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Leselupe.de > Ungereimtes
wohin denn ich?
Eingestellt am 25. 08. 2010 11:39


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samuel
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???

Registriert: Feb 2004

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wohin denn ich?

und schaute den mond an,
der mild war,
und fragte...

du bist schon da,
sagte er,
bleibe bei mir
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Es nehmet aber
Und giebt Ged├Ąchtni├č die See,
Und die LiebÔÇÖ auch heftet flei├čig die Augen.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Samuel,

der Titel verr├Ąt dann doch, worum es Dir geht, denke ich jedenfalls.

Da ist einer, der zu bef├╝rchten hat, dass es f├╝r ihn nicht mehr Tag werden wird. Knapper kann man es nicht formulieren. Mir gef├Ąllt auch das Erleben mit dem Mond, das schon eine Halluzination zu sein scheint.

Also so lese ich das.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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samuel
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???

Registriert: Feb 2004

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Mond und Heimat

Hallo, Karl!

Obwohl niemand von Euch auf meine Frage nach seinem Verst├Ąndnis des Bildes des Mondes geantwortet hat (schade!), will ich doch Deine Frage, soweit es mir m├Âglich ist, nicht unbeantwortet lassen:

Nun, zun├Ąchst einmal hatte ich den konkreten Mond vor Augen, fast noch Vollmond, mild in seinem Licht. Und ich dachte/f├╝hlte: Was willst du mehr?! Der Mond also als ein Bild f├╝r - vielleicht verkannte, nicht erkannte - Heimat. Aber was f├╝r eine Art von Heimat ist das? Vielleicht die Kunst oder die Poesie als Heimat? Oder das Geborgensein in der nat├╝rlichen (evtl. g├Âttlichen???) Ordnung? Heimat als Suchen? Jedenfalls: angekommen sein, ohne es zu wissen...

Vera-Lenas Interpretation des Mondes als Tod hatte ich nicht im Sinn; aber auch dies ist m├Âglich.

Im ├╝brigen vgl. Goethes Gedicht "An den Mond":

"F├╝llest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
L├Âsest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest ├╝ber mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
├ťber mein Geschick."

Liebe Gr├╝├če, samuel

P.S.: Der Titel ist ein Zitat aus H├Âlderlins Gedicht "Abendphantasie", dessen sich auch Marie-Luise Kaschnitz schon "bedient" hat.



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Es nehmet aber
Und giebt Ged├Ąchtni├č die See,
Und die LiebÔÇÖ auch heftet flei├čig die Augen.

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Heidrun D.
Guest
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Lieber Samuel,

dein Gedicht finde ich sehr sch├Ân - schade, dass du es dir durch deine Zeichensetzung etwas verdirbst ... Schau mal:

quote:
wohin denn ich

und schaute den mond an
der mild war
und fragte ...

du bist schon da
sagte er -
bleib bei mir

so wirkt es m. E. viel eindrucksvoller, auch wegen der Enjambements. - Beim "bleibe" kannst du das e weglassen. So w├Ąre es richtig und klingt hier (gottlob) auch besser.

Sehr gelungen und passend finde ich den Titel.

Herzliche Gr├╝├če
Heidrun

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Pelikan
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
wohin denn ich?

und schaute den mond an,
der mild war,
und fragte...

du bist schon da,
sagte er,
bleibe bei mir

Lieber Samuel, ich lasse Deine Erkl├Ąrung mal weg, weil ich beim Lesen eine eigene Interpretation vor Augen hatte:

Da fragt sich ein Mensch, n├Ąchtens, bei Mondschein (kann nicht schlafen,vielleicht):
"wohin denn ich?"=wohin gehe ich, was bin ich/was habe ich aus meinem Leben gemacht?" Und dann kommt das Unterbewu├čtsein als Erkenntnis und spricht in Gestalt des Mondes:
"du bist schon da/bleibe bei mir". Und dieses verstehe ich dann folgend:du bist schon da=du hast schon etwas aus Deinem Leben gemacht und zwar bist Du unecht (wie ich, der Mond)
in Deinem Schein. Dieser Schein/Glanz/Licht kommt nicht von Dir, sondern Du lebst vom Glanze/Licht der Mitmenschen.
Das kann bedeuten: Du nutzt andere f├╝r deine Zwecke aus,
selbstst├Ąndig scheinst Du nicht zu sein und scheinst auch
nichts Eigenes zu bieten, bist ein Parasit, hast nichts Besonderes getan, als den Glanz anderer als den Deinigen vorzut├Ąuschen. "Bleibe bei mir" w├╝rde ich folgend verstehen:Schau mich an und begreife die ├ähnlichkeit zwischen uns beiden. Ich habe kein eigenes (nur geborgtes)
Licht und du bist auch nicht anders. Bleibe ein wenig in dieser Nacht der Erkenntnis - danach, wenn der Tag kommt, hast Du vielleicht die Chance dich zu ├Ąndern.
Gut, ich ├╝berspitze oft und gerne, aber in der Tat, ich habe es so gelesen. Mit herzlichen Gr├╝├čen, Pelikan

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samuel
gesperrt
???

Registriert: Feb 2004

Werke: 354
Kommentare: 605
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Mond und Textverst├Ąndnis und Zeichensetzung

Danke, Heidrun und Pelikan, f├╝r Eure intensive Auseinandersetzung mit meinem Text!

Soll man sagen, Pelikan: Jedem sein eigener Mond und sein eigenes Textverst├Ąndnis? Meine Intention allerdings trifft Deine Interpretation nicht - aber ein Text sagt ja oft auch mehr, vielleicht auch Anderes, als der Autor meint.

Heidrun, ich hatte den Text anfangs auch ohne Zeichensetzung geschrieben, weil dann die einzelnen Aussagen mehr ineinander flie├čen und eventuell einen gr├Â├čeren Assoziationsspielraum lassen. Aber wenn ich die Kommas weglie├če, k├Ânnte man den Text auch so verstehen, als w├╝rde der Mond fragen - und das ist nun wirklich nicht gemeint.

LG, samuel
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