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Leselupe.de > Kurzprosa
wieder geburt
Eingestellt am 30. 06. 2004 16:35


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Anna Osowski
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2004

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**die geburt**

schreiende stirngefaltete blicke. nacktes fleisch. keine worte. gepresst, gezerrt, gedehnt. geschmeidigkeit. die ist nebenan. oder die lauert irgendwo. versteckt. neidvoll blicke ich her√ľber. die sonne bl√∂kt am fahlen himmel. heute wieder der fr√ľhling so schrill. immer wieder gehst du zur t√ľr. und immer wieder kehrst du um. vergessen. vergessen das meer und die pracht. und die f√ľlle, die nur noch gedrungen in meinem leib sitzt. flie√üen von ganzen s√§tzen und doch nur halben gedanken. fetzen von geruch und idee. und halbe welten. gib mir einen grund. ich bitte dich. gib mir einen grund, diesen abgrund zu √ľberschreiten. also binde ich mir die augen und sehe die dunkelheit, die heute wieder mit mir spricht. unendlichkeit, du bist nah. also greife ich nach deinem leib, einen halt suchend. vergessen. meinen leib vergessen, w√§hrend ich in deinen eintauche. friedlicher augenblick. so still. aber ein riesenhaftes kreischen dringt aus meinem innersten empor und wirft mich mit ganzer wucht aus dir heraus. aus dem leib, der mich umh√ľllte. der mich besch√ľtzte. hinaus in die welt ohne gnade. und wieder. bin ich geboren. zu sein.


**das erkunden**

die augen bedeckt von der ersch√∂pfung des augenblicks. die ganze seele ermattet. schon will ich schauen, wo ich bin. wage nicht, das band von den augen zu nehmen. rieche, lausche, taste. neugier w√ľhlt in meiner brust. das tuch von den augen blendet mich zun√§chst die sonne. wieder die sonne. verhei√üungsvoll und doch grausam. will uns w√§rmen, will uns brennen. ich denke an den sanften mond, der silbrig und friedlich uns nichts anzutun vermag. ich denke an kleine b√§che und wilde fl√ľsse, an eiskalte bergseen und tosendes meer. ich denke an endlose w√ľsten, die ich durchwanderte, an t√§ler, die kein ende nehmen wollten. die menschen, die an mir vor√ľberzogen, fl√ľchtige gesichter nur. wenige verharren. f√ľr augenblicke, intensive sekunden. m√§nnerk√∂rper, stark und schwer. kinderlachen. die einsamkeit. das taumeln, keine orientierung. und schon wieder falle ich und falle und rudere mit den armen und trudele abw√§rts, abw√§rts, abw√§rts....

**der tod**

wirbelnde dunkelheit, schwarz und auch rot, helle blitze irgendwo am horizont. ich sp√ľre das rasen, eine unfassbare geschwindigkeit. bis ich merke, wie langsam ich vorw√§rts komme. dass kaum sich etwas bewegt. flammen, z√ľngelnde flammen lecken an mir empor. m√∂chte mich hingeben und zaudere doch angesichts der endg√ľltigkeit. denk, denke, nein, lasse es, gebe mich den empfindungen hin. kein denken mehr und also auch kein zaudern und kein fragen. nur noch sein. sein und aufl√∂sen in den flammen, in der dunkelheit, in dem licht. w√§rme und k√§lte sind einerlei. sind da und doch nicht da. licht und dunkelheit sind eins, ich gehe nicht hinein, bin schon teil davon, bin schon nicht mehr ich, aufgel√∂st im mond, sonne, sterne.... tod... geburt... liebe

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AndreasGaertner
Guest
Registriert: Not Yet

Hallole,

Ich finde Deine "prosaische Triologie" gut gelungen. Sie ist mit vielen interessanten Gedanken und Empfindungen gespickt.
Manchmal bin ich jedoch beim Lesen etwas gestolpert und ins stocken gekommen, z.B. verstehe ich den letzten Satz von seiner Konstruktion her nicht:
-->hinaus in die welt ohne gnade. und wieder. bin ich geboren. zu sein.

Bist du da wiedergeboren um da zu sein????

Sehr schön die Umkehr des Geschriebenen im letzten Satz

sterne . tod . geburt . liebe .

Lieben Gruss

Andreas

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Anna Osowski
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2004

Werke: 16
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Hallo Andreas.
Vielen Dank f√ľrs Feedback. Das Holprige und Stolprige gibt die Athmosph√§re wieder, die mich beim Schreiben umgab und die ich ebenso abbilden wollte. Was Deine Frage betrifft:

quote:
-->hinaus in die welt ohne gnade. und wieder. bin ich geboren. zu sein.

Bist du da wiedergeboren um da zu sein????


Das ist mehrschichtig gemeint. Vordergr√ľndig: Gibt es so etwas wie Wiedergeburt und k√∂nnte es sich dann so anf√ľhlen? Dahinter: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, jeder (gr√∂√üere?) Anfang kann wie eine Neugeburt sein. Oder es k√∂nnte auch ein Traum damit anklingen. Und dann: das Ergebnis ist "zu sein". Ich bin dann. Eben irgendwie ein neuer oder anderer Mensch. Im Grunde muss das so diffus sein, oder? Hab ich das jetzt verdeutlicht oder noch mehr vernebelt?

Anna.

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AndreasGaertner
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Anna,

holpriges und stolpriges In Textform abzubilden ist schlichtweg immer schlecht, egal, ob es unbedarft oder mit Motivation geschieht...

Ab dem Zeitpunkt des "Postens" eines Textes ist der Leser die wichtigste Person...


..und der wird nur schwerlich einen Text zu Ende lesen, wenn er ins Stocken gerät.

Da reicht meistens bereits ein Stolperstein und der Leser bricht ab...

Deshalb kann und darf das Holpern und Stolpern kein Stilmittel sein, denn was n√ľtzt Dir der sch√∂nste Inhalt, wenn dieser √ľber seine Form nicht vermittelbar ist...

..und der Inhalt Deines Textes ist echt OK.

Lieben Gruss

Andreas


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