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Leselupe.de > Kurzgeschichten
zu viele geheimnisse
Eingestellt am 13. 01. 2002 22:25


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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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Angst hatte ich nicht. Eher Mitleid und Trauer zeichneten sich an meinem leblosen K├Ârper ab, der brach auf dem kalten Boden lag. Ringsum stieg dunkler Rauch auf, der sich seinen Ausweg durch jene Gullydeckel suchte, die sich nahezu sternf├Ârmig um mich reihten. In einem symboltr├Ąchtigen Kreis lag ich dort, wie ein von Sektenanh├Ąngern dahingebrachtes Opfer. Ich wusste nicht einmal mehr, wie mir geschah.
Als ich mich mit brennenden Schmerzen an den Oberarmen auf den R├╝cken drehte, konnte ich den strahlend blauen Himmel erkennen. Wolkenlos, weit und breit, die Sonne lechzte herunter wie eine nach Wasser suchende Hy├Ąne. Alles war verwirrend f├╝r mich. Selbst der Himmel stellte sich mir als offenes Tor zu einer anderen Welt dar und ich konnte den verschwommenen Sinnen, die sich mir nach und nach offenbarten, nicht folgen. Ich hatte Angst, dass war das einzige, was ich zu sp├╝ren vermochte.
Das Atmen fiel mir schwer. Erst sp├Ąter wurde mir klar, lange nach meiner stupiden Erkenntnis, der Boden w├Ąre ein kalter Stein der mich frieren lies, dass ich dann doch den brennenden Asphalt auf meiner sensiblen Haut sp├╝rte. Alles in meiner eigenen Welt schien sich in immer weniger werdenden Momenten meines Lebens zu ver├Ąndern. Einmal hin, dann wieder her. Ich f├╝rchtete mich vor der n├Ąchsten Ver├Ąnderung, ob sie wohl meine letzte sein w├╝rde?
Was hatte ich getan? Ich konnte mich an nichts mehr erinnern. Der Gegenstand, der sich in meiner Ges├Ą├čtasche befand, dr├╝ckte unweigerlich in meinen Hintern. Es schmerzte und ich versuchte durch unbeholfenes hin- und herrutschen den Schmerz zu lindern, der im Endeffekt nichts im Vergleich zu dem war, was ich in meinem Gesicht sp├╝rte. So wie sich mir meine Schmerzen in dieser Region offenbarten, musste dort eine riesige offene Wunde klaffen. Ich sp├╝rte eine Stelle, aus der Blut triefte. Das warme Blut lief mir quer ├╝ber das Gesicht, verklebte zum Teil mein rechtes Auge. Ich versuchte immer wieder zu blinzeln, damit es nicht ins Auge lief und es verletzte. An der Luft trocknete das Blut schnell und so verklebte es sich mit den Wimpern, bis ich es schlie├člich kaum noch ├Âffnen konnte.
