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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
zu heftig...
Eingestellt am 19. 08. 2002 12:49


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habicht
Junior Mitglied
Wird mal Schriftsteller

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Heftig..
Zu heftig...

Sie krĂŒmmte sich, lag da, TrĂ€nen im Gesicht
Er hatte es nicht gemerkt
Machte weiter
Verloren in seiner Lust

Sie schrie...
Er kam
Ihr Schmerz erstickte

Dann...

Schweißperlen auf seiner Stirne.
Langsam

Atmen

Beide warteten

Er spĂŒrte warmes Blut auf seiner Haut
SpĂŒrte wie sein Lust schwand
SpĂŒrte ... nichts mehr

Sie ... Angst umschlossen
Der Blick, trÀnenverschwommen
Sich auflösend wollend
Blieb zurĂŒck

Und morgen beginnt wieder ein neuer Tag

Blutrotersonnenaufgang vor dem Kinderzimmerfenster


------------------------

PS: stand schon mal unter Erotisches, dann wurde es in ab 18 Horror verschoben und schließlich mit den verschwinden Palominos und meinen wiedereintrit als habicht gelöscht.
Nun stelle ich es unter experimentelles ... zwar finde ich es hier auch nicht ganz richtig....

gruß habicht
__________________
*Nachtflug*

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Lyra
???
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es ist wahrlich der horror, erotic...sehe ich keine.

was ist daran bitte experimentell *kotz*

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habicht
Junior Mitglied
Wird mal Schriftsteller

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mit....

Erotik hat es wohl wenig zu tun, mit Sex schon eher und damit, und wenn dir am Ende vom Text schlecht ist, so ist das glaube ich ok. Jedenfalls gibt es Dinge und Probleme die man wohl in der heutigen Zeit nicht ĂŒbergehen sollte, und wohl auch nicht in der Literatur.
Daß dies keine Texte sind, die man gerne vorgesetzt bekommt ist mir klar. Wenn sie aber das eigentlich Problem dahinter in Erinnerung ruft, dann ist das, denke ich, erst recht ok.

gruß habicht

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Zeder
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Hallo habicht,

was Du mit diesem Text bei mir ausgelöst hast, lĂ€sst sich am besten mit „verabscheuungswĂŒrdig“ charakterisieren. Deine schonungslose Offenheit fĂŒhrt, wie Lyra schon richtig sagte, zu mehr als einem WĂŒrgen in der Magengegend.
Ich beschreibe wohlgemerkt GefĂŒhle nach dem Lesen der von Dir beschriebenen Situation, die so durchaus in Kinderzimmern vorkommt.
(Ich brauche nicht extra zu erwĂ€hnen, dass ich eine achtjĂ€hrige Tochter habe, die einen recht langen Schulweg bewĂ€ltigen muss, der auch ein kleines WaldstĂŒck beinhaltet ...).

Aber jetzt zu den Details.

Du hast einen Tempusfehler ĂŒbersehen: „Ihr Schmerz erstickte“.

Ebenso einen Grammatikfehler: „Der Blick, trĂ€nenverschwommen“

Zum Anfang:

„Heftig..
Zu heftig...

Sie krĂŒmmte sich, lag da, TrĂ€nen im Gesicht
Er hatte es nicht gemerkt
Machte weiter“

Ich schließe daraus und aus dem vorletzten Satz: „Und morgen beginnt wieder ein neuer Tag“, dass es sich hier um eine regelmĂ€ĂŸig praktizierte Sache handelt. Wenn es so ist, beschreibst Du den Handelnden als Tier, gnadenlos, ohne Erbarmen. Dies ist aber – ich muss es sagen, auch wenn es mir bei dieser Thematik wahnsinnig schwer fĂ€llt – das einzige Bild, das ich an dieser Stelle auch zulassen wĂŒrde und es hier sogar sehr gelungen finde.
Eine kleine Änderung wĂŒrde das Tierische noch verdeutlichen: Anstelle von „ Er hatte es nicht gemerkt“ wĂŒrde ich schreiben: „Er interessierte sich nicht dafĂŒr“. Denn das „nicht gemerkt“ impliziert doch eher, dass er – wenn er es bemerkt hĂ€tte – es nicht so machen wĂŒrde.

„Er spĂŒrte warmes Blut auf seiner Haut
SpĂŒrte wie sein Lust schwand
SpĂŒrte ... nichts mehr“

Die Abfolge, wenn ich bei der Tiervorstellung bleibe, ist ebenfalls sehr gelungen: Er spĂŒrte Blut – er spĂŒrte schwindende Lust – er spĂŒrte nichts mehr.
Er konnte das Blut des Kindes nicht sehen, weil er es gar nicht spĂŒrte, eben weil er tierisch handelte.

