Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
308 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
worte . . . gefüstert in der sommernacht
Eingestellt am 25. 07. 2001 23:52


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

Werke: 82
Kommentare: 229
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fredy Daxboeck eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Sonne war längst, verborgen hinter einer dunklen, bleigrauen Wolkenwand, untergegangen und hatte einer finsteren Nacht Platz gemacht. Noch immer lastete die drückende Schwüle des Tages über der Stadt. Susan stand am Fenster in Kyles Wohnung und starrte hinaus. Ihr Blick war in weite Ferne gerichtet. Sie sah nicht die hellerleuchteten Fenster des Nachbarhauses gegenüber, sie sah nicht die zuckenden Lichtreklamen der zahlreichen Läden unter ihr, sie sah nicht die endlose Schlange von Autoscheinwerfern, die sich unaufhörlich zwischen den Häuserschluchten drängten, wie ein einziges funkelndes und schillerndes Phantasietier aus einem uralten Märchenbuch.
Susan sah weiter, viel weiter. Sie sah hinter den dunklen Horizont, der dort irgendwo weit hinter all den Häusern und Straßen und Lichtern verborgen war, und suchte nach einem bestimmten Gefühl, das ihre Seele berührte.
"Woran denkst du, Liebling?" Kyle, der lautlos näher gekommen war, legte sanft seine Hände auf Susans Schultern und schmiegte sich eng an sie.
"Ich suche den Mond und frage mich ob er uns sieht, in so einer dunklen Nacht." Susan seufzte. Sie genoss die Berührung von Kyle. Sie liebte es, seine Nähe, seine Energie und seine innere Stärke zu spüren, die er ausstrahlte.
"Ich weiß nicht ob er uns sehen kann, dein Mond." flüsterte Kyle in ihr Ohr und ließ seine Hände wie beiläufig über Susans Arme wandern und verschränkte sie vor ihrem Bauch. Zärtlich legte Susan ihren Kopf zurück, lehnte sich an ihren Freund und schloss die Augen. Ein tiefes Gefühl von Geborgenheit füllte sie aus.
"Wenn er uns nicht sehen kann, so ist er doch bei mir. Er ist mein Freund und Beschützer, weißt du." Susans Stimme klang voll und tief, sie sprach wie aus weiter Ferne. "Er begleitet mich schon sehr lange . . . und er hat dich zu mir geführt"
"Dafür liebe ich ihn!" Kyle drehte Susan herum, nahm liebevoll ihr Gesicht in beide Hände und sah ihr lange in die Augen.
"Du bist etwas ganz besonderes, weißt du das?" Behutsam nahm er Susans rechte Hand in seine Linke und stellte sich neben sie an das Fenster und sie sahen beide auf die Stadt, die unter ihren Füßen lag, hinaus. Und in die Dunkelheit dahinter. Keiner der beiden sprach ein Wort.
Sie verstanden einander auch so.
Von der Straße drang der auf - und abschwellende Ton einer Sirene zu ihnen herauf und ein kleines blaues zuckendes Licht hüpfte und sprang zwischen den Häusern hin und her, zwängte sich zwischen die weißen Lichter hindurch und verschwand bald schon wieder aus ihrer Sicht.
Nach einer kleinen Ewigkeit wie Kyle schien, die Straße lag wieder friedlich und ruhig unter ihnen, wandte Susan sich um und ging, ihren Freund an der Hand führend, ins Schlafzimmer, wo sie sich wortlos auf das breite Bett sinken ließ und begann Kyle zu streicheln und zu entkleiden. "Ich will dich spüren, Kyle", flüsterte sie ihm erregt ins Ohr und drückte sich fest an ihn. "Ich will dich fühlen und ganz nah bei dir sein. So nah wie nur irgend möglich." Sie ließ ihre Hände an seinem Körper entlang gleiten und genoss seine Berührungen, als er ihre Zärtlichkeiten erwiderte, die ihr wie kleine elektrische Stromstöße unter die Haut gingen. Sie streichelten einander, krochen auf das Bett, ließen ihre Hände und Lippen sprechen, küssten und liebkosten sich und schmusten und flüsterten liebevolle und sanfte Worte. Unsinnig, unzusammenhängend.
In der Trunkenheit der Gefühle gestammelte Schwüre.
Rasch wurden die Bewegungen hektischer und fordernder, das Spiel von Lust und Liebe nachdrücklicher, und die Worte ungestümer.
Susan bohrte ihre Fingernägel in Kyles Rücken und stieß spitze kleine Schrei der Erregung aus, die Kyle wiederum immer mehr anzustacheln schienen.
Schließlich vereinigten sie sich in einem wilden Taumel der Erregung, wie er sonst nur aus Verzweiflung, Zorn oder Einsamkeit geboren wird.
Später, sehr viel später, sie hatten sich noch ein zweites Mal geliebt; diesmal aber sehr viel langsamer und intensiver, lagen sie klatschnass geschwitzt, zitternd und bebend in ihrer abklingenden Leidenschaft eng umschlungen auf dem breiten Bett, Susans Gesicht glühte vor Seligkeit, als Kyle plötzlich lachte. Ein heiteres, gelöstes und leichtes Lachen, das beinahe ein wenig befreit klang.
"Was gibt es da zu lachen?" fragte Susan neugierig lächelnd, drückte sich an Kyle und biss ihn sanft in den Hals. "Gestehe, oder ich werde zum Vampir."
"Ich weiß nicht", gluckste Kyle vergnügt. "Dieser Sommer ist der schönste, den ich je erlebt habe. Ich bin so glücklich." Er schlang seine Arme fest um Susans schmale Schultern, küsste sie auf die Augen, den Mund, die Nase und den Hals, ließ seine Lippen abwärts wandern und legte seinen Kopf auf ihre Brust. "Susan", flüsterte er, und schmeckte im Halbdunkel des Zimmers die Worte auf seiner Zunge. "Susan, ich liebe dich!"
"Auf ewig?" fragte Susan, und die geflüsterten Worte lagen leicht wie der Ton einer angeschlagenen Klaviersaite im Raum. Unwillkürlich hielt sie den Atem an.
Weit im Westen rissen die ersten Blitze ihre leuchtend gezackten Muster in den Himmel und leises Donnergrollen drang von Ferne in das Zimmer.
"Auf ewig!" murmelte Kyle; und Susan lief eine einzelne, verlorene Träne der verzückten Freude über die Wange. Und trotzdem wusste sie, dass sie diese Worte nicht ernst nehmen durfte. Was gelten Worte, gesprochen in einer heißen Sommernacht voller Versprechungen?