Auf meinen Ohren lastete ein unbeschreiblicher Druck ungew├Âhnlichen Ausma├čes. Als w├Ąre ein Schaufelbagger ├╝ber meinen Sch├Ądel gefahren, so zerquetscht f├╝hle ich mich. Au├čer dem fernen Rauschen meines eigenen Blutes h├Ârte ich nichts. Doch konnte ich nicht beurteilen, ob es das Blut war, dass aus meiner Wunde an der Stirn klaffte, oder es das Blut war, dass in meinen Ohren rauschte. Ungeachtet dessen, was sich um meine Person abspielte, so war ich darum bem├╝ht, still zu liegen und mich nicht zu bewegen. Denn ich hatte Angst, dass meine Schmerzen mit jeder Bewegung st├Ąrker wurden. Innerlich versuchte ich vor allem davonzulaufen. Am liebsten von meinen Schmerzen selbst und dem, was um mich herum geschah. Ich wagte es nicht, aus Angst, mir noch mehr weh tun zu k├Ânnen, den Kopf zur Seite zu neigen. Mir war klar, dass ich dann zum ersten Mal etwas h├Ątte erkennen k├Ânnen, doch war mir der Gedanke lieber, einfach hier zu liegen und abzuwarten, bis mich mein Schicksal ereilte. Wie lange dies noch dauern w├╝rde, davon wusste ich nichts. Doch w├╝rde bald nichts geschehen, dann h├Ątte ich ein Problem. Ich w├╝rde sterben. Dem war ich mir Bewusst.
Was war geschehen? Die Frage stellte ich mir schon eine ganze Weile, nachdem ich aus meiner Bewusstlosigkeit erwacht war. Kurz darauf hatte ich f├╝r einen Moment geglaubt, verzweifelte Stimmen geh├Ârt zu haben. Ich wusste mir einfach nicht zu helfen. Aus meiner Nase lief warmes Blut. Das war das einzige, dass ich deutlich sp├╝ren konnte. Meine Arme lagen ausgestreckt von meinem K├Ârper weg. Weder konnte ich meine Hand bewegen, noch die dazugeh├Ârigen Finger sp├╝ren. Es war ein Gef├╝hl, als w├Ąren sie einfach nicht mehr da. Das machte mir Angst.
Meine F├╝├če bewegte ich, weil ich es noch konnte. Sie waren da, ich sp├╝rte sie ganz deutlich. Kein Schmerz und kein Blut, dass auf ihnen lastete. Daraufhin hielt ich f├╝r einen Moment still. Mein linkes Auge, mit dem ich noch genau erkennen konnte, was sich um mich herum zutrug, versuchte ich auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren. Es musste eine gro├če Kathedrale sein, die sich direkt neben mir in den Himmel erstreckte. Ich konnte den massiven breiten Sims erkennen, der geradewegs von Beginn des Daches an sich in die weite hervorstrebte. ÔÇ×Einen Punkt, auf den ich mich konzentrieren konnteÔÇť, dachte ich im stillen Bewusstsein. Jetzt konnte ich nur beten, dass es auch funktionierte. Mit aller Anstrengung hob ich meinen rechten schmerzenden Arm und schleppte ihn wie ein hilfloses Tier, dass nach seinen Jungen suchte, an meinen K├Ârper heran. Dann verlor ich den anvisierten Punkt pl├Âtzlich wieder. Um mich herum wurde alles schwarz.

