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Leselupe.de > Ungereimtes
wüstennacht ...
Eingestellt am 03. 04. 2003 22:49


Autor
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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
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mir ist es scheißegal, ob ihr nachempfinden
könnt, welche unendliche kälte uns
umgibt
nichts als wüste –
die seit 14 milliarden jahren auseinanderdriftet
möglicherweise gibt es uns nur deshalb
weil gewisse naturkonstanten
zur richtigen zeit miteinander poppten
immerhin schenkten sie uns den mond
und jesus
somit sind wir nicht ganz allein
wenn sich das licht der sterne in unseren
einsamen augen spiegelt
ich wünsche mir eine laue sommernacht
mit einem halben mond, der sich durch die
wolken mogelt
dem zirpen der zikaden
und einem fernen lagerfeuer
den stimmen meiner vorfahren, während ich
mich im schutze eines busches zusammenkauere
und den schlaf erwarte
meine haut brennt noch von der hölle des
tages
die erde kühlt
ich küsse sie, als wäre sie meine geliebte

warum hat alles grenzen?
die masse der sonne, der erde, des monds
des elektrons
wir menschen sind künstler des ausmessens
von den quanten zu den galaxien
wir sind zum messen verflucht
gott würden wir vermessen
unser land haben wir längst verkauft
unsere seelen klammern sich
verzweifelt an die ahnung von liebe

wir sollten endlich die wüste, die leere
um uns herum erkennen
wir sind eine familie und sitzen gemeinsam
in diesem wunderbaren haus
it`s our home
das kaminfeuer brennt, und wir erzählen uns
geschichten
von guten und schlechten zeiten
bevor wir uns schlafen legen

küssen wir uns

die erde, unser blauer planet, verschwindet
im sonnensystem
im staub der milchstraße
hinter galaxienhaufen, dunkler
materie
und

und

und

10 weiteren dimensionen, die allesamt nicht
dazu taugen, die liebe zu erklären, das sein
zu erklären
und uns halt zu geben

ich genieße die nacht
sie beruhigt mich hier und jetzt
noch spähe ich manchmal zu euch herüber
an dem lagerfeuer
sehe eure dämonischen schatten
tanzen




__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
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ein mond, der sich durch die wolken mogelt...

das ist wieder einmal so ein Original-margot-Satz! Herrlich! Nein, entschuldige, miserabel! Wie nur kann man so sülzig schreiben?!

"meine Haut brennt noch von der Hölle des Tages" ---> hier vermisse ich "das Brennen der Hölle in der Nacht"!

"die erde kühlt
ich küsse sie, als wäre sie meine geliebte" ---> würde ich mit einer Geliebten zusammen tun...

"unsere seelen klammern sich
verzweifelt an die ahnung von liebe" ---> sie klammern sich nicht daran sondern suchen sie...

"wir sollten endlich die wüste, die leere
um uns herum erkennen
wir sind eine familie und sitzen gemeinsam
in diesem wunderbaren haus" ---> Das ist wohl ganz ein zentrales Thema. Viele sind doch beieinander, ob als Familie oder als Freundeskreis gemeinsam, und trotzdem herrscht eine Leere, eine "Wüste", d.h. sie sind doch nicht wirklich zusammen, sondern jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach, welche dem andern/den andern so fremd sind...


Lieber margot, darf ich sagen,
das sind alles Fragen, Fragen...
die nach einer Antwort suchen,
still, dann laut und lauter fluchen...
Nun, die Antwort bleibt wohl aus,
somit die Fragerei ein Graus...

Doch der Mensch denkt immer weiter,
klettert hoch die Himmelsleiter,
denn Erkenntnis und Erfahrung
sind Wegweiser zur Offenbarung...

Dort, wo wir nicht weiterwissen,
spielt Fantasie mit dem Gewissen,
klettert auf die Leiterträume
und erobert neue Räume!


Sende Dir einen Applaus zu Deinen Gedankeneskapaden!
Schakim
__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10342
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Befindlichkeit

Liebe margot,

Deine Befindlichkeit auf dieser Erde, deine Sehnsüchte, nach Erkennen und Verstehen statt Ausrechnen nach liebendem Miteinander, das alles hineingewebt in diesen Abend, der wie ein Kaleidoskop die unterschiedlichsten Perspektiven aufblitzen läßt.... Außerordentlich gut ist Dir dies gelungen. Glückwunsch!!!

Ganz liebe Grüße
Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
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danke schakim, daß du dich so ausführlich mit
meinen gedankenbildern auseinandergesetzt hast.
wir können nur erfühlen, was leben, dasein, raum
bedeutet. ausmessen läßt sich das nicht.
drum entschloß ich mich für die kunst als kommunikations-
form mit der welt -
danke auch dir vera, daß du dich darauf eingelassen
hast.

lieben gruß
ralph
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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 82
Kommentare: 321
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Mir gefällt der Text und ich werde ihm eine schöne Bewertung bescheren, obwohl ich ihn hier unter Poesie für fehl am Platze halte. Ein paar überflüssige CR-LF machen aus Prosa noch lange keine Poesie. Aber inhaltlich sehr schön.
Gruß
TRC
__________________
(c) Jürgen Erbe

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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
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real cure, ich tummele mich mit vorliebe in der
gattung des prosagedichts.
danke für deine gute bewertung. mir reicht es schon,
daß dir mein text gefällt.

ralph
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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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