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Leselupe.de > Kurzgeschichten
wo war mein teddy in jener nacht...
Eingestellt am 22. 05. 2001 22:24


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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
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Wo war mein Teddy in jener Nacht?

Es ist f├╝nf Uhr morgens, wie man an der Turmuhr erkennen kann. Laternen beleuchten die Stra├čen und Gehsteige, auf denen sich relativ wenig Leben abspielt. Relativ, da man ja nicht erwarten kann, da├č an einem normalen Herbsttag sich um diese Uhrzeit Menschen freiwillig jener Morgenfrische aussetzen.
Eine Gestalt wandelt ziemlich orientierungslos, aber scheinbar zielsicher, zwischen jenen Lichtspendern umher. Ihren Blick hat die Person durch ihren Instinkt ersetzt. Wenn man sich dieser Gestalt n├Ąhern w├╝rde, k├Ânnte man erkennen, da├č es sich um eine Frau handelt. Die Person, homo sapiens alcoholicus, biegt in eine Seitengasse ab, um dann wieder ,├╝ber eine andere Seitengasse, auf derselben gro├čen Stra├če weiterwandeln zu k├Ânnen. Die romantischste Art diesen Spaziergang zu beschreiben bietet der Ausdruck Traumt├Ąnzer. Woher kommt diese Person?
Sie kommt aus einer Kneipe, in welcher sie mit der Absicht landete, sich zu betrinken. Der Grund daf├╝r existiert scheinbar nicht, nur der offensichtliche Wille. Ihr Vorhaben ist aufgrund eines spendablen Tresennachbars gegl├╝ckt. Der ihr noch immer Unbekannte hat ihr ungef├Ąhr den Inhalt einer Flasche Schnaps stets nachgef├╝llt, in ein Glas, da├č sich stets wieder neu nach einer F├╝llung sehnte, so hatten es ihre Augen jedenfalls gesehen.
An einem jener vielen H├Ąuser dieser Stadt geht sie zur T├╝r in eine Wohnung hinein. Sie geht den Flur entlang, sich von einer Wand zur anderen st├╝rzend, verharrt dann aber ruhig vor der T├╝r hinter jener sich ein Bett verbirgt, um Gewi├čheit zu bekommen, da├č ihre Sehnsucht nach Schlaf st├Ąrker ist als die Menge alkoholisierter Ungeheuer, die ihr Gleichgewicht st├Âren. Sie ├Âffnet die T├╝r, stolpert auf das Bett zu, setzt sich auf die Decke und zieht ihre Schuhe aus, legt ihre Beine hoch, ihren Kopf auf das Bettkissen und schl├Ąft ein, tief und fest.

Am selben Morgen, nur einige Zeit sp├Ąter, die gleiche Szenerie. Eine wandelnde Gestalt zwischen den selben Laternen, auf der selben Stra├če. Einzig, da├č es sich hier um einen Mann handelt. Er begeht die Seitenstra├čen nicht. Unterwegs im Stil eines Arbeiters, der seinen letzten Rest an Lohn seiner Stammkneipe verschenkt hat, Teufelskreis seiner Rolle als homo sociologicus. Doch vergleicht man die Szenen, so ist die Vorstellung des Akts mit der m├Ąnnlichen Figur leichter nachvollziehbar. Der Mann hatte n├Ąmlich nicht den Willen sich zu betrinken, sondern die Sucht nach Beruhigung, Erm├╝dung. So ist es auch ein Malheur, da├č er - um der Theorie des Arbeiters zu folgen - noch zu viel Geld f├╝r jenen Kneipenbesuch ├╝brig hatte.
Auch er gelangt zu einem jener vielen H├Ąuser, ├Âffnet die T├╝r mit einem Handdruck, geht den Gang entlang, bleibt noch einmal stehen, um festzustellen, ob der Alkohol st├Ąrker ist als der Wille zum Schlaf. Scheinbar ist er bei ihm st├Ąrker, denn er wendet sich um, geht den Gang wieder zur├╝ck, h├Ąlt an einer anderen T├╝r kurz inne, ├Âffnet dann diese, setzt sich in einen Sessel, betrachtet das aufgeschlagene Fernsehprogramm, sieht eine M├Âglichkeit der entspannenden Unterhaltung, steht noch einmal kurz auf um den Fernseher einzuschalten, setzt sich wieder in den Sessel und schl├Ąft nach kurzer Zeit ein.









Ihre Augen ├Âffnen sich wie man dem Ei den Kopf abschneidet, um dem Inneren nahe zu kommen, der eigentliche Wunsch, das Ei zu verzehren. So geschieht es denn auch, da├č sie sich langsam erhebt, nachdem sie ihren K├Ârper strecken konnte, um das Leben in ihm erwachen zu sp├╝ren, den Schrei des Kindes bei der Geburt. Sie geht zum Fenster, ├Âffnet es, schaut auf die Stra├če und beginnt pl├Âtzlich an der Realit├Ąt zu erschrecken, die sich ihren Augen in jenem Moment zeigt. Noch nie sah sie diese Eisdiele auf der Stra├če gegen├╝ber, noch nie solche Menschenmassen auf der Stra├če. Wo war sie?
Sie nimmt die Finger ganz leicht vom Fingerbrett, lehnt sich gegen den Druck des Raumes, um doch in ihn zur├╝ckzukehren, dreht ihren ganzen K├Ârper, blickt in ein Zimmer, welches ihr nicht bekannt ist, schaudert erneuert, h├Ąlt sich die H├Ąnde vor den Mund, um nicht zu schreien. Noch weit weg ist die Angst vor den Menschen, welche dieses Haus bewohnen, dem Menschen, der dieses Zimmer bewohnt. Der Schrecken, den sie nun sp├╝rt, ist die Angst sich nicht zurechtzufinden, sie, die immer Sicherheit gewohnt war, schon da sie geplant wurde.
Gleich nach der Geburt hatte die Mutter sie zu sich genommen und sie dann auch nicht mehr zur├╝ckgeben wollen. Selbst ihr Vater durfte sie in den ersten Wochen nicht in den Arm nehmen. Und als sie dann ├Ąlter wurde, wohnte man stets in der N├Ąhe der Schule, die sie zu besuchen hatte, so da├č sie so bald wie m├Âglich Zuhaus sein konnte, um von ihrer Mutter getr├Âstet werden zu k├Ânnen, da sie doch keine so perfekte Sch├╝lerin sein konnte wie es ihr Vater von ihr erwartete. Doch trotz der Ziele, welche der Vater setzte, war die Mutter die Gewinnerin im Kampf um die Erziehung.
Sie, die jetzt so fehlt. In ihrem Kampf gegen die Starre, die den K├Ârper durchflie├čende Angst. Angst, Ph├Ąnomen der Freude. Wenn jene uns verl├Ą├čt, und das Ungef├╝hl auftritt, dann kann uns in einer schwachen Minute der Schreck erwischen und uns in eine v├Âllig gegenteilige Lage versetzen. Sie versucht diese Angst zu erw├╝rgen, mit Hilfe des Ballen der zarten, geschw├Ąchten H├Ąnde, doch dauert es einige Zeit bis sie Ruhe genug findet, um auf die T├╝r zuzugehen, einen weiteren Schritt in Richtung Ungewi├čheit zu lenken. In ihrer Angst vor jedem Schritt, in diesem unnat├╝rlichen Zustand, vergi├čt sie, auf den Boden zu schauen, sieht sie den Hocker vor ihren F├╝├čen nicht, und f├Ąllt also mehr auf die T├╝r zu, als da├č sie sie ruhig erreichen kann.