Somit trĂ€gt das letzte Bild, „Blutrotersonnenaufgang“ alle Bedrohung in sich, die der nĂ€chste Abend/die nĂ€chste Nacht mit sich bringt.

Ich halte diesen Text fĂŒr gelungen. Er steht zwar unter dieser Rubrik falsch, denn er trĂ€gt kein Zeichen von experimenteller Literatur; experimentell daran wird allerdings die Reaktion der Leser sein (und ist sie auch schon). Sie wird von „ekelhaft“ ĂŒber „Kinderpornographie“ bis „unwĂŒrdig, geschmacklos“ und „sofort löschen“ alles beinhalten, was rein gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig beim ersten Lesen dieses Textes ankommt.

Dennoch bin ich der Überzeugung, dass der Verfasser etwas ausdrĂŒcken und darstellen will, was sich erst dann erschließt, wenn man sich dem Text „öffnet“.

Gruß,


__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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GabiSils
???
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@ Zeder und habicht,

die Rubrik mag falsch sein, aber man könnte den Text andernfalls nur unter "Sonstiges" einstellen, keinesfalls unter Erotik, eben wegen der vorhersehbaren Reaktionen.

Ich habe ein Problem mit dem Titel und dem Anfang. Obwohl ich weiß, was ausgedrĂŒckt werden soll, nĂ€mlich die GewalttĂ€tigkeit und Rohheit, kann es doch hier kein "zu" heftig geben, als ob weniger heftig auch weniger schlimm wĂ€re!

Wie das zu lösen wĂ€re, weiß ich allerdings auch nicht.

Gruß, Gabi

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Zeder
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Titel

@Gabi: Du hast Recht. Der Titel sollte umbenannt werden in:
"Blutrotersonnenaufgang".

Zu dem Anfang: Sicher hast Du ebenfalls Recht, dass es kein "zu heftig" geben kann in dieser beschriebenen Situation. Ich sehe es eher als Übersteigerung des ohnehin VerabscheuungswĂŒrdigen an, des Tierischen eben, und so gesehen passt es (leider) wieder...

Gruß,
__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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habicht
Junior Mitglied
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Reflektionen...

@ Zeder

Danke fĂŒr deinen Beitrag, als erstes.
Fehler werden ausgebessert ;-).
Eigentlich habe ich da wenig dazu hinzu zufĂŒgen. vielleicht noch zu:

"Er hat es nicht gemerkt"

Kein Mensch kann mit der Wahrheit, schon gar nicht mit so einer Leben. Jedenfalls kann ich mir das nur schwer vorstellen. Also muß er fĂŒr sich, fĂŒr danach, wenn er nichts mehr spĂŒrt bis zum nĂ€chsten Sonnenuntergang etwas haben. Etwas was ihn beruhigt. "Er hat es nicht gemerkt, denn wenn er es gemerkt hĂ€tte, wĂŒrde er ja so etwas nie machen."
Gebe zu, daß dies gerade bei so einen Thema ein heikler Satz ist. Vorallem, wenn man den "TĂ€ter" als Tier sieht. Nun ist er ja aber im normalen Leben und unter Tags kein "Tier". Also schaltet er weg, blendet aus - er ignoriert es einfach, setzt sich ĂŒber vernĂŒnftiges Denken hinweg und "merkt es nicht" auch wenn es offensichtlich ist und auch wenn er der TĂ€ter ist.

@Gabi

ich denke es kann ein "heftig" und ein "zu heftig" geben. Vorallem in etwas, was man ertragen muß, und das immer wieder kommt. In diesen Fall fĂŒr das Opfer. Oder anders gesehen dieser Text ist wohl "heftig" und fĂŒr einige wohl "zu heftig". Aber "Blutrotersonnenaufgang" gefĂ€llt mir als Titel eigentlich sher gut - werde mal darĂŒber nachdenken.



hmmm...

muß ehrlich sagen, daß ich mir selbst schwer tue, auf reaktionen auf dieses Thema zu schreiben. Und ich habe lange gebraucht, bis ich geantwortet habe.
Ich bin mir auch noch nicht wirklich im klaren darĂŒber ob das, was ich geschrieben habe wirklich "stimmig" ist - weniger das Gedicht, viel mehr meine Antworten.

gruß habicht

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