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Leselupe.de > Ungereimtes
zwanzig grad minus
Eingestellt am 13. 04. 2009 15:21


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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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zwanzig grad minus


erstarrtes meer, die küstenhänge schlecht rasiert.
durch kahle bäume schimmert noch sommerbräune,
als wären die stämme nur drei tage alte schatten.
das postschiff pflügt eine schneise ins geschlossene weiß.
sonnenfinger, die sich glitzernd an eiskanten brechen,
öffnen den brief, der mit jeder zeile leiser davon spricht,
dass du erst im frühjahr zu mir zurückkommst.

mit den schollen treibt mein hoffen auf die offene see.


Version vom 13. 04. 2009 15:21

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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

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Lieber Manfred,
bildreiche Sehnsucht nach einer Urlaubsliebe? Ein gelungener Text. Ich würde sogar die Zeile "küstenhänge schlecht rasierte wangen" kürzen zu "küstenhänge schlecht rasiert". Leser wollen auch ein wenig rätseln...
Herzliche Grüße
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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MarenS
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

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Gelungen, perry! Ich sehe einen Fjord und das Postschiff, das durch die winterstarre Oberfläche pflügt. Sie hätte mit dem Schiff kommen können, ststtdessen erreicht ihn dieser Brief.
Der lange Winter liegt noch vor ihm, denn noch erkennt man Sommerbräune zwischen den Stoppeln. Welch endlose Zeit, bis sie wiederkommen wird!

Auch ich würde die Wangen weglassen wollen, w ie Karl empfahl. Ansonsten ist dein Gedicht bei mir angekommen.

Liebe Grüße von Maren

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revilo
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Hallo Perry,
eiskalt formuliert. So plastisch, daß ich mir beim Lesen fast den Arsch abfriere.Den letzten Satz würde ich weglassen. Er wirkt überzogen und nimmt dem Gedicht die Spannung. Ansonsten klasse.Ein typischer Perry. Warm und geheimnisvoll.....LG revilo

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Franke
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Registriert: Mar 2009

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Hallo Manfred!

Ich lese deine Gedichte ja nun schon ein paar Jährchen und ich freue mich immer, wenn ich einen neuen "Perry" sehe.
Allerdings hängt die Messlatte inzwischen relativ hoch, bist du aber selbst schuld, schreib nicht immer so klasse Sachen.

Jetzt zu diesem Gedicht:

Bis hierhin ist die Sache grandios, sowohl was die Sprache wie auch die Metaphern angeht:

quote:
erstarrtes meer, die küstenhänge schlecht rasiert.
durch kahle bäume schimmert noch sommerbräune,
als wären die stämme nur drei tage alte schatten.
das postschiff pflügt eine schneise ins geschlossene weiß.
sonnenfinger, die sich glitzernd an eiskanten brechen,


Dann lässt es m.E. etwas nach, weil man schon ahnt, was wohl im Brief stehen wird.

Knapp unter der Latte durch, aber trotzdem gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred

__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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Vera-Lena
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Registriert: Oct 2002

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Lieber Manfred,

so wie der Text jetzt da steht, würde ich ihn belassen.

Die zwanzig Grad minus beziehen sich ja auch auf das Lyri, das diesen enttäuschenden Brief erhält. Bliebe der Brief unerwähnt, könnte man sich den Inhalt des Textes nicht so recht erklären. Auch dass das Lyri über seine Empfindung spricht zum Schluss, erscheint mir nicht überflüssig. Warum sollte es nicht in Erscheinung treten?

Liebe Grüße
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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