Als ich wieder zu mir kam, h├Ârte ich laute Stimmen. Doch immer wieder war es dieselbe Stimme, die auf die anderen Stimmen einredete. Sie war laut und deutlich, so aggressiv und v├Âllig unkontrolliert. Jedes Mal begann diese Stimme von neuem, ihre Rede zu halten, als st├╝nde sie auf einem gro├čen Podest und hielte eine Predigt an die Nation. Es war schrecklich, dass ich nichts erkennen konnte mit meinem blutverklebten Auge. Meine Arme schmerzten und auf meinem R├╝cken klebte mein eigenes Blut. Es war lange schon getrocknet, ich konnte nichts dagegen tun. Immer noch rann aus meiner klaffenden Wunde auf der Stirn das Blut.
Zu meiner eigenen ├ťberraschung machte mein Kopf eine grobe Bewegung zur Seite. Ich wusste nicht, was eigentlich geschah, doch den Schmerz sp├╝rte ich in diesem Moment nicht mehr. Nun lag mein Kopf wie ein selbst├Ąndiges K├Ârperteil von mir, ├╝ber den ich keine Kontrolle mehr zu haben schien, auf der Seite auf dem vor Hitze gl├╝henden Asphalt. Dann sp├╝rte ich auf einmal den brennenden Schmerz, der sich qu├Ąlend langsam und sternf├Ârmig ├╝ber meine Wange hin auf das ganze Gesicht ausbreitete. Ich konnte nichts dagegen tun. Ich versuchte mein Auge zu bewegen, besser gesagt, in eine andere Richtung zu blicken, doch fiel es mir schwer, da mir selbst dies besorgniserregende Schmerzen bereitete. Ich wusste nicht einmal mehr, ob es irgendwas an mir gab, dass mir keine Schmerzen mehr bereitete.
In der Ferne sah ich pl├Âtzlich die Umrisse einer menschlichen Gestalt. Mit den wenigen Momente, die ich zur Verf├╝gung hatte, um mich zu besinnen, wurden die Umrisse immer deutlicher. Die m├Ąchtige und breitschultrige Gestalt trug graue Stiefel und eine dunkelgr├╝ne Hose dazu. Die Kombination zwischen hellgrauem Jackett und dunkelgr├╝ner Hose, gepaart mit den seltsamen Stiefeln, zog den Eindruck einer milit├Ąrischen Uniform nach sich. Tief einatmend versuchte ich mehr zu erkennen. Er trug eine Maschinenpistole in der Hand, der Finger am Abzug. Das konnte ich genau erkennen. Es war eigentlich der Moment in dieser schwierigen Zeit, in der ich einfach alles perfekt erkennen konnte, als w├Ąre ich neu geboren. Die Schmerzen waren verschwunden, als h├Ątte mir Gott seine sch├╝tzende Hand auferlegt und ich k├Ânnte von neuem erbl├╝hen. Ich f├╝hlte mich gut, besser denn je.
Ich stand auf. Erstmals griff ich mir mit der rechten Hand an meine Stirn. Das Blut klebte sofort an meiner Hand. Die komplette rechte Gesichtsh├Ąlfte war blut├╝berstr├Âmt. Mein rechtes Auge war stark in Mitleidenschaft gezogen worden, nur blinzelnd konnte ich den Weg damit erahnen. In den Augenwinkeln erkannte ich die Gesichter der Menschen, die sich kreisf├Ârmig um mich und den merkw├╝rdigen Mann mit dem Maschinengewehr eingefunden hatten. Sie waren blass und angsterf├╝llt, als f├╝rchten sie ein schlimmes Unheil einkehren. Ihre Augen dr├╝ckten die Sorge aus, die ich zu sp├╝ren vermochte. Ein Kribbeln lag auf meinen H├Ąnden.
Langsam ging ich auf den unbekannten Mann mit dem Maschinengewehr zu. Er schrie in die Menge hinein. Er sprach irgend etwas auf libanesisch. Ich denke, niemand konnte ihn verstehen und aus Angst vor seinem Maschinengewehr und dem Toten, der inmitten der Menschentraube auf dem hei├čen Asphalt lag, blieben sie starr stehen und warteten ab, was geschehen w├╝rde. Mit Sicherheit wagte es niemand, den Ort zu verlassen, da sie sich einfach davor f├╝rchteten, dass es weitere Opfer gab.
Ich ging ungebrochen meines festen Stolzes auf ihn zu. Auf einmal drehte er sich mir erschrocken zu und hielt mir sein Gewehr ins Gesicht. Er schrie irgendwas in seiner Sprache, dass ich nicht verstehen konnte. Ich sch├╝ttelte vorsichtig den Kopf. Auch wenn ich dem Tod direkt ins Auge blickte, so sp├╝rte ich einfach keine Angst. Phlegmatisch hob ich meinen rechten Arm und ehe ich mich versehen konnte, schoss er mehrere Male auf mich. Ersch├╝ttert trat ich einen Schritt zur├╝ck, doch als mir klar wurde, dass mir nichts geschehen war, packte ich sein Maschinengewehr und knallte es auf den Boden. Seine weit aufgerissenen Augen best├Ątigten mir seine unglaubliche Furcht, die er mir entgegenstreckte. Er hatte auf mich geschossen. Ich musste eigentlich tot sein und ehe ich das zu verstehen vermochte, drehte ich mich wieder um und ging.
Der unbekannte Mann st├╝rmte in die Menschentraube, die ihn sogleich ├╝berw├Ąltigte. Sie nahmen ihn gefangen. Ich dagegen ging meinen Weg und sah dort einen Menschen auf dem Boden liegen, der mir sehr ├Ąhnelte. Das war ich.
ÔÇ×Zu viele GeheimnisseÔÇť, sprach eine tiefe Stimme aus der Menschentraube. Ich sah die Stimme, aber die Person nicht. Ich versuchte ihr zu folgen und irgendwann verschwand ich in dieser Menschentraube.

