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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
wenn das Leben alles richtig macht
Eingestellt am 18. 10. 2008 12:03


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paulenullnullzwei
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16.10.2008

Ich hatte heute ein vorzügliches Hirschgulasch mit Knödeln. Schatzi hatte das gleiche vorzügliche Hirschgulasch, nur in ihrem Fall mit Spätzlen. Unsere Tischnachbarin, eine vom vielen Alleinerziehen zerfurchte Endvierzigerin, war voll des Lobes über ihren deftig daher kommenden Eierpfannkuchen mit Hackfleischsoße, was ihr Tischgegenüber wiederum - ein offensichtlich kinderlos gebliebener Aktentaschenbesitzer mit Fielmann-Brille - nur zu bestätigen wusste. In seinem Fall jedoch war es das Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln und Feldsalat.

Bedenke ich nun den Umstand, dass all diese feinen Bestellungen anhand einer auf Schreibmaschine getippten Speisekarte vorgenommen wurden, auf der das Eurozeichen mangels passender Eurozeichen-Taste mit einem großen C und zwei kurzen horizontalen Kugelschreiberstrichen dargestellt wurden, ja dann war mein Tag perfekt gelungen.

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jon
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... das wär er nicht (gelungen, meine ich), wenn die Karte aufwändig in Büttenpapier geprägt worden wäre?
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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paulenullnullzwei
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gelungen

...doch, aber nicht in dieser Perfektion!

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jon
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Versteh ich nicht … Warum? Wär das Essen dann weniger perfekt gewesen? Also war es nur gemessen am in der Karte sichtbaren Standard der Kneipe gut? Dann war der Tag nur relativ gelungen. Oder besteht die Perfektion in der postiven Überraschung? Das bedeutet ja, dass die schlichte Karte Unbehagen ausgelöst hatte – dann ist aber der Tag doch nicht mehr perfekt sondern nur "(gut) gerettet". Und warum ist der Tag de LyrIch perfekt, wenn vier Leute – zwei davon ihm völlig unbekannt - gut essen?

Um es mal anders auszudrücken: Ich kann das Gefühl "perfekter Tag" nachvollziehen – aber nicht anhand des Textes und seiner Logik.
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paulenullnullzwei
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Erklärung

Du musst das genau anders herum sehen. Die Perfektion dieses Tages zeigt sich nicht an dem, was passierte sondern genau umgekehrt. Ich war in perfekter Laune (was die Grundvoraussetzung für gelungene Tage ist) und dadurch schmeckte mir mein Hirschgulsasch so gut, fiel mir auf, wer noch mit am Tisch saß und wie diesen Menschen ihr Essen schmeckte und ich erfreute mich an einem kleinen handgemachten Eurozeichen. An schlechten Tagen wäre mir von alledem nichts aufgefallen.

Nicht die Umstände machen den Tag gelungen - der Tag lässt die Umstände gelingen!

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bluefin
Guest
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ich geh mal ganz locker davon aus, dass es um die schlichte beschreibung eines prekariats geht, dessen täglicher höhepunkt darin besteht, sich beim verzehr einfachster naturalien eines momentes schierer glückseligkeit zu versichern.

@jon übersieht, glaube ich, dass dein wohlgelungenes sittenbildchen indirekt daherkommt, lieber @p02, und kann deshalb die abgehobene arroganz, die in ihm steckt, wohl nicht so recht nachempfinden.

mein fazit: kein liebevoller beschrieb einer szene, sondern ein mitleidloser schuss mitten hinein, die speisekarte als ein gut dämmender pfropf für den vorderlader.

falls es unser autor aber wirklich ernst gemeint gehabt haben sollte mit seinem gulasch, dann hätte sein schuss nicht ins schwarze getroffen, sondern wäre im rohr krepiert und hätte ihn gleich mit erledigt: fast noch besser, denn die (lyrische) unsterblichkeit, lieber paule, wär' dir gewiss!

liebe grüße aus münchen, dem hort der schlechtesten gatronomie der welt

bluefin

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