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Leselupe.de > Humor und Satire
was uns die bibel verschweigt....
Eingestellt am 01. 01. 2003 22:02


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Stefan_Senn
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VORWORT: inspiriert wurde ich zu diesem text durch die titelstory des SPIEGEL 52/02: „die erfindung gottes“ in welcher u.a zu lesen war, dass in vorchristlicher zeit eine durchaus ĂŒbliche praxis war, der bibel passagen hinzuzufĂŒgen, von welchem die damaligen herrschern sich eine stĂ€rkung ihrer macht erhofften durch lenkung des volkswillen.
warum, so dachte ich sollte diese offenbar gĂ€ngige methode in vergessenheit geraten, so verfasste ich einige „ergĂ€nzungen“ des neuen testaments, die, so hoffe ich, dem einen oder anderen ein schmunzeln auf die lippen zaubern. jene aber welche konservativ und von religiöser natur bitte ich von der lektĂŒre meines textes abzusehen.

I)
1)in der zeit in der lucius oletus herrscher war ĂŒber die thermen in der stadt jerusalem geschah es, dass ein mann auf ihn zutrat der war von stattlicher figur und wallendem haupthaar.2) mein bart so klagte er, verklebt ist er vom wĂŒstenstaub, die sohlen meiner fĂŒĂŸe dunkel gefĂ€rbt sind sie vom schmutz der straßen. auch meidet man mich, belĂ€stige ich doch die nasen der nĂ€her tretenden mit unschicklichen gerĂŒchen, ich bitte dich gewĂ€hre mir eintritt in die stĂ€tte des reinigenden nasses.
3)gerne, oh fremder will ich das thun engegnete ihm jener, nur 1 silberling ist zu entrichten, zum wohle des römischen volkes.
4) bar von thalern bin ich herr, doch lass dir versichern, dein ist die seligkeit wenn du mich passieren lĂ€sst. 5) wie ungehört verhallte diese bitte, es erschienen zwei mĂ€nner von muskulöser gestalt, die waren gar furcht erregend. passieren, drohten sie wie aus einer kehle, wird ein unglĂŒck dir, elender, schleichst du nicht von dannen, bis ich benannt habe, die reihenfolge der zahlen von eins bis drei. 6)wie einen wind aber so schnell, sah man den fremden eilen hinweg von dieser stĂ€tte
II)
1) in der straße aber, die verrufen war des nĂ€chtens, da damen in dieser ihr unschickliches gewerbe ausĂŒbten, trat der fremde hierauf an eine jener weiber heran. 2)groß ist die begierde sprach er ausgewĂ€hlt bist du, mir erleichterung zu verschaffen. folge mir. das weib that wie ihr befohlen und folgte der gestalt in eine ecke die war von ungenĂŒgender beleuchtung.3) beuge deinen rĂŒcken weib, trug er ihr auf, und du wirst seligkeit empfangen. 4) so sei es fremder, meinte jene, jedoch zuerst lass mich empfangen der silberlinge zwei. 5) gierig, so entfuhr es des fremden kehle, scheint dein schlund, ist sie dir etwa nicht genug die seligkeit
6) benannt hast du es recht, fremder, so antwortete sie in keckem thon, gar gierig ist mein schlund, nur wirst du niemals dies erfahren, entrichtest du nicht mir meinen lohn
7) von dannen schleichen sah man nach diesen worten den mann, mit einem kopf der gebeugt war als sei er suchend auf dem weg den er wandelte
III)
1) da aber wo man den saft der reben feil both, saßen mĂ€nner zusammen, die waren erfĂŒllt von heiterkeit und thaten singen dass die mauern bebten in liedern die in gar unschicklichem thone priesen der frauen vorzĂŒge.2) inne aber hielthen sie als sie erblickten eine ganz und gar zerlumpte gestalt, die vom ausdruck des gesichtes aussah wie ein hund welcher geprĂŒgelt von seinem herrn 3) wohlan, gesell, sei du unser gast, lass durch die kehle rinnen den wein den sĂŒĂŸen auf dass er dir seligkeit bringe und ertrĂ€nke deinen kummer, riefen sie mit stimmen welche von frohem thon und einladend 4) von herzen gerne will euer gast ich sein, rief der fremde mit einer stimme in welcher mit schwang ein klang von erleichterung. 5) und wahrlich er hub an, krug und stimme inmitten der gesellen und verkĂŒndete, selig sind die zecher, denn sie sind von großer gastfreundschaft



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Waldemar Hammel
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Du hast einerseits recht: Es steht nicht alles in der Bibel.
Warum sollte es auch? Physik und Chemie stehn ja auch nicht drin (leider, sonst wÀr's was interessanter).
Andererseits "verschweigt" die Bibel nix.
Sie ist ein Menschenwerk, und wie alle BĂŒcher unfertig, nur völlig Durchgeknallte können anderes behaupten.
Und da jedes Buch eine letzte Seite hat, so auch die Bibel.