__________________
cu
M.

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flammarion
Foren-Redakteur
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Werke: 278
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hallo, costner,

ich habe die geschichte gleich 2mal gelesen und au├čer einem leichten grusel nichts erlebt. eigentlich 2 grusel, einen vom inhalt und einen von den fehlern. das thema ist recht interessant und du kannst auch gut erz├Ąhlen, aber was meinst du mit der geschichte? fragend guckt
__________________
Old Icke

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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?

Also, so wie du es schreibst, muss ja im jedem Wort ein Fehler stecken, was nun wahrlich nicht stimmt. Eine Geschichte muss nicht fehlerfrei sein, um verstanden zu werden. Jeder muss sich ├╝ber die Geschichte eben seine eigenen Gedanken machen, wer zu faul ist, sondern nur lesen m├Âchte um des lesens Willen, tja, daf├╝r kann ich nichts.
Nichts f├╝r ungut!


__________________
cu
M.

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Marc Mx
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2000

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Eindeutig zu viele Geheimnnisse!

Auf der LL fehlt eine Rubrik f├╝r Experimentelles. Da m├╝├čte dieser Text dann rein. Vorallem wegen diesem total verworenem Anfang.

Dies kann ich nie und nimmer als Kurzgeschichte anerkennen. Besonders der Anfang schockt mich wegen den ?%$┬ž#+%-Formulierungen!

"Eher Mitleid und Trauer zeichneten sich an meinem leblosen K├Ârper ab..." --> Das klingt beinahe so, als h├Ątte ein 12j├Ąhriger seine ersten Textversuche gemacht!

Vermutlich hast Du den Text online hiereingeschrieben! Ohne ein bi├čchen nachzudenken.

Ich habe in der Vergangenheit wei├č Gott viel besseres von Dir gelesen.

Manoman...

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 21
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kritiker

solche kritiker sind es, die darauf aus sind, lediglich in einen text reinzusehen -weil sie sehen wollen- dass da fehler drin sind. doch anstatt den sinn und die aussage eines solchen textes zu lesen und zu verstehen, dass scheint bei euch in weiter ferne zu liegen. ist mir auch egal. wenn ihr euch nur mit texten befa├čt, weil ihr die fehler daran herausfiltern wollt, ist das euer problem.
manchmal sind der inhalt und das verst├Ąndnis eines geschriebenen textes viel mehr wert als aussagen dar├╝ber, wo das komma falsch gesetzt wurde.

zu diesem thema ├Ąu├čere ich mich jetzt auch nicht mehr.
__________________
cu
M.

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Deminien
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 5
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Hallo Costner,


Grunds├Ązlich gef├Ąllt mir Deine Geschichte. Ein sterbender, der hin├╝bergeht (wohin auch immer). Am Ende eine kurze Art Manifestation, den Leuten unbeabsichtigt einen geh├Ârigen Schrecken eingejagt und dann das endg├╝ltge Verschwinden.
Allerdings ist das Sterben viel zu detailreich dargestellt. Da dem Leser schnell klar wird, da├č dort eine verletzte Person liegt wird das schnell "langweilig" und der ein oder andere wird wohl nicht die Geduld haben, bis zum Schlu├č zu lesen.

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 21
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danke

f├╝r deine konstruktive kritik. hab mich echt gefreut, sowas zu lesen. sowas hilft mir weiter.
danke dir

__________________
cu
M.

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