Kein Schrei beim Fall, nur das Ger├Ąusch einer umst├╝rzenden Person auf einen Teppichboden. Wieder wartet sie, bis sie sich traut, den Weg weiter zu gehen. Die T├╝r ├Âffnet sich, ein dunkler Flur, beinahe derselbe wie der ihre, zeigt sich, alle T├╝ren, die sie sehen kann, sind halb ge├Âffnet, als sie ihren Weg zur Haust├╝r weitergeht. Pl├Âtzlich bemerkt sie im Weitergehen das Ger├Ąusch eines laufenden Fernsehger├Ątes - wieder diese Fremde, denn sie hat keinen bei sich. Sie schleicht weiter der Haust├╝r entgegen, am Zimmer mit jenem Ger├Ąusch vorbei, als er sich erhebt, die T├╝r ganz ├Âffnet, hinter welcher dieses eigenartige Rauschen von Worten herkam, ihrer gewahr wird, sie freudig anl├Ąchelt und ihre erstarrte Augen sanft anspricht: ÔÇ×Ja, so ├Ąhnlich schaute meine Besucherin in jenem merkw├╝rdigen Traum aus. Bleiben Sie doch da, bitte. Ich hei├če Alex.". Und schon geht er ihr entgegen, nimmt ihre Hand, bittet sie, nicht so erschreckt zu sein. Doch sie schreit, schreit ihn an, so laut, da├č er ihr die Hand vor den Mund halten mu├č, damit sie nicht Angst und Verwirrung im Haus stiftet. Da sie seine Hand nicht ber├╝hren kann - es h├Ątte ihr zuviel bedeutet -, st├Â├čt sie ihn mit beiden H├Ąnden von sich, bleibt aber selbst stehen, jedoch nicht mehr aus Schrecken, denn nun kann sie die Fremde vermenschlicht sehen, Gleichstand der Gegenst├Ąnde, gleiche Chancen, ebenfalls Gef├╝hle, ebenfalls Verletzbarkeit. Ihre Gedanken pulsieren hinter ihrer Stirn, pfeilschnell, bannen sie in einen Kreis von Angst, Neugier und - tats├Ąchlich! - Erregung. Sie, das sch├╝chterne M├Ądchen, noch immer das Kind ihrer Mutter, sie sp├╝rt jenes Kribbeln unter der Haut, jenes `geile┬┤ Gef├╝hl, von welchem ihre Freundin ihr bei deren ersten Freund erz├Ąhlt hat, als jener sie bat, sie k├╝ssen zu d├╝rfen. Doch sie mu├č sich jetzt zusammennehmen, zeigen, da├č sie fl├╝chten will, hinaus aus diesem fremden Haus, diesen fremden R├Ąumen, die er ihr anbieten will.
ÔÇ×So gef├Ąllst du mir besser, beruhige dich doch bitte. Freundschaften geschehen immer aus schicksalhaften F├╝gungen, nichts anderem wie hier. Wie hei├čt du eigentlich?"
Mit seinem unerschrockenen L├Ącheln im Gesicht wirkt er ihr ├╝berlegen, ausgewogen. Jedoch riecht man seinen Alkoholgenu├č der Nacht zuvor; er ist hier genauso geschw├Ącht wie sie. Dies ringt ihr ein gewisses L├Ącheln ab, gibt ihr ein bi├čchen Halt, l├Ą├čt sie jedoch auch bedenklicher werden, denn die Geb├Ąrden alkoholisierter M├Ąnner kennt sie nur zu gut.
ÔÇ×Marianne."
ÔÇ×Sch├Ân Marianne. W├╝rde es dir vielleicht etwas ausmachen, zusammen mit mir zu fr├╝hst├╝cken? Ich lade dich ein, zu einem relativ frischen Brot, noch geeignet f├╝r dicken Marmeladenaufstrich, und zu einem starken Kaffee. Wollen Sie vorher duschen? Das Bad ist gegen├╝ber dem Zimmer, aus welchem ich gerade kam.".
So wie eine Schachspielfigur kommt sie sich vor, kurz vor dem Schachmatt; zwei M├Âglichkeiten bleiben ihr noch, um ihren K├Ânig zu retten, die Flucht oder der Gegenangriff. Sie steht ung├╝nstig und hat wenig Zeit sich zu entscheiden. Die ├╝berlegte Frau setzt unbedacht auf Angriff, jedoch mit Bedacht, denn es gilt auch, die Dame zu halten, ihre st├Ąrkste Waffe gegen die m├Ąchtigen T├╝rme, welche er schon in Aufstellung gebracht hat.
ÔÇ×Gut, lassen sie uns fr├╝hst├╝cken, doch erst m├Âchte ich noch ihre Toilette benutzen."
ÔÇ×Die T├╝r kennen Sie, ich bereite das Fr├╝hst├╝ck eine T├╝r weiter schon einmal vor. Haben Sie keine Angst, Marianne, einen Traum kann man nicht vernichten."
Seine H├Âflichkeit pl├Ąsierte ihr und nur ein leichter Flaum von Angst umh├╝llt noch ihren Schatten, als sie die Badezimmert├╝t hinter sich verschlie├čt. Nachdem sie ihre allmorgendliche Toilette so gut wie m├Âglich hinter sich gebracht hat, beginnt sie wieder festzustellen, da├č sein Waschbecken dem ihren sehr ├Ąhnelt, wie das Schlafzimmer, der Flur, ja sogar die Zweckerf├╝llung der Zimmer sind scheinbar gleich. Sie spielt schon mit der Vorstellung, da├č ihre Wohnung im Haus gegen├╝ber liegt, als sie pl├Âtzlich beim Anblick des Spiegels wieder erschrickt. Sie kann ihre Gesichtsz├╝ge nicht erkennen! Nur verschwommen nimmt sie wahr, was sich vor ihren schl├Ąfrigen Augen abspielt. Hatte sie so viel getrunken!? Oder was ist der Grund dieser Blindheit? Und schon gewinnt die Angst wieder im Spiel der Gef├╝hle.
Sie geht zur T├╝r, hat schon vergessen, da├č sie abgesperrt hatte und findet sich also eingeschlossen. Es folgt ihr zweiter Schrei. Nicht so laut wie der erste, jedoch ├Ąngstlicher, denn nun ward sie einem Schicksal ausgeliefert, nicht einem Menschen.
ÔÇ×Marianne, was hast du? Der Schl├╝ssel mu├č doch noch stecken. Du hast dich selbst eingesperrt."
Diese Stimme, jene fremde, scheint ihr helfen zu wollen; sie sp├╝rt es in der Ruhe, die in jenen Worten liegen. `Wirklich, er hat recht!┬┤ erkennt sie, als sie den Schl├╝ssel sieht, welcher im Schl├╝sselloch steckt, sie anl├Ąchelt wie ein frecher Sohn, der seine nichtsahnende Mutter auf den Arm genommen hat. Sie ├Âffnet und sieht ihn wieder l├Ącheln.