Zusammengetragen wurde sie aus den Überlieferungen der Völker und Kulturen des nahen Ostens (und sogar Indiens), das dauerte Jahrhunderte, mit aktiven Phasen und wieder mehr passiven.
Es war ein außerordentliches Pech fĂŒr die Christen, daß man seinerzeit im Orient das Gilgamesch-Epos auf Tontafeln vorfand (lesen!!!), denn es ist die assyrisch-babylonische SchöpfungsLegende mit Vertreibung aus dem Paradies, alles flĂŒssig und spannend erzĂ€hlt mit den Protagonisten Enkidu, seinem schwulen Freund, und einem Viracocha Pachacamac als Weltschöpfer, einer Schlange, der es leid tut, daß sie aus versehen das Kraut des ewigen Lebens verputzt hat als Enkidu baden war, usw..., Ort: Die Stadt Ur im Irak (heute hat Saddam Hussein sie einigermaßen renoviert), und natĂŒrlich nicht zufĂ€llig ist die biblische S.L. ein farbloser Abklatsch des Originals.

(FrĂŒher hat man aber halt semantisch ĂŒbersetzt, und nicht wie heute syntaktisch)

Wo die Alten bei Sodom und Gomorrha noch richtig von einem Erdbeben schrieben, ists in der Bibel Gott, der chemische Experimente machte/ wo Babylon eine multikulturelle Weltstadt war, wird sie in der Bibel(im Aspekt eines Nomadenvolkes) "zur Hure Babylon"/ wo Joshua in der Bibel die Mauern die Jerichos umblasen lĂ€ĂŸt, war Jericho laut archĂ€ologischer Befunde schon Jahrhunderte vorher verlassen und platt, usw....

Im alten Alexandrien (bis ca. 300 n.Chr.) unter der Herrschaft der PtolomĂ€er, stand jener Kultur- und ManuskripteMixer, in dem die Grundzutaten der spĂ€teren Bibel zusamengemixt wurden. Alexandrien besaß in jener Zeit die grĂ¶ĂŸte Bibliothek der damaligen Menschheit. (eine ĂŒberlieferte Chefin war "Maria die JĂŒdin" genannt, und, mein Gott, hĂ€tte die Arme sich ĂŒber einen internet-Anschluß gefreut!)

Als man die Sammlung, aus der spĂ€ter die Bibel werden sollte, schließlich soweit hochgezĂŒchtet hatte, daß aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichsten Manuskripte aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Kulturen die WidersprĂŒche zu krass wurden, begann das "leaning" der Sammlung, schlank, kohĂ€rent, und windschnittig-widerspruchsfrei sollte sie werden.
Dies machten Bischöfe öfter, u.a. und recht drastisch auf einem Konzil in NicĂ€a, indem sie z.B. nur noch vier, wenig WidersprĂŒche enthaltende Evangelien zuließen. Der damals unbrauchbare Rest der Papiere wurde aussortiert, gehörte von da an per Setzung (per Definition!) nicht mehr zur Bibel.
Dummerweise hob irgendein Schussel diese Papiere auf, es sind die sog. "Apokryphen", und es gibt sie heute noch, und sie sind insgesamt wesentlich umfangreicher als die (heutige) Bibel selbst.

So, da Jesus im Unterschied zu Buddha, Konfuzius u.a. nicht schreiben konnte oder als Gottessohn nicht wollte (Schreiben ist genau wie Zöllnersein eine niedere TĂ€tigkeit fĂŒr Blöde!), mußte die Bibel das Nichtgeschriebene ersetzen.
Und da Bischöfe die Mitarbeiter des jeweiligen Papstes sind, und der selbst der Statthalter Gottes auf Planet Erde, kann der etwas, was wir nicht können: Er kann "ex cathedra sprechen" (das ist ursprĂŒnglich ein HolzgestĂŒhl), und, wenn er vom Holzstuhl aus redet, ist er unfehlbar.
Weil das so ist (wer wollte das bezweifeln?), hat der "papa mundi" dann also die Texte der Bibel solcherart unfehlbarisiert.
So ist die Bibel das Wort Gottes. Und Benannter hat seitdem tapfer dazu geschwiegen, denn er wĂŒrde sich eher die Zunge abbeißen, als.....

Dieser linearen Art Gottesworte herzustellen, kommt Manches dazwischen, z.B. die historische Trennung zwischen Ostrom (Byzanz) und Westrom ("Rom auf den sieben HĂŒgeln"). Da gibt es jetzt zwei nicht unerheblich verschiedene Bibeln (Gott sagt halt auch jeden Tag was anderes), und spĂ€ter gab's wahrhaft mörderische Verwicklungen, als die Templer, Katharer, Waldenser, Albigenser usw. entdeckten, daß man selbst die einundselbe Bibel ganz verschieden lesen und interpretieren kann.

