen blick in ihre seele
. . . zum glück nur manchmal

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Mein lieber fredy...

...fast schon dachte ich: "Aber diesmal erwisch ich ihn den fredy und kreuze die Kritikerklinge"

Wiedermal vergebens. Ich komm nicht an gegen Deine tiefgehenden Texte.
Erst dachte ich: ja wo ist denn die Message dieser Horrorgeschichte? Da las ich von dem Traum und alles wurde wieder klar. Und dann las ich noch, dass es Dein Traum war. Schlimm, schlimm.
Würd mich interessieren was fsme bedeutet.

Beste Grüße

RT (Der rote Traümer)

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Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
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*entschuldigt sich auch bei seinem freund rote socke*

hallo rt

eigentlich wollte ich dieses ding schon lange löschen. ich hab´s in einer meiner schwarzen momente reingestellt. andererseits . . . ich hab´s auch reingestellt um mich dem zu stellen . . .
irgendwann schaff ich das auch . . . noch nicht – aber irgendwann . . .

fsme bedeutet frühsommermeningoenzephalitis . . . aber lies am besten selber nach.
unter Hier klicken findest du ein paar infos
und unter Hier klicken einen ersten beitrag in dieser sache

beste grüße zurück

fredy
__________________
persönlichkeitsveränderungen – welch nette umschreibung für die hölle die dahintersteckt . . .

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gladiator
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2001

Werke: 10
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Heftig, heftig...

...was der gute Fredy so auf uns losläßt. Wußte gar nicht, daß er sowas drauf hat.

Hier meine Anmerkungen:

als ob ihre Haut zu flüssiger Masse würde. - "Masse" ist so abstrakt, warum nicht konkreter?

Sophie brüllte vor Schmerz, Angst und einem wahnsinnigen Entsetzen. - Männer brüllen, Frauen/Mädchen kreischen, finde ich...

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Es kommt immer noch schlimmer. - Platt. Und überflüssig.

Sophie ruderte mit ihren Armen gleich zwei Windmühlenflügel herum - Sophie ruderte mit ihren Armen zwei Windmühlenflügeln gleich herum.

Grimasse des Grauens - Platt.

unmenschlichen Schrei - Ein bißchen dick aufgetragen, finde ich.

eine dünne Spur aus Blut hinter sich her ziehend - Vom Kratzen? Bleibt unklar...

"Ich möchte wieder träumen." bettelte Sophie - Betteln ist auf ein Objekt gerichtet. Besser "wimmerte" oder etwas ähnliches...

Und ein Atmen. Leise. Beinahe unhörbar. Wie aus einer anderen Welt. - Gutes Ende.

Gruß
Gladiator


__________________
Die Raben fliegen in Scharen, der Adler fliegt allein.

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
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Die Geschichte ist nicht schön, aber gut. Eventuell könnte man während ihrem Traum die Panik noch ein wenig mehr herausarbeiten.
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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