ÔÇ×Das wird ja wohl einige Zeit dauern, bis du deinem Schrecken entfliehen kannst. Vielleicht hilft dir ja ein guter Kaffee. Es ist fast fertig angerichtet."
Merkw├╝rdig diese Ruhe. Sie kennt dies nicht, ihre Mutter w├╝rde sie zurechtweisen, ihre Freundin w├╝rde sie tr├Âsten, aber jener Mann verzieht keine Grimasse. Es geniert sie so sehr, da├č sie sich nicht traut, ihren Schrecken zu zeigen, sondern ihm statt dessen ungezwungen in die K├╝che folgt. Sie geht direkt auf ihren Platz zu, dem Stuhl, welcher dazu n├Âtigt, die Wand anzustarren, wie sie jetzt merkt. Er stellt noch Kaffee und Milch auf den Tisch, dann beginnen sie zu fr├╝hst├╝cken. Sie schenkt sich mit noch leicht zitternden H├Ąnden den Kaffee in die Tasse, mit viel Milch dazu. Er schmeckt wirklich gut. Sie schaut ihn an, im Hintergrund nur die wei├če Wand, wie er sich ein Brot schmiert, dick mit Marmelade. Seine H├Ąnde sind kr├Ąftig, doch nicht angsteinfl├Â├čend, seine Fingern├Ągel sind sauber.
ÔÇ×Gefalle ich Ihnen wohl, da Ihre Augen so nahe an mir heften? Mach ich dir keine Angst mehr? Dann ist es sch├Ân."
`O Gott! H├Ątte er doch nur gut gesagt.┬┤
Schon wieder wird ihr bange.
`Was will er? Nat├╝rlich verschwindet meine Angst langsam, doch nicht so schnell. Diese M├Ąnner, die nie ein Gef├╝hl f├╝r Zeit haben, immer m├╝ssen sie alles schnell hinter sich bringen.┬┤
Sie traut sich nichts zu erwidern, schenkt sich, mehr aus Verlegenheit, noch Kaffee nach, trinkt einen Schluck und senkt dann schnell ihren Blick, um nicht noch einmal in Verlegenheit zu kommen.
ÔÇ×Komm, ich wollte dich doch nicht verletzen. Wo sollst du denn sonst hinschauen? Menschen k├Ânnen nicht durch W├Ąnde blicken. I├č ein bi├čchen was. Oder ist dir etwa schlecht? Hast du etwa zuviel getrunken gestern Nacht?"
ÔÇ×Nein, ich habe morgens nie gro├čen Hunger. Danke."
ÔÇ×Ich w├╝rde dir sogar eine schmieren, das w├╝rde mir eine Freude machen."
ÔÇ×Nein, danke."
Diese Art mag sie gar nicht, jene kindliche, scheinheilige, unehrlich wie eine Einladung zu einer Party, bei welcher ungl├╝cklicherweise die restlichen G├Ąste ausbleiben.
Sie sp├╝rt zwar, da├č sie Hunger hat, aber ist sich im Klaren dar├╝ber, da├č sie wahrscheinlich noch gar nichts bei sich behalten kann. Ihre Kopfschmerzen sind noch ein bi├čchen vorhanden, ein bi├čchen wacklig f├╝hlt sie sich auch; am liebsten w├Ąre ihr jetzt ein Aspirin. Aber sie mag nicht diese Schw├Ąche zeigen, einem Mann, der ihr sowieso ├╝berlegen ist, so, da├č sie sich eigentlich f├╝rchten m├╝├čte. Doch seine ruhige Art zu fr├╝hst├╝cken, nimmt ihr die Angst. Sie beginnt sich eine Rolle auszumalen, die sie bereit sein mu├č, in diesem Spiel zu spielen.
ÔÇ×Na, du arbeitest sicherlich auch in dieser Stadt?"
ÔÇ×Ja."
ÔÇ×Ganztags oder hast du Gr├╝nde, weswegen du nur halbtags arbeiten mu├čt?"
ÔÇ×Ganztags."
ÔÇ×Und wo denn? B├Ąckerei, Metzgerei, im Friseurladen?"
ÔÇ×In einer Buchhandlung."
ÔÇ×Aber in einer sehr verschollenen, wahrscheinlich."
ÔÇ×Wie kommen Sie darauf?"
ÔÇ×Na ja, weil ich meine Mittagspausen stets in eine der vielen Buchhandlungen verbringe, K├Ąsestangen kauend, nach B├╝chern schauend, welche ich dann doch nicht kaufe."
ÔÇ×Sie interessieren sich f├╝r B├╝cher! Welche Richtung, wenn ich fragen darf?"
ÔÇ×Politik, Wissenschaft, Philosophie. Welche B├╝cher k├Ânnen Sie mir in jenen Bereichen empfehlen?"
ÔÇ×Bitte lassen Sie diese versteckte Ironie."
Sie gl├Ąttet ihren Rock, kommt dabei mit ihren Fingerkuppen an die Knie, gef├Ąllt sich einen kurzen Moment, jene zu streicheln, bemerkt aber bald wieder, da├č sie einem Mann gegen├╝ber sitzt und wird leicht nerv├Âs, streicht sich mit der linken Hand durch ihre kurzen, dunklen Haare, um dann aber gleich weiter nachzuhacken, aus einfachem Interesse an jener Schizophrenie von unbek├╝mmerter M├Ąnnlichkeit und Interesse an geistiger Wissensbildung.
ÔÇ×Wer ist in jenen Bereichen Ihr Lieblingsautor, wenn es so etwas ├Ąhnliches bei Ihnen gibt?"
ÔÇ×Peter Scholl-Latour. Er verbindet alle drei Themen und ist interessant zu lesen. Nicht nur sein Buch ├╝ber den Islam. Obgleich ich zugeben mu├č, da├č ich weder ein Buch von ihm besitze noch eines ganz durchgelesen habe. Ich habe eigentlich stets nur die Zeit, bei jedem Buch jeweils ungef├Ąhr 20 Seiten zu lesen; bei Thomas Mann sind es gerade einmal zehn Seiten gewesen."
ÔÇ×Thomas Mann, von ihm mu├čte ich einmal den Doktor Faustus lesen. Das war eine Plage. N├Ąchtelang versuchte ich es, Satz um Satz, doch schlie├člich mu├čte ich meiner Leiterin gestehen, da├č jenes Buch noch zu schwer sei."
ÔÇ×Was geschah dann?"
ÔÇ×Sie meinte, da├č, wenn ich daraus folgern k├Ânnte, da├č es sich hier um anspruchsvolle Literatur handle, ich doch mein Lernziel erreicht h├Ątte."
ÔÇ×Na schauen Sie, ist doch gut gelaufen."