(Dabei hĂ€tte Gott schon seit Moses und dem Versuch mit den zehn Geboten das Murphy'sche Gesetz kennen mĂŒssen, nach dem alles, was irgendwie anders oder falsch verstanden werden kann, auch falsch verstanden werden wird.)

Da mußte man dann erneut das hinderliche Gebot mit dem nicht-Töten außer Kraft setzen, und die GottesmĂ€nner griffen als Mönche verkleidet zu den Schwertern und feierten Blutorgien (eine reale Erweiterung des Begriffes "Eucharistie").

Nach all den Verwicklungen liegt dann heute als Bibel ("biblia" = Buch) ein beneidenswertes Werk außerhalb von LL vor, und wir mĂŒssen erneut nicht nur wie Reich-Ranitzki fragen: "Was will der Autor uns damit sagen?", sondern erstmal grundsĂ€tzlicher: "Welche Autoren außer Gott?"

Wenn Dich das ganze Thema interessiert, empfehle ich Dir, den Deschner und sein epochales Werk zu lesen. Karl-Heinz Deschner gilt als der grĂ¶ĂŸte lebende Kirchenkritiker, und schrieb dummerweise, und zum großen Ärger seiner Gegner, nicht blahblah, sondern belegte fast Alles, was er schrieb, mit vorhandenen Quellen.

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Stefan_Senn
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ich danke dir fĂŒr die ausfĂŒhrlichen ergĂ€nzungen meines beitrags, ich muss leider zu meiner schande gestehen, dass
ich alle meine kentnisse dieses thema betreffend aus besagtem speigel artikel habe und ĂŒber jenes hinaus leider blank bin wie ein frisch geprĂ€gtes 50 cent stĂŒck, gern
hÀtte ich eine antwort verfasst, in der fachkunde aufblitzt, doch in ermangelung der selbigen bleibt es bei jener zugegeben inhaltsarmen antwort.
nichtsdestotrotz jener themenbereich schient mir ein wespennest zu sein, von der faszinierenderen sorte, so dass ich gern mich weiterbilden werde. vielleicht ist es persönliche antipathie der kirche gegenĂŒber vielleicht ist es schon wut, nur denke ich dass nĂ€mliche wahrheiten auch verbreitet werden sollten unter dem glĂ€ubigen volk die die um christi willen, ihre seelen zu reinigen suchen von den kleinen und grĂ¶ĂŸeren sĂŒndlein, begangen werktags oder unter jeden welche kriege fĂŒhren im namen eines gottes, mit welchem namen man ihn auch bezeichnen mag, ich kann mir nicht helfen aber ich hege die illusion unsere welt wĂ€re dann zumindest ein kleines stĂŒck besser
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MĂ¶ĂŸner, Bernhard
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Was uns die Bibel....

Lieber Stefan Senn,
Es ist nicht selten, dass Autoren, die mit Religion nichts am Hut haben, biblische Texte aufgreifen und auf ihre Art interpretieren. Auch Friedrich W. Nietzsche hat sich als frommer Versedichter betÀtigt. Stil und Satzstellung deiner originellen Bibel-Anreicherung schwank etwas unsicher zwischen der Weihnachtsgeschichte nach Lukas: "Und es begab sich..." und Homers Ilias/Odyssee nach J. H. Voss: "Sage mir Muse..."
Ob allerdings die Welt besser wĂ€re, wenn die Kirchen samt Religion abgeschafft wĂŒrden, möchte ich bezweifeln. Wer sich nicht in religiös-dogmatischen Ideen verrennt, sondern an das Bibelwort hĂ€lt: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm", der ist allemal besser fĂŒr seine Mitmenschen zu ertragen, als die AnhĂ€nger jener modernen Menschensorte, die ihr eigenes ICH jederzeit und ĂŒberall in den Mittelpunkt des Universums zu stellen pflegen. Unserem sehr gut informierten Leselupen-Kollegen Waldemar Hammel möchte ich sagen, dass die "Apokryphen" in jeder vollstĂ€ndigen Bibel enthalten sind. Dass nicht alle alten Schriften in die Bibel aufgenommen wurden, weiß ich auch, aber ob man das Buch, wenn es noch dicker wĂ€re, mehr lesen wĂŒrde, sei einmal dahingestellt.
Liebe GrĂŒĂŸe -Bernhard-

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-Bernhard MĂ¶ĂŸner-

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Waldemar Hammel
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Bernhard M.: ob mans mehr lÀse, wenns dicker wÀre...

Soweit bin ich mit Deinem Kommentar ja einverstanden,

aber ob es am Umfang der Bibel liegt, daß sie so selten gelesen wird, wage ich sehr zu bezweifeln.
Könnte es nicht viel eher etwas mit dem Inhalt zu tun haben?

Weit besser liest sich das enorme Werk von K.H.Deschner, durchaus auch ein Kommentator der Bibel und der Kirche sogar, wenn der Mann nur nicht ein solcher "widerporst" wÀre....

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