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Leselupe.de > Ungereimtes
unbedingtheit des abschieds
Eingestellt am 20. 07. 2011 11:06


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Walther
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unbedingtheit des abschieds


wenn sich welten trennen
wiegt sich wenigstens eine im schmerz
denn scheiden ist bescheiden

wahrheit wird zu erwägungen
ganzes vergeht in halbheiten
ein eins bricht entzwei

unabwendbares macht sich notwendig
d.r.inglichkeiten entleiben sich
umdeuter bemächtigen sich des vergangenen

wer abscheidet scheidet aus
ein gutes wort wird vom verrat gebeugt
ein du schrumpft ins es

das erkämpfte wir verliert sich
in den zwischenzeilenräumen
eines geschichteten glaubenssatzes

so erwächst und gedeiht
die fehlinterpretation des gewesenen zur
unbedingtheit des abschieds

unaufdringliche sterbetafeln
referenzieren sich aufeinander
durch blutbuchen verschattet

__________________
Walther
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Walther
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Hallo serge & Label,

heißt das, Ihr würdet eine Kürzung vorschlagen? z.B. so:

quote:
wenn sich welten trennen
wiegt sich wenigstens eine im schmerz
denn scheiden ist bescheiden

wahrheit wird zu erwägungen
ganzes vergeht in halbheiten
ein eins bricht entzwei

das erkämpfte wir verliert sich
in den zwischenzeilenräumen
eines geschichteten glaubenssatzes

so erwächst und gedeiht
die fehlinterpretation des gewesenen zur
unbedingtheit des abschieds
Danke für die Rückmeldung!

LG W.


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Walther
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Walther
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Lb. Serge,

ich stecke in der Zwickmühle!

LG W.

Lb. Vera-Lena,

so war es geplant, aber nicht in Gänze vermittelbar. Ich lasse mal beide Versionen stehen und bitte um weitere Stellungnahmen, da ich schwanke.

Lieben Dank für Deinen Eintrag!

LG W.
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Walther
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Mara Krovecs
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....mir gefällt die erste Variante besser, vielleicht, weil Du in beiden Gedichten distanziert schreibst; dich in der ersten Version jedoch wie in immer wieder kreisenden Gedanken dem Leser mehr "zeigst" - so fällt meiner Meinung nach die zweite Version, natürlich verbal gut ausformuliert, recht kühl aus.
Hier ist natürlich die Frage (erneut) was soll der Leser von Dir erfahren?

Alles Liebe

Mara

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Walther
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Lb Mara,

danke für Deinen Kommentar. In der Tat schwanke ich zwischen beiden Versionen. Deine Einschätzung, daß die längere tiefer in das Thema führen könnte, teile ich, ebenso wie Vera-Lena, durchaus.

Nun zum Ziel des Gedichts. In der Tat betrachte ich den Abschied in veschiedensten Facetten. Allerdings gibt es, wie bei allen meinen Vers libre Texten, auch in diesem Gedicht wieder die Idee, Verse und Sprache eher als Anstoß für eigene Assoziationen beim Leser zu verstehen und weniger als Gedicht, das eine feste, quasi "fertige", Aussage in Form einer Message hat.

Daher sind absichtsvoll Mehrdeutigkeiten in Wörtern und Worten aktiviert und auch gegeneinander gestellt worden. Diese zusätzlichen Varianzbreiten habe ich im Text bewußt als "zwischenzeilenräume eines geschichteten glaubenssatzes" tituliert. Das ist der eine Teil des Schlüssels zum Gedicht. Der andere Teil ist im Titel und in "d.r.inglichkeiten entleiben sich" enthalten. Mehr möchte ich nicht sagen, weil sonst der Charme des Texts m.E. koppheister ginge.

Letztlich ist das das Haikuelement, das meine Vers libre Texte immer enthalten: Weniger sagen, dem Leser den Raum zur eigenständigen und durchaus individuellen Vervollständigung und zur eigenen Erkenntnis und -findung der übermittelten Nachricht zu geben. Vera-Lena und andere Kommentaroen haben das gut mitgespielt, sehr zu meiner Freude.

Man mag diese Strategie der Informationsvermittlung "Signposting" nennen. Eine bessere deutsche Formulierung ist mir für diesen Kunstkniff bis dato nicht eingefallen. Nun kann solche ein Text auch schiefgehen, ohne Frage. Aber dieses Risiko ist bei Sprach- und Gedankenexperimenten nicht zur verhindern (= unabdingbar eben.).

Danke und lieber Gruß W.
__________________
Walther
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Walther
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Lb. Herbert,

danke. Ich habe für meinen Vers libre eine Poetologie entwickelt, die ich ausprobiere und verbessere. Diese wende ich zunehmend auch auf andere Gedichtformen an. Beispiel z.B. hier: Hier klicken, einem Sonettexperiment mit dem Titel "schwarze sonne" (Vorsicht: Eigenwerbung!!!).

Da ich wieder mit Wortspielen und Bedeutungsebenen arbeite, ist das so gesehen schon ein echter Walther. Nur sagt er eben nicht recht zu.

Lieber Gruß W.

Lb. wirena,

in der Tat sind meine Vers libre Versuche immer an der Grenze zwischen Experiment, Wahnsinn und Absturz. Daher widerspreche ich Deinem Kritik am Text nicht.

Jetzt steht er aber nun einmal hier. Und kann so besehen nicht anders.

Danke für Deinen Hinweis und Deine Einschätzung. Das nächste Mal also in die Experimentierstube, wenn's mich dergestalt überkommt!

LG W.
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Walther
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