Sie wundert sich ├╝ber diese Unbefangenheit, die pl├Âtzlich in ihr auftritt. Ist es, weil es um den Beruf geht, den Alltag, also nicht um das Leben? Beweist das vielleicht, da├č Leben, welches nur existiert, wenn es den Menschen ganz einnimmt, nichts mit dem Alltag zu tun hat, beweist es die Nichtigkeit der Arbeit? Welch revolution├Ąrer Gedanke! Aber es bleibt anzunehmen, da├č Arbeit den Menschen in eine gleichg├╝ltige Stimmung versetzt, seine eigentlichen Gef├╝hle abschaltet, sie unterbindet.
ÔÇ×Entschuldige, darf ich dich etwas fragen?"
Noch eingeh├╝llt in die Unparteilichkeit, in die Uneingenommenheit, in die Passivit├Ąt, verneint sie seine Frage nicht, sondern vermeint, da├č es sich um ein spezifisches Interesse handelt, da├č es weiterhin mit ihrem Beruf zu tun hat.
ÔÇ×Ich kenne da ein Gedicht, welches ich mir einpr├Ągte, da es damals aus meiner Seele h├Ątte entspringen k├Ânnen. Ich las es aus einem Buch, von dem ich weder Autor noch Titel wei├č. Vielleicht f├Ąllt Ihnen der Autor oder der Titel des Buches ein. Das Gedicht lautet so:
Mehr als die Existenz
ist ein Geheimnis, da├č es existieren
und Sein gibt, da├č ein Sein vorhanden ist -
irgendeins und nicht dieses, weil es dieses -
dieses Problem verst├Ârt am allermeisten.
Was ist das, existieren - und nicht wir
oder die Welt - sondern die Existenz an sich?
Es war kein deutscher Philosoph, denn auf der gegen├╝berliegenden Seite fand sich diese Stelle in einer fremden Sprache."
ÔÇ×Nein, dazu wei├č ich nichts, keinen Titel, keinen Autor. Ich w├╝rde jetzt gerne duschen gehen."
Sie findet diese Art von Philosophie, jene, welche das Sein zu abstrahieren versucht, absto├čend, manchmal auch angsteinfl├Â├čend. F├╝r sie gibt es genug Dinge, welche ihr Angst machen, weswegen also Gedanken weiterspinnen, die sowieso keine Antwort bieten k├Ânnen? Au├čerdem sp├╝rt sie den Schwei├č unter ihren Achseln. Und wenn eine Frau sich unwohl f├╝hlt, dann fl├╝chtet sie am liebsten in ihre Einsamkeit. Wenn sie sich dann auch noch unsauber meint oder auch nur unschick, dann sucht sie ihr Badezimmer, ihren Spiegel, der ihr Best├Ątigung, Selbstsicherheit geben soll.
ÔÇ×Ja, bitte, gehen Sie ruhig duschen."
Diesmal hat sie ihn nicht gefragt, sondern hat sich die Erlaubnis selbst gegeben. Keine Angst mehr in ihr, sie will sich den Sieg zuspielen, durch einen geschickten Pferdesprung. Im Bad sperrt sie die T├╝r ab, schaut in den Spiegel, sieht ihre verschlafenen Augen, die zerzausten Haare, ein ziemlich fertiges Gesicht. Aber sie sieht sich, besser als vorher, die verflogene Angst l├Ą├čt die Realit├Ąt wieder zur├╝ckkehren. Sie zieht ihr Kleid aus, ihre Unterw├Ąsche, vergewissert sich noch einmal, ob die T├╝r abgesperrt ist und geht dann unter die Dusche.
Es dauert einige Sekunden, bis da├č das Wasser warm wird und so gibt sie sich erst einmal dem kalten Wasser hin, zuerst auf ihren F├╝├čen, dann langsam die Beine herauf, so langsam, da├č es an ihren Schenkeln schon angenehme Temperatur erreicht hat. An den Armen
angelangt, mu├č sie schon kaltes Wasser zugeben, sonst w├╝rde sie sich verbrennen. Aber sie genie├čt das Duschen. Sie sp├╝rt wie der K├Ârper das Verw├Âhntwerden aufnimmt, wie es ihr innerlich wird. Am Schlu├č dreht sie das warme Wasser ganz ab und erfrischt ihren K├Ârper noch einmal mit kaltem.
Sie steigt aus der Dusche, nimmt sich ein Handtuch, welches auf der Waschmaschine liegt und f├Ąngt dann an, sich trocken zu rubbeln. Sie legt das Handtuch wieder auf die Maschine und sieht nach ihrer Unterw├Ąsche. Da beide Teile nicht mehr frisch sind, streift sie sich einfach ihr Kleid ├╝ber ihre nackte Haut, steckt die W├Ąsche in ihre Handtasche und geht zum Spiegel.
Kurze Zeit sp├Ąter kommt sie wieder zur├╝ck in die K├╝che. Der Mann l├Ąchelt sie an.
ÔÇ×Gut siehst du aus. Jetzt werde ich duschen gehen. Du hast sicher nichts dagegen."
ÔÇ×Nein, geh ruhig. Spar dir aber deine Freude, sollte ich wider Erwarten nachher noch da sein."
"Du wirst da sein."
Plumps, das sa├č! Back to reality. Wie die Kelle des Polizisten vor den Augen des stark angetrunkenen Autofahrers. All ihre W├Ąrme, ihre aufgebl├╝hte Sch├Ânheit, ihre wiederbelebte Lebensfrische, ist weggeblasen. Sie starrt vor sich hin ( und ist nat├╝rlich zu abgelenkt, um wirklich einfach zu gehen ), starrt ans Fenster, durch die Glasscheibe, durch das Haus gegen├╝ber, den Wald dahinter, ├╝ber die Felder, bis sie scheinbar wieder, nachdem sie die ganze Erdkugel umkreist hat, in ihren Kopf zur├╝ckgefunden hat. Seine Kaffeetasse steht vor ihr, hat noch zwei Schl├╝cke zu bieten. Sie trinkt die Tasse leer, stellt sie wieder auf den Tisch zur├╝ck. Sie f├╝hlt sich alleine, umgeben von Nichts. Sie empfindet keine Einsamkeit, nur ein Alleinsein. Sie sp├╝rt wie sie sich nicht da raus retten kann und gibt dem Drang nach, ins Nichts zu schwimmen, sie verfl├╝chtigt sich...
Fr├╝her sa├č sie gerne im Garten ihrer Mutter, zog L├Âwenzahn aus dem Rasen, weswegen sich komischerweise ihre Mutter sich immer freute, sah in die Sonne und tr├Ąumte vom Meer. Sie ist bis jetzt noch immer nicht am Meer gewesen.
