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Leselupe.de > Kurzprosa
und ich hatte durst
Eingestellt am 29. 03. 2002 18:15


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nally
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2001

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Mittlerweile konnte ich den Werbejingle auswendig. Es war irgend so ein völlig bescheuerter Osterreim... bei dem hĂ€tten sĂ€mtliche deutsche RedekĂŒnstler „was fĂŒr`n Shit!“ gebrĂŒllt. Geendet hat`s immer mit: „Ihr Kauflandteam“ und jedes mal stellte ich mir Dir Fragen, wenn ich hier nun arbeite, gehöre ich ja automatisch zu dem immer-zu-den-Kunden-freundlich-sein- und-auch-untereinander-freundlich-sein-damit-die-Kunden-sehen-dass-man-freundlich-ist-Team“, aber ich will auf keinen Fall zu der Tante mit der wirklich abtörnenden Stimme, die den bescheuerten Spruch auf sagt, gehören. Was nun? Egal. Ich pappe also weiter aus und bin nun in der Weinabteilung angekommen... . „Wo steht der Wein mit der Rose drauf?“ fragt mich eine wirklich ĂŒberhaupt nicht nette Frau. Wie wĂ€r`s zur BegrĂŒĂŸung erst mal mit einem: „Hallo“ oder „Guten Tag junge Frau, könnten sie mir vielleicht helfen...?“ Aber nein, sobald man mit Kittel rumlĂ€uft und den Kunden, bzw. den grantigen, nervenden JĂ€gern ĂŒber den Weg lĂ€uft, ist man sofort kein normaler Mensch mehr, sonder nur Ausfragobjekt. „Tschuldigung, aber ich bin hier nur Aushilfe; Ferienarbeiter... (auf mein Namensschild, wo das alles drauf steht, zeig ich erst gar nicht)... aber ich kann ihnen ja vielleicht, solange der Mitarbeiter kommt, beim Suchen helfen!?“ Die Tante, wie auch vorher schon, immer noch völlig unzufrieden, solange sie ihren Wein nicht in einer Minute in ihren HĂ€nden hĂ€lt, nickt einverstanden. Ich frage sie, ob er weiß oder rot wĂ€re und sie antwortet, als ob das strafbar wĂ€re, wenn man`s nicht wĂŒsste: „Na rot... mein Lieblingswein, wissen sie!“ Woher soll ich denn bitte schön wissen, dass dies ihr Lieblingswein ist. Ok, denk ich mir und ĂŒberblicke sĂ€mtliche rote Weine und frage vorsichtig nach, ob sie denn noch wĂŒsste ob er eher einen französischen oder einen deutschen... Namen hat und die Frau schaut mich noch entsetzter an als vorher. Oh mein Gott wie kann ich auch erwartet, dass sie weiß wie ihr Lieblingswein heiß, denk ich mir. Nach dem die Frau mir beim Suchen zuschaute, fand ich einen Rotwein mit einem roten Ahornblatt drauf und... es war ihr Lieblingswein. Ich hatte Spaß, sie vorsichtig auf den Unterschied einer Rose und des Blattes, welches auf der Flasche war, hinzuweisen. Scheinbar zufrieden, zieht sie ab und wĂŒnscht mir natĂŒrlich weder einen „schönen Tag“... noch bekommt sie ein kleines „Dankeschön“ her raus. Zu der Verteidigung der GetrĂ€nkekunden an diesem Tag, muss ich erwĂ€hnen, dass es auch nette Mitmenschen gibt. Die einen anlĂ€cheln, wenn man die Wodkaflaschen ordentlich sortiert ins Regal stellt oder wenn man ihnen bei der Auswahl ihrer SĂ€fte hilft. Ansonsten sah man noch: Ältere Ehepaare bei denen die Frauen ihre MĂ€nner oft so was fragten wie: „Schatz (oder besser Papa,) wo ist denn das ganze Bier hin, kann doch nicht schon alle sein?“ und die MĂ€nner schauten meist verstohlen und sagten, sie könnten auch noch mal in den Keller gucken gehen. Ich denk mir, sag deiner Frau einfach, dass Du beim Fußball, dann doch zwei Bier mehr getrunken hast und im Garten auch noch zwei oder vier Berliner Kindel rumstehen, ganz einfach. Junge Familien kaufen kleine ApfelpĂ€cken fĂŒr ihre Kinder mit denen ich hinter den GetrĂ€nkekĂ€stchen verstecke spiele. Verwöhnte GĂŒrtel-am-Arsch-hĂ€ngende Weiber, die so Namen wie Nicki tragen, suchten fĂŒr ihr super Osterparty Sekt und passendes Bier, vor allem Bier... und schauen einen mit strafenden Blicken an, ja ja es zahlt halt nicht bei jedem der boyfriend, bzw. lĂ€sst sich nicht jedes 18jĂ€hrige MĂ€dchen aushalten. „Nally, wir sehen uns ja dann am nĂ€chsten Montag in der Schule (supergrins).“ Alles klar denk ich mir und lĂ€chle nett zurĂŒck, schließlich bin ich als Mitarbeiter von Kaufland immer freundlich. Ich befind mich nun wieder bei den SĂ€ften und pappe ab, dabei ein Liedlein gesungen und Antje geĂ€rgert... . Ach ja, paar Jungs von meiner Schule waren auch schon hier... denen hab ich natĂŒrlich besonders bei der Auswahl ihrer Spirituosen geholfen (echtesgrins).
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"Ich werde nie aufgeben captain, denn ich will im Spiel der MĂ€chte weiter bestehen und meinen Vers dazu beitragen."
Club der toten Dichter

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margot
???
Registriert: Mar 2002

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das klingt nach eigener erfahrung

hallo nally,
eine farbige schilderung und sehr lesbar.

margot
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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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nally
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2001

Werke: 137
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hey margot... schön, dass es dir scheinbar gefÀllt. schöne ostern.
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margot
???
Registriert: Mar 2002

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deine schreibe tut einfach gut

hi nally,
du schreibst wirklich gut. wenns auch mit
der rechtschreibung habert. ich habe noch
nicht in dein profil geguckt. du bist wohl
noch sehr jung - aber super begabt.

margot
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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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