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Kyle,

das ist eine der Gefühlvollsten Geschichten die ich gelesen habe. Die Bilder und die Spannung sind toll aufgebaut. Man spürt die Schüle des Tages und die Hitze der Nacht. Das Donners des Gewitters und die leichten Worte die nicht ganz achtlos von deinem Protangonisten gesprochen wurden.

Beeindruckend geschildert und total nachvollziehbar.

liebe Grüße
Reneè

PS.: diese Geschichte habe ich nicht in der U-Bahn gelesen *grins, hab es nicht vor Neugier nicht ausgehalten und mußte sie sofort lesen*

Bearbeiten/Löschen    


Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

Werke: 82
Kommentare: 229
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fredy Daxboeck eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

*sieht sich verstohlen um, weil er mit reneé am schreibtisch . . . oder besser neben dem schreibtisch sitzt . . .

hallo liebe reneé

du schreibst in letzter zeit so viele dinge dass ich mir denke, deine kreativität ist zu bewundern . . ich komm´ ja nicht mal beim lesen nach . . .
um so mehr freut es mich, wenn ich für eine kleine weile deine aufmerksamkeit erlangen durfte.
hast du also die beiden wieder mal entdeckt
ich nehme an sie haben für etwas herzklopfen gesorgt
schön . . .

wie geht´s dir denn sonst . . .

viele liebe grüße

fredy
_______________
die harley steht herum und verstaubt allmählich . . .
aber es kommen auch wieder ruhigere zeiten . . .
für´s pub . . . und klönen . . .


Bearbeiten/Löschen    


Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

*lehnt sich keck an die Harley*

Hey Kyle - Lust 'ne Runde mit mir zu drehen? Ich wollte gerade nach Texas, da sollen die Pferde noch wild und frei sein.

*sie lächelt und läßt ihre Kippe in den Sand fallen, mit der Spitze ihrer Cowboystiefel drückt sie die Glut aus*

Meine Freiheit ruft.

*sagte sie und zog den Schlüssel aus der Jeans, die eng an ihrem Körper jede Kontur wiedergab. Als sie auf der Harley saß und den Motor anlies, waren ihre Gedanken bereits bei den Mustangs. Mit wehenden Haaren fuhr sie der Freiheit eines Augenblickes entgegen, um im Sonnenuntergang einen Diamanten zu finden*

Bearbeiten/Löschen    


La Luna
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 19
Kommentare: 646
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um La Luna eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


Lieber Fredy,

sag mal, wer soll dich denn hier finden, zwischen all' den Blümchen und Bienchen?
Habe ja echt Schwein gehabt, dass ich - entgegen meiner Gewohnheit - dieses Forum angeklickt habe, denn sonst hätte ich diese romantische Geschichte, die zudem auch noch leicht und locker geschrieben ist, glatt verpasst und das wäre doch sehr ärgerlich gewesen.

Wünsche euch beiden ein schönes Wochenende - was macht ihr dort eigentlich im Gras?


Liebe Grüße
Julia

Bearbeiten/Löschen    


Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

Werke: 82
Kommentare: 229
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fredy Daxboeck eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

*lächelt . . . weil sommer ist, weil reneé auf der harley eine wahnsinnsfigur macht, weil sie in ihrem herzen weiß, was leben ist . . . *

hallo liebe reneé

was gibt es schöneres, als auf einem galoppierenden pferd zu sitzen, den wind um die ohren sausen zu lassen, das muskelspiel unter deinem hintern zu spüren, und das trommeln der hufe auf dem harten erdboden zu hören.
das knistern des lagerfeuers, der geruch von holzkohle und gegrillten steaks, das lied der mundharmonika . . . das beruhigende schnauben der pferde, das knarren des sattelleders,
gitarrenklänge . . .
diese dinge sind es, die aus uns zivilisierten stadtmenschen kinder der natur machen . . .

viele liebe grüße

fredy
_______________
lass die harley stehen, mädchen . . . komm, wir reiten in den sonnenuntergang, dort wo die zeit keine bedeutung hat . . . give me my boots and my saddle . . .

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!