Das Meer war f├╝r sie ein ganz gro├čer See, in welchem viele bunte Fische schwammen, in jeder Gr├Â├če. Die Fische waren zwar alle freundlich, aber trotzdem hielten sie den Abstand zum Ufer, da sie die Menschen nicht ├Ąrgern wollten. Sie ├Ąrgerten sich lieber gegenseitig, indem sich die Kinderfische in den Korallen versteckten, und die gro├čen Fische ├Ąrgerten die Geister, die in den versunkenen Schiffen lebten. Fr├╝her gab es f├╝r sie den Tod als etwas endg├╝ltiges noch gar nicht, sondern sie glaubte daran, da├č alle Menschen zu Geistern w├╝rden, friedlichen Gespenstern. Die toten Menschen in Gestalt von Geistern trieben den ganzen Tag Unfug, da ja kein lebendiger Mensch sie zu Gesicht bekommen konnte. Sollte aber doch zum Beispiel ein Taucher vorbei kommen, verwandelten sie sich zu Haifischen, um diese zu vertreiben. Das war aber schon sehr gef├Ąhrlich, denn als Hai konnte man dann doch sterben. Die Aufpasser auf die Haie waren die Wale, die waren gro├č und schwer und vor allem Dingen lang. Die Menschen am Strand waren braun von der Sonne und ├╝berall sah man hohe Sandburgen, die von den herumtobenden Kindern gebaut wurden. Au├čerdem gab es ├Ąltere Kinder, welche mit dem Ball spielten und Verliebte, die sich k├╝ssen, weil man das ja zu h├Âren bekommt. Jedenfalls schien immer die Welt am Strand in Ordnung zu sein. Es war der Himmel f├╝r die ├Ąlteren Menschen, die sonst stets abends schlecht gelaunt nach Hause kamen.
Eines Tages hat sie dann mitbekommen, da├č es nicht mehr viele Wale gibt, weil schon so viele beim Walfang get├Âtet seien. Da mu├čte sie heulen, so richtig laut, da├č es jeder h├Ârte, damit die Mutter kam, um sie zu tr├Âsten. Sie erz├Ąhlte der Mutter ihre Gedanken und verriet ihr, da├č sie nun Angst vor dem Tod habe, da es keine Aufpasser mehr g├Ąbe, nicht mehr f├╝r die Fische, nicht mehr f├╝r die Gespenster und auch nicht mehr f├╝r die Haie. Die Mutter aber schellte sie ob dieser Gedanken und meinte nur trocken, da├č man vor diesen gro├čen Fischen sich in acht nehmen m├╝sse, da sie die Menschen t├Âten k├Ânnten.
Da verstand sie die Welt nicht mehr, nicht mehr das Leben, nicht mehr den Tod.
Doch aus dem Nichts wird ein Blumenmeer. Sie nimmt es mit ihren Augen verschwommen wahr, drei Farbt├Âne beherrschen es, Formen sind nicht registrierbar, Nach einigen Sekunden jedoch erkennt sie das verschwommene Bild vor ihren Augen als einen Strau├č Blumen, h├Âchstwahrscheinlich aus dem Garten. Er scheint sie gepfl├╝ckt zu haben, w├Ąhrend sie duschen war. Sie schauen nett aus, als ob sie sie anl├Ącheln w├╝rden.
Da geht die T├╝r auf und er kommt zur├╝ck.
ÔÇ×Du bist da. Ich habe es gewu├čt sch├Ân."
ÔÇ×Ich finde die Blumen sch├Ân. Sie k├Ânnten aus meinem Garten sein. Willst du dich nicht an den Tisch setzen?"
ÔÇ×Doch. Nur m├Âchte ich erst ein Glas Saft trinken, damit ich richtig frisch werde. Magst du auch eins?"
ÔÇ×Ja, gerne." meint sie und wartet geduldig darauf, da├č er sich hinsetzt, denn sie mag diese Unruhe nicht, die wieder in ihr aufkommt, da er sich nicht um ihre Anwesenheit k├╝mmert.
ÔÇ×Da, dein Saft. Und jetzt h├Âr zu! Ich werde dir etwas erz├Ąhlen. Eine Geschichte. Meine Geschichte. Sie beginnt mit der Geburt zu einer sp├Ąten Stunde in einem abgelegenen Schuppen von Frankreichs ewigen Feldern. Eine Hebamme verrichtete ihre Dienste so gut, da├č mein Vater mich immer das `flotte Kerlchen┬┤ nannte. Sonst gab ich nie Grund f├╝r solch einen Spitznamen. Meine Mutter ├╝berstand die Geburt so gut, da├č sie sich eigentlich noch ein zweites Kind w├╝nschte, doch mein Vater verlie├č sie, bevor sie sich jenen Wunsch h├Ątte erf├╝llen lassen k├Ânnen. Es war Krieg damals und meine Mutter liebte diese gutaussehende,. kr├Ąftigen deutschen Soldaten. Meine Mutter kannte Hitler nicht, so auch nicht seine S├Âhne, sie sah nur die M├Ąnner, von denen sie gerne tr├Ąumte, besonders im Zusammenhang mit ihrem Wunsch nach einem zweiten Kind. Kurz und gut, ein schlechter Soldat nahm sich ihres Wunsches an und nahm sie als Frau mit nach Deutschland. Ich war gerade vier Jahre alt. F├╝r mich war es erschreckend, dieses enge Deutschland, diese St├Ądte, verw├╝stet, zerst├Ârt vom endenden Krieg. Wir zogen in das Haus des deutschen Soldaten. Seine Eltern waren nett und in ihrer Gegenwart erschien er mir auch nicht mehr wie ein kleiner Soldat., sondern wie ein hilfloser Mensch, der sich und immer wieder verteidigen mu├č. Ich wurde zweisprachig erzogen. Bekam einige psychische Erkrankungen im Kindesalter, von denen ich mich aber im Laufe der Jahre wieder erholte. Man lernt sich anzupassen. Jedes Jahr fuhren wir nach Frankreich. Jedesmal weinte ich auf der R├╝ckfahrt. Nun lebe ich in Deutschland alleine, getrennt von meinen Eltern, arbeite und fahre noch immer jedes Jahr nach Frankreich. Noch nie war ich verliebt, au├čer in mein Heimatland, nie aber in eine Frau. Wahrscheinlich liegt es an meiner Mutter. Sie erzog mich nicht, sondern ├╝berlie├č es der Mutter ihres Mannes. Sie verehrte diesen Mann, der ihr noch zwei Kinder schenkte, meine Geschwister. Ich kenne sie nicht mehr. Ich mag gerne allein sein. Man mu├č kein Theater vorspielen. Die Welt bietet Theater genug. Ich werde sterben. Irgendwann. Hoffentlich in Frankreich. Bis dahin m├Âchte ich noch viel spazieren gehen und viel Rotwein trinken. Das ist mein Leben. C`est la vie."
W├Ąhrend er ihr seine Geschichte erz├Ąhlt hat, w├Ąhlte sie die Blumen auf dem Tisch als Blickfang f├╝r ihre Augen. Noch immer haften sie darauf, gespanntes Nachsinnen. Sie sieht sein Schweigen, sieht in ihr Stummsein, legt beides in die Blumen und tr├Ąumt von seinem Leben, von ihrem Leben, von seinem Inneren, versteckt hinter der Mauer des Schweigens, welche mit dem Bild seiner eigent├╝mlichen Geschichte angemalt ist. Sonst nur nichtsaussagende, doch m├Ąchtige Steine. Seine Augen, sie traut sich in selbige zu blicken, sind wie ein endloses, schwarzes Meer mit kleinen wei├čen Booten. Sie schwimmt ein bi├čchen in jenem Meer, blickt sogar einmal kurz in die Tiefe, doch erkennt sie nichts in der Dunkelheit. So kehrt sie wieder in sich zur├╝ck, findet sich trostlos, vom Alkohol der letzten Nacht behindert zu erleben, zu sehen, zu tun, zu denken. Und da sind dann wieder die Blumen auf dem Tisch. Auch in dem Garten ihrer Mutter stehen diese Blumen. Sie hat ihr letztes Mal einen Strau├č wundersch├Âner Blumen mitgebracht, welche aber schon verwelkt sind, nun drau├čen auf dem Komposthaufen ruhend.
