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Leselupe.de > Ungereimtes
zwischen 2 stationen
Eingestellt am 30. 03. 2003 12:00


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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
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ich beobachtete die kinder auf ihrer
entdeckungsreise im zugabteil
sie waren gerade dabei die sprache f├╝r ihre fragen
zu finden
die eltern waren weit davon entfernt
sie erkl├Ąrten, vertuschten unsicherheiten
sie redeten ├╝ber ihre kinder wie von topfpflanzen
und verglichen deren
entwicklungsstadien
ich nahm einen schluck aus meiner pulle
und meditierte
w├Ąhrend der bummelzug von bahnhof zu
bahnhof ruckte
was trieb die menschen an?
warum erf├╝llten sie wie selbstverst├Ąndlich
den plan?
ich sah, sie waren stolz auf ihre kinder
aber auch sichtlich genervt
alles w├╝rde sich wiederholen
dieselben fragen, dieselben antworten
dieselben scheinheiligkeiten
die zellen organisierten sich zu organen und
gliedma├čen
alles wanderte an seinen vorbestimmten platz
jammern und schreien machte keinen sinn
g├Ąrten, wiesen, w├Ąlder, h├Ąuser
menschenfiguren, fabriken
segelten
sonnendurchflutet vorbei
es erschien alles derma├čen leicht und
schwer zugleich
die kinder hatten ihre freude an dem
automatismus der t├╝ren
jedes wollte den knopf dr├╝cken
n├Ąchster halt bensheim
die familien verabschiedeten sich
mit sack und pack
auf dem bahnsteig sah ich sie in ihre
welt entschwinden
die t├╝ren schlossen sich
kurz ruckte es, dann setzte der zug
seine fahrt fort
die pulle war leer, ich griff mir die n├Ąchste
auch ich hatte meinen bestimmungsort

__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

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der stille Beobachter

Hi, margot!

Siehst Du, f├╝r solche Dinge bleibt Dir gen├╝gend Ruhe, um ├╝ber so eine Sitution im Zugsabteil ein paar Gedanken in den Raum fliessen zu lassen. Die Eltern, die dabei oftmals sogar durch ihren Nachwuchs genervt sind, l├Ącheln vielleicht zwanzig Jahre sp├Ąter ├╝ber genau dieselbe Situation wieder, wenn sie ihre Kinder mit den Enkeln unterwegs begleiten und ├Ąhnliche Vorf├Ąlle vorkommen... In der Zeit, wo sie selber die "Aufsichtspflicht" ├╝ber ihre "jungen Erbsen" haben, finden sie gar nicht die Musse daf├╝r. Schon alleine dieses Knopfdr├╝cken und immer wieder loslassen, kann doch schon elend nerven... Sp├Ątestens dann, wenn es unverst├Ąndige Mitreisende hat, die diesem Spiel absolut kein freundliches Auge schenken wollen! Dir ist der Text prima gegl├╝ckt, n├Ąmlich wieder mal so eine Alltagssituation, die sonst keiner f├╝r bemerkenswert h├Ąlt, ins Licht zu r├╝cken!

Sonnige Gr├╝sse!
Schakim
__________________
┬ž┬ž┬ž> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufbl├╝hen <┬ž┬ž┬ž

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2003

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Hallo margot,
der Text ist wieder etwas vom Feinen. Es macht mir beim Lesen Spa├č, wenn Deine Bilder und Reflexionen wie in einem Kaleidoskop ineinander ├╝bergehen, und doch ein konkretes Ganzes ergeben.
Nicht ganz stimmig ist f├╝r mich der Teil ├╝ber die Eltern, mir ber├╝cksichtigt er ein bi├čchen zuwenig die naja nennen wir es Eltern-Liebe, ich mein jetzt nicht das Stolz-auf-die-Kinder-sein, sondern der bedingungslose Teil der Eltern-Kind Beziehung. Da scheint mir der Erz├Ąhler im Text nicht reflektierend, sondern voreingenommen.
Liebe Gr├╝├če
G.

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margot
???
Registriert: Mar 2002

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hallo, ihr beiden, danke f├╝r eure antworten auf meinen
text.
die eltern-kind beziehung war eigentlich nicht das
hauptthema - sondern die verschiedenen "bestimmungsorte"
verschiedener menschen. da sind die einen, die wie
selbstverst├Ąndlich den plan erf├╝llen, und da ist
der beobachter mit seiner pulle ...
nat├╝rlich ist der voreingenommen, sekers, vielleicht
sogar ein wenig neidisch, und so be├Ąugt er die eltern
relativ kritisch. f├╝r ihn ist das eine fremde welt.
er beobachtet und sinniert ├╝ber die universellen
zusammenh├Ąnge des weltgeflechts. er fragt sich,
warum sich diese menschen jene last aufb├╝rden.
warum mu├č sich immer alles durch die generationen wiederholen, schakim?

beste gr├╝├če
ralph

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

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banale Antwort

Das ist das Leben!
Warum muss sich immer wieder alles wiederholen, kann man sich auch bei den Kriegen fragen...
Weisst Du darauf eine gescheite Antwort? - Auch hier, das ist das Leben... Dummerweise ist der Mensch ein rabiates Tier, das sein Territorium mit aller Gewalt einnehmen will unter Ausschaltung des ihm ureigen angeborenen Verstandes...

LG
Schakim
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margot
???
Registriert: Mar 2002

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schakim, die einzige antwort, die mir spontan einf├Ąllt,
ist "dummheit". die grassiert noch in vielen anderen
lebensbereichen. klar, das leben ist an sich dumm
- es funktioniert wie eine rechenmaschine in evolution├Ąren,
arterhaltenden kategorien, und es denkt dabei nicht
in ethischen dimensionen. der mensch dagegen besitzt
diese f├Ąhigkeit, seine taten unter moralischen und
kulturellen gesichtspunkten zu reflektieren.
niemand ist gezwungen, sich auf biegen und brechen
in einer ├╝berbev├Âlkerten welt fortzupflanzen, nur um
den kriegsf├╝rsten neues menschenmaterial vor die
f├╝├če zu werfen, den hunger in der welt zu vergr├Â├čern und
weiter die resourcen zu verschleudern. mehr menschen
bedeuten immer auch mehr leid, mehr anspr├╝che auf leben
und wohlstand. das ist ein teufelskreis. oft ist
weniger mehr. ich kann diesen "kinderwunsch" nicht
nachvollziehen. er ist irrational und dumm. du mu├čt
immer bedenken, da├č du durch die zeugung verantwortlich
f├╝r einen neuen beseelten menschen bist. der will
vielleicht gar nicht in diese welt geboren werden.
f├╝r mich ist diese wiederholungsmasche geburt-tod
ziemlich engsichtig und egoistisch von den menschen
gedacht.
ich bin heilfroh, da├č ich, da ich nun mal da bin, nur
verantwortung f├╝r mein eigenes (├╝ber)leben trage.
nat├╝rlich ist da auch noch die soziale verantwortung
gegen├╝ber meinen eltern. das reicht mir vollst├Ąndig.
bevor ich f├╝r eigene kinder sorge, w├╝rde ich mich
um die vielen kinder k├╝mmern, die von ihren eltern
versto├čen wurden oder gar keine eltern mehr haben.

gr├╝├čchen
ralph
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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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