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Leselupe.de > Gereimtes
ummantelte augen
Eingestellt am 16. 10. 2003 16:06


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Antilope
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mĂŒhsam kriecht der tag
aus seiner hĂŒlle
einsame lichter
verlöschen im trĂŒben
auf den bahnsteigen
hasten menschen
den schlaf im gepÀck
sich tastend durch
zĂ€hflĂŒssige morgenluft

nicht hinsehen
wie die nacht die letzten finger
ausstreckt nach dem mann mit hut
dort auf der bank
nur
nicht
um
drehen
__________________

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Udogi-Sela

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gefÀllt

Ich habe das Gedicht jetzt mehrfach gelesen, und ich ĂŒberlege mir, warum es mir gefĂ€llt.
Es gefÀllt mir einfach, aber warum?
Wahrscheinlich, weil es sehr gut das GefĂŒhl beschreibt, das man um diese Jahreszeit, "den Schlaf im GepĂ€ck", auf Bahnhöfen am Morgen hat.
Wenn man selbst noch gerne im Bett liegen wĂŒrde und auf den Anblick von MĂ€nnern mit HĂŒten auf BĂ€nken gut verzichten kann.
Ja, gefÀllt mir.

Herzlichst
Udogi
__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Udogi-Sela

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Gestern abend dachte ich noch im Bett an diese Zeilen! Dann kam ich drauf, warum sie gut sind.
Obwohl es um einen kurzen Augenblick an einem scheinbar verschlafenen Morgen geht, passiert doch eine ganze Menge,
weil Du, Antilope, aktive Verben benutzt!
Der Tag kriecht. Lichter verlöschen. Menschen hasten. Finger strecken sich aus.
Dann folgen zwei Aufforderungen, ja Befehle: Nicht hinsehen! Nicht umdrehen!
Ganz einfach!
Man ist mitten drin und dabei.
WĂŒrde mich mal interessieren, ob das beim Schreiben ein bewußter oder unbewußter Vorgang war.

Herzlichst
Udogi
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Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Antilope
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Erstmal vielen Dank fĂŒr deine positive Kritik.
Ich freu' mich, daß es dir gefallen hat.

Zu deiner Frage: puuuh... schwierig.
Ich habe diese Formulierungen benutzt, weil sie mir so am passendsten/besten erschienen. Aber ich hab mich nicht hingesetzt und mir ĂŒberlegt: So, ich nehme jetzt aktive Verben und Befehle, weil der Leser damit sich mitten im Geschehen fĂŒhlt. (Zumindest nicht gedanklich so formuliert)Also eher unbewußt? Aber doch nicht unĂŒberlegt.

den Zusatz "mit Hut" habe ich erst zuletzt noch eingefĂŒgt - eigentlich ist er fĂŒr das VerstĂ€ndnis nicht so wichtig . . .
Aber ich hab' da so ein Bild vor Augen: Ein Ă€lterer Herr, vielleicht etwas korpulent(Bierbauch und so) sitzt da, die HĂ€nde ĂŒberm Bauch gefaltet. So ist er eingenickt, mit ruhigen AtemzĂŒgen. Dabei ist ihm der Hut ins Gesicht gerutscht.
Naja, so ungefÀhr.

Oder doch lieber:
...
ausstreckt nach dem alten Mann
dort auf der Bank.
...

? Keine Ahnung.

Lieben Gruß und schönen Tag
Antilope

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Udogi-Sela

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Wer als Autor ein klares Bild vor Augen hat, kann es auch klar beschreiben. Dann fliessen die Worte viel leichter aus der Feder, bzw. aus dem Kopf.
Ob der Mann letztendlich alt ist oder einen Hut auf dem Kopf hat, ist, wie Du schon selbst bemerkt hast, dann nebensÀchlich.
Wenn Du schon unbewußt so gut schreibst, wie viel besser kannst Du werden, wenn Du bewußt stilistische Mittel einsetzt!

Herzliche GrĂŒĂŸe
Udogi
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