Sehr leise aus einem dieser wenigen R├Ąume der Verschlossenheit nimmt sie T├Âne wahr, die sich zusammentun , um eine Melodie zu bilden. Eine sanfte Komposition. Sehr dumpf zwar, aber ihr Gef├╝hl ber├╝hrend, jenes Gef├╝hl, da├č nur in ruhigen Momenten angesprochen werden kann. Keine hohen T├Âne, die erheitern k├Ânne, sondern schwere, welche schwere Gedanken wiedergeben sollen, welche aber treiben, nicht fesseln. Ihr Klavier gef├Ąllt sich unter diesen H├Ąnden, jenes Klavier, welches sie so oft zu Wutausbr├╝chen reizt. Aber nein, es ist ja sein Klavier! Sie sitzt an einem fremden Tisch, in einer fremden Wohnung, bei einem fremden Mann. Kurz ├╝berkommt sie das Fr├Âsteln der Angst, das Begreifen der Realit├Ąt, der Absurdit├Ąt der Situation. Doch dann l├Ą├čt sie sich wieder anziehen von der sanften Musik, die aus den H├Ąnden eines kr├Ąftigen Mannes sich bildet.
Sie geht in das Wohnzimmer, setzt sich in einen Sessel, betrachtet ihn, vertr├Ąumt am Klavier sitzend, mit den Fingern auf dem Klavier einen Mondscheingangspaziergang machend, dann den Raum, eingeh├╝llt in jene besondere Stimmung. Sie f├╝hlt nicht diesen Zwang wegzuschauen, diesen egoistischen Zwang, ja nicht sich herzuschenken und sich einzuf├╝hlen in ein sch├Ânes Bild. Sie w├╝rde so gerne ein Liede zu dieser Melodie singen, die in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden kurz wiederkehrt, um danach wieder neu improvisiert zu werden. Doch sie kann nicht singen. Also beginnt sie zu tr├Ąumen, mit offenem Mund, sprechender Zunge, ohne Angst geh├Ârt zu werden, sich zu offenbaren in ihrem Geheimsten.
ÔÇ×St├Ąrker als die Inbrunst eines Liebenden ist das Gef├╝hl des Alleinseins. Niemals empfindet man st├Ąrker als in den Momenten des bewu├čten Verweilens in der Zeit ohne weltliche oder menschliche Beeinflussung. Dann schwinden einem die St├╝tzen, man bricht zusammen unter der Last seiner schweren Gedanken. Er, der Mensch, kann nicht ausbrechen, sitzt verzweifelnd in einem Raum, der seine Zelle wird. Er begreift das Leben als allt├Ągliches Gef├Ąngnis, in welchem es gilt, den W├Ąrter zu bestechen, um kurz daraus entfliehen zu k├Ânnen, ein bi├čchen Sonnenstrahl zu erhaschen. Man wartet auf ein Klingeln der T├╝rglocke oder des Telephons. Man wartet ungeduldig, doch ziellos. Was w├╝rde man dann tun? Man wei├č es nicht. Man i├čt etwas, trinkt etwas, liest ein bi├čchen etwas, empfindet jene schw├Ąchende Schl├Ąfrigkeit. Man legt sich hin, steht wieder auf. Und all das in ein paar Stunden. Intensives Erlebnis, dem man nicht entweichen kann. Nichtintellektuelle Dekadenz. Wenn es sich denn auch noch mit der Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen verbindet, er im Moment nicht zu erreichen ist, so schmerzt es besonders. Es unterlaufen malheurs, man verliert seinen Glauben, verliert jegliche Vernunft, verliert das Gef├╝hl f├╝r die Zeit, den Raum, irrt umher. Man w├╝nscht sich nichts, besitzt keinen Traum, nur Verzweiflung, die man auskosten mu├č, denn es gibt kein Entrinnen. Der Schmerz ist intensiver als das Gl├╝ck."
Sie verstummt, denn er hat sein Spiel beendet, seine Dame hat ihren Turm geschlagen. Sie betrachtet ihn w├Ąhrend er sich umdreht, als w├Ąre er ein Freund mit dem sie ├Âfters ausgegangen ist und der sich pl├Âtzlich, zum Guten hin, ver├Ąndert hat.
ÔÇ×Es war ein langer Tag, ein freier Tag, erlebt ohne jede k├Ârperliche Anstrengung. Ich hatte ein bi├čchen von allem gekostet, ohne es jedoch zu genie├čen. Es geschah manchmal, da├č ich mich einfach hinlegte, nur um auszuruhen, und doch f├╝r ein paar Stunden eingeschlafen bin. So empfand ich es. Ein Buch fiel mir in die H├Ąnde, da├č ich schon drei Mal gelesen hatte. Ich la├č es ein viertes Mal und pl├Âtzlich schien es mir, als ob ich reif genug sei, auch eine Geschichte dieser Art zu erleben. Es handelte sich um eine Liebesgeschichte ohne Happy-End. So ging ich des Abends in ein Caf├ę, bestellte einen Cognac und wartete ab, was f├╝r G├Ąste erscheinen w├╝rden. Es war ein verstecktes Caf├ę in einer abgelegenen Stra├če und so mu├čte ich lange warten, bis eine Gruppe junger Menschen erschien. Mit dieser Gruppe war ein M├Ądchen gekommen, welches mir besonders auffiel. Es hatte kurze, braune Haare, ein sch├Ânes, enganliegendes Kleid an und war von einem dunklen Teint. Es erinnerte mich an mein geliebtes Frankreich. Vielleicht hatte es mich deswegen so in ihren Bann gezogen. Sie hatte wundersch├Âne Augen und ich mu├čte f├╝rchten, da├č ihr meine Blicke auffielen, denn ich wu├čte nicht wie meine Augen wieder von ihr abzuwenden. Sie bestellte sich einen Kaffee. Ich sa├č am anderen Ende des kleinen Raumes. Meine ├ťberlegungen gingen dahin, noch einen Cognac zu trinken, um lockerer zu werden und um dem Ober Grund zu geben, mich hinauszuw├╝nschen, aus diesem Paradies. Die Gruppe junger Menschen hatte sich zwei Flaschen Wein bringen lassen, was annehmen lie├č, da├č sie l├Ąnger bleiben w├╝rden. Pl├Âtzlich sa├č diese Frau an meinem Tisch, mit einer Flasche Rotwein und zwei Gl├Ąsern. `Lassen Sie uns trinken.┬┤ sagte sie. Ich f├╝hlte mein Herz pochen, mein Knie schwach werden und verlangte vom Ober eine Packung Zigaretten. Ich hatte in meinem Leben nur in meiner Jugend kurze Zeit geraucht, doch verlangte es mir jetzt nach diesen scheinbaren Beziehungsdrogen. Ich nahm eines der gef├╝llten Weingl├Ąser und stie├č mit ihr an. Ihre Augen waren feucht, sie mu├č geweint haben. Wir sprachen kein wichtiges Wort mehr miteinander, sondern tranken nur zusammen. Gegen vier Uhr am Morgen verlangte es dem Wirt nach Schlaf und wir mu├čten gehen. Nachdem wir die T├╝r geschlossen hatten, wachte ich auf. Ich hatte getr├Ąumt, meinte ich. Doch nun sehe ich Sie heute morgen und sie ├Ąhneln dieser Frau, jener einzigen Person, die mein Herz aufschrien lie├č."
