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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 15. 10. 2007 02:55


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dallow
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2007

Werke: 6
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Die wohlige KĂ€lte der alten Backsteinwand an der ich kauere, gibt mir ein GefĂŒhl der Sicherheit. Ich werde ruhig. Das Spiel des Windes in den wild wuchernden StrĂ€uchern tut sein ĂŒbriges. Er ĂŒbertönt das GerĂ€usch meines atems- selbst fĂŒr mich. Macht mich unhörbar. Im Laub sucht eine Katze nach... was eigentlich? Ich werfe einen Stein grob in ihre Richtung, und sie verschwindet. Die Straßenlaterne ist in einem optimalen Abstand zu meiner Position- ihr Schein trifft mich nicht, muß aber jeden Passanten ausreichend blenden. Adaption des Auges an Dunkelheit ca. 20 Minuten. Drei ZigarettenlĂ€ngen. Die raucht hier keiner am StĂŒck. Nicht um die Uhrzeit.

Ich kann also in ruhe beobachten. Das ist mir wichtig. Alle halbe Stunde gönne ich mir eine Zigarette hinter vorgehaltener Hand. Beim Ziehen wende ich mich der Mauer zu. Um der EventualitĂ€t anderer geĂŒbter Beobachter Rechnung zu tragen. Ein PĂ€rchen kĂŒsst sich ein paar Minuten lang unter der Laterne. Sie lĂ€sst sich ĂŒberreden, mit zu ihm zu gehen. „ich wohne hier gleich um die Ecke“ sagt er in ĂŒberzeugenden Tonfall, und lĂŒgt. Das es eine LĂŒge ist- fĂŒr mich am Tonfall deutlich hörbar. Und der Anton lĂŒgt die selbe LĂŒge jede Woche neu. Manchmal unter der selben Laterne. FĂŒr sie allerdings ist es die einzige Wahrheit dieses Abends. Mit einigen Laternen dazwischen.

Gegen fĂŒnf fĂ€hrt eine Polizeistreife vorbei. Gelangweilter Fahrstyle. A la „Kaffee und Donut in ner Stunde bei MC Donalds“. Einfach unfĂ€hig. Ein streunender Hund traut sich nicht heran, beobachtet mich aber lange. Schweigend. Ich muß was mit meinem Eigengeruch machen- ich wĂ€re gerne unriechbar. Der halbe Mond taucht hinter den Wolken auf. FĂŒr mich ein Grund mich im Poncho rund zu machen und in Position „ich bin ein Stein“ zu gehen.

Sechs Uhr. Wenn nicht bald was passiert muß ich wieder mal unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Sechs Uhr dreißig. Ein paar Jugendliche kommen vorbei. Hörbar betrunken. Sicher von der Disco. Versuchen den Zaun zu erklettern, geben aber schnell auf und wenden sich dem Bewerfen des Vorfahrtsschildes zu.

Sieben Uhr. Die verbliebenen Vögel kĂŒndigen seit einer Stunde den neuen, jetzt immer noch dunklen Tag an. Ich stehe auf, rolle meinen „tonfa“ Schlagstock und die „maglite“ Taschenlampe in den Poncho. Wieder mal nichts passiert. Gut so. Ich kann warten. Sie werden kommen, und ich werde da sein. Es wird ihnen nicht gelingen. Darf nicht möglich werden. Ich habe meine Aufgabe. Bin wachsam. Ich weiß dass sie hierher kommen werden. Ich schaue regelmĂ€ĂŸig Nachrichten. Es muß hier sein. Ich schĂŒtze mein Land. Mehr als mein Job es verlangt. Abend fĂŒr Abend.






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