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Leselupe.de > Kurzprosa
und angerufen hat er doch nicht
Eingestellt am 23. 06. 2001 00:05


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nally
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2001

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Freitag Abend, so gegen 23.00 Uhr...
fünfter Stock, in so einer normalen Häuserblockgegend
-die Kidis würden „Ghetto“ sagen-
sitz ich an meinem knapp 1,50 m x 0,70 m groĂźen Schreibtisch
und tippe auf der Tastertur von Ernie rum, so heiĂźt mein PC
heut also mal nicht in der Disco tanzend, sonder zu Hause

nach dem meine mom und meine beziehungsberechtigte darstellende Vaterfigur
gegangen sind
leg ich die lp vom Ex boygroup Mitglied –Gott vergib ihm- Robbie Williams ein
„singing for the lonely ...“ ertönt aus den Boxen
und ein innerlicher Seufzer geht durch mein GemĂĽt
danach räume ich mein Fensterbrett lehr ... Stifte in einem Micky Mouse Glas,
Blumen, Lavendelkerzen und noch einiges, was ein Teenager in seinem Leben so braucht
und öffne mein Fenster ganz...

die Gardine wackelt, Blätter wehen vom Schreibtisch
und ich sehe leuchtend schöne Reiter in der Prärie
andere wĂĽrden auch nur Laternen erkennen
ich habe keine Angst vor den Einblicken in mein Reich
-Big Brother hat wohl Jeden geschockt, das genĂĽgt-

leider keine Sterne - wie so oft
dafĂĽr habe ich einen Blick ins Weite nichts der Unendlichkeit
und sehe Fernsehapparate flimmern
und zähle die beleuchteten Fenster...
es sind einige... vielleicht sitzen die ja auch gerade vorm Computer?

meine Nase wird kalt und meine FĂĽĂźe verstecken sich unter der Decke
mein Bett ist nicht weit entfernt
-was die Versuchung ins Land der Träume zu schlendern wirklich steigert-
aber nein... ich wollt ja noch den Telefonanruf abwarten...

plĂĽschiger Pullover angezogen
warmen Kaukau gemacht – die Erfindung der Mikrowelle find ich klasse-
denk ich mir, wirst Du mal rebellieren...
ich schleiche, warum eigentlich? ich bin doch allein, durch die Wohnung
in Richtung Jackentasche meiner Mutter
„Das merkt die nicht...“ - nehme ich eine Zigarette raus

am Fenster hockend
zĂĽnde ich mir meine erste Zigarette nach einem Jahr an
mit Feuerzeugen bin ich gut ausgestattet
und das offenen Fenster wird den Rauch schon tilgen
die Zahnpaster liegt auch bereit – na dann
-ich war noch nie intensiv Raucher... es war cool in der Vergangenheit-
nun war es nur noch... Lust

nach dem ersten Zug war nichts
nach dem zweiten auch nicht
doch dann folgte eine Hustenattacke, die meine Lust schnell löschte
hatte keine Lust schon mit 17 an Atemversagen zu sterben *g
warum auch... Rauchen gefährdet nun mal die Gesundheit.... laber laber laber
aber dass mit den schwarzen Brustwarzen bekommen, ist doch schon bedenklich
doch mit eine Zigarette zu rebellieren ist ein Witz
von meinen Freunden rauchen mindestens 92%...
dem nach also keine „Heldentat“ wie Bennie aus „crazy“ sagen würde
(was fĂĽr ein schei... Buch, na ja Benjamin Lebert war ja erst 16 Jahre, wo er es schrieb)

ich frage mich ob das Leben aus banalen Gegebenheiten gestrickt ist
oder ob man fĂĽr die Existenz abenteuerlicher Erlebnisse selber verantwortlich ist,
durch Spontaneität und Kreativität vielleicht
na ja... ich mag es mich rum zulĂĽmmeln
und einfach die Einzigartigkeit der Natur zu genieĂźen,
sowohl das Vorhandensein meines CD Players, der Aktivität meines PCs
und -in ein paar Minuten- für das göttliche Dasein meiner durch gelegenen Matratze

Gut dann mein liebes Tagebuch der Leselupe
Ich werde Dich dann Morgen wieder
mit meinem aufregenden Rock & Roll Leben vollkritzeln
und erwarte wie immer deinen tobende Begeisterung
und deine liebevolle Vertrautheit
lass es Dir gut gehen

ich werde nun in meinen Dalmatienerpyjama schlĂĽpfen
das Fenster schlieĂźen
– gute Nacht Freiheit, vielleicht begegnest Du mir ja mal im Traum-
und meine Decke, in blau gehalten erwärmen
so dass ich Morgen
im Leben der Banalheiten aufwache und glĂĽcklich bin

__________________
"Ich werde nie aufgeben captain, denn ich will im Spiel der Mächte weiter bestehen und meinen Vers dazu beitragen."
Club der toten Dichter

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