Sie steht auf, l├Ą├čt ihn am Klavier sitzen, als ob er eine Katze w├Ąre, die keinen Anspruch fordert, geht ins Bad, verschlie├čt die T├╝re hinter sich. Sie will alleine sein, weg von diesen Geschichten, die sie betreffen sollen, ihr Gem├╝t bewegen sollen.
`Was will er?┬┤ fragt sie sich. Ihre Gedanken kreisen in die Ferne, sie hat sie auf fremde Bahnen geschickt, damit sie sicher ist. Nun ist sie ergriffen von Angst, nicht mehr die Angst vor jenem Mann, sondern die Angst vor ihrem Ich, welches sie bisher noch nie kennenlernen mu├čte. Jenes unbek├╝mmerte M├Ądchen wird mit Vorstellungen eines Mannes von einer Frau konfrontiert, deren sie entsprechen k├Ânne. Die Flucht ist ihr kein Thema mehr, sie w├╝rde sich verlieren an eine Sehnsucht, die sie so noch nie empfunden hat. Warum soll sie keinen Gefallen an jenen Empfindungen finden? Sie setzt auf sich auf den Badewannenrand, dreht das Wasser auf, spielt mit ihren Fingern im rauschenden Strahl, gibt sich den Ausschweifungen ihrer Gedanken hin. Sie fragt sich, was er denn gerade wohl macht? Nicht was er denkt oder gar f├╝hlt. Sie w├╝rde ihn nie verstehen k├Ânnen, da├č wei├č sie jetzt schon. Nat├╝rlich versteht sie auch nicht die M├╝cke, die auf dem Spiegel gelandet ist, doch das ist eine ganz andere Sache. Wenn sie sich nicht vorstellen kann, da├č dieses Insekt sich im Spiegel wiedererkennen kann, liegt das an ihren fehlenden biologischen Kenntnissen. Wenn sie aber diesen Mann nicht verstehen kann, dann liegt es an der Art und Weise wie er sich gibt. Er mag offen sein, aber er zeigt nur Bilder, ohne die notwendige Information. Ihr wachsendes Interesse, welches er geweckt hat, verlangt aber nach Information. Ihr Ich handelt nicht mehr aus dem Kopf heraus, sondern folgt dem Willen ihrer Sinne. Ihre Handlungsweise wird nun nicht mehr von ihr gelenkt. Gerade der Fluchtraum Badezimmer deutet ihr das. Das Badezimmer ist der Raum des k├Ârperlichen Bewu├čtseins. Hier regiert der Narzismus. Sie betrachtet sich im Spiegel, f├Ąhrt sich durch die Haare, streicht sich mit der Handinnenfl├Ąche ├╝ber die rechte Backe, streckt ihren ganzen K├Ârper, um ihn auf`s Neue erwachen zu lassen. Sie sp├╝rt sich, ├╝berl├Ą├čt ihren Geist ihrem K├Ârper. Diesen dr├Ąngt es nach dem Gegenpol.
Er verl├Ą├čt das Badezimmer, kehrt zur├╝ck in das Wohnzimmer, doch Er ist nicht mehr in jenem noch relativ unbekannten Raum. So sucht die Frau ihn in der K├╝che, wo sie ihn dann am Tisch sitzend findet, einen Zettel vor ihm, einen Stift in der Hand haltend. Sie stellt sich hinter ihn, richtet ihre Augen auf das Geschriebene und liest f├╝r sich:
`Du vielschichtiges Erlebnis,
treibst mir einen Keil ins Herz,
unwissend, schweigendes Ergebnis;
bin ich doch bereit und w├Ąr`s nur ein Scherz.
Ich bin erwacht, am Leben,
sehe Blumen, vermenschlicht, bl├╝hend,
m├Âchte, doch kann nicht, geben,
k├Ąmpfen, alle Kr├Ąfte m├╝hend.
W├Ąrme war mir stets ein fremdes Wort,
kalt gilt es zu sein, um zu ├╝berzustehen,
hab keine Angst vor deinem Mord,
f├╝r sie w├╝rd` ich ihn begehen.
Dann l├Ąg ich sterbend neben ihr, k├╝ssend ihre Haare,
sie erlebend nur mit mir,
lebender Tod f├╝r ewige Jahre.┬┤
Ihr K├Ârper ist enthauptet, der letzte Akt ist ein Ku├č, den sie ihm gibt, dann rennt der Stumpf ins Wohnzimmer, setzt sich in den Sessel und schaltet den Fernseher ein. Unf├Ąhig, unwillens etwas aufzunehmen, spielt sie ihr eigenes Spiel. Sie legt ihre H├Ąnde in den Scho├č, um sie zu w├Ąrmen, sie zu sch├╝tzen, sich zu sch├╝tzen, ihre Schw├Ąche sp├╝rend. Ja, sie zittert, aber nicht vor K├Ąlte. Ihr K├Ârper hat sie ├╝berw├Ąltigt, ihr Herz ist der Befehlshaber ├╝ber ihren Geist geworden. Alle Barrieren scheinen gefallen. Die Wollust breiter sich aus. Ein Ku├č auf die Backe und sie steht kurz davor das Spiel zu verlieren. Ihre Bauern haben sich geopfert, ihre L├Ąufer sich verschenkt. Sie wartet auf seinen Angriff, versteckt hinter ihrem letzten Turm.
Sie h├Ârt wie er sich ins Wohnzimmer schleicht, sp├╝rt seinen leisen Atem, sp├╝rt die Bedrohung. Diese Bedrohung existiert f├╝r sie, da sie nunmehr nur noch K├Ârper ist, nur als Reiz. Keine Angst, sondern Erwarten. Vielleicht banges Erwarten, da sie Ausgang des Spiels nicht kennt.
Im Fernsehen l├Ąuft ein alter Schwarz-Wei├č-Film. Krieger einer sterbenden Macht erkennen das Ziel, da├č f├╝r sie bestimmt ist. Sie reden in schweigenden Nuancen. Der Alkohol ist ihr fehlendes Lebenselixier und sie starren sich an, als ob sie nicht mehr wissen, warum sie sich eigentlich f├╝r etwas hergeben, was mit ihnen ja nichts mehr zu tun hat. Sie vertreiben Melancholie f├╝r die, welche ohnehin um den Unsinn solcher heroischen Taten wissen. Der Krach der Sch├╝sse bestimmt die Szenerie, einige Treffer, einige hundert unsichtbare Flugbahnen dieser kugeln, die von Mensch zu Mensch geben sollten. Tauschware des Krieges.
