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Leselupe.de > Gereimtes
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Eingestellt am 09. 05. 2002 19:51


Autor
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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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Wer drückt sich, schleicht herum am Tor?
Es ist Karl Heinz, mit einem Ohr.
Das andere er grad verlor,
als er beim Warten so viel fror.

Nun fiel es ab, weiß auch nicht wo
Er sucht es, danach ist er ist froh,
dass er noch heil davongekommen
der Frost hat es ihm weggenommen.

In seinem großen Taschentuch,
da liegt es, es war von ihm klug
es aufzuheben denn bestimmt
er heute noch zum Doktor kimmt

Der hört sich die Geschichte an
und sagt zu ihm: „Mein lieber Mann,
du weißt wohl nicht wie sowas geht,
wartest so lang, bis du spät?

Karl-Heinz sieht ihm ins Angesicht
„So eilig ist die Sache nicht!“
spricht schüchtern er und kommt ans Licht
ich warte lieber morgen nicht.

Worauf er wartete soeben,
als er sein Ohr tat dafür geben?
Auf die, die ihm schon lang versprochen
Sie würd zum Essen ihm was kochen.

„Doch Hunger hab ich nicht mehr, Nein!“
und mit zwei Ohren ging er heim.

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ibini
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 45
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Hallo anemone,

Deine Geschichte erinnert mich an ein eigenes Erlebnis. Es ist zwar schon ein paar Jährchen her, doch könnte die Sache ebenso gut gestern passiert sein. Jedenfalls brach mir – warum weiß ich nicht – auf dem Weg zu einer Bewerbung ein Schneidezahn ab. Es war mitten im Winter, und mein Prachtstück lag irgendwo im Schnee. Ich suchte und suchte und – hatte Glück. Was aber tun? Mit der deutlich sichtbaren und nicht zu verbergenden Zahnlücke zu dem Bewerbergespräch antreten? Dort den Zahn als Alibi vorlegen? Am besten wäre natürlich gewesen, mich bei der Firma mit einer kleinen Verbeugung vorzustellen und dann den Mund zu halten. Ob das klappen würde? Kaum! Es sei denn, ich hätte mich als Fisch beworben. Was also?

Mit meinem Zahn in der Hand marschierte ich in den nächsten Schreibwarenladen und kaufte mir eine Tube Klebstoff. Zum Gaudium von Männlein und Weiblein pappte ich meinen Zahn gleich an Ort und Stelle kunstgerecht wieder an. Und siehe, es funktionierte: Mein Gebiß war, für den Augenblick jedenfalls, wie neu. Während des Bewerbergesprächs merkte keiner etwas, und die Einladung zum Mittagessen schlug ich sicherheitshalber aus. Trotz knurrenden Magens. Ob ich den Job bekommen habe, ich müßte lügen – vergessen. Sollte es nicht geklappt haben, so lag das keinesfalls an meinem Zahn selbst. Vielleicht harmonierten aber die Farben von Beißerchen und Klebstoff nicht!

Mit Gruß
ibini

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
Kommentare: 977
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hallo ibini,

In diesem Fall handelte es sich um ein Stelldichein, da sollte man von Liebe ausgehen, aber das ist eine altmodische Vorstellung.

Schöne Grüße
anemone

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