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Leselupe.de > Gereimtes
wie sich die gedichte schrieben
Eingestellt am 26. 07. 2006 19:01


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nisavi
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ein ganzes leben
waren sie bei ihr gewesen
libellenschillernd sommerwarm
von zeit zu zeit auf k├╝hlem arm
ein fl├╝gelschlagen
zeichen hatte sie gelesen
in ihren h├Ąnden
blaue worte
in langen n├Ąchten
wachten sie an ihrer seite
still wie zahme schattenpferde
senkten bilder in die erde
und ihre tr├Ąume
suchten sich den weg ins weite
nur eine ahnung
bewahrte sie


__________________
On a poet's lips I slept.
(P.B.Shelley)

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Walther
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Moin nisavi,

mit dem Text habe ich einige Probleme. Zum Einen ist das kein Text, der sich wirklich reimt. Zum Anderen sind manche Bilder im Ungef├Ąhren. Es wird nicht klar, was die Protagonistin wirklich f├╝hlt.

Auch steht der Titel in keinem wirklich sich erschlie├čenden Bezug zum Werk selbst. Manches erinnert an die gewollte Versammlung von ahnenden Andeutungen. Bilder m├╝ssen sich erschlie├čen lassen, Metaphern auch. Kryptisch bleibt ein Text, wenn der/die Autor/in den Schl├╝ssel dazu absichtsvoll wegl├Ą├čt (oder wegwirft, beides hat das Gleiche als Ergebnis).

Hier ist das H├Ąngenbleiben am Text eher der Versuch zu verstehen. Weil das vergeblich bleiben mu├č, bleibt ein schaler Eindruck zur├╝ck, der zwischen Entt├Ąuschung und einem etwas weniger netten Gef├╝hl hin- und herschwankt.

Ich hoffe, Du entschuldigst diese klaren Worte, die ich nur w├Ąhle, weil ich das Gef├╝hl nicht loswerde, da├č Du etwas zu sagen h├Ąttest, wenn Du den direkteren Weg w├Ąhlen w├╝rdest. So aber bleibe ich kopfsch├╝ttelnd am Wegrand zur├╝ck, um es einmal figurativ zu beschreiben.

Einen sch├Ânen Sonnenabend w├╝nscht

der W., gr├╝├čend selbstverst├Ąndlich
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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nisavi
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lieber walther, danke, dass du versucht hast, das gedicht zu verstehen und danke f├╝r deine eindr├╝cke.
eine frage vorab. wann reimt sich ein gedicht WIRKLICH? dann, wenn es paarreim, kreuzreim, haufenreim enth├Ąlt?
ich kann den text gern ins ungereimte verschieben lassen, aber f├╝r mich ist er reimtechnisch strukturiert.
du meinst, die bilder des textes seien im ungef├Ąhren. gut, verstehe ich. k├Ânntest du deinen eindruck an einem textbeispiel festmachen?
ob jedes gedicht auskunft dar├╝ber gibt, wie sich das LYRICH f├╝hlt, wage ich zu bezweifeln. in diesem falle ging es (f├╝r mich!) nicht vordergr├╝ndig darum, seelenzust├Ąnde widerzuspiegeln.

nisavi, selbstverst├Ąndlich zur├╝ckgr├╝├čend




__________________
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Walther
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Guten Abend,

was will uns dies sagen (exemplarisch):

quote:
blaue worte
in langen n├Ąchten
wachten sie an ihrer seite

Zu den Reimen: Metren und Strukturen bedingen einander. Reime sind nicht notwendige Bestandteile von Gedichten. Ich bin f├╝r klaren Satz und eindeutigen Reim. Alles Andere ist ein unn├Âtiges Verwirrspiel und hilft nicht beim Verstehen des Texts.

Die hier angewandte Aufteilung der Lyrik in Gereimtes und Ungereimtes ist nicht gl├╝cklich. Da ich kein Forenmoderator bin, mu├č ich sie so hinnehmen.

Vom Satz und von den nicht klaren Metren her gesehen geh├Ârt dieses Gedicht nicht in die Rubrik, in der es steht. Aber das soll nicht hei├čen, da├č man es deshalb verschieben mu├č.

Sch├Âne Nachtruhe w├╝nscht gr├╝├čend

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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nisavi
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lieber walther,
ich bin mir nicht sicher, ob es sinn macht, dir noch einmal zu antworten. mir scheint, dass wir v├Âllig kontr├Ąre positionen beziehen.
ich mag gedichte, die dem leser einen interpretationsspielraum lassen, was nun nicht bedeutet, dass dieser unendlich sein muss. jeder soll seine eigene lesart, sein textverst├Ąndnis entwickeln k├Ânnen.verschiedene lesarten (die sich nat├╝rlich am text festmachen lassen m├╝ssen) machen den umgang mit lyrik f├╝r mich erst reizvoll und interessant.
ich halte weiterhin nicht viel davon, gedichte zu erkl├Ąren. gedichte, die dieser kr├╝cke bed├╝rfen, sind schlechte gedichte.
aber, ich habe dir satzzeichen gesetzt in der folgenden version und einen absatz gemacht. vielleicht kannst du so leichter rezipieren.
die versteckten reime sind ebenfalls markiert.
mir ist bekannt, dass strenge reimformen einerseits und reimlose lyrik andererseits gibt. es existieren aber auch mischformen, literaturwissenschaftlich anerkannte. :-)
sie reizen mich zuweilen besonders, weil sie me geeignet sind, einem text eine melodie zu verleihen.
wenn DU f├╝r klaren reim und klar gekennzeichnete s├Ątze bist, solltest du anderen schreiberlingen zugestehen,zb freie rhythmen zu pr├Ąferieren.

ein ganzes leben
waren sie bei ihr gewesen,
libellenschillernd sommerwarm.
von zeit zu zeit, auf k├╝hlem arm,
ein fl├╝gelschlagen:
zeichen hatte sie gelesen.
in ihren h├Ąnden:
blaue worte.


in langen n├Ąchten
wachten sie an ihrer seite,
still wie zahme schattenpferde.
senkten bilder in die erde.
und ihre tr├Ąume
suchten sich den weg ins weite.
nur eine ahnung
bewahrte sie.

erneut gr├╝├čend

nisavi

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inken
Guest
Registriert: Not Yet

F├╝r mich ist das Gedicht so, wie es da steht
total in Ordnung und deshalb von mir die "9"

lg inken

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