Sie wei├č nichts mit jenen Bildern anzufangen, greift zur Fernbedienung, Automation der Freiheit, schaltet auf ein anderes Programm, neue Bilder, farbenfroh, mit heiteren Menschen. Familie mit jugendlichem Sohn in einer kleinen Wohnung am Rande einer Gro├čstadt. Sie essen Spaghetti. Die Eltern reden, der Sohn schweigt. Die Einstellung auf ihn fixiert; er scheint keinen Hunger haben. Er steht auf, als sie ihn aufgrund seiner Appetitlosigkeit schimpfen, geht aus dem Haus, zum Bus, der zuf├Ąllig gerade ankommt, steigt ein, f├Ąhrt in die Stadt. Nachdem er sich irgendwo eine Flasche Whisky gekauft hat, sieht man ihn auf dem Marktplatz sitzen, Menschenmassen an ihm vorbeistr├Âmend. Aus dieser Masse tritt ein M├Ądchen, bildsch├Ân nat├╝rlich, spricht ihn an, weil sie sich kennen.
Sie wei├č was kommen wird, lehnt sich tief zur├╝ck in das weiche Leder des Sessels, sp├╝rt wie ihr K├Ârper wieder die Macht zur├╝ckgeben will, da er keine Spannung mehr besitzt, m├╝de wird.
Doch das Fieber ist noch nicht ganz zur├╝ckgegangen, das Erwarten ist noch da. Sie sp├╝rt noch einmal seine Anwesenheit hinter ihrem R├╝cken. Sie hat keine Angst mehr sich umzudrehen, doch ist sie sich bewu├čt, da├č sie damit ihr Vorhaben, ein Remis zu erlangen, aufgeben m├╝├čte. Es gilt nur kurz ein L├Ącheln zu zeigen, eine kleine H├Âflichkeit als Dank f├╝r die Kurzweile, die der Fernseher bietet. Und da, als der Junge im Film seine Whiskyflasche aus lauter Zorn ├╝ber die Dummheit seiner Mitsch├╝lerin derselben ├╝ber dem Kopf zerschmettert, so da├č sie mit schwersten Blutungen am Hinterkopf, besonders auf ihren wundersch├Ânen, blonden Haaren sichtbar, ins Krankenhaus eingeliefert werden mu├č, in welchem er sie dann t├Ąglich besuchen wird, da dreht sie sich um.
Ihre Augen schrecken auf, ihr Blut pulsiert, ihre Denkstr├Âme erliegen, ihre H├Ąnde beginnen zu zittern, ihre Lippen werden trocken, ein Bild der nackten Unschuld vor ihr, scheinbar aus der Antike, solch ├╝berw├Ąltigende Sch├Ânheit, entstiegen der Kleidern der Unnat├╝rlichkeit, sich ├Âffnend der Freiheit der menschlichen Begierde.
Sie erhebt sich aus dem Sessel, geht langsam auf ihn zu, der verloren an der Wand lehnt, setzt sich neben ihn, sieht, da├č er nichts sieht. Sie will ihre letzten Figuren schenken, ihre Ohnmacht ihm begreifbar machend. Ihre Finger werden die Instrumente ihrer Begierde, ihres willigen Begehrens gegen den Rest an Angst vor dem Unbekannten. Sie betasten seine Fu├čzehen, erst z├Âgernd, dann tastend, dann zart knetend, geben ihr ein Gef├╝hl f├╝r die Weichheit seiner Haut, f├╝r die W├Ąrme ihres K├Ârpers, jenes Wohlgef├╝hl, jenes wahre Begreifen. Langsam kommt es ihr entgegen, dieses Str├Âmen von Energie aus seinem K├Ârper in ihre Blutbahnen. Sie ist das Herz, da├č Blut zugepumpt bekommt und es wieder weiter gibt, den Kreislauf erst zu einem Kreislauf macht. Ihre Finger gleiten an ihm empor, tagelang, nicht mehr suchend, doch erfahrend. Sie gibt sich hin, indem sie ihn nimmt. Sein K├Ârper ist die Quelle ihres Bed├╝rfnisses, sein Gesicht ist der Gott, der existiert. Seine Augen sind leblos, seine Stirn eine m├Ąchtige Pulsader. Alle Person ist in einem Gesicht vereint. Ihre Augen betrachten den K├Ârper, nicht mehr den Fremden. Sie betrachten mit Erwartung, mit keuscher Hoffnung, friedlich, aber doch ausdrucksstark. Sie sp├╝rt ihren Blick wie einen Strahl einer Lampe durch ein dunkles Zimmer. Seine Leblosigkeit wird ausgef├╝llt durch ihr Leben, l├Ą├čt sie frei sein. Ohne sein Verlangen befreit sie sich von ihrem Kleid, schl├╝pft in ihre neue Rolle., fordert ihn zum Tanz auf, einem unendlichen Tanz durch alle Welten, alle Geschehnisse, alle Einzelheiten eines verwerflichen Lebens, alles Verlangens. Langsam und leise beginnt sie zu summen, ein Lied, da├č ihre Mutter ihr gelernt hat, summt es ihm ins Ohr, um ihre Musik seine Musik werden zu lassen, eine Hymne f├╝r tausend und eine Nacht. Schwach vernimmt sie einen Kanon, dessen Einklang unvereinbar ist. Und trotzdem lodert das Feuer um sie herum, l├Ą├čt sie erscheinen als einen Engel der H├Âlle.
Kein Ton f├Ąhrt ├╝ber ihre Lippen, kein Ger├Ąusch der Stra├če erreicht sie, nur das Summen ihrer Melodie, die Ber├╝hrungen ihrer tanzenden, nackten F├╝├če auf dem Teppichboden dieses Raumes, der an Bedeutung verliert, je l├Ąnger sie sich drehen, je kraftvoller ihre Stimmen werden.
Pl├Âtzlich stehen sie vor dem Bett und, noch immer genauso verloren, gesteht er ihr: ÔÇ×Ich bin nicht.".
Sie wird aufwachen, sp├Ąt am nachmittag, einen ziemlichen Kater haben, einen starken Kaffee trinken und dann im B├╝ro anrufen, um sich zu entschuldigen, da├č sie diese Woche nicht arbeiten kann, da ihre Mutter gestorben ist.




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Der Tag erwacht,
ich f├╝hl ihn kommen,
bin gerade aufgewacht,
vom Schlaf noch ganz benommen.

Frag ihn: ÔÇ×Was willst du bringen?
Bin doch eingekerkert,
kann noch so sehr um Freiheit ringen,
bleib nichts and`res als ver├Ąrgert."

Er antwortet mir behende:
ÔÇ×Steh auf und fang mich an,
bring mich sp├Ąt zu Ende,
nachdem viel Arbeit du getan.

Nutz mich, f├╝ll mich aus,
denk ich w├Ąr der letzte,
verkriech dich nicht in deinem Haus.
Denk doch nicht, da├č ich dich hetzte."

ÔÇ×Tag, verflucht seist du,
schenkst mir nichts, nur helles Licht.
La├č mich Menschen doch in Ruh,
ich mag den falschen Schein gar nicht!"

Der Tag, er geht,
es kommt die Nacht.
Ich tr├Ąumte sp├Ąt,
bin scheinbar nur kurz aufgewacht.


































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