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Leselupe.de > Ungereimtes
von Hand und zu Fuß
Eingestellt am 02. 10. 2007 14:47


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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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von Hand und zu Fuß


Bin den ganzen Sommer entlang gerannt
auf Straßen aus Glas
so schwarz geschwiegen
wie der opiatische Klang von Vinyl

Verschob Kulissen
hinter ein paar guten Mimen
im bösen Spiel

Spuckte ein Stückchen Herz
in die Hände
vorübergehend applaudierend

Bin den ganzen Frühling entlang gerannt
auf Wiesenteppichen
von unverdautem Gras
saftig wie trunkene Träume
die aus den Nachtwolken
gemolken zu werden warten
mit meiner Stimme zu schreien

Auf der Schwelle zum Winter
begrub ich meine Hände
in zerschlissenen Erinnerungen
an dein Haar

Jetzt rolle ich mich ein
wie ein durstiges Blatt
Mische mich unters Herbstlaubvolk
bis meine Wurzeln Erde finden




__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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penelope
Guest
Registriert: Not Yet

liebe enachtigall,

schon in deinem titel leuchtet eine geniale allegorie. du hast ganz recht: wir konstruieren immer. aber was und wie? wir arti-kulieren immer. (dem sinn entgehen wir nicht.) aber was und wie? was wollen wir herausklopfen aus der vorgegebenen schrift-rede-wand. was, sagen wir: das! wie, sagen wir: um! (um/reden, um/schreiben, versteht sich). die dichtung ritzt das umgeschriebene mit dem methodisch genannten kamm in diese wand, trägt selbst behauene zeichen materiell-abstrakt ab und auf: ton-bilder, bild-töne. einzeln als wörter, an-zitiert gefundene, semantisch leicht veränderte, die sich im einstellen sofort auch darstellen: wortewörter - neu zusammengesetzte, agglutinierte wortkaskaden, die dann im textverband zu jenen worten werden, die das textgebirge samt seinem kamm errichten, aufschichten, möglich, um es wieder abzutragen. der dichtung semiologisches paradox: das semantische der wörter wird durch das syntaktische hindurch in einen neuen bedeutungshof geführt. das alles wird hier von dir vorgebracht: voller poesie und intensiver emotionen, voll von echter natur, zärtlich, unverstellt, künstlerisch, schon auch depressiv, eine geheimnisvoller weg, der sich dem ende zuwendet... besonders hat mich mich "Spuckte ein Stückchen Herz/in die Hände" angesprochen: lyrischer kann hier keine metapher sein. mehr worte finde ich nicht für dieses echte gedicht...

liebe grüße
p.


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