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Leselupe.de > Kurzprosa
zu spät
Eingestellt am 28. 09. 2010 11:30


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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zu spät

Ein bläuliches Licht auf der Tapete lässt mich am Abend näher zum Fenster treten.
Ein Notarzt- und ein Krankenwagen warten an der Bordsteinkante auf den Transport eines Kranken zum nahe gelegenen Krankenhaus.
Beim Blick durch die geöffnete Krankenwagentür denke ich an meinen Onkel, den man im Krankenhaus nicht mehr aufnehmen wollte. Er wurde älter als Vater.

Das Schicksal brachte die Beiden immer wieder zusammen.
Im zweiten Weltkrieg waren sie Kameraden und gehörten zu einer Einheit. Doch was wissen wir wirklich noch von ihnen. Jetzt ist die Zeit vertan, wo wir es noch erfragen könnten und wer möchte es auch so genau wissen? Besser nicht dran rühren, an diese schreckliche Zeit. Was sie erlebten war nicht immer eitel Sonnenschein. Sie kannten auch die andere, die schreckliche Seite des Lebens.
Doch das Gehör lässt nach im Alter und auch die Augen sehen nicht mehr so scharf. Wollte man sie fragen, müsste man schreien und was, wenn sie durch die Erinnerung gerührt werden und die Tränen beginnen ihnen zu fließen, denn immerhin mussten sie Verluste erleiden. Vielleicht hätten sie gerne darüber gesprochen, doch jetzt ist es zu spät!

Hoffentlich ist es bei ihr oder ihm dort im verschwundenen Krankenwagen noch nicht zu spät!


Version vom 28. 09. 2010 11:30

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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hallo anemone,

irgendwie ist das nicht Fisch und nicht Fleisch.

Es komm daher wie ein Gedanke den man hat , wenn man aus dem Fenster sieht.
In diesem kurzen Text sind ein paar Gedanken, die es wert wären eine Geschichte daraus zu machen

"Doch das Gehör lässt nach im Alter und auch die Augen sehen nicht mehr so scharf. Wollte man sie fragen, müsste man schreien"

Das gefällt mir sehr.

Ich bin nicht berührt von deinem Text, da fehlt etwas, aber, ich wäre sehr gerne berührt, denn das Thema ist wichtig.

Vielleicht weiter daran arbeiten ?

Dir einen lieben Gruß
Ralf
__________________
RL

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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danke Ralf,
Ein wichtiges Thema, Ralf, sollte man nicht aus den Augen verlieren. Mosaiksteinchen sammeln und zusammenfügen wäre mir angenehm; doch wie ich mich kenne, halte ich mich bei der Beerdigung meines Onkels lieber bei der jüngeren
Generation auf und betätige mich ungern als Interviewer bei den wenigen noch vorhandenen älteren Menschen. (aus eben diesem o.g. Grund.) - (mein Gehör hat leider auch schon etwas nachgelassen!)

Doch weiter daran zu arbeiten, könnte ich versuchen, denn
der Text sollte zumindest den Leser berühren.

Liebe Grüße anemone


__________________

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sapna
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

Werke: 4
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Am Abend bei der Dunkelheit schimmert bläuliches Licht zum Fenster herein.

Der Satz klingt ungelenk.
Und Abend assoziiert irgendwo schon Dunkelheit. Außerdem wäre in der Dunkelheit richtig. Es ist spät am Abend, als von draußen ein bläulich blinkendes Licht hereinkommt. Neugierig erhebe ich mich aus meinem Sessel und schaue durch einen Spalt im Vorhang hinaus. Ein Krankenwagen steht vor dem Haus auf der anderen Straßenseite. Sein Blaulicht wirft zuckendes Licht an die Hauswände.

Du siehst schon, noch erzählst du zu viel. Versuch mehr zu beschreiben.

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